<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://www.aurorawiki.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Equiseto</id>
	<title>AuroraWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://www.aurorawiki.de/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=Equiseto"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/wiki/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Equiseto"/>
	<updated>2026-06-17T18:58:08Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14486</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Hirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14486"/>
		<updated>2026-06-11T22:00:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für kleinkörnige Gräser  aus verschiedenen Unterarten und Gattungen der Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lw-heute.de/rispenhirse-alte-kulturpflanze-entdeckt &#039;&#039;Rispenhirse – alte Kulturpflanze neu entdeckt. Alternativfrucht in Zeiten des Klimawandels.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirtschaftliches Wochenblatt.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Hirse geht auf mhd. hirs(e) und ahd. hiros, zurück; Die idg. Wurzel *keros– bedeutet Nahrung oder  Sättigung. Den selben Ursprung hat auch das lat. Ceres &amp;quot;Göttin des Wachstums&amp;quot;, von lat. crescere &amp;quot;wachsen&amp;quot; und das griech. kóros &amp;quot;Sättigung&amp;quot;. Hirse wurde als &amp;quot;das Ernährende, das Sättigende&amp;quot; benannt. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissen.de/wortherkunft/hirse &#039;&#039;Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissen.de Wahrig Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Alle Hirsen sind wie Mais und Zuckerrohr [[w:C4-Pflanze|C4-Pflanzen]]. Das bedeutet, dass sie eine optimalere Photosynthese betreiben als [[w:C3-Pflanzen|C3-Pflanzen]] (90% aller Pflanzen, darunter auch Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis sind C3-Pflanzen) und dadurch eine sehr gute Trockenheitsresistenz besitzen. Indem sie das CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; effektiver nützen, können sie bei starker Hitze und Dürreperioden dennoch gut weiter wachsen und Biomasse produzieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/c4-pflanzen-830 &#039;&#039;C4-Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
Die Hirsen werden sowohl als Nahrungsmittel für den Menschen angebaut, sowie als Tierfutter verwendet. Durch das starke Biomassewachstum eigenen sie sich auch sehr gut für die Energieerzeugung aus Biomasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten der Hirse ==&lt;br /&gt;
Insgesamt umfasst der Sammelbegriff Hirse etwa 10 - 12 Gattungen, die grob in 2 Hauptgruppen, die Millethirsen (Echte Hirsen) und die Sorghumhirsen (große Hirsen) eingeteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Millethirsen (Echte Hirsen) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorghumhirsen (große Hirsen) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Hauptartikel: [[w:Sorghumhirsen|Sorghumhirsen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sorghumhirsen stehen botanisch dem Mais näher als den Millethirsen. Bereits an der Wuchsart wird dies sichtbar, denn die Sorghumhirsen ähneln in Größe und gesamtem Erscheinungsbild dem Mais, während die Millethirsen kleiner und feiner strukturiert sind. Die Wuchshöhe der Sorghumhirsen reicht von 1 - 5 Meter Höhe.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/pflanzensteckbriefe/hirse &#039;&#039;Pflanzensteckbrief Hirse Sorghum bicolor.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie hängt von der Verwendung ab. Körnerhirsen sind niedriger, um eine gute Standfestigkeit zu gewährleisten. Für die Biomassegewinnung sind sie auf starkes Wachstum gezüchtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.saatbau.com/at/hirse-als-wertvolle-futtergrundlage/ &#039;&#039;Hirse als wertvolle Futtergrundlage.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Saatbau.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===== Sorghumhirse (Sorghum bicolor) =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weltweit bedeutendste Hirseart ist die Sorghum- oder Mohrenhirse (Sorghum bicolor). Sie wird sowohl in tropischen wie auch in subtropischen Klimaregionen angebaut und in Europa in den Mittelmeerländern Frankreich, Spanien und Italien.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.transgen.de/datenbank/pflanzen/2150.hirse-sorghum.html &#039;&#039;Hirse Sorghum.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;transparenz Gentechnik.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Sorte ist auf Kornertrag gezüchtet und dient in vielen Regionen der Welt als Grundnahrungsmittel für den Menschen und auch als Tierfutter. Sorghumhirse ist der Spitzenreiter was die Trockenheitsresistenz betrifft. Sie verwurzelt sich sehr tief und kann dadurch Wasser und Nährstoffe aus tieferen Erdschichten nützen. Außerdem besitzt sie eine dicke wachsartige Beschichtung an Blättern und Stängeln, wodurch sie Wasser bei längeren Dürreperioden und großer Hitze speichern kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=aeTprIBS--M&amp;amp;t=36s &#039;&#039;Silomais-Alternative: Sorghum trotzt Dürrephasen und bringt stabilen Ertrag.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS Deutschland.&#039;&#039; Abgerufen am 11. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Zuckersorghum (Sorghum bicolor var. saccharatum) =====&lt;br /&gt;
Zuckersorghum bildet kleine Rispen, speichert dafür aber große Mengen Zucker im Stängel. Dient der Futternutzung (Silage), Bioethanol- und Melasseproduktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Sudangras (Sorghum bicolor ssp. drummondii) =====&lt;br /&gt;
Sudangras wächst extrem schnell, ist sehr mehrtriebig (mehrschnittig) und wird vor allem als frisches oder siliertes Grünfutter genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Sorghum-Sudangras-Hybriden =====&lt;br /&gt;
Sorghum-Sudangras-Hybriden sind eine Kreuzung beider Arten. Sie verbinden die hohe Biomasse der einen Art mit der schnellen Regenerationsfähigkeit und Entwicklung der anderen. Sie werden vorwiegend als nachwachsender Rohstoff für Biogasanlagen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Hirsen werden weltweit als Nahrungs- und Futterpflanzen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren:&lt;br /&gt;
Hirse ist eine Gruppe von nährstoffreichen, dürren, toleranten Getreidearten. Sie werden vor allem in den trockenen und halbtrockenen Regionen Indiens angebaut und sind eine wichtige Nahrungs- und Futtermittelquelle für Millionen von ressourcenarmen Landwirten und spielen eine entscheidende Rolle für die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit Indiens. Indien gehört zu den größten Hirseproduzenten der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist sehr anpassungsfähig an ein breites Spektrum ökologischer Bedingungen und gedehnt gut in regengespeisten, trockenen Klimazonen und benötigt nur wenig Wasser, Düngemittel und Pestizide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu anderen Getreidesorten weisen sie ein besseres Mikronährstoffprofil und bioaktive Flavonoide auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben einen niedrigen glykämischen Index (GI) und werden auch mit der Prävention von Diabetes in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anbau von Hirse trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationales Jahr der Hirse 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. März 2021 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) das Jahr 2023 zum Internationalen Jahr der Hirse erklärt. Das Internationale Jahr der Hirse bietet uns die Gelegenheit, die weltweite Produktion von Hirse zu steigern und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse: Produktionsszenario&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Welternährungsprogramms gibt es schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen, die Hirse als Teil ihrer Ernährung verzehren. Der größte Teil der Hirse wird in Afrika produziert, gefolgt von Asien. Indien ist der größte Produzent von Hirse, gefolgt von Niger. Auch die indische Regierung fördert den Hirseanbau im Rahmen ihrer National Food Security Mission (NFSM). Daher wird erwartet, dass die Hirseproduktion in Indien in den nächsten Jahren weiter gesteigert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://indianembassyberlin.gov.in/international_year_millets_2023_german &#039;&#039;Internationales Jahr der Hirse 2023&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ambassy of India Berlin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indien ist weltweit mit Abstand der größte Hirseproduzent (40 % der globalen Produktion), gefolgt von Niger mit 12 % und China mit 10%.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fas.usda.gov/data/production/0459100 &#039;&#039;Produktion - Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;USDA Foreign Agricultural Service.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ( / ˈ m ɪ l ɪ t s / ) [ 1 ] ist eine sehr vielfältige Gruppe kleinkörniger Gräser , die weltweit als Getreide oder Futter- und Nahrungsmittel angebaut werden. Die meisten Hirsearten gehören zur Tribus Paniceae .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist eine wichtige Nutzpflanze in den semiariden Tropen Asiens und Afrikas, insbesondere in Indien, Mali, Nigeria und Niger, wo 97 % der Produktion in Entwicklungsländern stattfindet . [ 2 ] Die Pflanze wird aufgrund ihrer Produktivität und der kurzen Wachstumsperiode unter heißen, trockenen Bedingungen geschätzt. [ 3 ] Manchmal wird auch die weit verbreitete Sorghumhirse zu den Hirsearten gezählt ; [ 4 ] abgesehen davon ist Perlhirse die am häufigsten angebaute Hirseart. [ 5 ] Fingerhirse , Rispenhirse , Hühnerhirse , Zwerghirse , Kodohirse , Braunhirse und Kolbenhirse sind weitere wichtige Arten. Hirse wird vermutlich seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verzehrt und spielte möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mehrfruchtanbaus und sesshafter Ackerbaugesellschaften. [ 3 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hirsearten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorghumhirsen ===&lt;br /&gt;
==== Sorghum bicolor ====&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren&lt;br /&gt;
Beschreibung&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse oder das Kaffernkorn Sorghum bicolor zählt zu den wichtigsten Hirsearten der Gattung Sorghum. Das einjährige Gras kann eine Höhe von 5 m erreichen. In ihrem Wuchs erinnert die Mohrenhirse stark an Mais. Die markerfüllten Halme tragen bandförmige zweizeilige Blätter. An den terminalen Enden der Pflanzen sitzen aufrechte, lockere Rispen von 10–60 cm Länge, deren Ästchen jeweils 2 Ährchen tragen. Die unbespelzten Körner zählen zu den Karyopsen und haben einen Durchmesser von 4-8 mm. Je nach der Sorte können sie weiß, gelb oder rot sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse ist frostempfindlich, licht- und wärmebedürftig. Mit ihren bescheidenen Wasseransprüchen ist sie äußerst dürreresistent. Bei starker Trockenheit kann sie unter Wachstumsstillstand in eine Trockenstarre übergehen, aus der sie erst nach einsetzenden Regenfällen erwacht. Zu den verschiedenen agronomischen Typen der Mohrenhirse zählen Sudangrastyp, Zuckertyp, Fasertyp, Futtertyp und Körnertyp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse ist ernährungsphysiologische äußerst wertvoll. Sie besteht zu 60-75 % aus Kohlenhydraten, zu 8-13 % aus Proteinen von guter biologischer Wertigkeit und zu 4-6 % aus Fett. Eines der Ziele der Forschung ist es, den Nährstoffgehalt der Mohrenhirse in Hinblick auf ihren Gehalt an Vitamin A, Zink, Eisen und essentielle Aminosäure weiter zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprung und Verbreitung&lt;br /&gt;
Ursprünglich stammt die Mohrenhirse aus Äquatorialafrika. Afrikanische Sklaven brachten sie Anfang des 17. Jahrhunderts in die USA. Heute wird sie in allen warmen, tropischen und subtropischen Gebieten der Erde angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftliche Bedeutung&lt;br /&gt;
