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	<title>AuroraWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14305</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-03T18:30:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra: das dritte von sieben Chakren. Das Dreieck in der Mitte korrespondiert mit der Zahl 3.|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Selbstfindung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte.  „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Hypothese ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird Yoga häufig zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung und zum Ausgleich des herausfordernden Alltags praktiziert. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Tapas, was er beinhaltet und wie er verschiedentlich interpretiert wird, trägt dazu bei, die eigene Praxis mit den verschiedenen, genannten Kriterien zu vergleichen und auf ein gewünschtes Niveau zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14304</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14304"/>
		<updated>2026-06-03T18:25:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Tapas und Selbstfindung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra: das dritte von sieben Chakren. Das Dreieck in der Mitte korrspondiert mit der Zahl 3.|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Selbstfindung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte.  „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Hypothese ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird Yoga häufig zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung und zum Ausgleich des herausfordernden Alltags praktiziert. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Tapas, was er beinhaltet und wie er verschiedentlich interpretiert wird, trägt dazu bei, die eigene Praxis mit den verschiedenen, genannten Kriterien zu vergleichen und auf ein gewünschtes Niveau zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14303</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14303"/>
		<updated>2026-06-03T18:20:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra: das dritte von sieben Chakren. Das Dreieck in der Mitte korrspondiert mit der Zahl 3.|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tapas und Selbstfindung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte.  „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Hypothese ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird Yoga häufig zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung und zum Ausgleich des herausfordernden Alltags praktiziert. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Tapas, was er beinhaltet und wie er verschiedentlich interpretiert wird, trägt dazu bei, die eigene Praxis mit den verschiedenen, genannten Kriterien zu vergleichen und auf ein gewünschtes Niveau zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14302</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14302"/>
		<updated>2026-06-03T18:17:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra: das dritte von sieben Chakren. Das Dreieck in der Mitte korrspondiert mit der Zahl 3.|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Hypothese ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird Yoga häufig zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung und zum Ausgleich des herausfordernden Alltags praktiziert. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Tapas, was er beinhaltet und wie er verschiedentlich interpretiert wird, trägt dazu bei, die eigene Praxis mit den verschiedenen, genannten Kriterien zu vergleichen und auf ein gewünschtes Niveau zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14301</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14301"/>
		<updated>2026-06-03T18:15:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Tapas und Chakren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra: das Dreieck in der Mitte korrspondiert mit diesem 3. von sieben Zentren; es hat 10 Blütenblätter|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zukunftsweisende Hypothese ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutzutage wird Yoga häufig zur Steigerung des Wohlbefindens, zur Entspannung und zum Ausgleich des herausfordernden Alltags praktiziert. Eine Auseinandersetzung mit dem Begriff Tapas, was er beinhaltet und wie er verschiedentlich interpretiert wird, trägt dazu bei, die eigene Praxis mit den verschiedenen, genannten Kriterien zu vergleichen und auf ein gewünschtes Niveau zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14300</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14300"/>
		<updated>2026-06-03T17:54:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Tapas und Chakren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra: das Dreieck in der Mitte korrspondiert mit diesem 3. von sieben Zentren; es hat 10 Blütenblätter|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14299</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14299"/>
		<updated>2026-06-03T17:28:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Tapas und Chakren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Aspekte zu Tapas aus dem Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https:// https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ ‘‘Tapas- Sacred Fire.‘‘] In: ‘‘Kino MacGregor – A spiritual journey.‘‘ Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14298</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-03T17:24:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitten Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann. Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;Apte Practical Dictionary Sanskrit-English: &#039;&#039;[https://archive.org/details/apte-practical-dictionary/page/764/mode/2up?q=%E0%A4%A4%E0%A4%AA%E0%A4%B8%E0%A5%8D Suchergebnisse für तपस्.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Internet Archive.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S. 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter O. Kaelber: [https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Scribd,&#039;&#039; S. 344–345. Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt. Er schreibt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und auch Schon im Ṛigveda setzen sich die sieben Ṛishi’s zusammen, um &#039;&#039;Tapas&#039;&#039; zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
::Die, unbezwingbar durch Tapas,&amp;lt;br&amp;gt;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&amp;lt;br&amp;gt;Die großes Tapas vollbrachten, --&amp;lt;br&amp;gt;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. ([https://ubdocs.aau.at/open/voll/altbestand/AC03221848.pdf#page=80&amp;amp;view=fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]], der in den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] niedergelegt wurde. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāy-eśvarapraṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/patanjali-raja-yoga-sutra/2-kapitel-vers-32/ &#039;&#039;Kapitel 2, Vers 32.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 3.&amp;amp;nbsp;Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga. Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|B. K. S. Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga.&#039;&#039; S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krishna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare&amp;lt;br&amp;gt;ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/27/ &#039;&#039;Bg. 4.27.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Und wieder andere opfern alle Betätigungen der Sinne und alles Handeln der Vitalkraft im Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch Erkenntnis entzündet wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.27)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; 2., unveränderte Auflage. Hinder + Deelmann, Gladenbach 1988, ISBN 3-87348-127-8, S. 33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/4/28/ &#039;&#039;Bg. 4.28.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von mancherlei Art ist das Opfer dessen, der nach Vollkommenheit trachtet: Es mag materiell und körperlich sein (&#039;&#039;dravyayajna&#039;&#039;, wie jenes, das im Gottesdienst von dem Frommen seiner Gottheit dargebracht wird). Es mag die strenge Askese seiner Selbstbemeisterung und die Seelenkraft sein, womit er sein erhabenes Ziel zu erreichen strebt, &#039;&#039;tapo-yajna&#039;&#039;. Es mag eine Yoga-Methode sein (wie das &#039;&#039;pranayama&#039;&#039; der Raja-Yogins und der Hatha-Yogins oder irgendein anderes &#039;&#039;Yoga-yajna&#039;&#039;). Oder es ist die Darbringung des Lesens und Erkennens.“ (BhG&amp;amp;nbsp;4.28)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]], Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und sein Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen und die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie [[Swami Sivananda]], [[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], [[Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Arjuna statue.JPG|mini|Arjuna-Statue in Ubud]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;deva-dvija-guru-prājña-pūjanaṁ śaucam ārjavam&amp;lt;br&amp;gt;brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/14/ &#039;&#039;Bg. 17.14.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.14)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat&amp;lt;br&amp;gt;svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/15/ &#039;&#039;Bg. 17.15.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.15)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ&amp;lt;br&amp;gt;bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/16/ &#039;&#039;Bg. 17.16.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. (BhG&amp;amp;nbsp;17.16)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;), ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 17. Kapitel der Bhagavad Gita behandelt Tapas (im Sinne von Askese) auch in Verbindung mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ&amp;lt;br&amp;gt;aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/17/ &#039;&#039;Bg. 17.17.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Sattwa-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.17)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat&amp;lt;br&amp;gt;kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/18/ &#039;&#039;Bg. 17.18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ (BhG&amp;amp;nbsp;17.18)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 104–105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ&amp;lt;br&amp;gt;parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vedabase.io/en/library/bg/17/19/ &#039;&#039;Bg. 17.19.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhaktivedanta VedaBase.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. (BhG&amp;amp;nbsp;17.19)&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Bhagavadgita.&#039;&#039; S. 105.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Indologe Wilfried Huchzermeyer interpretiert diesen Vers 19 aus Kapitel 17 mit den Worten, die Bhagavad Gita distanziere sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296 –297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas: ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu heften, ist großes Tapas. Vichara [Anm.: Unterscheidung, Nachforschung] und Nididhyasana [Anm.: tiefe und wiederholte Meditation] sind höchstes Tapas.“&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Göttliche Erkenntnis.&#039;&#039; Kapitel: &#039;&#039;Reinheit.&#039;&#039; Mangalam Books, ISBN 3-922477-00-3, S. 173–174. ([https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/goettliche-erkenntnis/reinheit/#c114975 Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]], charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des &#039;&#039;tapas&#039;&#039; in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder+Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55–56.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „&#039;&#039;Tapas&#039;&#039; bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder+Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B. K. S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (&#039;&#039;kāyika&#039;&#039;), auf die Rede (&#039;&#039;vāchika&#039;&#039;) oder auf die Gedanken beziehen (&#039;&#039;manasika&#039;&#039;). Enthaltsamkeit (&#039;&#039;brahmacharya&#039;&#039;) und Gewaltlosigkeit (&#039;&#039;ahimsā&#039;&#039;) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nachtodliche Wirkung aus dem lebenslangen Tapas von Iyengar ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill stellte eine geistige Forschungsarbeit zu der Frage an, wie das Tapas, das B. K. S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt. Das Ergebnis dieser Forschung beschreibt er folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann. Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil, der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit &#039;&#039;tapas&#039;&#039; bezeichnet. Dieses &#039;&#039;tapas&#039;&#039; heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Ein Feuer, eine Disziplin, ein &#039;&#039;tapas&#039;&#039;, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] &#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; S. 357.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Meditation zu Tapas ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Meditationsinhalt von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakra|180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tapas und Chakren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|Manipura Chakra]], zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Yoga]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14266</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14266"/>
		<updated>2026-06-02T21:25:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bhagavadgitaforall.com/blog/wisdom-quotes-from-bhagavad-gita/ &#039;&#039;Read Shlokas&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhagavadgitaforall&#039;&#039;. Abgerufen am 02. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“ BhG 4, 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“ BhG 4, 28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:deva-dvija-guru-prājña- pūjanaṁ śaucam ārjavam brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ BhG 17, 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ BhG 17, 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. BhG 17, 16“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ BhG 17, 17&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ BhG 17, 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. BhG 17, 19“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14265</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T21:24:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite  &lt;br /&gt;
BhG 4, 27&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bhagavadgitaforall.com/blog/wisdom-quotes-from-bhagavad-gita/ &#039;&#039;Read Shlokas&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhagavadgitaforall&#039;&#039;. Abgerufen am 02. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“ BhG 4, 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“ BhG 4, 28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:deva-dvija-guru-prājña- pūjanaṁ śaucam ārjavam brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ BhG 17, 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ BhG 17, 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. BhG 17, 16“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ BhG 17, 17&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ BhG 17, 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. BhG 17, 19“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14263</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T21:22:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“ BhG 4, 27&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bhagavadgitaforall.com/blog/wisdom-quotes-from-bhagavad-gita/ &#039;&#039;Read Shlokas&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhagavadgitaforall&#039;&#039;. Abgerufen am 02. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“ BhG 4, 28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:deva-dvija-guru-prājña- pūjanaṁ śaucam ārjavam brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ BhG 17, 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ BhG 17, 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. BhG 17, 16“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ BhG 17, 17&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ BhG 17, 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. BhG 17, 19“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14262</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14262"/>
		<updated>2026-06-02T21:21:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“ BhG 4, 27&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bhagavadgitaforall.com/blog/wisdom-quotes-from-bhagavad-gita/ &#039;&#039;Read Shlokas&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bhagavadgitaforall&#039;&#039;. Abgerufen am 02. Juni 2026.&amp;lt;ref/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“ BhG 4, 28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:deva-dvija-guru-prājña- pūjanaṁ śaucam ārjavam brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ BhG 17, 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ BhG 17, 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. BhG 17, 16“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ BhG 17, 17&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ BhG 17, 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. BhG 17, 19“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14260</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T21:14:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:sarvāṇīndriya-karmāṇi prāṇa-karmāṇi cāpare ātma-saṁyama-yogāgnau juhvati jñāna-dīpite&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“ BhG 4, 27&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:dravya-yajñās tapo-yajñā yoga-yajñās tathāpare svādhyāya-jñāna-yajñāś ca yatayaḥ saṁśita-vratāḥ&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“ BhG 4, 28&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:deva-dvija-guru-prājña- pūjanaṁ śaucam ārjavam brahmacaryam ahiṁsā ca śārīraṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“ BhG 17, 14&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:anudvega-karaṁ vākyaṁ satyaṁ priya-hitaṁ ca yat svādhyāyābhyasanaṁ caiva vāṅ-mayaṁ tapa ucyate&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“ BhG 17, 15&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:manaḥ-prasādaḥ saumyatvaṁ maunam ātma-vinigrahaḥ bhāva-saṁśuddhir ity etat tapo mānasam ucyate&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments. BhG 17, 16“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:śraddhayā parayā taptaṁ tapas tat tri-vidhaṁ naraiḥ aphalākāṅkṣibhir yuktaiḥ sāttvikaṁ paricakṣate&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“ BhG 17, 17&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:satkāra-māna-pūjārthaṁ tapo dambhena caiva yat kriyate tad iha proktaṁ rājasaṁ calam adhruvam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“ BhG 17, 18&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:mūḍha-grāheṇātmano yat pīḍayā kriyate tapaḥ parasyotsādanārthaṁ vā tat tāmasam udāhṛtam&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen. BhG 17, 19“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14257</id>
		<title>Tapas</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Raja-Yoga */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14254</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T20:52:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Etymologie, Veden und Upanishaden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039; 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14249</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T20:28:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Etymologie, Veden und Upanishaden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Walter O. Kaelber. Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda. S. 344, 345&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14248</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T20:19:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Wortfamilie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc./translate?search=tapas&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „tapas“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc&#039;&#039;. Abgerufen am 28. Mai 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14247</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T20:08:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Etymologie, Veden und Upanishaden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. &amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14246</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14246"/>
		<updated>2026-06-02T20:07:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Wortfamilie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14245</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T20:06:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. “&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14244</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-06-02T20:03:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas. Unter geistigem Tapas wird tiefe Meditation, aber auch die Verpflichtung zu einem überpersönlichen Ziel verstanden. Der niedrigste Wert wird körperlichem Tapas zugeschrieben, beispielsweise Hitze und Kälte auszuhalten.Es finden sich in Schriften und Literatur zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften, wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Sanskritwurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; „blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden“ oder „aufgezehrt werden durch Hitze“ ab. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas, bezogen auf Hitze und Wärme, soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Raja-Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört zu den [[y:Niyama|Niyamas]] des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]]. Niyama ist die zweite Stufe dieses achtgliedrigen Pfades und beinhaltet Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyamas. In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyamas, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180–181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hatha Yoga Pradipika ==&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyamas beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 die erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die [[Hüter der Schwelle|Schwelle zur geistigen Welt]] übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen zum Ausdruck gebracht: Körper – Rede – mentale Kräfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend – gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen, [[y:mauna|Mauna]] (Sanskrit मौन, IAST &#039;&#039;mauna&#039;&#039;) ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Swami Sivananda]] sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit, Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas, die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt, unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber, Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Die Synthese des Yoga.&#039;&#039; 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk &#039;&#039;Licht auf Yoga&#039;&#039; Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14243</id>
		<title>Dhanurasana</title>
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		<updated>2026-06-02T19:46:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Sivananda Tradition ist dhanurasana hilfreich um Nervenenergie aus dem Hals- und Brustbereich freizusetzen, wodurch sich die Atmung verbessert.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S.&amp;amp;nbsp;210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach geistiger Forschung von Heinz Grill wird durch die Eigendynamik der Wirbelsäule im Bogen die Flüssigkeit im Rückenmarkskanal und ihre Energien angesprochen, so dass die parasympathischen Nerven mit ihrer regenerativen Kraft außerordentlich günstig eingreifen.&lt;br /&gt;
Eine weitere Wirkung ist die Harmonisierung und Aktivierung des Stoffwechsels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14242</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14242"/>
		<updated>2026-06-02T19:45:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen – dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;,&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Sivananda Tradition ist dhanurasana hilfreich um Nervenenergie aus dem Hals- und Brustbereich freizusetzen, wodurch sich die Atmung verbessert.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S.&amp;amp;nbsp;210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach geistiger Forschung von Heinz Grill wird durch die Eigendynamik der Wirbelsäule im Bogen die Flüssigkeit im Rückenmarkskanal und ihre Energien angesprochen, so dass die parasympathischen Nerven mit ihrer regenerativen Kraft außerordentlich günstig eingreifen.&lt;br /&gt;
Eine weitere Wirkung ist die Harmonisierung und Aktivierung des Stoffwechsels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14241</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14241"/>
		<updated>2026-06-02T19:41:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Gesundheitliche Aspekte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Sivananda Tradition ist dhanurasana hilfreich um Nervenenergie aus dem Hals- und Brustbereich freizusetzen, wodurch sich die Atmung verbessert.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S.&amp;amp;nbsp;210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach geistiger Forschung von Heinz Grill wird durch die Eigendynamik der Wirbelsäule im Bogen die Flüssigkeit im Rückenmarkskanal und ihre Energien angesprochen, so dass die parasympathischen Nerven mit ihrer regenerativen Kraft außerordentlich günstig eingreifen.&lt;br /&gt;