In Entwicklungsländern ist die Mohrenhirse ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Körner sind in ihrer Verwendung ähnlich dem Reis. Aus dem ganzen Korn werden Brei, Grütze und Fladen hergestellt und ebenso Bier gebraut. Zum Backen von Brot ist Hirse wenig geeignet. Daneben wird Hirse vom Fasertyp traditionelle zur Herstellung von Besen, zur Nutzung als Baumaterial oder zur Papierherstellung angebaut. Blätter und Stroh der Mohrenhirse dienen als Viehfutter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/pflanzensteckbriefe/hirse &#039;&#039;Hirse Sorghum bicolor&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de&#039;&#039; Abgefragt am 10. Juni 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=tuziVzv4D98&amp;amp;t=1s &#039;&#039;Getreideart Hirse: Hohe Erträge trotz Trockenheit?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Unser Land&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=aeTprIBS--M&amp;amp;t=36s &#039;&#039;Silomais-Alternative: Sorghum trotzt Dürrephasen und bringt stabilen Ertrag.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT SE &amp;amp; Co. KGaA Deutschland.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=cTFbexNtqjQ &#039;&#039;Sorghum 101, probieren Sie dies anstelle von Reis!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SuperfoodEvolution.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14485</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Hirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14485"/>
		<updated>2026-06-11T20:59:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für kleinkörnige Gräser  aus verschiedenen Unterarten und Gattungen der Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lw-heute.de/rispenhirse-alte-kulturpflanze-entdeckt &#039;&#039;Rispenhirse – alte Kulturpflanze neu entdeckt. Alternativfrucht in Zeiten des Klimawandels.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirtschaftliches Wochenblatt.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Hirse geht auf mhd. hirs(e) und ahd. hiros, zurück; Die idg. Wurzel *keros– bedeutet Nahrung oder  Sättigung. Den selben Ursprung hat auch das lat. Ceres &amp;quot;Göttin des Wachstums&amp;quot;, von lat. crescere &amp;quot;wachsen&amp;quot; und das griech. kóros &amp;quot;Sättigung&amp;quot;. Hirse wurde als &amp;quot;das Ernährende, das Sättigende&amp;quot; benannt. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissen.de/wortherkunft/hirse &#039;&#039;Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissen.de Wahrig Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besondere Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Alle Hirsen sind [[w:C4-Pflanze|C4-Pflanzen]]. Das bedeutet, dass sie eine optimalere Photosynthese betreiben als C3-Pflanzen (90% aller Pflanzen, darunter auch Weizen, Roggen, Gerste, Hafer sind C3-Pflanzen). C4-Pflanzen haben eine sehr gute Trockenheitsresistenz, d.&amp;amp;nbsp;h. sie können bei starker Hitze und Dürreperioden dennoch gut weiter wachsen und Biomasse produzieren. &lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten der Hirse ==&lt;br /&gt;
Insgesamt umfasst der Sammelbegriff Hirse etwa 10 - 12 Gattungen, die grob in 2 Hauptgruppen eingeteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Millethirsen (Echte Hirsen) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorghumhirsen (große Hirsen) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ Hauptartikel: [[w:Sorghumhirsen|Sorghumhirsen]]&lt;br /&gt;
==== Sorghumhirse ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weltweit bedeutendste Hirseart ist die Sorghum- oder Mohrenhirse (Sorghum bicolor). Sie wird sowohl in tropischen wie auch in subtropischen Klimaregionen angebaut und in Europa in den Mittelmeerländern Frankreich, Spanien und Italien.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.transgen.de/datenbank/pflanzen/2150.hirse-sorghum.html &#039;&#039;Hirse Sorghum.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;transparenz Gentechnik.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Hirsen werden weltweit als Nahrungs- und Futterpflanzen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren:&lt;br /&gt;
Hirse ist eine Gruppe von nährstoffreichen, dürren, toleranten Getreidearten. Sie werden vor allem in den trockenen und halbtrockenen Regionen Indiens angebaut und sind eine wichtige Nahrungs- und Futtermittelquelle für Millionen von ressourcenarmen Landwirten und spielen eine entscheidende Rolle für die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit Indiens. Indien gehört zu den größten Hirseproduzenten der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist sehr anpassungsfähig an ein breites Spektrum ökologischer Bedingungen und gedehnt gut in regengespeisten, trockenen Klimazonen und benötigt nur wenig Wasser, Düngemittel und Pestizide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu anderen Getreidesorten weisen sie ein besseres Mikronährstoffprofil und bioaktive Flavonoide auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben einen niedrigen glykämischen Index (GI) und werden auch mit der Prävention von Diabetes in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anbau von Hirse trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationales Jahr der Hirse 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. März 2021 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) das Jahr 2023 zum Internationalen Jahr der Hirse erklärt. Das Internationale Jahr der Hirse bietet uns die Gelegenheit, die weltweite Produktion von Hirse zu steigern und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse: Produktionsszenario&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Welternährungsprogramms gibt es schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen, die Hirse als Teil ihrer Ernährung verzehren. Der größte Teil der Hirse wird in Afrika produziert, gefolgt von Asien. Indien ist der größte Produzent von Hirse, gefolgt von Niger. Auch die indische Regierung fördert den Hirseanbau im Rahmen ihrer National Food Security Mission (NFSM). Daher wird erwartet, dass die Hirseproduktion in Indien in den nächsten Jahren weiter gesteigert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://indianembassyberlin.gov.in/international_year_millets_2023_german &#039;&#039;Internationales Jahr der Hirse 2023&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ambassy of India Berlin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indien ist weltweit mit Abstand der größte Hirseproduzent (40 % der globalen Produktion), gefolgt von Niger mit 12 % und China mit 10%.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fas.usda.gov/data/production/0459100 &#039;&#039;Produktion - Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;USDA Foreign Agricultural Service.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ( / ˈ m ɪ l ɪ t s / ) [ 1 ] ist eine sehr vielfältige Gruppe kleinkörniger Gräser , die weltweit als Getreide oder Futter- und Nahrungsmittel angebaut werden. Die meisten Hirsearten gehören zur Tribus Paniceae .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist eine wichtige Nutzpflanze in den semiariden Tropen Asiens und Afrikas, insbesondere in Indien, Mali, Nigeria und Niger, wo 97 % der Produktion in Entwicklungsländern stattfindet . [ 2 ] Die Pflanze wird aufgrund ihrer Produktivität und der kurzen Wachstumsperiode unter heißen, trockenen Bedingungen geschätzt. [ 3 ] Manchmal wird auch die weit verbreitete Sorghumhirse zu den Hirsearten gezählt ; [ 4 ] abgesehen davon ist Perlhirse die am häufigsten angebaute Hirseart. [ 5 ] Fingerhirse , Rispenhirse , Hühnerhirse , Zwerghirse , Kodohirse , Braunhirse und Kolbenhirse sind weitere wichtige Arten. Hirse wird vermutlich seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verzehrt und spielte möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mehrfruchtanbaus und sesshafter Ackerbaugesellschaften. [ 3 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hirsearten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorghumhirsen ===&lt;br /&gt;
==== Sorghum bicolor ====&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren&lt;br /&gt;
Beschreibung&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse oder das Kaffernkorn Sorghum bicolor zählt zu den wichtigsten Hirsearten der Gattung Sorghum. Das einjährige Gras kann eine Höhe von 5 m erreichen. In ihrem Wuchs erinnert die Mohrenhirse stark an Mais. Die markerfüllten Halme tragen bandförmige zweizeilige Blätter. An den terminalen Enden der Pflanzen sitzen aufrechte, lockere Rispen von 10–60 cm Länge, deren Ästchen jeweils 2 Ährchen tragen. Die unbespelzten Körner zählen zu den Karyopsen und haben einen Durchmesser von 4-8 mm. Je nach der Sorte können sie weiß, gelb oder rot sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse ist frostempfindlich, licht- und wärmebedürftig. Mit ihren bescheidenen Wasseransprüchen ist sie äußerst dürreresistent. Bei starker Trockenheit kann sie unter Wachstumsstillstand in eine Trockenstarre übergehen, aus der sie erst nach einsetzenden Regenfällen erwacht. Zu den verschiedenen agronomischen Typen der Mohrenhirse zählen Sudangrastyp, Zuckertyp, Fasertyp, Futtertyp und Körnertyp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse ist ernährungsphysiologische äußerst wertvoll. Sie besteht zu 60-75 % aus Kohlenhydraten, zu 8-13 % aus Proteinen von guter biologischer Wertigkeit und zu 4-6 % aus Fett. Eines der Ziele der Forschung ist es, den Nährstoffgehalt der Mohrenhirse in Hinblick auf ihren Gehalt an Vitamin A, Zink, Eisen und essentielle Aminosäure weiter zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprung und Verbreitung&lt;br /&gt;
Ursprünglich stammt die Mohrenhirse aus Äquatorialafrika. Afrikanische Sklaven brachten sie Anfang des 17. Jahrhunderts in die USA. Heute wird sie in allen warmen, tropischen und subtropischen Gebieten der Erde angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftliche Bedeutung&lt;br /&gt;
In Entwicklungsländern ist die Mohrenhirse ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Körner sind in ihrer Verwendung ähnlich dem Reis. Aus dem ganzen Korn werden Brei, Grütze und Fladen hergestellt und ebenso Bier gebraut. Zum Backen von Brot ist Hirse wenig geeignet. Daneben wird Hirse vom Fasertyp traditionelle zur Herstellung von Besen, zur Nutzung als Baumaterial oder zur Papierherstellung angebaut. Blätter und Stroh der Mohrenhirse dienen als Viehfutter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/pflanzensteckbriefe/hirse &#039;&#039;Hirse Sorghum bicolor&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de&#039;&#039; Abgefragt am 10. Juni 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=tuziVzv4D98&amp;amp;t=1s &#039;&#039;Getreideart Hirse: Hohe Erträge trotz Trockenheit?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Unser Land&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=aeTprIBS--M&amp;amp;t=36s &#039;&#039;Silomais-Alternative: Sorghum trotzt Dürrephasen und bringt stabilen Ertrag.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT SE &amp;amp; Co. KGaA Deutschland.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=cTFbexNtqjQ &#039;&#039;Sorghum 101, probieren Sie dies anstelle von Reis!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SuperfoodEvolution.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14470</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Hirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14470"/>