Eine weitere Wirkung ist die Harmonisierung und Aktivierung des Stoffwechsels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14240</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14240"/>
		<updated>2026-06-02T19:40:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Gesundheitliche Aspekte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Sivananda Tradition ist dhanurasana hilfreich um Nervenenergie aus dem Hals- und Brustbereich freizusetzen, wodurch sich die Atmung verbessert.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S.&amp;amp;nbsp;210.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14239</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14239"/>
		<updated>2026-06-02T19:23:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Gesundheitliche Aspekte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14238</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14238"/>
		<updated>2026-06-02T19:21:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Gesundheitliche Aspekte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dhanurasana ist hilfreich um Nervenenergie aus dem Hals- und Brustbereich freizusetzen, wodurch sich die Atmung verbessert.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S. 210.&amp;lt;ref/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14237</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14237"/>
		<updated>2026-06-02T19:15:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/bogen-dhanurasana/ &#039;&#039;Der Bogen - dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14236</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14236"/>
		<updated>2026-06-02T19:07:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung erfordert, dass der Übende einen Zugang zur Anspannung aus der Brustwirbelsäule abwärts in die Lendenwirbelsäule und die Peripherie entwickelt. Die Dynamik entfaltet sich ohne Hilfe und ohne zu schaukeln und wird auch Eigendynamik der Wirbelsäule genannt. Es entsteht eine intensive Zentrierung auf einen inneren Punkt, im Rückenmark der Wirbelsäule. Der Energiefluss aktiviert sich dadurch zu dieser ungewöhnlichen, abwärtsfließenden Bewegung, die nicht großflächig, sondern punktuell entströmt, und für Momente entheben sich die Beine der Schwerkraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108, 110, 112–113.&amp;lt;/ref&amp;gt; Siehe zur Ausführung das entsprechende Video in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal) – Heinz Grill führt Shakti Dhanurasana aus&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14224</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14224"/>
		<updated>2026-05-31T17:20:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Etymologie, Veden und Upanishaden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Paul Deussen (1845–1919)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue des Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.&lt;br /&gt;
Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].““&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14223</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T17:18:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Kino MacGregor */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.&lt;br /&gt;
Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].““&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von Tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff Tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14222</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T17:17:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Heinz Grill */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.&lt;br /&gt;
Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].““&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] beleuchtet Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14221</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14221"/>
		<updated>2026-05-31T17:12:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Weitere Interpretationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.&lt;br /&gt;
Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].““&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich, so der Indologe Wilfried Huchzermeyer, von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14220</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T17:10:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S.370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.&lt;br /&gt;
Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].““&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14219</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T17:09:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von Tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14218</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T17:05:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Tapas und Chakren */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14217</id>
		<title>Tapas</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14217"/>
		<updated>2026-05-31T16:52:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: &lt;br /&gt;
:„Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
:Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha in Meditation|250x250px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14216</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:49:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Kino MacGregor */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha in Meditation|250x250px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14215</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:46:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Zwei verschiedenen Formen der Askese */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|Die Überlieferung der Bhagavad Gita von Krisna an Arjuna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Manipura Chakras|180x180px]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha in Meditation]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14214</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:40:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Bhagavad Gita */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|The Delivery of the Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Chakra3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha meditating in white and black]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14213</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:37:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Hatha Yoga Pradipika */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|The Delivery of the Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo schreibt an einem Tisch.]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Chakra3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha meditating in white and black]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14212</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:37:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Etymologie, Veden und Upanishaden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:19th century manuscript copy, 15th century Hatha yoga pradipika, Schoyen Collection Norway.jpg|mini|Handschriftliche Abschrift aus dem 19. Jahrhundert, „Hatha Yoga Pradipika“ aus dem 15. Jahrhundert, Schoyen-Sammlung, Norwegen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|The Delivery of the Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo schreibt an einem Tisch.]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Chakra3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha meditating in white and black]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14211</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:36:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Etymologie, Veden und Upanishaden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:19th century manuscript copy, 15th century Hatha yoga pradipika, Schoyen Collection Norway.jpg|mini|Handschriftliche Abschrift aus dem 19. Jahrhundert, „Hatha Yoga Pradipika“ aus dem 15. Jahrhundert, Schoyen-Sammlung, Norwegen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|The Delivery of the Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo schreibt an einem Tisch.]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Chakra3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha meditating in white and black]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14210</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:35:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:19th century manuscript copy, 15th century Hatha yoga pradipika, Schoyen Collection Norway.jpg|mini|Handschriftliche Abschrift aus dem 19. Jahrhundert, „Hatha Yoga Pradipika“ aus dem 15. Jahrhundert, Schoyen-Sammlung, Norwegen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|The Delivery of the Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo schreibt an einem Tisch.]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Chakra3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha meditating in white and black]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Tapas&amp;diff=14209</id>
		<title>Tapas</title>
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		<updated>2026-05-31T16:30:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:The ascetics ask Rama for protection..jpg|mini|Asketen bitte Rama um Schutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Emaciated Siddhartha Fasting Gautama Buddha.jpg|mini|Siddhartha Gautama Buddha beim Fasten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &#039;&#039;&#039;Tapas&#039;&#039;&#039; (Sanskrit तपस्, IAST &#039;&#039;tapas&#039;&#039;) wird im Allgemeinen mit spirituellem oder religiösem Streben, Selbstdisziplin, Askese und Selbstüberwindung in Zusammenhang gebracht. In philosophischen und spirituellen Schriften des Ostens, wie der Bhagavad Gita, werden günstige und ungünstige Formen von tapas beschrieben, die den Übenden oder nach Verwirklichung Strebenden zum Ziel einer seelisch-geistigen Entwicklung führen oder ihn davon abhalten, wenn er falsche, eigennützige Formen wählt. Überwiegend wird Tapas in der Ausübung in die drei Dimensionen Körper, Sprache und Geist aufgegliedert. Den höchsten Wert hat geistiges Tapas, den niedrigsten körperliches Tapas. Es finden sich zahlreiche Hinweise, Regeln und Vorschriften wie und bei welchen Aktivitäten Tapas ausgeübt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aus dem Sanskrit übersetzten Schriften werden jedoch unterschiedlich interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist ein wichtiger Begriff in den spirituellen Texten des alten Indiens. Häufig steht er für extreme Übungen, die sich Asketen in der Einsamkeit des Waldes oder der Berge ohne Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen auferlegen, um so durch strikte Selbstdisziplin und Selbstbeherrschung ihr Ziel der Befreiung zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortfamilie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird übersetzt mit Wärme, Hitze, Feuer, aber auch mit Schmerz und Leiden. Er bedeutet auch religiöse Enthaltsamkeit, Kasteiung und moralische Tugend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/AP90Scan/2020/web/mobile1/index.php/] In: „Apte Practical Sanskrit-English Dictionary, 1890&#039;&#039; Abgerufen am 26. April 2026.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[wen:B. K. S. Iyengar|Iyengar]] stammt Tapas von der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; = blasen, brennen, scheinen, Schmerzen leiden oder aufgezehrt werden durch Hitze. […] Tapas umfasst Reinigen, Selbstzucht und Strenge.&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Tapasvin wird ein Mann bzw. als Tapasvini eine Frau bezeichnet, die Tapas üben. Tapasya ist ein intensives [[wen:Sadhana|Sadhana]], eine konzentrierte spirituelle Anstrengung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie, Veden und Upanishaden ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Paul Deussen (1914).jpg|mini|Dr. Paul Deussen (1845–1919), Indologe, Philosphie-Historiker]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bedeutung von Tapas bezogen auf Hitze und Wärme soll sich aus alten hinduistischen Schriften entwickelt haben. Einige der frühesten Erwähnungen von Tapas und von zusammengesetzten Worten mit der Wurzel &#039;&#039;tap&#039;&#039; finden sich in den aus vier Teilen bestehenden [[y:Veden|Veden]]. Als Quelle werden [[w:Rigveda|Rigveda]], [[w:Satapatha-Brahmana|Satapatha-Brahmana]] und [[w:Atharvaveda|Atharvaveda]] genannt. In diesen Texten wird Tapas auch als der Prozess beschrieben, der zur spirituellen Geburt der [[y:Rishi|Rishi,]] der Weisen mit geistiger Einsicht führte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/366681943/Tapas-Birth-And-Spiritual-Rebirth-in-the-Veda-Walter-O-Kaelber/ &#039;&#039;Tapas, Birth, And Spiritual Rebirth In The Veda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Sribd.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philosophie-Historiker und Indologe [[w:Paul Deussen|Paul Deussen]] (1845–1919) untersucht in seinem Werk &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s&#039;&#039; viele Stellen der Veden beziehungsweise [[w:Upanishaden|Upanishaden]], in denen der Begriff Tapas vorkommt, den er mit Askese übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Und schon im Rigveda setzen sich die sieben Rishi’s zusammen, um Tapas zu üben (10,109,4), und der in den Himmel eingehenden Seele wird zugerufen (10,154,2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die, unbezwingbar durch Tapas,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Licht durch Tapas sind gelangt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die großes Tapas vollbrachten, --&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu diesen gehe jetzo ein!“&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Paul Deussen: [https://www.aau.at/universitaetsbibliothek-klagenfurt/&amp;amp;ved=2ahUKEwib64exr9-UAxVS_7sIHeE6IpoQFnoECA4QAQ&amp;amp;usg=AOvVaw0Q4P2XeXZLpXqwb5by7VMI/ &#039;&#039;Die Philosophie der Upanishad’s.&#039;&#039;] 5. Auflage. F.A. Brockhaus. Leipzig 1922, S. 62. In: &#039;&#039;Universität Klagenfurt.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Yoga, Tapas und Niyama ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas gehört als Unterbegriff zu den [[y:Niyama|Niyama]]. Als Niyama wird die zweite Stufe des achtgliedrigen Pfades des [[y:Raja Yoga|Raja-Yoga]] bezeichnet. Sie beinhalten Verhaltensregeln, ethische Gebote und die persönliche Disziplin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Yoga Sutras des Patanjali ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Patanjali yoga.jpg|mini|Statue Patanjali]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[wen:Yoga Sutras of Patanjali|Yoga Sutras des Patanjali]] ist Tapas die dritte Regel der fünf Niyama.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kapitel II.32 heißt es in Sanskrit:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;śauca-santoṣa-tapaḥ-svādhyāyeśvara-praṇidhānāni niyamāḥ&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Reinheit, Selbstbescheidung, religiöser Eifer, Selbsterforschung und Hingabe (des Ich) an Gott sind die Regeln des Niyama.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:B.K.S. Iyengar|Iyengar]] führt hierzu aus, dass die Niyama, also auch Tapas, ganz für sich alleine geübt werden, um den Charakter zu bilden. Sie unterstreichen die Bedeutung der Selbstdisziplin. „Meisterschaft im Yoga ist ohne Beachtung der ethischen und religiösen Prinzipien von [[y:yama|Yama]] und Niyama nicht zu erreichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8, S. 180-181.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hatha Yoga Pradipika ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:19th century manuscript copy, 15th century Hatha yoga pradipika, Schoyen Collection Norway.jpg|mini|Handschriftliche Abschrift aus dem 19. Jahrhundert, „Hatha Yoga Pradipika“ aus dem 15. Jahrhundert, Schoyen-Sammlung, Norwegen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Hatha Yoga Pradipika sind zehn Niyama beschrieben, von denen Tapas im 1. Kapitel, Vers 18 das erste ist und mit Selbstdisziplin, Askese, innere Glut, Inbrunst und Verinnerlichung übersetzt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://schriften.yoga-vidya.de/hatha-yoga-pradipika/1-kapitel-vers-18/ &#039;&#039;1. Kapitel, Vers 18.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya Schriften.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bhagavad Gita ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:The Delivery of the Bhagavad Gita.jpg|mini|The Delivery of the Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei verschiedenen Formen der Askese ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bhagavad Gita wird unterschieden zwischen gewöhnlicher Askese und einer Art Askese oder Opfer durch spirituelle Arbeit, durch die der Mensch die Schwelle zur geistigen Welt übersteigen kann. Mit der Ausdauer des Weiterschreitens erhält der Mensch einen Zustrom von ganz hohen Seelen wie Sivananda, Sri Aurobindo, [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]] oder anderen weisen Menschen aus der Welt des [[y:brahman|Brahman]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 4. Kapitel heißt es: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 27:&lt;br /&gt;
:„Wiederum andere opfern alle Funktionen der Sinne und jene des Atems in das Feuer des Yoga der Selbstbeherrschung, das durch die Erkenntnis entzündet wurde.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 28:&lt;br /&gt;
:„Noch wieder andere opfern Reichtum, Bußübungen und Yoga, während die Asketen der Selbstbeherrschung und strenger Gelübde das Studium der Schriften und Erkenntnis zum Opfer darbringen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill, Begründer des Schulungsweges Neuer Yogawille, interpretiert diesen Unterschied der Askese so: Das eine Opfer besteht darin alles herzugeben, was zur Identität und eigenen Wesensnatur gehört. Wenn man krank ist, wird man sich bemühen, um bald wieder leistungsfähig zu sein. Die Bhagavad Gita schildert aber eine andere Form der Askese, die für die moderne Zeit wichtig wäre, aber dennoch auf allerlei Widerspruch stoßen muss. Von [[y:Arjuna|Arjuna]] wird Askese im Sinne eines großen Grenzüberschreitens verlangt, er muss sich für seine Pflicht und Ziel aufopfern. Da viele Menschen heute an der [[Hüter der Schwelle|Schwelle]] zur geistigen Welt stehen, sich das Kampffeld der seelischen Welt weiter öffnet, müssen persönliche Abhängigkeiten überstiegen, die Grenze von persönlicher Verhaftung zum überpersönlichen Pflichtgefühl überschritten werden. Die Forderung einer Entwicklung durch eine sinnvolle, pflichtgemäße und wohl gewählte Aktivität tritt an den Menschen seitens des Geistes heran. „Mit etwas Disziplin erhält der Mensch die Erkenntnis und dies ganz besonders, wenn er jene Schwelle passieren kann und über sich selbst grenzüberschreitend und auf ein Ziel besonnen hinauskommt. Diese Form der Askese ist außerordentlich großartig, erhaben und bildet Moralität in graziler Form. Der Mensch verlässt seinen bisherigen, subjektiven Standpunkt für ein geistiges Gefühl und ein werdendes Menschheitsziel.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 368–370.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Askese des Körpers, der Rede und der mentalen Kräfte ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel „Yoga der Dreigeteiltheit des Glaubens“ wird Tapas im Sinne von Askese in drei Ebenen – Körper – Rede – mentale Kräfte - zum Ausdruck gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 14:&lt;br /&gt;
:„Als Askese des Körpers wird bezeichnet: die Verehrung, die man der Gottheit darbringt, dem Zweimal-Geborenen, dem spirituellen Führer, dem Weisen; ferner Sauberkeit, Aufrichtigkeit im Umgang, sexuelle Reinheit, das Vermeiden des Tötens und des Verletzens anderer.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sivananda erläutert, dass der Körper verwendet wird zum Dienst an Eltern, Lehrern, Armen und Kranken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6, S. 347.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 15:&lt;br /&gt;
:„Von Askese der Rede spricht man, wenn die Rede anderen keine Unannehmlichkeiten bereitet, wahrhaftig, freundlich und wohltuend ist und die Schriften studiert werden.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Sivananda wird dieser Vers so interpretiert, dass Sprache nur dann zur Askese wird, wenn alle vier im Vers genannten Eigenschaften – nicht erregen, keine Schmerzen verursachen, angenehm und nutzbringend - gegeben sind; fehlt nur eine, wird Sprache nicht zur Askese.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 16:&lt;br /&gt;
:„Als Askese der mentalen Kräfte gilt: eine klare und ruhige Heiterkeit des Gemüts, Freundlichkeit, Schweigen, Selbstbeherrschung, Läuterung des gesamten Temperaments.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schweigen [[y:mauna|mauna]] ist so zu verstehen, dass der Stille der Sprache notwendigerweise die Gedankenkontrolle vorausgeht; es ist das Ergebnis der Gedankenkontrolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Shrimad Bhagavad Gita.&#039;&#039; S. 349.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas (Askese) und die drei Gunas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 17. Kapitel wird Tapas mit den Qualitäten der [[y:Guna|Gunas]] in Verbindung gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 17:&lt;br /&gt;
:„Sattva-artig nennt man diese dreifache Askese, wenn sie im höchsten erleuchteten Glauben, ohne Verlangen nach Belohnung und harmonisch ausgeführt wird.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 18:&lt;br /&gt;
:„Rajas-artig heißt die Askese, die unbeständig und flüchtig ist und unternommen wird, um Ehre und Verehrung von den Menschen zu ernten, um des äußeren Ruhmes und der eigenen Größe und Schaustellung willen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Vers 19:&lt;br /&gt;
:„Als tamas-artig wird die Askese bezeichnet, wenn ihr eine nebelhafte oder illusionäre Idee zugrunde liegt, wenn sie unter Anstrengungen und selbstauferlegten Leiden durchgeführt wird oder sonst mit einer besonderen Kraftanstrengung in der Absicht, anderen Schaden zuzufügen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.&#039;&#039; 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6, S. 388 – 389.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Interpretationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bhagavadgita distanziert sich von jenen Formen der Askese, die mit persönlichem Ehrgeiz um des Ruhmes willen unternommen werden („ich bin der Größte aller Tapasvins“) oder die mit grausamer Selbsttortur oder auch dem Wunsch verbunden sind, anderen Schaden zuzufügen (durch die erworbenen inneren Kräfte).&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.296, 297.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spirituelle Persönlichkeiten und Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Swami Sivananda ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishnananda and Sivananda 1945.jpg|mini|Krishnananda and Sivananda (1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami Sivananda sagt, dass durch die Ausübung von Tapas alle Leiden und Unreinheiten beseitigt werden können. Er unterscheidet – wie die Bhagavad Gita – drei Arten von Tapas, ein körperliches, sprachliches und mentales Tapas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der körperlichen Ebene bezieht sich Tapas auf die Fähigkeit Hitze und Kälte, Müdigkeit und andere physische Unannehmlichkeiten ertragen zu können. Dadurch erhöht der Übende seine Kraft der Ausdauer und diszipliniert den Körper.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Sprache bedeutet Tapas die Wahrheit zu sprechen, aber auch Beleidigungen und Verletzungen zu ertragen, andere nicht durch unfreundliche oder harte Worte zu verletzen. Auch [[y:mauna|Mauna]], ein Gelübde des Schweigens, zählt hierzu. Tapas im Sinne einer Kontrolle über die Sprache soll durch Wachsamkeit und Disziplin geübt werden. Das dritte, mentale oder geistige Tapas ist kraftvoller. Sivananda charakterisiert es so, dass es dazu befähigt unter allen Lebensumständen einen ausgeglichenen Geist zu bewahren, Beleidigungen und Verfolgungen zu ertragen, stets gelassen, zufrieden und friedlich zu sein. Es zeigt sich auch dadurch, dass bei Gefahren Standfestigkeit und Geistesgegenwart bewahrt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf philosophischer Ebene wird Meditation in Zusammenhang mit Tapas gebracht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Den wandernden Geist auf Gott oder Brahman zu richten, ist großes tapas. Erforschung und tiefe Meditation sind das höchste tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Qualität von Tapas wird als rein oder sattvisch bezeichnet, wenn es mit höchstem Glauben und ohne Verlangen nach Früchten und in Harmonie ausgeübt wird. Ist das Ziel aber Respekt, Verehrung oder zu erlangen oder zu prahlen, ist das Tapas unbeständig und vergänglich und wird dem Guna Rajas zugeordnet. Wird Tapas mit einem irrigen Verständnis, mit Selbstquälerei oder in der Absicht getan, einen anderen zu zerstören, entspricht es dem dunklen Prinzip Tamas.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://articles.sivananda.org/our-lineage-and-the-gurus-teaching/tapas-by-swami-sivananda/ &#039;&#039;Tapas by Swami Sivananda.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Articles Sivananda Yoga Vedanta Centres.