		<updated>2026-06-10T20:14:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für kleinkörnige Gräser  aus verschiedenen Unterarten und Gattungen der Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lw-heute.de/rispenhirse-alte-kulturpflanze-entdeckt &#039;&#039;Rispenhirse – alte Kulturpflanze neu entdeckt. Alternativfrucht in Zeiten des Klimawandels.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirtschaftliches Wochenblatt.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weltweit wichtigste Hirseart ist die großkörnige Sorghum- oder Mohrenhirse (Sorghum bicolor), die eine gute Dürreresistenz aufweist. Die meisten Hirsearten werden heute in den Tropen und Subtropen angebaut. Die Rispenhirse kann dagegen auch in unseren Breiten mit Erfolg kultiviert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Hirse geht auf mhd. hirs(e) und ahd. hiros, zurück; Die idg. Wurzel *keros– bedeutet Nahrung oder  Sättigung. Den selben Ursprung hat auch das lat. Ceres &amp;quot;Göttin des Wachstums&amp;quot;, von lat. crescere &amp;quot;wachsen&amp;quot; und das griech. kóros &amp;quot;Sättigung&amp;quot;. Hirse wurde als &amp;quot;das Ernährende, das Sättigende&amp;quot; benannt. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissen.de/wortherkunft/hirse &#039;&#039;Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissen.de Wahrig Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt umfasst die Gruppe etwa 10 - 12 Gattungen, die grob in 2 Hauptgruppen eingeteilt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Millethirsen (Echte Hirsen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sorghumhirsen (große Hirsen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weltweit bedeutendste Hirseart ist die Sorghum- oder Mohrenhirse (Sorghum bicolor). Sie wird sowohl in tropischen wie auch in subtropischen Klimaregionen angebaut und in Europa in den Mittelmeerländern Frankreich, Spanien und Italien.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.transgen.de/datenbank/pflanzen/2150.hirse-sorghum.html &#039;&#039;Hirse Sorghum.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;transparenz Gentechnik.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 Hirsen werden weltweit als Nahrungs- und Futterpflanzen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren:&lt;br /&gt;
Hirse ist eine Gruppe von nährstoffreichen, dürren, toleranten Getreidearten. Sie werden vor allem in den trockenen und halbtrockenen Regionen Indiens angebaut und sind eine wichtige Nahrungs- und Futtermittelquelle für Millionen von ressourcenarmen Landwirten und spielen eine entscheidende Rolle für die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit Indiens. Indien gehört zu den größten Hirseproduzenten der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist sehr anpassungsfähig an ein breites Spektrum ökologischer Bedingungen und gedehnt gut in regengespeisten, trockenen Klimazonen und benötigt nur wenig Wasser, Düngemittel und Pestizide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu anderen Getreidesorten weisen sie ein besseres Mikronährstoffprofil und bioaktive Flavonoide auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben einen niedrigen glykämischen Index (GI) und werden auch mit der Prävention von Diabetes in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anbau von Hirse trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationales Jahr der Hirse 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. März 2021 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) das Jahr 2023 zum Internationalen Jahr der Hirse erklärt. Das Internationale Jahr der Hirse bietet uns die Gelegenheit, die weltweite Produktion von Hirse zu steigern und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse: Produktionsszenario&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Welternährungsprogramms gibt es schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen, die Hirse als Teil ihrer Ernährung verzehren. Der größte Teil der Hirse wird in Afrika produziert, gefolgt von Asien. Indien ist der größte Produzent von Hirse, gefolgt von Niger. Auch die indische Regierung fördert den Hirseanbau im Rahmen ihrer National Food Security Mission (NFSM). Daher wird erwartet, dass die Hirseproduktion in Indien in den nächsten Jahren weiter gesteigert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://indianembassyberlin.gov.in/international_year_millets_2023_german &#039;&#039;Internationales Jahr der Hirse 2023&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ambassy of India Berlin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indien ist weltweit mit Abstand der größte Hirseproduzent (40 % der globalen Produktion), gefolgt von Niger mit 12 % und China mit 10%.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fas.usda.gov/data/production/0459100 &#039;&#039;Produktion - Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;USDA Foreign Agricultural Service.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ( / ˈ m ɪ l ɪ t s / ) [ 1 ] ist eine sehr vielfältige Gruppe kleinkörniger Gräser , die weltweit als Getreide oder Futter- und Nahrungsmittel angebaut werden. Die meisten Hirsearten gehören zur Tribus Paniceae .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist eine wichtige Nutzpflanze in den semiariden Tropen Asiens und Afrikas, insbesondere in Indien, Mali, Nigeria und Niger, wo 97 % der Produktion in Entwicklungsländern stattfindet . [ 2 ] Die Pflanze wird aufgrund ihrer Produktivität und der kurzen Wachstumsperiode unter heißen, trockenen Bedingungen geschätzt. [ 3 ] Manchmal wird auch die weit verbreitete Sorghumhirse zu den Hirsearten gezählt ; [ 4 ] abgesehen davon ist Perlhirse die am häufigsten angebaute Hirseart. [ 5 ] Fingerhirse , Rispenhirse , Hühnerhirse , Zwerghirse , Kodohirse , Braunhirse und Kolbenhirse sind weitere wichtige Arten. Hirse wird vermutlich seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verzehrt und spielte möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mehrfruchtanbaus und sesshafter Ackerbaugesellschaften. [ 3 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hirsearten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sorghumhirsen ===&lt;br /&gt;
==== Sorghum bicolor ====&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren&lt;br /&gt;
Beschreibung&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse oder das Kaffernkorn Sorghum bicolor zählt zu den wichtigsten Hirsearten der Gattung Sorghum. Das einjährige Gras kann eine Höhe von 5 m erreichen. In ihrem Wuchs erinnert die Mohrenhirse stark an Mais. Die markerfüllten Halme tragen bandförmige zweizeilige Blätter. An den terminalen Enden der Pflanzen sitzen aufrechte, lockere Rispen von 10–60 cm Länge, deren Ästchen jeweils 2 Ährchen tragen. Die unbespelzten Körner zählen zu den Karyopsen und haben einen Durchmesser von 4-8 mm. Je nach der Sorte können sie weiß, gelb oder rot sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse ist frostempfindlich, licht- und wärmebedürftig. Mit ihren bescheidenen Wasseransprüchen ist sie äußerst dürreresistent. Bei starker Trockenheit kann sie unter Wachstumsstillstand in eine Trockenstarre übergehen, aus der sie erst nach einsetzenden Regenfällen erwacht. Zu den verschiedenen agronomischen Typen der Mohrenhirse zählen Sudangrastyp, Zuckertyp, Fasertyp, Futtertyp und Körnertyp.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mohrenhirse ist ernährungsphysiologische äußerst wertvoll. Sie besteht zu 60-75 % aus Kohlenhydraten, zu 8-13 % aus Proteinen von guter biologischer Wertigkeit und zu 4-6 % aus Fett. Eines der Ziele der Forschung ist es, den Nährstoffgehalt der Mohrenhirse in Hinblick auf ihren Gehalt an Vitamin A, Zink, Eisen und essentielle Aminosäure weiter zu verbessern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprung und Verbreitung&lt;br /&gt;
Ursprünglich stammt die Mohrenhirse aus Äquatorialafrika. Afrikanische Sklaven brachten sie Anfang des 17. Jahrhunderts in die USA. Heute wird sie in allen warmen, tropischen und subtropischen Gebieten der Erde angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftliche Bedeutung&lt;br /&gt;
In Entwicklungsländern ist die Mohrenhirse ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Die Körner sind in ihrer Verwendung ähnlich dem Reis. Aus dem ganzen Korn werden Brei, Grütze und Fladen hergestellt und ebenso Bier gebraut. Zum Backen von Brot ist Hirse wenig geeignet. Daneben wird Hirse vom Fasertyp traditionelle zur Herstellung von Besen, zur Nutzung als Baumaterial oder zur Papierherstellung angebaut. Blätter und Stroh der Mohrenhirse dienen als Viehfutter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/pflanzensteckbriefe/hirse &#039;&#039;Hirse Sorghum bicolor&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de&#039;&#039; Abgefragt am 10. Juni 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=tuziVzv4D98&amp;amp;t=1s &#039;&#039;Getreideart Hirse: Hohe Erträge trotz Trockenheit?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Unser Land&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14469</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14469"/>
		<updated>2026-06-10T20:14:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Auch Echte Hirse (Panicum miliaceum), engl. ugs. Proso millet u. w.; eine Pflanzenart aus der Gattung Rispenhirsen (Panicum).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarraum.info/lexikon/rispenhirse &#039;&#039;Rispenhirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Lexikon des Agrarraums.&#039;&#039; Abgerufen am 10. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbau verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Millet &#039;&#039;Millet.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wikipedia 25 years of the free encyclopedia.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14465</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Hirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14465"/>
		<updated>2026-06-09T21:46:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für eine vielfältige Gruppe von kleinkörnigen Gräsern, die alle zur Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae) gehören. Sie werden weltweit als Nahrungs- und Futterpflanzen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Hirse geht auf mhd. hirs(e) und ahd. hiros, zurück; Die idg. Wurzel *keros– bedeutet Nahrung oder  Sättigung. Den selben Ursprung hat auch das lat. Ceres &amp;quot;Göttin des Wachstums&amp;quot;, von lat. crescere &amp;quot;wachsen&amp;quot; und das griech. kóros &amp;quot;Sättigung&amp;quot;. Hirse wurde als &amp;quot;das Ernährende, das Sättigende&amp;quot; benannt. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissen.de/wortherkunft/hirse &#039;&#039;Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissen.de Wahrig Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren:&lt;br /&gt;
Hirse ist eine Gruppe von nährstoffreichen, dürren, toleranten Getreidearten. Sie werden vor allem in den trockenen und halbtrockenen Regionen Indiens angebaut und sind eine wichtige Nahrungs- und Futtermittelquelle für Millionen von ressourcenarmen Landwirten und spielen eine entscheidende Rolle für die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit Indiens. Indien gehört zu den größten Hirseproduzenten der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist sehr anpassungsfähig an ein breites Spektrum ökologischer Bedingungen und gedehnt gut in regengespeisten, trockenen Klimazonen und benötigt nur wenig Wasser, Düngemittel und Pestizide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu anderen Getreidesorten weisen sie ein besseres Mikronährstoffprofil und bioaktive Flavonoide auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben einen niedrigen glykämischen Index (GI) und werden auch mit der Prävention von Diabetes in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anbau von Hirse trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationales Jahr der Hirse 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. März 2021 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) das Jahr 2023 zum Internationalen Jahr der Hirse erklärt. Das Internationale Jahr der Hirse bietet uns die Gelegenheit, die weltweite Produktion von Hirse zu steigern und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse: Produktionsszenario&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Welternährungsprogramms gibt es schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen, die Hirse als Teil ihrer Ernährung verzehren. Der größte Teil der Hirse wird in Afrika produziert, gefolgt von Asien. Indien ist der größte Produzent von Hirse, gefolgt von Niger. Auch die indische Regierung fördert den Hirseanbau im Rahmen ihrer National Food Security Mission (NFSM). Daher wird erwartet, dass die Hirseproduktion in Indien in den nächsten Jahren weiter gesteigert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://indianembassyberlin.gov.in/international_year_millets_2023_german &#039;&#039;Internationales Jahr der Hirse 2023&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ambassy of India Berlin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indien ist weltweit mit Abstand der größte Hirseproduzent (40 % der globalen Produktion), gefolgt von Niger mit 12 % und China mit 10%.