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krishnananda ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Krishnananda|Krishnananda]], ein Schüler von Sivananda, bezeichnet den „goldenen Mittelweg“ bei allem als Tapas. Ein zufriedenes Leben mit einem Minimum an guter Gesundheit ist Tapas oder Entsagung. Entsagung ist jene Disziplin, bei der man sich innerlich mit den geringsten Möglichkeiten im Leben zufrieden gestellt fühlt. Der Begriff Tapas bedeutet etwas, was Hitze erzeugt und durch Handlung reinigend wirkt. Es lenkt die Energien oder die Kräfte im Yogi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[y:Yamas|Yamas]] bilden intensive Tapas. Als Beispiele führt er auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In weitesten Sinnen ist ein moderates Leben Tapas. Die Kontrolle der Sinne ist Tapas. Freundliches Sprechen und das Nichtverletzen durch die Sprache sind Tapas. Wenig zu essen ist Tapas. Wenig zu schlafen ist Tapas. Wenn man animalisches Verhalten unterbindet, ist dies Tapas. Menschlich zu sein, ist Tapas. Gütig zu sein und Gutes zu tun, ist Tapas.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er unterscheidet bei Tapas ebenfalls eine mentale, verbale und körperliche Ebene.&amp;lt;ref&amp;gt; [https://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/krishnananda/das-yoga-system/disziplinen-niyamas/ &#039;&#039;Das Yoga System.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Vidya.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri Aurobindo === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sri-Aurobindo-write.jpg|mini|Sri Aurobindo schreibt an einem Tisch.]][[a:Sri Aurobindo|Sri Aurobindo]], Begründer des [[w:Integraler Yoga|Integralen Yoga]] charakterisiert Tapas so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„In Wirklichkeit bringt der Druck des tapas in uns (nämlich die Kraft des Bewusstseins, das in der Idee der göttlichen Natur zentriert ist) auf das, was wir in unserer Gesamtheit sind, seine eigene Verwirklichung zustande. Das göttliche all-wissende und all-wirksame Wesen kommt in unser verdunkeltes und begrenztes Wesen hernieder. Es erleuchtet fortschreitend die ganze niedere Natur, es führt ihr immer neue Kraft zu und ersetzt schließlich alle Ausdrucksformen des niederen menschlichen Lichtes und des sterblichen Wirkens durch seine Aktivität.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0, S.55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiter führt er aus: „Tapas bedeutet auch Bewußtseinskraft – das Prinzip geistiger Macht und Kraft in der höheren oder göttlichen Natur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:بيلور كريشناماشار.jpg|mini|B.K.S. Iyengar]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar betont die Bedeutung von Tapas für die gesamte Lehre der Charakterbildung. Er gliedert in seinem Werk „Licht auf Yoga“ Tapas in die Bereiche Körper, Rede und Gedanken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist von dreierlei Art. Es kann sich auf den Körper (kayika), auf die Rede (vachika) oder auf die Gedanken beziehen (manasika). Enthaltsamkeit (brahmacharya) und Gewaltlosigkeit (ahimsa) sind Tapas des Körpers. Tapas der Rede sind: der Gebrauch von Worten, die nicht beleidigen, das wiederholte Preisen des Ruhmes Gottes, die Wahrheit sprechen, ohne auf die Folgen für sich selbst zu achten, nicht schlecht über andere reden. Tapas des Denkens ist: eine geistige Haltung entwickeln, in der man ruhig und ausgeglichen in Freuden wie im Leid bleibt und die Selbstbeherrschung bewahrt. Tapas ist Arbeiten ohne selbstsüchtige Motive und nicht auf Belohnung wartend, mit dem unerschütterlichen Vertrauen, daß nicht einmal ein Grashalm sich ohne Seinen Willen bewegen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Durch Tapas entwickelt der Yogi Stärke des Körpers, des Denkens und des Charakters. Er wird mutig, weise, redlich, ehrlich und einfachen Sinnes.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er betont, dass Handeln ohne würdiges Ziel wertlos ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Tapas ist das bewußte Bemühen, die höchste Vereinigung mit dem Göttlichen zu erreichen und alle Begierden zu verbrennen, die diesem Ziel entgegenstehen. Ein würdiges Ziel macht das Leben hell, rein und göttlich. Ohne ein solches Ziel haben Tun und Beten keinen Wert. Ein Leben ohne Tapas gleicht einem Herzen ohne Liebe. Ohne Tapas kann der Mensch nicht zu Gott emporsteigen.“&amp;lt;ref&amp;gt;B.K.S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heinz Grill ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] sieht Zwang im Gegensatz zur Disziplin. Zwang definiert er auch dergestalt, dass der Wille zu sehr mit den intellektuellen Forderungen des Daseins verschmilzt, was eine rigide und fixierte Haltung zur Folge haben kann.&lt;br /&gt;
Der Zwang könne nicht durch das Gegenteil der Zwanglosigkeit, sondern durch Entwicklung einer vernünftigen Disziplin im Sinne einer gesunden Beziehungsaufnahme zu den Mitmenschen ausgeglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Gegenbild zum Zwang ist nicht unbedingt Zwanglosigkeit, sondern eine reale und fundierte Disziplin. In Sanskrit wird diese Disziplin mit tapas bezeichnet. Dieses tapas heißt gleichzeitig auch so viel wie Feuer. Der Zwang führt zu Degeneration und Kälte, während eine wirkliche Disziplin, tapas, lenkend und ordnend mit klaren Willensabsichten in die Außenwelt mit erbauenden Kräften in Beziehung geht. Die erste Voraussetzung zu diesem tapas, zu dieser Disziplin, stellt immer eine gesunde Sinnesbeziehung nach außen und zu den Mitmenschen dar. […] Ein Feuer, eine Disziplin, ein tapas, muss deshalb in die Sinnesmentalität hineinkommen und dieses kann zwischen den großen ausgespannten Polen des Lebens vermitteln. […] Tapas, das Gegenteil, die Disziplin, enthebt sich aus aller Zwanghaftigkeit, wenn sich der einzelne Mensch entgegen des Dranges, sich in Grübeln oder schweren Gefühlen des Leibes zu versenken, längere Zeit zu einer objektiven Außenanteilnahme und Außenbeobachtung üben muss.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1, S. 352, 357&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachtodliche Sicht auf die Seele von B. K. S. Iyengar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill befasst sich mit der Frage, wie das tapas, das B.K.S. Iyengar während seines Lebens leistete, nach dessen Tod weiterwirkt und stellt hierzu fest: „Iyengar, der wohl bekannteste Yogalehrer, glänzte in seinem Leben durch sein diszipliniertes Üben und Streben. Tapas, die Disziplin, die eine Art Feuerkraft des Willens darstellt, war für ihn ein Persönlichkeitsmerkmal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Seit einigen Jahren ist Iyengar verstorben. Seine Seele aber hinterlässt außerordentlich gute Formbildekräfte. Die Disziplin, die er leistete, das Tapas seines Charakters, wandelte sich nach dem Tode in Formbildekräfte, das sind jene lichten Äthersubstanzen, die einen sonnenhaften Charakter tragen und für die Gesundheit und psychische Stabilisierung des menschlichen Daseins eine große Bedeutung haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: [https://heinz-grill.de/yoga-fachfortbildung-2026/ &#039;&#039;Tapas setzt Formbildekräfte frei.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 26. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderner Yoga ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kino MacGregor ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor, amerikanische Yogalehrerin, geht davon aus, dass Yoga auf dem Konzept von tapas gegründet ist und mutmaßt, dass das wahre Feuer ein Erwachen für die Wahrheit Gottes sein könnte. Sie erörtert den Begriff tapas einerseits unter Bezugnahme auf die hinduistische Kultur, andererseits bezieht sie sich – „als Christin“ - auf die jüdisch-christliche Tradition, wo sie Parallelen sieht. „Wenn dieser Funke zu einer Flamme entfacht wird, kann er den Menschen aus dem verwirrenden Geflecht aus Materie und Geist befreien. Was sich von der Vollkommenheit entfernt hat, kann sich durch einen Prozess der Selbstfindung letztendlich wieder zur Vollkommenheit zurückentwickeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://kinoyoga.com/about/kino-macgregor/ &#039;&#039;Tapas- Sacred Fire.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Kino MacGregor – A spiritual journey.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tapas und Chakren ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Chakra3.svg|mini|Chakra3]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tapas wird als Element des Feuers der Kraft der Körpermitte, dem [[y:Manipura Chakra|manipura chakra]], zugeordnet. Dieses Energiezentrum steuere das Selbstbewusstsein, innere Stärke, Willenskraft und Selbstdisziplin. Wenn man sich Herausforderungen stellt, Positionen übt, bei denen man sich ängstlich oder unsicher fühlt, beginnt man zu wachsen und sich selbst kennenzulernen. „Einen holprigen Weg zu gehen, lohnt sich, wenn man schließlich einen Ort des Friedens und der Freiheit findet.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/keine-sklaven-der-gefuehle &#039;&#039;Tapas: Disziplin und Leidenschaft auf deinem Yogaweg.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meditation zu Tapas ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Buddha meditating in white and black.jpg|mini|Buddha meditating in white and black]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Meditationssatz von Heinz Grill wird die Aufmerksamkeit auf die Unterscheidungsbildung von Zwang und der Hinwendung zu einem geistigen Inhalt gelenkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Tapas, die Disziplin des Aufgerichtetseins zu einem Inhalt und der bewussten Beziehungsaufnahme ist frei von Zwängen, während die Überschwemmung von Bedrängnissen nach Sicherheitsgefühlen, Befriedigung der Wünsche und von allerlei müßiggehenden Ablenkungen wie ein großer verschleiernder und einhüllender Lebenszwang die Seele erstickt und beherrscht.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Meditationsinhalt 247&#039;&#039; vom 22. Juni 2024 (PDF). Über die E-Mail-Adresse [mailto:meditationsinhalte@mail.de?subject=Meditationsinhalte meditationsinhalte@mail.de] kann die PDF erbeten und eingesehen werden.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: ‘‘Die Synthese des Yoga.‘‘ 3. Auflage, Verlag Hinder + Deelmann, Gladenbach 1991, ISBN 3-87348-148-0&lt;br /&gt;
* Sri Aurobindo: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage 1990, Verlag Hinder + Deelmamm, Gladenbach, ISBN 3-87348-136-7&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Das Wesensgeheimnis der Seele.&#039;&#039; 2. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2014, ISBN 978-3-9815855-5-1&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: ‘‘Erkenntnisgrundlagen zur Bhagavad Gita.‘‘ 1. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2024, ISBN 978-3-948803-18-6&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* B. K. S. Iyengar: &#039;&#039;Der Urquell des Yoga, Die Yoga-Sutras des Patanjali.&#039;&#039; Neuausgabe. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29107-8&lt;br /&gt;
* Swami Sivananda: ‘‘Shrimad Bhagavad Gita.‘‘ 2. Ausgabe. Sivananda Yoga Vedanta Zentrum, Reith 2015, ISBN 978-3-9503977-9-6&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14196</id>
		<title>Dhanurasana</title>
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		<updated>2026-05-31T14:28:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Shakti Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung entwickelt sich dadurch, dass der Übende lernt seinen Schwerpunkt auf die Brustwirbelsäule zu verlagern und aus dieser heraus die Beine in maximalster Länge, vertikal nach oben zu führen. Der prana-Fluss aktiviert sich dadurch in die ungewöhnliche, abwärtsfließende Bewegung in die Beine.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: ‘‘Der freie Atem und der Lichtseelenprozess‘‘. 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108,110, 112-113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinz Grill demonstriert den in der unteren Brustwirbelsäule zentrierten Bewegungsansatz in diesem Video.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 31. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14193</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14193"/>
		<updated>2026-05-31T14:13:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung entwickelt sich dadurch, dass der Übende lernt seinen Schwerpunkt auf die Brustwirbelsäule zu verlagern und aus dieser heraus die Beine in maximalster Länge, vertikal nach oben zu führen. Der prana-Fluss aktiviert sich dadurch in die ungewöhnliche, abwärtsfließende Bewegung in die Beine.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: ‘‘Der freie Atem und der Lichtseelenprozess‘‘. 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108,110, 112-113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinz Grill demonstriert den in der unteren Brustwirbelsäule zentrierten Bewegungsansatz in diesem Video.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 31. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14192</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14192"/>