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fas.usda.gov/data/production/0459100 &#039;&#039;Produktion - Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;USDA Foreign Agricultural Service.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ( / ˈ m ɪ l ɪ t s / ) [ 1 ] ist eine sehr vielfältige Gruppe kleinkörniger Gräser , die weltweit als Getreide oder Futter- und Nahrungsmittel angebaut werden. Die meisten Hirsearten gehören zur Tribus Paniceae .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist eine wichtige Nutzpflanze in den semiariden Tropen Asiens und Afrikas, insbesondere in Indien, Mali, Nigeria und Niger, wo 97 % der Produktion in Entwicklungsländern stattfindet . [ 2 ] Die Pflanze wird aufgrund ihrer Produktivität und der kurzen Wachstumsperiode unter heißen, trockenen Bedingungen geschätzt. [ 3 ] Manchmal wird auch die weit verbreitete Sorghumhirse zu den Hirsearten gezählt ; [ 4 ] abgesehen davon ist Perlhirse die am häufigsten angebaute Hirseart. [ 5 ] Fingerhirse , Rispenhirse , Hühnerhirse , Zwerghirse , Kodohirse , Braunhirse und Kolbenhirse sind weitere wichtige Arten. Hirse wird vermutlich seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verzehrt und spielte möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mehrfruchtanbaus und sesshafter Ackerbaugesellschaften. [ 3 ]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14464</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14464"/>
		<updated>2026-06-09T21:43:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbau verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Millet &#039;&#039;Millet.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wikipedia 25 years of the free encyclopedia.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14463</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Hirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Hirse&amp;diff=14463"/>
		<updated>2026-06-09T21:42:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für eine vielfältige Gruppe von kleinkörnigen Gräsern, die alle zur Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae) gehören. Sie werden weltweit als Nahrungs- und Futterpflanzen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Hirse geht auf mhd. hirs(e) und ahd. hiros, zurück; Die idg. Wurzel *keros– bedeutet Nahrung oder  Sättigung. Den selben Ursprung hat auch das lat. Ceres &amp;quot;Göttin des Wachstums&amp;quot;, von lat. crescere &amp;quot;wachsen&amp;quot; und das griech. kóros &amp;quot;Sättigung&amp;quot;. Hirse wurde als &amp;quot;das Ernährende, das Sättigende&amp;quot; benannt. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissen.de/wortherkunft/hirse &#039;&#039;Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissen.de Wahrig Herkunftswörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
noch selbst formulieren:&lt;br /&gt;
Hirse ist eine Gruppe von nährstoffreichen, dürren, toleranten Getreidearten. Sie werden vor allem in den trockenen und halbtrockenen Regionen Indiens angebaut und sind eine wichtige Nahrungs- und Futtermittelquelle für Millionen von ressourcenarmen Landwirten und spielen eine entscheidende Rolle für die ökologische und wirtschaftliche Sicherheit Indiens. Indien gehört zu den größten Hirseproduzenten der Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist sehr anpassungsfähig an ein breites Spektrum ökologischer Bedingungen und gedehnt gut in regengespeisten, trockenen Klimazonen und benötigt nur wenig Wasser, Düngemittel und Pestizide.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zu anderen Getreidesorten weisen sie ein besseres Mikronährstoffprofil und bioaktive Flavonoide auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie haben einen niedrigen glykämischen Index (GI) und werden auch mit der Prävention von Diabetes in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anbau von Hirse trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verringern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Internationales Jahr der Hirse 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 5. März 2021 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNGA) das Jahr 2023 zum Internationalen Jahr der Hirse erklärt. Das Internationale Jahr der Hirse bietet uns die Gelegenheit, die weltweite Produktion von Hirse zu steigern und ihren Beitrag zur Ernährungssicherheit zu erhöhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse: Produktionsszenario&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben des Welternährungsprogramms gibt es schätzungsweise 1,2 Milliarden Menschen, die Hirse als Teil ihrer Ernährung verzehren. Der größte Teil der Hirse wird in Afrika produziert, gefolgt von Asien. Indien ist der größte Produzent von Hirse, gefolgt von Niger. Auch die indische Regierung fördert den Hirseanbau im Rahmen ihrer National Food Security Mission (NFSM). Daher wird erwartet, dass die Hirseproduktion in Indien in den nächsten Jahren weiter gesteigert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://indianembassyberlin.gov.in/international_year_millets_2023_german &#039;&#039;Internationales Jahr der Hirse 2023&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ambassy of India Berlin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indien ist weltweit mit Abstand der größte Hirseproduzent (40 % der globalen Produktion), gefolgt von Niger mit 12 % und China mit 10%.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.fas.usda.gov/data/production/0459100 &#039;&#039;Produktion - Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;USDA Foreign Agricultural Service.&#039;&#039; Abgerufen am 9. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ( / ˈ m ɪ l ɪ t s / ) [ 1 ] ist eine sehr vielfältige Gruppe kleinkörniger Gräser , die weltweit als Getreide oder Futter- und Nahrungsmittel angebaut werden. Die meisten Hirsearten gehören zur Tribus Paniceae .&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirse ist eine wichtige Nutzpflanze in den semiariden Tropen Asiens und Afrikas, insbesondere in Indien, Mali, Nigeria und Niger, wo 97 % der Produktion in Entwicklungsländern stattfindet . [ 2 ] Die Pflanze wird aufgrund ihrer Produktivität und der kurzen Wachstumsperiode unter heißen, trockenen Bedingungen geschätzt. [ 3 ] Manchmal wird auch die weit verbreitete Sorghumhirse zu den Hirsearten gezählt ; [ 4 ] abgesehen davon ist Perlhirse die am häufigsten angebaute Hirseart. [ 5 ] Fingerhirse , Rispenhirse , Hühnerhirse , Zwerghirse , Kodohirse , Braunhirse und Kolbenhirse sind weitere wichtige Arten. Hirse wird vermutlich seit etwa 7.000 Jahren von Menschen verzehrt und spielte möglicherweise eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des Mehrfruchtanbaus und sesshafter Ackerbaugesellschaften. [ 3 ]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14401</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14401"/>
		<updated>2026-06-06T21:39:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für eine vielfältige Gruppe kleinkörnige Gräser, die alle zur Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae) gehören. Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbau verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Millet &#039;&#039;Millet.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wikipedia 25 years of the free encyclopedia.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14400</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14400"/>
		<updated>2026-06-06T21:31:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; ist ein Sammelbegriff für verschiedene Hirsearten, die alle zur Familie der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae) gehören. Die zwei bedeutendsten Hauptgruppen für die menschliche Ernährung sind die &#039;&#039;&#039;Millethirsen&#039;&#039;&#039; (Echte Hirsen) und die &#039;&#039;&#039;Sorghumhirsen&#039;&#039;&#039; (Große Hirsen). Bei den Millethirsen sind die Arten &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039; (Goldhirse), &#039;&#039;&#039;Kolbenhirse&#039;&#039;&#039; und &#039;&#039;&#039;Perlhirse&#039;&#039;&#039; bedeutend. Bei den Sorghumhirsen hat die Art &#039;&#039;&#039;Sorghumhirse&#039;&#039;&#039;, auch als Mohrenhirse bezeichnet, die wesentliche Bedeutung. Zu nennen sind noch die &#039;&#039;&#039;Hühnerhirse&#039;&#039;&#039;, als extrem invasives Unkraut weltweit und die &#039;&#039;&#039;Aleppo-Hirse&#039;&#039;&#039;, als besonders gefährliche, lange Rhizome bildende Art, die zudem mehrjährig ist. Sie breitet sich südlich der Alpen rasch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbau verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Millet &#039;&#039;Millet.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wikipedia 25 years of the free encyclopedia.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14388</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14388"/>
		<updated>2026-06-05T21:19:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbau verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
*[https://en.wikipedia.org/wiki/Millet &#039;&#039;Millet.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wikipedia 25 years of the free encyclopedia.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14387</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14387"/>
		<updated>2026-06-05T20:52:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbau verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14386</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14386"/>
		<updated>2026-06-05T20:51:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hirse war in der Antike ein weit verbreitetes Grundnahrungsmittel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv/getreide-abc-hirse &#039;&#039;Getreide ABC: Hirse.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bundeszentrum für Ernährung.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Mittelalter|Mittelalter]] war sie ein wichtiges Nahrungsmittel in Mitteleuropa, besonder für arme Menschen. Der Anbaus verlagerte sich schwerpunktmäßig Richtung Osteuropa. Da Hirse wenig Kleber enthält, wurde sie vor allem als Brei gegessen. Als die Kartoffel nach Mitteleuropa kam und der Mais nach Südeuropa, verdrängten sie die Hirse. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie aber noch in sandigen Gebieten, wie in Brandenburg, Pommern, Thüringen, Posen und in den unteren Donauländern angebaut; ebenfalls im südlichen Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute.&#039;&#039; Theiss, Stuttgart 1995. ISBN 3-933203-40-6 (Nachdruck).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Süden Afrikas wird Hirse bis heute angebaut und stellt ein Grundnahrungsmittel dar, das als Brei, Brot, Bier und anderen Produkten täglich von einem großen Teil der Bevölkerung gegessen wird. Die langen Halme werden teilweise wie Bambus zum Bauen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://vern.de/bericht-hirsetagung-2023/ &#039;&#039;Hirse, die unbeachtete Ernährerin. Hirsetagung vom VERN e.V.. September 2023.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen VERN e.V.&#039;&#039; Abgerufen am 5. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14370</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14370"/>