		<updated>2026-05-31T14:11:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung entwickelt sich dadurch, dass der Übende lernt seinen Schwerpunkt auf die Brustwirbelsäule zu verlagern und aus dieser heraus die Beine in maximalster Länge, vertikal nach oben zu führen. Der prana-Fluss aktiviert sich dadurch in die ungewöhnliche Richtung der Beine.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: ‘‘Der freie Atem und der Lichtseelenprozess‘‘. 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Argenbühl 2019, ISBN: 978-3-7964-0268-5, S. 108,110, 112-113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinz Grill demonstriert den in der unteren Brustwirbelsäule zentrierten Bewegungsansatz in diesem Video.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=83qqdIIfMAM/ &#039;&#039;Der geheimnsivolle Bogen – Dhanurasana – Immersive Bow Pose.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 31. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14191</id>
		<title>Dhanurasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Dhanurasana&amp;diff=14191"/>
		<updated>2026-05-31T13:54:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Variationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Dhanurasana, Heinz Grill 1992.jpg|mini|295px|Dhanurasana (Bogen)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Dhanurasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] धनुरासन, [[w:International Alphabet of Sanskrit Transliteration|IAST]] &#039;&#039;dhanurāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Bogen&#039;&#039;&#039;, ist eine klassische [[Übung]] des Yoga und Teil der [[a:Rishikesh-Reihe|Rishikesh-Reihe]]. Der Sanskritname bildet sich aus den Wörtern &#039;&#039;dhanus&#039;&#039; „Bogen“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=dhanus&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „dhanus“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;āsana&#039;&#039; „Sitz“ oder allgemeiner übersetzt „Körperhaltung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=asana&amp;amp;dir=se &#039;&#039;Suchergebnisse für „Asana“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das körperliche Bild erinnert an einen gespannten Bogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbemerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteren Schriften des Yoga, ohne später hinzugefügte Kommentare gelesen, lassen für die Ausführung des Bogens einen Spielraum der Interpretation zu. In der [[w:Hathapradipika|Hathapradipika]] (verfasst im 14.&amp;amp;nbsp;Jhd.) lautet der Vers für den Bogen: „Die großen Zehen mit den Händen hoch zu den Ohren ziehen, die Biegung eines Bogens ausführen, wird dhanurasana genannt“ (I, 25).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Hathapradipika&#039;&#039;. Hamsah-Verlag, 1992, ISBN 3-923713-35-5, S.&amp;amp;nbsp;19.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[w:Gherandasamhita|Gherandasamhita]] (wahrscheinlich aus dem 17.&amp;amp;nbsp;Jhd.) sagt: „Man strecke die beiden Beine auf dem Fußboden aus, gerade wie ein Stock, erfasse die Füße mit den Händen und beuge den Leib wie einen Bogen, so wird dies von den Yogis dhanurasana oder die Bogen-Positur genannt“ (II, 18).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;Gheranda Samhita. Sanskrit-English.&#039;&#039; Sri Satguru Publications, SSP Edition, Delhi 1979, S.&amp;amp;nbsp;15.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Akarna Dhanurasana.jpg|alternativtext=Akarna Dhanurasana, Swami Vishnudevananda nennt diese Asana &amp;quot;Pfeil und Bogen&amp;quot;|mini|310px|Akarna Dhanurasana&amp;lt;br&amp;gt;[[Swami Vishnudevananda]] nennt diese Asana „Pfeil und Bogen“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Dokumenten ist nicht eindeutig ausgedrückt, ob die Stellung aus der Sitzposition oder aus der Bauchlage geformt wird. Beide Ausgangspositionen sind möglich und führen jeweils in unterschiedliche Stellungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Akarna Dhanurasana (&#039;&#039;ākarna&#039;&#039; bedeutet „hin zum Ohr“, von &#039;&#039;karṇa&#039;&#039; „Ohr“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=karNa&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „karNa“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &#039;&#039;ā&#039;&#039; „hin zu“) beginnt in der Sitzhaltung. Abwechselnd wird ein Fuß zum Ohr geführt. Diese Asana sei hier nur am Rande erwähnt, denn der Artikel ist dem klassischen Bogen, der in der Bauchlage beginnt, gewidmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Körperliche Ausführung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] lässt den Körper in ganzer Länge mit dem Bauch auf dem Boden ablegen, dann die Arme nach hinten strecken und die angewinkelten Beine am jeweiligen Fußknöchel ergreifen. Die Beine und die Brust werden nun durch einen Zug der Arme vom Boden abgehoben. „Die Arme und Hände arbeiten als Bogensehne, um den Körper wie einen gekrümmten Bogen anzuspannen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;90–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rippen und Beckenknochen haben in der Endstellung keinen Kontakt mehr zum Boden, nur der Bauch liegt auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch nach der Anleitung von [[Swami Sivananda]] ziehen die Hände die Füße nach oben. Nach dem Fassen der Fußknöchel „hebt man Kopf, Oberkörper und Knie, indem man mit den Händen die Füße nach oben zieht […].“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Swami Sivananda: &#039;&#039;Hatha Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Heinrich Schwab Verlag, Gelnhausen 1964, S.&amp;amp;nbsp;40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung von [[Swami Vishnudevananda]], einem Schüler von Sivananda, ist in den Grundzügen identisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Vishnu-Devananda: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Buch.&#039;&#039; 6.&amp;amp;nbsp;Auflage. Aurum Verlag, 1997, ISBN 3-591-08183-3, S.&amp;amp;nbsp;148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Sivananda Yoga Vedanta Zentrum folgt ebenfalls dieser Ausführung mit aktiver Zugkraft der Arme und lässt auch den Kopf nach oben richten: „Nach hinten beugen und hochschauen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum (Hrsg.): &#039;&#039;Yoga für alle Lebensstufen.&#039;&#039; 11.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 1997, ISBN 3-7742-6200-4, S.&amp;amp;nbsp;54.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ashtanga (Vinyasa) Yoga|Ashtanga Vinyasa Yoga]] wird der Oberkörper mehr angehoben als die Beine. Die Brust wird weit geöffnet. Die Arme sind dadurch annähernd in einer waagerechten, horizontalen Linie.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://de.ashtangayoga.info/dhanurasana-ronald/ &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;de.ashtangayoga.info.&#039;&#039; Abgerufen am 12.&amp;amp;nbsp;Oktober 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:André Van Lysebeth|André van Lysebeth]] schreibt einleitend, der Bogen verbinde „eine unvergleichliche Wirkung mit einer Einfachheit, die jedoch nicht Leichtigkeit bedeutet.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;André van Lysebeth: &#039;&#039;Yoga für Menschen von heute.&#039;&#039; Mosaik Verlag, TB Ausgabe Nr. 1690, ISBN 3-442-16164-9, S.&amp;amp;nbsp;211&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er empfiehlt, nach Einnehmen der Ausgangshaltung und Fassen der Knöchel mit den Händen und Fingern, die Beine „allein“ nach oben arbeiten zu lassen. „Dies geschieht durch eine sehr kräftige Kontraktion der Schenkel- und Wadenmuskulatur, wodurch die Schultern gehoben und der Rücken gebogen werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Die Arme bleiben in der Übung passiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anleitung des Bogens im Stile des Bikram Yoga beschreibt differenziert die Muskelpartien, die zum Abheben der Beine vom Boden zum Einsatz kommen müssen. Bei der Praxis solle man sich vorstellen, man würde den Bauch, die Gesäßhälften und den unteren Rücken in Richtung Boden pressen. „Gleichzeitig drücken Sie mit der Oberseite Ihrer Füße nach oben und gegen die Hände […].“&amp;lt;ref&amp;gt;Bikram Choudhury &amp;amp; Bonnie Jones Reynolds: &#039;&#039;Bikram Yoga. Das Praxisbuch.&#039;&#039; 1. Auflage. Lotos Verlag (TB), 2005, ISBN 3-7787-8179-0, S.&amp;amp;nbsp;144&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Man würde so erkennen, welche Muskeln zum Anheben der Oberschenkel nötig sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] lässt aus der Bauchlage, nach dem Ergreifen der Knöchel mit den Händen, als Erstes die Beine aus einem wohlabgestimmten, bewusst vorgenommenen Impuls nach oben in die Spannung führen. Erst als Zweites folgt der Oberkörper. „Führen Sie ausdauernd, konzentriert die Beine aus dem Rücken so weit nach oben, wie es Ihnen möglich ist und achten Sie dennoch auf einen entspannten Nacken und einen einigermaßen gelösten Schultergürtel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Seelendimension des Yoga.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;unveränderte Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-948193-00-3, S.&amp;amp;nbsp;166&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Variationen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rajas dhanurasana.jpg|mini|190px|Schaukelbogen]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Schaukelbogen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der statischen Endstellung kann der Bogen weiter in eine dynamische Bewegtheit übergeführt werden, in dem man in der Stellung vor und zurück schaukelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der seitliche Bogen (Parshva Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bogen rollt man sich auf die linke bzw. rechte Seite und bleibt ansonsten in der Ausführung der Asana. Das Sanskritwort &#039;&#039;pārśva&#039;&#039; bedeutet „seitlich, Flanke“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt; Siehe zur Ausführung das Video &#039;&#039;Parshva Dhanurasana&#039;&#039; in den [[Dhanurasana#Weblinks|Weblinks]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maha dhanurasana.jpg|mini|190px|Purna Dhanurasana]]&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der vollständige Bogen (Purna Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den Händen fasst man die Zehen bzw. den Spann und strebt aus der Wirbelsäule ein stetiges Wachstum nach oben zu einem höchstmöglichen Punkt an oder bringt die Füße in Berührung zum Kopf&#039;&#039;.&#039;&#039; Der Begriff &#039;&#039;pūrṇa&#039;&#039; heißt übersetzt „ganz, vollständig“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://learnsanskrit.cc/translate?search=pUrNA&amp;amp;dir=au &#039;&#039;Suchergebnisse für „pUrNA“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;learnsanskrit.cc.&#039;&#039; Abgerufen am 12. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar nennt diese Stellung Padangushtha Dhanurasana, wobei sich das Wort Padangushtha zusammensetzt Sanskrit &#039;&#039;pāda&#039;&#039; „Fuß“ und &#039;&#039;aṅguṣṭha&#039;&#039; „Daumen, großer Zeh“ zusammen.&amp;lt;ref&amp;gt;B.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Nikol Verlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-86820-175-8, S.&amp;amp;nbsp;366&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Kapitälchen|Der Bogen mit Schwerpunkt auf der Brustwirbelsäule (Dhanurasana)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese sehr fortgeschrittene Stellung entwickelt sich dadurch, dass der Übende lernt seinen Schwerpunkt auf die Brustwirbelsäule zu verlagern und aus dieser heraus die Beine in maximalster Länge, vertikal nach oben zu führen. Der prana-Fluss aktiviert sich dadurch in die ungewöhnliche Richtung der Beine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führung der Aufmerksamkeit in der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei André van Lysebeth findet sich der Hinweis, in der statischen Phase die Aufmerksamkeit auf die Entspannung des Rückens zu richten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Swami [[w:Kriyananda|Kriyananda]], Schüler des Yogi [[a:Paramahansa Yogananda|Paramahansa Yogananda]], empfiehlt, auf die zentrale Achse der Wirbelsäule zu achten und folgende Affirmation zu denken: „Ich rufe meine zerstreuten Energien zurück, um die Wirbelsäule aufzuladen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Jayadev Jaerschky: &#039;&#039;Yoga des Yogananda. Klassische Texte und Übungen für heute.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Via Nova, 2019, ISBN 978-3-86616-442-0, S.&amp;amp;nbsp;111&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelische Bedeutung der Übung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Der Bogen ist die Stellung der gezielten Aktivität. So wie ein Bogen mit seinem zitternden Angespanntsein das Instrument für die Zielumsetzung einer wartenden Absicht ist, so ist das menschliche Leben ein Ausdruck für ein aktives Wollen, das sich unter Berücksichtigung der Umgebung konzentriert, wohl abstimmt und eine genau bemessene Richtung sucht.|Heinz Grill&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erling Petersen, ein Schüler von [[wen:Swami Narayanananda|Swami Narayanananda]], teilt mit, dass die Stellung gut für Menschen sei, „die viel am Schreibtisch sitzen oder Auto fahren, denn sie wirkt der vorwärtsgeneigten und gebeugten Haltung entgegen. Dhanurasana regt [[a:Herz|Herz]] und [[a:Blutkreislauf|Blutkreislauf]] an, belebt die Rückennerven und bringt den inneren Organen eine Tiefenmassage.“&amp;lt;ref&amp;gt;Erling Petersen: &#039;&#039;Das Yoga Übungsbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Heyne Ratgeber 08/9299, ISBN 3-453-04104-6, S.&amp;amp;nbsp;156&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
André van Lysebeth erwähnt, dass sich nach der Ausführung eine „frohe Stimmung und ein Gefühl der Befreiung“ einstellt, weil das Nervensystem der [[a:Wirbelsäule|Wirbelsäule]] stimuliert wurde, besonders das [[a:Sympathisches Nervensystem|sympathische Nervensystem]], dessen [[a:Ganglion (Nervensystem)|Ganglionkette]] das Rückgrat säumt. Dhanurasana entfalte auch eine anregende Wirkung auf den [[a:Verdauungstrakt|Verdauungstrakt]] und die angegliederten Drüsen. Die [[a:Niere|Nieren]] würden enorm profitieren, da sie gut durchblutet werden und Giftstoffe viel leichter ausscheiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Shalabhasana]] – Heuschrecke&lt;br /&gt;
* [[Ardha Matsyendrasana]] – Halber Drehsitz&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie:Asana|Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_4l4Txv_jgs &#039;&#039;Parshva Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;YOGA&amp;amp;nbsp;ASANAS&#039;&#039; (Youtube-Kanal)&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=_ckvBL-erGU &#039;&#039;Purna Dhanurasana.&#039;&#039;] Advanced Traditional Hatha Yoga with Babu Raj (im Video bis 1:20)&lt;br /&gt;
* [https://wiki.yoga-vidya.de/Dhanurasana &#039;&#039;Dhanurasana.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://heinz-grill.de/dhanurasana-bogen-variationen-korrekturen/ &#039;&#039;Dhanurasana – Variationen und Korrekturen zum Bogen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Dhanurasana}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Hanumanasana&amp;diff=14124</id>
		<title>Hanumanasana</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Hanumanasana&amp;diff=14124"/>
		<updated>2026-05-28T21:17:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Anjaneya: /* Seelisch-geistiges Bild */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Kalarickal ayurveda praveen yoga.jpg|mini|Hanumanasana (Spagat)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Дыхание балета.jpg|mini|Gesprungener Spagat, Fotoprojekt &#039;&#039;Atem des Balletts&#039;&#039; des Russischen Balletts]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hanumanasana&#039;&#039;&#039; ([[w:Sanskrit|Sanskrit]] हनुमनासन, [[w:IAST|IAST]] &#039;&#039;hanumānāsana&#039;&#039;), deutsch &#039;&#039;&#039;Spagat&#039;&#039;&#039;, ist eine anspruchsvolle Stellung des Yoga. Als Spagat wird die Übung auch in der Gymnastik, im Tanz, im Kampfsport und im Ballett trainiert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/hanumanasana-spagat-gesundheit/ &#039;&#039;Hanumanasana – der Spagat und seine regenerierende Wirkung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fitnessfirst.de/magazin/training/mobilitaet/spagat-lernen / Spagat lernen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Fitness First.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name und Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanuman before Rama and Sita and attendant. Gouache drawing. Wellcome V0044947.jpg|mini|Hanuman vor Rama, Sita und Begleiter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[y:Hanuman|Hanuman]] ist der Name des Heerführers der Affen im Epos [[y:Ramayana|Ramayana]], das die Lebensgeschichte von [[y:Rama|Rama]] erzählt. Hauptmotive des Epos sind der erfolgreiche Kampf der von Rama angeführten Truppen gegen die Kräfte des Bösen und die unbeirrbare Liebe zu seiner Frau [[y:Sita|Sita]], die vielen schweren Prüfungen ausgesetzt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1, S.&amp;amp;nbsp;110, 241.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanumans Stärke und Tapferkeit waren außergewöhnlich. Als Sohn von [[y:Vayu|Vayu]], dem Gott der Winde, und [[y:Anjana|Anjana]], war er der Freund und ergebene Diener Ramas, der siebenten Inkarnation von [[y:Vishnu|Vishnu]]. Sita, die Frau von Rama, wurde vom Dämonenkönig [[y:Ravana|Ravana]] entführt. Mit Hilfe von [[y:Sugriva|Sugriva]], dem König der Affen und seinem General Hanuman, sollte Sita gefunden werden. Hanuman überquerte das Meer, indem er die Meeresengen übersprang. Sita konnte in einer wilden Schlacht gerettet werden. Jedoch wurde der Bruder von Rama, [[y:Lakshmana|Lakshmana]], von einem Pfeil getroffen und er konnte nur durch den Saft eines Krautes gerettet werden, das im Himalaja wuchs. Hanuman überquerte in einem gewaltigen Sprung das Meer, erreichte den Himalaja, nahm den Gipfel des Berges, auf dessen Spitze die lebensrettende Pflanze wuchs, nahm sie mit und rettete das Leben von Lakshmana.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6, S.&amp;amp;nbsp;322, 323.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Symbolische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bharata Shoots at Hanuman as He Flies Over with the Medicinal Herbs (recto), Hanuman Lands with the Medicinal Herbs (verso), Scenes from the Story of the Burning of Lanka, Folio from a LACMA M.85.297.5a-b (1 of 2).jpg|mini|Bharata schießt auf Hanuman, als dieser über den Heilkräutern fliegt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanuman soll die höchste Hingabe an das Göttliche symbolisieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;110.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus dem Ramayana Epos überlieferte Schritt oder Sprung des Hanuman wird auch so interpretiert, dass er nicht nur durch seine Körperkraft durch die Lüfte getragen wurde, sondern die absolute Liebe und Hingabe zu Rama ihm „Flügel verlieh.“ Die symbolische Bedeutung ziele daher auf die Energie durch Hingabe über sich selbst herauszuwachsen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Ronald Steiner, Anna Trökes: &#039;&#039;Yoga für Fortgeschrittene.&#039;&#039; 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 2013, ISBN 978-3-8338-2355-8, S.&amp;amp;nbsp;93.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Seelisch-geistiges Bild ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[y:B.K.S.&amp;amp;nbsp;Iyengar|Iyengar]] ist diese [[y:Asana|Asana]] Hanuman gewidmet und erinnert an seine gewaltigen Sprünge.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;323.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Neuen Yogawillen wird die Bedeutung der Übung aus dem Bild der Legende interpretiert, wonach das Überspannen und Überspreizen des Ozeans mit den Beinen höchste Spannkraft und überdurchschnittliche Leistung demonstriert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/hanumanasana-spagat-gesundheit/ &#039;&#039;Hanumanasana – der Spagat und seine regenerierende Wirkung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill charakterisiert das Bild mit den Worten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Spagat ist wie ein weiter Schritt, der über den Abgrund hinüberführt. Er ist auch wie ein großes Dreieck, bei dem die gehobenen Arme die Spitze bilden und die Beine die lange Grundlinie.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Die Vergeistigung des Leibes: Ein künstlerisch-spiritueller Weg mit Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2004, ISBN 3-935925-93-X, S.&amp;amp;nbsp;182.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausführung, Technik und Atmung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanumanasana wird überwiegend als eine fortgeschrittene und anspruchsvolle Yogaposition bezeichnet. Die Herangehensweise, wie die Beine in die größtmögliche Dehnung geführt werden, wird in den verschiedenen Yogarichtungen unterschiedlich beantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein ist darauf zu achten, dass die Bewegungen – in der dynamischen Phase, der statischen oder Ruhephase und auch beim Rausgehen aus der Stellung – behutsam und mit größter Aufmerksamkeit stattfinden sollen, um Verletzungen zu verhindern, die insbesondere durch Druckbelastungen auf die Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur entstehen können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/hanumanasana-spagat-gesundheit/ &#039;&#039;Hanumanasana – der Spagat und seine regenerierende Wirkung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kontraindikationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanumanasana sollte mit Vorsicht oder nicht praktiziert werden bei akuten Beschwerden des Ischiasnervs, Erkrankungen der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfall, bei Verletzungen und Entzündungen an der Leiste, der Rückseite der Beine oder der Sitzbeinhöcker&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Ronald Steiner, Anna Trökes: &#039;&#039;Yoga für Fortgeschrittene.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;94.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie bei Bruch oder Luxation der Hüften.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S.&amp;amp;nbsp;339.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:B.K.S.Iyengar|B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar]] hingegen betont, dass „diese schöne Stellung hilft, Ischias und andere Schäden in den Beinen zu heilen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;325–326.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sivananda Tradition ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangsposition ist das Knien auf dem linken Knie, der rechte Fuß wird circa 30 cm vor das linke Knie platziert. Mit den Handflächen auf Höhe des rechten Fußes wird das Körpergewicht unterstützt, während der rechte Fuß sanft und allmählich nach vorne gleitet. Beide Beine werden soweit wie möglich gestreckt ohne sie zu überdehnen. In der Endhaltung soll das Gesäß soweit gesenkt sein, dass der Beckenboden und beide Beine in einer geraden Linie auf dem Boden ruhen. In der Endposition werden die Augen geschlossen und die Handflächen vor dem Brustbein aneinandergelegt. Die Knie sollen gestreckt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stellung wird solange wie angenehm gehalten, dann zur anderen Seite gewechselt. Eine Runde ist ausreichend. Zur Atmung sind keine Hinweise angegeben. Es wird empfohlen, sich nach Beenden der Position ein oder zwei Minuten hinzusetzen und die Beine nach vorne auszustrecken.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6, S.&amp;amp;nbsp;339.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Anleitung des Sivananda Vedanta Zentrums beginnt mit gegrätschten und gestreckten Beinen, das Gewicht wird auf die Hände verlagert. Allmählich werden die Hände entlastet, es wird sacht auf- und abgefedert um die Beine weiter auseinander zu dehnen und zum Boden zu führen. Die Handflächen werden in der Endstellung in Gebetshaltung aneinandergelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum: &#039;&#039;Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Mangalam Books, Lautersheim 2008, ISBN 978-3-922477-40-2, S.&amp;amp;nbsp;140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Iyengar Yoga ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Iyengar beginnt im Kniestand, dann werden beide Handflächen 30 cm voneinander entfernt auf beiden Seiten des Körpers auf den Boden gelegt und die Knie angehoben. Das rechte Bein wird nach vorne und das linke Bein nach hinten geführt, wobei versucht werden soll beide Beine durchzustrecken und dabei die Hüften hoch zu halten. Dann werden Beine und Hüften auf den Boden gedrückt und das Gewicht auf die Hände verlagert. Um die Übung zu beherrschen soll täglich einige Mal versucht werden, die Beine mit auf dem Boden aufliegenden Gesäß auszustrecken. Wenn die gerade Linie der Beine erreicht ist, werden die Hände vor der Brust gefaltet und die Stellung 10 bis 30 Sekunden bei normaler Atmung gehalten. Die Rückseite des Kniegelenks des vorderen Beins und das Knie des rückwärts ausgestreckten Beins müssen den Boden berühren. Dann wird die Seite gewechselt.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;323–324.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ashtanga Yoga ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kino MacGregor beginnt als Vorübung mit [[Pashchimottanasana]] um die Muskulatur der Rückseite der Beine zu dehnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=E_OqJ8j51ro &#039;&#039;How to do the splits (Hanumanasana) with Kino MacGregor.