		<updated>2026-06-04T20:13:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse ab etwa 1600&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. (Beginn mittlere Bronzezeit) in Europa als ein Hauptnahrungsmittel angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis&amp;amp;nbsp;1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis. Während der gesamten Bronzezeit war sie ein Hauptnahrungsmittel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse, im 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weinhold (Mediävist)|Karl Weinhold]]: &#039;&#039;Anfrage über Gebräuche und Aberglaube, die sich an den Anbau des Hirses knüpfen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift des Vereins für Volkskunde&#039;&#039; Band 10, 1900, S. 339 f. ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/DE-11-001674367/349/LOG_0215/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; noch „der Hirse“, ist eine der am frühesten domestizierten Getreidearten, ihr Ursprung liegt in Zentralasien. Die ältesten Funde stammen aus dem Alt-[[Neolithikum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Funde stammen auch aus der Fundstelle [[Tiangtian]] im chinesischen [[Altai]]-Gebirge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5200-jahre-alte-getreidekoerner-zeigen-fruehen-austausch-von-nutzpflanzen-in-eurasien-4551/ 5200 Jahre alte Getreidekörner zeigen frühen Austausch von Nutzpflanzen in Eurasien]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war Hirse in Mitteleuropa ein wichtiges Nahrungsmittel, vor allem für arme Leute. Der Schwerpunkt des Anbaus verlagerte sich in Richtung Osteuropa. Hirse wurde vor allem als Brei gegessen, da sie wenig Kleber enthält. Sie wurde in Mitteleuropa von der [[Kartoffel]] weitgehend verdrängt, in Südeuropa vom [[Mais]]. Der Anbau in sandigen Gebieten währte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, so etwa in Pommern, Posen, Thüringen, Brandenburg, in den unteren Donauländern und im südlichen Russland. In Österreich wird sie zur Vogelfutterproduktion angebaut, teilweise auch zum menschlichen Verzehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Abkehr von der Breinahrung ist der Anbau stark zurückgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-89947-165-2|Seite=1575}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14315</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14315"/>
		<updated>2026-06-03T21:06:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnten Forschende der [[w:Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] belegen, dass die Rispenhirse erst um 1600 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Europa angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis 1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse, im 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weinhold (Mediävist)|Karl Weinhold]]: &#039;&#039;Anfrage über Gebräuche und Aberglaube, die sich an den Anbau des Hirses knüpfen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift des Vereins für Volkskunde&#039;&#039; Band 10, 1900, S. 339 f. ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/DE-11-001674367/349/LOG_0215/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; noch „der Hirse“, ist eine der am frühesten domestizierten Getreidearten, ihr Ursprung liegt in Zentralasien. Die ältesten Funde stammen aus dem Alt-[[Neolithikum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Funde stammen auch aus der Fundstelle [[Tiangtian]] im chinesischen [[Altai]]-Gebirge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5200-jahre-alte-getreidekoerner-zeigen-fruehen-austausch-von-nutzpflanzen-in-eurasien-4551/ 5200 Jahre alte Getreidekörner zeigen frühen Austausch von Nutzpflanzen in Eurasien]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa ist die Hirse ab der ausgehenden [[Mittlere Bronzezeit|Mittleren Bronzezeit]] belegt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Giedre Motuzaite-Matuzeviciute, Richard A. Staff, Harriet V. Hunt, Xinyi Liu, Martin K. Jones|Titel=The early chronology of broomcorn millet (Panicum miliaceum) in Europe |Hrsg= |Sammelwerk=Antiquity |Band=87 |Nummer=338 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2013 |Seiten=1073–1085 |ISBN=|ISSN=0003-598X|DOI=10.1017/s0003598x00049875|Online=https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/early-chronology-of-broomcorn-millet-panicum-miliaceum-in-europe/638EF70E1C525C8826B9D5076AD617E9|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Soultana Maria Valamoti|Titel=Millet, the late comer: on the tracks of Panicum miliaceum in prehistoric Greece|Sammelwerk=Archaeological and Anthropological Sciences|Band=8|Nummer=1|Datum=2016-03-01|Seiten=51–63|ISSN=1866-9557|DOI=10.1007/s12520-013-0152-5|Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s12520-013-0152-5|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird vor allem in [[Mitteleuropa]] und [[Südosteuropa]] während der [[Späte Bronzezeit|Späten Bronzezeit]] zu einem der Hauptgetreide.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Plant Cultivation in the Bronze Age|Hrsg=Harry Fokkens, Anthony Harding|Sammelwerk=The Oxford Handbook of the European Bronze Age|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Oxford University Press|Ort=Oxford|Datum=2013|Seiten=348–369|ISBN=978-0-19-957286-1|DOI=10.1093/oxfordhb/9780199572861.013.0019|Online=http://oxfordhandbooks.com/view/10.1093/oxfordhb/9780199572861.001.0001/oxfordhb-9780199572861-e-19|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Bronzezeitliche Landwirtschaft in Europa — Der Versuch einer Gesamtdarstellung des Forschungsstandes|Hrsg=Karl-Heinz Willroth|Sammelwerk=Siedlungen der älteren Bronzezeit. Beiträge zur Siedlungsarchäologie und Paläoökologie des zweiten vorchristlichen Jahrtausends in Südskandinavien, Norddeutschland und den Niederlanden. Workshop vom 7. bis 9. April 2011 in Sankelmark|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Wachholtz|Ort=Neumünster|Datum=2013|Seiten=189–222|ISBN=978-3-529-01581-6|DOI=10.13140/2.1.3394.0486|Online=http://rgdoi.net/10.13140/2.1.3394.0486|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschende der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] ([[Sonderforschungsbereich 1266 „TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“|Sonderforschungsbereich 1266]]) haben kürzlich den Verbreitungsweg durch Europa mittels zahlreicher [[Radiokarbonmethode|14C-Datierungen]] und Literaturstudien nachzeichnen können.  Im 17. Jahrhundert v. Chr. ist sie in nördlich des Schwarzen Meeres (Vinogradnyi Sad) belegt, ab 1500 v. Chr. in Norditalien, ab 1450 v. Chr. in Mittel- und Westdeutschland und ab 1200 v. Chr. in Norddeutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&amp;amp;L=1&amp;amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=4731&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;cHash=dddf77f2b92b11317023affac4eec711 |titel=Schnelle Akzeptanz fremder Ernährungstradition im bronzezeitlichen Europa |datum=2020-08-14 |sprache=en |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/als-hirse-auf-den-speiseplan-des-menschen-kam-3615/ |titel=Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam |datum=2017-04-28 |sprache=de |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.allesbleibtanders.com/modules/rispenhirse/ |titel=Superfood — Alles bleibt anders |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland kommt sie in vorrömischer Zeit in rund 30 % aller Fundstellen vor. In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten wurde die Rispenhirse teilweise durch die [[Gerste]] verdrängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war Hirse in Mitteleuropa ein wichtiges Nahrungsmittel, vor allem für arme Leute. Der Schwerpunkt des Anbaus verlagerte sich in Richtung Osteuropa. Hirse wurde vor allem als Brei gegessen, da sie wenig Kleber enthält. Sie wurde in Mitteleuropa von der [[Kartoffel]] weitgehend verdrängt, in Südeuropa vom [[Mais]]. Der Anbau in sandigen Gebieten währte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, so etwa in Pommern, Posen, Thüringen, Brandenburg, in den unteren Donauländern und im südlichen Russland. In Österreich wird sie zur Vogelfutterproduktion angebaut, teilweise auch zum menschlichen Verzehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Abkehr von der Breinahrung ist der Anbau stark zurückgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-89947-165-2|Seite=1575}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14314</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14314"/>
		<updated>2026-06-03T21:02:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot;&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnte belegt werden, dass die Rispenhirse erst um 1600 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Europa angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis 1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:W&amp;quot; /&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse, im 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weinhold (Mediävist)|Karl Weinhold]]: &#039;&#039;Anfrage über Gebräuche und Aberglaube, die sich an den Anbau des Hirses knüpfen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift des Vereins für Volkskunde&#039;&#039; Band 10, 1900, S. 339 f. ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/DE-11-001674367/349/LOG_0215/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; noch „der Hirse“, ist eine der am frühesten domestizierten Getreidearten, ihr Ursprung liegt in Zentralasien. Die ältesten Funde stammen aus dem Alt-[[Neolithikum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Funde stammen auch aus der Fundstelle [[Tiangtian]] im chinesischen [[Altai]]-Gebirge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5200-jahre-alte-getreidekoerner-zeigen-fruehen-austausch-von-nutzpflanzen-in-eurasien-4551/ 5200 Jahre alte Getreidekörner zeigen frühen Austausch von Nutzpflanzen in Eurasien]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa ist die Hirse ab der ausgehenden [[Mittlere Bronzezeit|Mittleren Bronzezeit]] belegt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Giedre Motuzaite-Matuzeviciute, Richard A. Staff, Harriet V. Hunt, Xinyi Liu, Martin K. Jones|Titel=The early chronology of broomcorn millet (Panicum miliaceum) in Europe |Hrsg= |Sammelwerk=Antiquity |Band=87 |Nummer=338 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2013 |Seiten=1073–1085 |ISBN=|ISSN=0003-598X|DOI=10.1017/s0003598x00049875|Online=https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/early-chronology-of-broomcorn-millet-panicum-miliaceum-in-europe/638EF70E1C525C8826B9D5076AD617E9|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Soultana Maria Valamoti|Titel=Millet, the late comer: on the tracks of Panicum miliaceum in prehistoric Greece|Sammelwerk=Archaeological and Anthropological Sciences|Band=8|Nummer=1|Datum=2016-03-01|Seiten=51–63|ISSN=1866-9557|DOI=10.1007/s12520-013-0152-5|Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s12520-013-0152-5|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird vor allem in [[Mitteleuropa]] und [[Südosteuropa]] während der [[Späte Bronzezeit|Späten Bronzezeit]] zu einem der Hauptgetreide.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Plant Cultivation in the Bronze Age|Hrsg=Harry Fokkens, Anthony Harding|Sammelwerk=The Oxford Handbook of the European Bronze Age|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Oxford University Press|Ort=Oxford|Datum=2013|Seiten=348–369|ISBN=978-0-19-957286-1|DOI=10.1093/oxfordhb/9780199572861.013.0019|Online=http://oxfordhandbooks.com/view/10.1093/oxfordhb/9780199572861.001.0001/oxfordhb-9780199572861-e-19|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Bronzezeitliche Landwirtschaft in Europa — Der Versuch einer Gesamtdarstellung des Forschungsstandes|Hrsg=Karl-Heinz Willroth|Sammelwerk=Siedlungen der älteren Bronzezeit. Beiträge zur Siedlungsarchäologie und Paläoökologie des zweiten vorchristlichen Jahrtausends in Südskandinavien, Norddeutschland und den Niederlanden. Workshop vom 7. bis 9. April 2011 in Sankelmark|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Wachholtz|Ort=Neumünster|Datum=2013|Seiten=189–222|ISBN=978-3-529-01581-6|DOI=10.13140/2.1.3394.0486|Online=http://rgdoi.net/10.13140/2.1.3394.0486|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschende der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] ([[Sonderforschungsbereich 1266 „TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“|Sonderforschungsbereich 1266]]) haben kürzlich den Verbreitungsweg durch Europa mittels zahlreicher [[Radiokarbonmethode|14C-Datierungen]] und Literaturstudien nachzeichnen können.  Im 17. Jahrhundert v. Chr. ist sie in nördlich des Schwarzen Meeres (Vinogradnyi Sad) belegt, ab 1500 v. Chr. in Norditalien, ab 1450 v. Chr. in Mittel- und Westdeutschland und ab 1200 v. Chr. in Norddeutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&amp;amp;L=1&amp;amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=4731&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;cHash=dddf77f2b92b11317023affac4eec711 |titel=Schnelle Akzeptanz fremder Ernährungstradition im bronzezeitlichen Europa |datum=2020-08-14 |sprache=en |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/als-hirse-auf-den-speiseplan-des-menschen-kam-3615/ |titel=Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam |datum=2017-04-28 |sprache=de |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.allesbleibtanders.com/modules/rispenhirse/ |titel=Superfood — Alles bleibt anders |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland kommt sie in vorrömischer Zeit in rund 30 % aller Fundstellen vor. In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten wurde die Rispenhirse teilweise durch die [[Gerste]] verdrängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war Hirse in Mitteleuropa ein wichtiges Nahrungsmittel, vor allem für arme Leute. Der Schwerpunkt des Anbaus verlagerte sich in Richtung Osteuropa. Hirse wurde vor allem als Brei gegessen, da sie wenig Kleber enthält. Sie wurde in Mitteleuropa von der [[Kartoffel]] weitgehend verdrängt, in Südeuropa vom [[Mais]]. Der Anbau in sandigen Gebieten währte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, so etwa in Pommern, Posen, Thüringen, Brandenburg, in den unteren Donauländern und im südlichen Russland. In Österreich wird sie zur Vogelfutterproduktion angebaut, teilweise auch zum menschlichen Verzehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Abkehr von der Breinahrung ist der Anbau stark zurückgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-89947-165-2|Seite=1575}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14313</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14313"/>
		<updated>2026-06-03T20:58:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[w:Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnte belegt werden, dass die Rispenhirse erst um 1600 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Europa angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis 1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse, im 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weinhold (Mediävist)|Karl Weinhold]]: &#039;&#039;Anfrage über Gebräuche und Aberglaube, die sich an den Anbau des Hirses knüpfen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift des Vereins für Volkskunde&#039;&#039; Band 10, 1900, S. 339 f. ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/DE-11-001674367/349/LOG_0215/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; noch „der Hirse“, ist eine der am frühesten domestizierten Getreidearten, ihr Ursprung liegt in Zentralasien. Die ältesten Funde stammen aus dem Alt-[[Neolithikum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Funde stammen auch aus der Fundstelle [[Tiangtian]] im chinesischen [[Altai]]-Gebirge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5200-jahre-alte-getreidekoerner-zeigen-fruehen-austausch-von-nutzpflanzen-in-eurasien-4551/ 5200 Jahre alte Getreidekörner zeigen frühen Austausch von Nutzpflanzen in Eurasien]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa ist die Hirse ab der ausgehenden [[Mittlere Bronzezeit|Mittleren Bronzezeit]] belegt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Giedre Motuzaite-Matuzeviciute, Richard A. Staff, Harriet V. Hunt, Xinyi Liu, Martin K. Jones|Titel=The early chronology of broomcorn millet (Panicum miliaceum) in Europe |Hrsg= |Sammelwerk=Antiquity |Band=87 |Nummer=338 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2013 |Seiten=1073–1085 |ISBN=|ISSN=0003-598X|DOI=10.1017/s0003598x00049875|Online=https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/early-chronology-of-broomcorn-millet-panicum-miliaceum-in-europe/638EF70E1C525C8826B9D5076AD617E9|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Soultana Maria Valamoti|Titel=Millet, the late comer: on the tracks of Panicum miliaceum in prehistoric Greece|Sammelwerk=Archaeological and Anthropological Sciences|Band=8|Nummer=1|Datum=2016-03-01|Seiten=51–63|ISSN=1866-9557|DOI=10.1007/s12520-013-0152-5|Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s12520-013-0152-5|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird vor allem in [[Mitteleuropa]] und [[Südosteuropa]] während der [[Späte Bronzezeit|Späten Bronzezeit]] zu einem der Hauptgetreide.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Plant Cultivation in the Bronze Age|Hrsg=Harry Fokkens, Anthony Harding|Sammelwerk=The Oxford Handbook of the European Bronze Age|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Oxford University Press|Ort=Oxford|Datum=2013|Seiten=348–369|ISBN=978-0-19-957286-1|DOI=10.1093/oxfordhb/9780199572861.013.0019|Online=http://oxfordhandbooks.com/view/10.1093/oxfordhb/9780199572861.001.0001/oxfordhb-9780199572861-e-19|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Bronzezeitliche Landwirtschaft in Europa — Der Versuch einer Gesamtdarstellung des Forschungsstandes|Hrsg=Karl-Heinz Willroth|Sammelwerk=Siedlungen der älteren Bronzezeit. Beiträge zur Siedlungsarchäologie und Paläoökologie des zweiten vorchristlichen Jahrtausends in Südskandinavien, Norddeutschland und den Niederlanden. Workshop vom 7. bis 9. April 2011 in Sankelmark|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Wachholtz|Ort=Neumünster|Datum=2013|Seiten=189–222|ISBN=978-3-529-01581-6|DOI=10.13140/2.1.3394.0486|Online=http://rgdoi.net/10.13140/2.1.3394.0486|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschende der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] ([[Sonderforschungsbereich 1266 „TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“|Sonderforschungsbereich 1266]]) haben kürzlich den Verbreitungsweg durch Europa mittels zahlreicher [[Radiokarbonmethode|14C-Datierungen]] und Literaturstudien nachzeichnen können.  Im 17. Jahrhundert v. Chr. ist sie in nördlich des Schwarzen Meeres (Vinogradnyi Sad) belegt, ab 1500 v. Chr. in Norditalien, ab 1450 v. Chr. in Mittel- und Westdeutschland und ab 1200 v. Chr. in Norddeutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&amp;amp;L=1&amp;amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=4731&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;cHash=dddf77f2b92b11317023affac4eec711 |titel=Schnelle Akzeptanz fremder Ernährungstradition im bronzezeitlichen Europa |datum=2020-08-14 |sprache=en |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/als-hirse-auf-den-speiseplan-des-menschen-kam-3615/ |titel=Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam |datum=2017-04-28 |sprache=de |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.allesbleibtanders.com/modules/rispenhirse/ |titel=Superfood — Alles bleibt anders |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland kommt sie in vorrömischer Zeit in rund 30 % aller Fundstellen vor. In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten wurde die Rispenhirse teilweise durch die [[Gerste]] verdrängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war Hirse in Mitteleuropa ein wichtiges Nahrungsmittel, vor allem für arme Leute. Der Schwerpunkt des Anbaus verlagerte sich in Richtung Osteuropa. Hirse wurde vor allem als Brei gegessen, da sie wenig Kleber enthält. Sie wurde in Mitteleuropa von der [[Kartoffel]] weitgehend verdrängt, in Südeuropa vom [[Mais]]. Der Anbau in sandigen Gebieten währte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, so etwa in Pommern, Posen, Thüringen, Brandenburg, in den unteren Donauländern und im südlichen Russland. In Österreich wird sie zur Vogelfutterproduktion angebaut, teilweise auch zum menschlichen Verzehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Abkehr von der Breinahrung ist der Anbau stark zurückgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-89947-165-2|Seite=1575}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14312</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14312"/>
		<updated>2026-06-03T20:57:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erste Hinweise auf eine Domestizierung der Rispenhirse stammen aus China etwa um 6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr.. Da Hirse wenig Wasser benötigt und sowohl in hohen wie auch in tiefen Lagen gedeiht, breitete sich ihr Anbau schnell aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab etwa 2500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. ist der Anbau von Hirse in den westlich von China gelegenen Ländern Kasachstan, Turkmenisatan und dem Kaschmirtal durch Funde fossiler Hirsekörner belegt.&lt;br /&gt;
Aufgrund neuerer Untersuchungen mittels [[Radiokarbonmethode|Radiokarbondatierung]] von 75 Hirseproben aus verschiedenen archäologischen Fundstätten Europas, konnte belegt werden, dass die Rispenhirse erst um 1600 v.&amp;amp;nbsp;Chr. in Europa angebaut wurde.&lt;br /&gt;
Es wird angenommen, dass sie durch Halbnomaden aus Steppen Zentralasiens nach Mitteleuropa kam, welche zu dieser Zeit einwanderten. Hirse konnte infolge ihrer sehr kurzen Vegetationszeit von nur 60 - 90 Tagen auch von ihnen angebaut werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst ist der Hirseanbau in der südwestlichen Ukraine belegt. Ab 1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitete sie sich dann im heutigen Rumänien, Ungarn, Kroatien und nördlichem Italien. Bis 1350 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war die Hirse schon in Mitteleuropa angekommen und auch bis in die Ägäis.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/wie-die-rispenhirse-nach-europa-kam/ &#039;&#039;Wie die Rispenhirse nach Europa kam.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bilder der Wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um 1150 v.&amp;amp;nbsp;Chr. war Sie in Polen und Norddeutschland schon weit verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nature.com/articles/s41598-020-70495-z &#039;&#039;Neue AMS- 14C -Datierungen dokumentieren die Ankunft und Verbreitung des Anbaus von Rispenhirse sowie den Wandel der Landwirtschaft im prähistorischen Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;scientific reports.&#039;&#039; Abgerufen am 3. Juni 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse, im 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weinhold (Mediävist)|Karl Weinhold]]: &#039;&#039;Anfrage über Gebräuche und Aberglaube, die sich an den Anbau des Hirses knüpfen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift des Vereins für Volkskunde&#039;&#039; Band 10, 1900, S. 339 f. ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/DE-11-001674367/349/LOG_0215/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; noch „der Hirse“, ist eine der am frühesten domestizierten Getreidearten, ihr Ursprung liegt in Zentralasien. Die ältesten Funde stammen aus dem Alt-[[Neolithikum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Funde stammen auch aus der Fundstelle [[Tiangtian]] im chinesischen [[Altai]]-Gebirge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5200-jahre-alte-getreidekoerner-zeigen-fruehen-austausch-von-nutzpflanzen-in-eurasien-4551/ 5200 Jahre alte Getreidekörner zeigen frühen Austausch von Nutzpflanzen in Eurasien]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa ist die Hirse ab der ausgehenden [[Mittlere Bronzezeit|Mittleren Bronzezeit]] belegt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Giedre Motuzaite-Matuzeviciute, Richard A. Staff, Harriet V. Hunt, Xinyi Liu, Martin K. Jones|Titel=The early chronology of broomcorn millet (Panicum miliaceum) in Europe |Hrsg= |Sammelwerk=Antiquity |Band=87 |Nummer=338 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2013 |Seiten=1073–1085 |ISBN=|ISSN=0003-598X|DOI=10.1017/s0003598x00049875|Online=https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/early-chronology-of-broomcorn-millet-panicum-miliaceum-in-europe/638EF70E1C525C8826B9D5076AD617E9|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Soultana Maria Valamoti|Titel=Millet, the late comer: on the tracks of Panicum miliaceum in prehistoric Greece|Sammelwerk=Archaeological and Anthropological Sciences|Band=8|Nummer=1|Datum=2016-03-01|Seiten=51–63|ISSN=1866-9557|DOI=10.1007/s12520-013-0152-5|Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s12520-013-0152-5|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird vor allem in [[Mitteleuropa]] und [[Südosteuropa]] während der [[Späte Bronzezeit|Späten Bronzezeit]] zu einem der Hauptgetreide.