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Omstars&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 14. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Allgemeinen werden Übungen im Ashtanga Yoga mit [[y:Ujjayi|Ujjayi]]-Atmung ausgeführt. Diese hilft, den Bewegungsfluss mit der Atmung zu synchronisieren und soll viel Kraft geben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.yogaeasy.de/artikel/pranayama-ujjayi-der-siegreiche-atem-mit-video / &#039;&#039;Pranayama: Ujjayi, der siegreiche Atem – mit Video.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;yoga easy.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vinyasa Yoga ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vinyasa Yoga wird der Spagat häufig in eine dynamische Sequenz eingebaut. Um die Stellung des Spagats einzunehmen, wird das hintere Bein angewinkelt, das vordere Bein ist durchgestreckt, der Oberkörper wird lang, waagrecht über das vordere Bein gehoben, die Hände befinden sich stützend auf Höhe des Knöchels, dann wird das vordere Bein nach vorne Richtung Boden geschoben, bis es auf dem Boden aufliegt. Die Hüfte des vorderen Beins wird nochmals etwas zurückgezogen, das Becken parallel ausgerichtet und dann mit der Ausatmung beide Beine aus der Hüfte heraus auseinandergeschoben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=LFuseAJBj9c&amp;amp;t=1389s &#039;&#039;Yoga Spagat | Flow in den Spagat (Hanumanasana) | Vinyasa Yoga 30 Minuten.&#039;&#039;] (23:09–23:55). In: &#039;&#039;Verena Leuze&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 14. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuer Yogawille ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Spagat-hanumanasana-imunsystem.jpg|mini|Hanumanasana, ausgeführt von Heinz Grill&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;© Heinz Grill&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] geht bei seinen Anleitungen zu Hanumanasana nicht von einer rein körperlichen Ausführung aus, sondern bezieht von Anfang an die energetischen Aspekte des [[y:Muladhara Chakra|Muladhara Chakra]] (Wurzelchakra), das am untersten Ende der Wirbelsäule lokalisiert ist, mit ein. Die Kraft für die Bewegung der Beine wird durch Konzentration aus diesem Energiezentrum entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Spagat wird aus der direkt vorausgehenden Übung [[Anjaneyasana]] entwickelt, indem sich der Übende weit in die Beindynamik hineindehnt und vor allem mit aktivem Einsatz des nach hinten gerichteten Oberschenkels arbeitet. Beindynamik ist eine eigendynamische Bewegung der Beine selbst, die sich ohne Druckbelastung in die weiteste, dem Boden aufliegende Schrittform entwickelt. Die Bewegung ist kein passives, dem Gewicht nachgebendes Einsinken zu Boden wie beim Stretching, sondern ein Ausdehnen und Hinausfließen der Beine aus dem untersten Beckenboden, aus einer Mitte in die weitesten Grenzpunkte, die ihnen durch die Bewegung möglich ist. Der Oberkörper dehnt sich ebenfalls nach oben aus, enthebt sich der Schwere und entlastet somit das Körpergewicht. Der Beckenboden kann sich dadurch aus seiner Dichte befreien, so dass in der Folge eine Kraft aus dem Muladhara Chakra horizontal in die Beine fließen kann. Das Anheben des Oberkörpers gibt den untersten Gliedmaßen Raum zur Bewegung, die Eigendynamik der Beine entwickelt sich.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=V98jU--z1U8 &#039;&#039;Hanumanasana (Spagat) mit Beindynamik aus dem Wurzelchakra |Lehrvideo.&#039;&#039;]. In: &#039;&#039;Yoga und Lebenspraxis&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 15. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um einen ästhetischen Ausdruck des Spagats zu entwickeln, „ist immer ein leichter und freier Atem notwendig. Der Übende nützt keine [[y:Pranayama|Pranayama]]-Technik um besser in die Dehnfähigkeit der Beine hineinzukommen, sondern lässt den Atem wie in einem großen Raum leicht und ungezwungen fließen.“ Die Leichtigkeit des Atems bewirkt eine größere Wahrnehmungsfähigkeit und einen konzentrierten Bewegungsansatz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorübungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur schrittweisen Entwicklung der Beindynamik werden im Neuen Yogawillen einige vorbereitende Übungen empfohlen, in denen die Beine ohne von außen kommender Zug- oder Druckbelastung trainiert werden. Es sind dies der [[Shirshasana|Kopfstand]] mit Absenken eines Beines, wobei das andere Bein dynamisch nach oben gestreckt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=QjCfBVkR6HU&amp;amp;t=40s &#039;&#039;In occasione del compleanno di Heinz Grill: La posizione sulla testa – Yoga Arte.&#039;&#039;] (0:40–0:44). In: &#039;&#039;Yoga Arte&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 14. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und das am Boden liegende Dreieck, [[y:Supta Trivikramasana|Supta Trivikramasana]], wenn ein Bein in der Rückenlage ergriffen und systematisch weiter in die Dehnung über den Kopf hinausgeführt wird. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zugkraft der Hände behutsam eingesetzt wird, damit die Eigendynamik der Beine geleistet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Übungen können auf beiden Seiten vorbereitend mehrmals geübt werden, um eine starke Sammlung im Beckenbereich mit anschließender weiter Ausdehnung der Beine zu ermöglichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Variationen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Variation können die Arme über den Kopf hochgestreckt und die Handflächen aneinandergelegt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Spagat im Liegen auf dem Rücken, [[y:Supta Trivikramasana|Supta Trivikramasana]] wird die Ferse des einen Fußes mit den Händen wie in einer Schale gefasst, gestreckt hinter den Kopf geführt und mit dem großen Zeh in Kontakt zum Boden gebracht. Die Ferse des anderen Beins bleibt in der Gegenrichtung gestreckt auf dem Boden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Spagat mit seitlich ausgestreckten Beinen, auch bekannt als „Männerspagat“, nennt B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar [[y:Samakonasana|Samakonasana]]. Das Wort Sama (Sanskrit सम, IAST &#039;&#039;sama&#039;&#039;) bedeutet „ähnlich, gleich, gerade“ und Kona (Sanskrit कोण, IAST &#039;&#039;koṇa&#039;&#039;) „Winkel“. Diese Asana ist schwieriger als Hanumanasana.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Variationen ergeben sich, wenn der Oberkörper mit gehobenen Armen in einer rückwärtsbeugenden Dynamik zur Halbmondform geformt wird. Die [[Kapotasana|Taube]] im Spagat entsteht, wenn sich der Übende mit der Brustwirbelsäule nach rückwärts beugt, die Hände balancierend auf dem Boden behält, sodann den Unterschenkel anwinkelt und die Ferse an die nach hinten gehaltene Stirn führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Vorwärtsbeugen im Spagat zeigt ein anderes Bewegungsspiel: Der Übende macht sich leicht im Oberkörper, führt die Arme ganz nach vorne und senkt sie, ohne Druck auf die Beine auszuüben, systematisch nach unten ab, bis er schließlich den vorderen Fuß mit beiden Händen umgreifen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=LFuseAJBj9c&amp;amp;t=1382s &#039;&#039;Yoga Spagat | Flow in den Spagat (Hanumanasana) | Vinyasa Yoga 30 Minuten.&#039;&#039;] (26:02–26:17). In: &#039;&#039;Verena Leuze&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 14. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot; widths=&amp;quot;250px&amp;quot; heights=&amp;quot;200px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Thomas Dwight Contortionist Hanumanasana 1889.jpg|Samakonasana (Männerspagat)&lt;br /&gt;
 Yoga Split.jpg|Spagattaube&lt;br /&gt;
 Leon (199558783).jpeg|Spagat mit Vorwärtsbeuge&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yoga Vidya praktiziert als fortgeschrittene Varianten einen Zyklus. Dieser beginnt mit der Vorbeuge im Spagat, wobei der Oberkörper das vordere Bein berührt und die Hände den Fuß umfassen, sowie eine halbmondförmige Rückwärtsbeuge mit gehobenen Armen. Nach seitlichen Drehbewegungen erfolgt die Taube im Spagat, bei der durch Beugen des Knies der hintere Unterschenkel senkrecht aufgestellt wird und – wie in einem sich schließenden Kreis – der Fuß mit Hilfe des nach hinten fassenden Arms auf die Stirn gelegt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=iRTc6AuSLvQ &#039;&#039;Spagat – fortgeschrittene Yoga Variationen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yoga Übungsvideos – Yoga Vidya&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 14.&amp;amp;nbsp;Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Wirkungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hanumanasana werden zahlreiche positive Wirkungen auf die Psyche und die Gesundheit zugeschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Spagat verleiht ein „wunderbares Gefühl für Gleichgewicht und Symmetrie.“&amp;lt;ref&amp;gt;Sivananda Yoga Zentrum: &#039;&#039;Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Mangalam Books, Lautersheim 2008, ISBN 978-3-922477-40-2, S.&amp;amp;nbsp;140.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Übende fühlt sich im Nachhinein vom untersten Zentrum nach oben aufgerichtet, er spürt eine Steigerung seiner innersten Willenskräfte und fühlt sich im Körperlichen gesammelt. Der Gang wird ästhetischer. Das Haupt wird freier zur Konzentration und Meditation durch die Sammlung im [[y:Muladhara Cakra|Muladhara Cakra]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://wiki.yoga-vidya.de/Spagat#Heinz_Grill_%C3%BCber_den_Spagat &#039;&#039;Spagat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Yogawiki.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Muskulatur und Physiologie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Asana verbessert die Beweglichkeit und Durchblutung der Beine und der Hüften, massiert die Bauchorgane und macht den Beckenboden beweglich.&amp;lt;ref&amp;gt;Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;340.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei regelmäßigem Üben empfiehlt sie Iyengar Läufern und Springern. Sie entspannt und stärkt die Hüftmuskulatur.&amp;lt;ref&amp;gt;B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;325.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regeneration ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heinz Grill betont in seiner geistigen und medizinischen Forschung die Bedeutung der regenerativen Wirkung von Hanumanasana. Regeneration bedeutet jedoch nicht die Wiederherstellung eines bisherigen Zustandes, sondern dass eine inhaltliche Idee zu einer schönen oder angemessenen Form im Körper geführt wird. Eine neue Erfahrung im Sinne einer progressiven Entwicklung kommt hinzu. Bezogen auf Hanumanasana lernt der Übende, dass die Konzentration im untersten Energiezentrum nur gefunden werden kann, wenn der Oberkörper vollkommen leicht wird und der Atem frei fließen kann. Dies führt zu der Erfahrung, dass die Beine eigendynamisch ausgleiten können. Die Ätherkräfte, die durch die eigene Aktivität des Übenden organisiert werden, haben regenerierende Wirkung. Die Regeneration betrifft das Gewebe der Beine, die Muskeln des Beckenbodens und des unteren Rückens, aber auch den gesamten Lymphfluss mit entstauender Wirkung auf den ganzen Körper.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literaturverzeichnis ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Heinz Grill: &#039;&#039;Die Vergeistigung des Leibes: Ein künstlerisch-spiritueller Weg mit Yoga.&#039;&#039; 2. Auflage. Lammers-Koll-Verlag, Niefern-Öschelbronn 2004, ISBN 3-935925-93-X&lt;br /&gt;
* Wilfried Huchzermeyer: &#039;&#039;Das große illustrierte Yoga-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage. Verlag Huchzermeyer, Karlsruhe 2022, ISBN 978-3-931172-41-1&lt;br /&gt;
* B. K. S.&amp;amp;nbsp;Iyengar: &#039;&#039;Licht auf Yoga.&#039;&#039; Neuausgabe 2010. O.W. Barth Verlag, München 2010, ISBN 978-3-426-29143-6&lt;br /&gt;
* Swami Satyananda Saraswati: &#039;&#039;Asana Pranayama Mudra Bandha.&#039;&#039; 4. Auflage. Ananda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-928831-37-6&lt;br /&gt;
* Sivananda Yoga Zentrum: &#039;&#039;Yoga.&#039;&#039; 7. Auflage. Mangalam Books, Lautersheim 2008, ISBN 978-3-922477-40-2&lt;br /&gt;
* Dr. Ronald Steiner, Anna Trökes: &#039;&#039;Yoga für Fortgeschrittene.&#039;&#039; 2. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 2013, ISBN 978-3-8338-2355-8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Liste aller Asana in AuroraWiki in der [[:Kategorie: Asana]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Asana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sanskrit-Lexikon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seiten mit Sanskritbegriff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Anjaneya</name></author>
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