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Plant Cultivation in the Bronze Age|Hrsg=Harry Fokkens, Anthony Harding|Sammelwerk=The Oxford Handbook of the European Bronze Age|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Oxford University Press|Ort=Oxford|Datum=2013|Seiten=348–369|ISBN=978-0-19-957286-1|DOI=10.1093/oxfordhb/9780199572861.013.0019|Online=http://oxfordhandbooks.com/view/10.1093/oxfordhb/9780199572861.001.0001/oxfordhb-9780199572861-e-19|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Bronzezeitliche Landwirtschaft in Europa — Der Versuch einer Gesamtdarstellung des Forschungsstandes|Hrsg=Karl-Heinz Willroth|Sammelwerk=Siedlungen der älteren Bronzezeit. Beiträge zur Siedlungsarchäologie und Paläoökologie des zweiten vorchristlichen Jahrtausends in Südskandinavien, Norddeutschland und den Niederlanden. Workshop vom 7. bis 9. April 2011 in Sankelmark|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Wachholtz|Ort=Neumünster|Datum=2013|Seiten=189–222|ISBN=978-3-529-01581-6|DOI=10.13140/2.1.3394.0486|Online=http://rgdoi.net/10.13140/2.1.3394.0486|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschende der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] ([[Sonderforschungsbereich 1266 „TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“|Sonderforschungsbereich 1266]]) haben kürzlich den Verbreitungsweg durch Europa mittels zahlreicher [[Radiokarbonmethode|14C-Datierungen]] und Literaturstudien nachzeichnen können.  Im 17. Jahrhundert v. Chr. ist sie in nördlich des Schwarzen Meeres (Vinogradnyi Sad) belegt, ab 1500 v. Chr. in Norditalien, ab 1450 v. Chr. in Mittel- und Westdeutschland und ab 1200 v. Chr. in Norddeutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&amp;amp;L=1&amp;amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=4731&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;cHash=dddf77f2b92b11317023affac4eec711 |titel=Schnelle Akzeptanz fremder Ernährungstradition im bronzezeitlichen Europa |datum=2020-08-14 |sprache=en |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/als-hirse-auf-den-speiseplan-des-menschen-kam-3615/ |titel=Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam |datum=2017-04-28 |sprache=de |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.allesbleibtanders.com/modules/rispenhirse/ |titel=Superfood — Alles bleibt anders |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland kommt sie in vorrömischer Zeit in rund 30 % aller Fundstellen vor. In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten wurde die Rispenhirse teilweise durch die [[Gerste]] verdrängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war Hirse in Mitteleuropa ein wichtiges Nahrungsmittel, vor allem für arme Leute. Der Schwerpunkt des Anbaus verlagerte sich in Richtung Osteuropa. Hirse wurde vor allem als Brei gegessen, da sie wenig Kleber enthält. Sie wurde in Mitteleuropa von der [[Kartoffel]] weitgehend verdrängt, in Südeuropa vom [[Mais]]. Der Anbau in sandigen Gebieten währte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, so etwa in Pommern, Posen, Thüringen, Brandenburg, in den unteren Donauländern und im südlichen Russland. In Österreich wird sie zur Vogelfutterproduktion angebaut, teilweise auch zum menschlichen Verzehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Abkehr von der Breinahrung ist der Anbau stark zurückgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-89947-165-2|Seite=1575}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14235</id>
		<title>Benutzer:Equiseto/Rispenhirse</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Equiseto/Rispenhirse&amp;diff=14235"/>
		<updated>2026-06-01T20:18:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: Die Seite wurde neu angelegt: „Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rispenhirse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Echte Hirse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Prosohirse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baraga&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&amp;#039;&amp;#039;Panicum miliaceum&amp;#039;&amp;#039;), kurz auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hirse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rispenhirsen (&amp;#039;&amp;#039;Panicum&amp;#039;&amp;#039;) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Diese Hirsenart ist eine alte Getreidepflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asien…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Rispenhirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Echte Hirse&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;&#039;Prosohirse&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Baraga&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot; /&amp;gt; (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;), kurz auch &#039;&#039;&#039;Hirse&#039;&#039;&#039; genannt, ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] [[Rispenhirsen]] (&#039;&#039;Panicum&#039;&#039;) innerhalb der Familie der [[Süßgräser]] (Poaceae). Diese [[Hirse]]nart ist eine alte [[Getreide]]pflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse, im 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Weinhold (Mediävist)|Karl Weinhold]]: &#039;&#039;Anfrage über Gebräuche und Aberglaube, die sich an den Anbau des Hirses knüpfen.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Zeitschrift des Vereins für Volkskunde&#039;&#039; Band 10, 1900, S. 339 f. ([https://www.digi-hub.de/viewer/image/DE-11-001674367/349/LOG_0215/ Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; noch „der Hirse“, ist eine der am frühesten domestizierten Getreidearten, ihr Ursprung liegt in Zentralasien. Die ältesten Funde stammen aus dem Alt-[[Neolithikum]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Funde stammen auch aus der Fundstelle [[Tiangtian]] im chinesischen [[Altai]]-Gebirge.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/5200-jahre-alte-getreidekoerner-zeigen-fruehen-austausch-von-nutzpflanzen-in-eurasien-4551/ 5200 Jahre alte Getreidekörner zeigen frühen Austausch von Nutzpflanzen in Eurasien]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Europa ist die Hirse ab der ausgehenden [[Mittlere Bronzezeit|Mittleren Bronzezeit]] belegt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Giedre Motuzaite-Matuzeviciute, Richard A. Staff, Harriet V. Hunt, Xinyi Liu, Martin K. Jones|Titel=The early chronology of broomcorn millet (Panicum miliaceum) in Europe |Hrsg= |Sammelwerk=Antiquity |Band=87 |Nummer=338 |Auflage= |Verlag= |Ort= |Datum=2013 |Seiten=1073–1085 |ISBN=|ISSN=0003-598X|DOI=10.1017/s0003598x00049875|Online=https://www.cambridge.org/core/journals/antiquity/article/early-chronology-of-broomcorn-millet-panicum-miliaceum-in-europe/638EF70E1C525C8826B9D5076AD617E9|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Soultana Maria Valamoti|Titel=Millet, the late comer: on the tracks of Panicum miliaceum in prehistoric Greece|Sammelwerk=Archaeological and Anthropological Sciences|Band=8|Nummer=1|Datum=2016-03-01|Seiten=51–63|ISSN=1866-9557|DOI=10.1007/s12520-013-0152-5|Online=https://link.springer.com/article/10.1007/s12520-013-0152-5|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird vor allem in [[Mitteleuropa]] und [[Südosteuropa]] während der [[Späte Bronzezeit|Späten Bronzezeit]] zu einem der Hauptgetreide.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Plant Cultivation in the Bronze Age|Hrsg=Harry Fokkens, Anthony Harding|Sammelwerk=The Oxford Handbook of the European Bronze Age|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Oxford University Press|Ort=Oxford|Datum=2013|Seiten=348–369|ISBN=978-0-19-957286-1|DOI=10.1093/oxfordhb/9780199572861.013.0019|Online=http://oxfordhandbooks.com/view/10.1093/oxfordhb/9780199572861.001.0001/oxfordhb-9780199572861-e-19|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Hans-Peter Stika, Andreas G. Heiss|Titel=Bronzezeitliche Landwirtschaft in Europa — Der Versuch einer Gesamtdarstellung des Forschungsstandes|Hrsg=Karl-Heinz Willroth|Sammelwerk=Siedlungen der älteren Bronzezeit. Beiträge zur Siedlungsarchäologie und Paläoökologie des zweiten vorchristlichen Jahrtausends in Südskandinavien, Norddeutschland und den Niederlanden. Workshop vom 7. bis 9. April 2011 in Sankelmark|Band=|Nummer=|Auflage=|Verlag=Wachholtz|Ort=Neumünster|Datum=2013|Seiten=189–222|ISBN=978-3-529-01581-6|DOI=10.13140/2.1.3394.0486|Online=http://rgdoi.net/10.13140/2.1.3394.0486|Abruf=2017-06-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Forschende der [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel|Universität Kiel]] ([[Sonderforschungsbereich 1266 „TransformationsDimensionen - Mensch-Umwelt Wechselwirkungen in Prähistorischen und Archaischen Gesellschaften“|Sonderforschungsbereich 1266]]) haben kürzlich den Verbreitungsweg durch Europa mittels zahlreicher [[Radiokarbonmethode|14C-Datierungen]] und Literaturstudien nachzeichnen können.  Im 17. Jahrhundert v. Chr. ist sie in nördlich des Schwarzen Meeres (Vinogradnyi Sad) belegt, ab 1500 v. Chr. in Norditalien, ab 1450 v. Chr. in Mittel- und Westdeutschland und ab 1200 v. Chr. in Norddeutschland.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&amp;amp;L=1&amp;amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=4731&amp;amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;amp;cHash=dddf77f2b92b11317023affac4eec711 |titel=Schnelle Akzeptanz fremder Ernährungstradition im bronzezeitlichen Europa |datum=2020-08-14 |sprache=en |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/als-hirse-auf-den-speiseplan-des-menschen-kam-3615/ |titel=Als Hirse auf den Speiseplan des Menschen kam |datum=2017-04-28 |sprache=de |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.allesbleibtanders.com/modules/rispenhirse/ |titel=Superfood — Alles bleibt anders |abruf=2025-01-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland kommt sie in vorrömischer Zeit in rund 30 % aller Fundstellen vor. In den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten wurde die Rispenhirse teilweise durch die [[Gerste]] verdrängt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Römer]] nannten (wie auch die pharmazeutischen Literatur bis in die Frühe Neuzeit&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &#039;&#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&#039;&#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 147 (&#039;&#039;Milium&#039;&#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;) die Rispenhirse &#039;&#039;&#039;Milium&#039;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &#039;&#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&#039;&#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 (&#039;&#039;Geguers sive milium – hyrsen, dochen&#039;&#039; = Panicum miliaceum L.)&amp;lt;/ref&amp;gt; und verwendeten sie für Brot und Brei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; In Ägypten ist Hirse seit römischer Zeit belegt, zum Beispiel in [[Kellis]] in der Oase [[Dachla]], wo sie nach Isotopenstudien als Viehfutter eingesetzt wurde&amp;lt;ref&amp;gt;Tosha L. Dupras, Henry P. Schwarcz, Scott I. Fairgrieve, Infant Feeding and weaning Practices in Roman Egypt. &#039;&#039;American Journal of Physical Anthropology&#039;&#039; 115/3, 2001, 208&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] war Hirse in Mitteleuropa ein wichtiges Nahrungsmittel, vor allem für arme Leute. Der Schwerpunkt des Anbaus verlagerte sich in Richtung Osteuropa. Hirse wurde vor allem als Brei gegessen, da sie wenig Kleber enthält. Sie wurde in Mitteleuropa von der [[Kartoffel]] weitgehend verdrängt, in Südeuropa vom [[Mais]]. Der Anbau in sandigen Gebieten währte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, so etwa in Pommern, Posen, Thüringen, Brandenburg, in den unteren Donauländern und im südlichen Russland. In Österreich wird sie zur Vogelfutterproduktion angebaut, teilweise auch zum menschlichen Verzehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Abkehr von der Breinahrung ist der Anbau stark zurückgegangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ternes&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|3-89947-165-2|Seite=1575}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung und Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl2.jpg|mini|Habitus von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl6.jpg|mini|Stängel mit Laubblatt und behaarter Blattscheide von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. ruderale&#039;&#039;. Das Blatthäutchen besteht aus Haaren.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. ruderale sl8.jpg|mini|Die Haare auf der Blattscheide stehen auf Warzen.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl5.jpg|mini|Rispenzweig von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit Ährchen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl9.jpg|mini|Ährchen von &#039;&#039;Panicum miliaceum subsp. miliaceum&#039;&#039; mit:&amp;lt;br/&amp;gt; Unterer Hüllspelze (Glu&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Oberer Hüllspelze (Glu&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der sterilen Blüte (Lem&#039;)&amp;lt;br/&amp;gt;Deckspelze der fertilen Blüte (Lem&amp;quot;)&amp;lt;br/&amp;gt;Vorspelze der fertilen Blüte (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl10.jpg|mini|Karyopse eingehüllt in Deck- (Lem&amp;quot;) und Vorspelze (Pal)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Panicum miliaceum subsp. miliaceum sl12.jpg|mini|Entspelzte und geschälte Karyopsen, wie sie in den Handel gelangen]]&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse ist eine [[Einjährige Pflanze|einjährige]] [[krautige Pflanze]] und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten [[Stängel]] sind meist an den unteren [[Knoten (Botanik)|Knoten]] verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter  lang behaart. Die [[Blattscheide]]n sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das [[Blatthäutchen]] ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die [[Blattspreite]]n sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Rispe|rispige]] [[Blütenstand]] ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten [[Ährchen]] sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere [[Hüllspelze]] ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine [[Deckspelze]] ist neun- bis elfnervig. Die Deckspelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die [[Staubblatt|Staubbeutel]] sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt [[Selbstbestäubung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Karyopse]] ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das [[Tausendkorngewicht]] liegt zwischen 4 und 8 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Protein|Eiweißgehalt]] beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der [[Fette|Fettgehalt]] rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar [[Gluten|Kleber]]-haltig und liefern somit backfähiges [[Mehl]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Chromosom]]enzahl beträgt 2n = 36.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
Das ursprüngliche [[Verbreitungsgebiet]] der Rispenhirse liegt in [[Zentralasien]]. Nach anderen Autoren stammt sie aus dem Gebiet vom [[indischer Subkontinent|indischen Subkontinent]] bis [[Myanmar]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot; /&amp;gt; Sie wird in der [[Alte Welt|Alten Welt]] seit Jahrtausenden als Getreidepflanze angebaut und ist vielfach verwildert. Sie ist weniger wärmebedürftig als andere Hirse-Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wächst sie verwildert auf Schuttplätzen, Bahnanlagen und in Häfen. In Gärten verwildert sie meist aus Vogelfutter. Sie kommt vor allem auf nährstoffreichen, leichten und sandigen Lehmböden der [[Kolline Höhenstufe|kollinen]], seltener auch der [[montane Höhenstufe|montanen Höhenstufe]] vor. Sie steigt in den Alpen bis 1000 Meter und im [[Himalaja]] bis 3000 Meter Meereshöhe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[Zeigerwerte]] nach [[Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[et al.]] 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2 (mäßig trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Taxonomie und Systematik ==&lt;br /&gt;
Die Echte Hirse wurde 1753 von [[Carl von Linné]] in &#039;&#039;Species Plantarum&#039;&#039; Tomus I, S. 58 als &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; erstbeschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Es werden drei Unterarten unterschieden&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;:&lt;br /&gt;
* Kulturhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;miliaceum&#039;&#039;) oder Echte Hirse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;: Die Ährchen fallen zur Fruchtreife nicht aus- oder ab, die Ährchenachse zerbricht nur unter Druck. In Mitteleuropa gibt es hier drei (Con)Varietäten:&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;effusum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Flatter-Rispenhirse, mit ausgebreiteter und sehr lockerer Rispe. Sie ist die ursprünglichste Kulturhirse.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; convar. &#039;&#039;contractum&#039;&#039; {{Person|Alef.}}, die Klump-Rispenhirse, mit zusammengezogener Rispe, die oben dichter ist als am Grund. Die Zweige sind überhängend.&lt;br /&gt;
** &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; var. &#039;&#039;compactum&#039;&#039;, die Dicke Hirse, mit zusammengezogener, überall gleich dichter Rispe, alle Zweige stehen aufrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;ruderale&#039;&#039; {{Person|(Kitagawa) Tzvelev}}) oder Ruderale Hirse: Die Rispe steht aufrecht, ihre Äste stehen steif ab. Die Ährchenachse zerfällt unter der oberen Blüte, auch der Ährchenstiel ist gegliedert. Zur Reife fallen die Scheinfrüchte und auch die Spelzen ab. Die Spelzfrüchte sind dunkel gefärbt. Diese Unterart wächst in Maisfeldern und auf Schuttplätzen. In Deutschland ist sie seit 1982 nachgewiesen und kommt heute an Rhein, Main, Isar und Elbe vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unechte Unkraut-Hirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; subsp. &#039;&#039;agricola&#039;&#039; {{Person|H.Scholz &amp;amp; Mikoláš}}) oder Bauern-Hirse: Die Rispe ist stärker zusammengezogen und nickend. Die Ährchen fallen zur Reife aus den stehenbleibenden Hüllspelzen aus, die häutigen Spelzen bleiben aber stehen. Sie ist aus Kärnten, Steiermark, Tschechien, Baden-Württemberg&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot; /&amp;gt; und dem Elsass bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau und Nutzung ==&lt;br /&gt;
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, im nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die [[Vegetationszeit]] beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche [[Agronomische Anbaugrenze|Anbaugrenze]] ist die 20&amp;amp;nbsp;°C-Juli-[[Isotherme]]. Im [[Himalaja]] wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot; /&amp;gt; Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, wegen hoher Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro [[Hektar]] und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder zu [[Hirsebier]] verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot; /&amp;gt; In Nordchina werden sie auch für  Hirsewein (ähnlich dem [[Reiswein]] Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen.&#039;&#039; Blackwell, Berlin/Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Panicum miliaceum|Rispenhirse (&#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;GFranke1994&amp;quot;&amp;gt;Gunther Franke (Hrsg.): &#039;&#039;Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. Band 2: Spezieller Pflanzenbau&#039;&#039;. Ulmer, Stuttgart 1994, S. 107f. ISBN 3-8252-1768-X&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WFranke1989&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Franke: &#039;&#039;Nutzpflanzenkunde. Nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen, und Tropen.&#039;&#039; 4. Auflage, Thieme, Stuttgart 1989, S. 101. ISBN 3-13-530404-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Körber-Grohne1995&amp;quot;&amp;gt;[[Udelgard Körber-Grohne]]: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute&#039;&#039;. Theiss, Stuttgart 1995 (Nachdruck ISBN 3-933203-40-6)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WCSP&amp;quot;&amp;gt;{{WCSP|Panicum miliaceum|Zugriff=2016-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{InfoFlora|ID=1032390|WissName=Panicum miliaceum L.|Abruf=2023-06-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1979&amp;quot;&amp;gt;[[Hans Joachim Conert]]: &#039;&#039;Familie Poaceae&#039;&#039;. In [[Gustav Hegi]]: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa&#039;&#039;. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 41–43. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmeil und Fitschen2019&amp;quot;&amp;gt;Michael Koltzenburg: &#039;&#039;Panicum&#039;&#039;. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 97. Auflage. S. 342. Verlag Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2019. ISBN 978-3-494-01700-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euro+Med&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube &amp;amp; G.Parolly (2009+): &#039;&#039;Poaceae (pro parte majore).&#039;&#039; [https://www.europlusmed.org/cdm_dataportal/taxon/522158f6-5504-4d04-bd13-ea425bb63234 Datenblatt &#039;&#039;Panicum miliaceum&#039;&#039; In: &#039;&#039;Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity&#039;&#039;.] &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4159957-3|LCCN=sh/96/9055|NDL=00565693}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rispenhirsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Getreideart]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kieler Archäologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenfeld_2m_hochh.jpg&amp;diff=14076</id>
		<title>Datei:Roggenfeld 2m hochh.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenfeld_2m_hochh.jpg&amp;diff=14076"/>
		<updated>2026-05-27T17:08:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Beschreibung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Goldenes Roggenfeld mit einer Höhe von 2 Metern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fotograf und Quelle ==&lt;br /&gt;
Eigenes Bild von [[:Benutzer: Equiseto]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=14075</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=14075"/>
		<updated>2026-05-27T16:16:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: Titelbild ausgewechselt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Roggenfeld 2m hochh.jpg|400px|mini|Goldenes Roggenfeld mit 2 Meter hohen Halmen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (&#039;&#039;Poaceae&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.dwds.de/wb/Roggen Roggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;DWDS.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und schießt zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort, wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten, wie [[Weizen]], [[Gerste]] und [[Hafer]], welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minus&amp;amp;shy;grade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr an&amp;amp;shy;passungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geisteswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion (in geistiger Sinnbedeutung) genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S.&amp;amp;nbsp;157–174 (englisch). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im Weizen-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S.&amp;amp;nbsp;75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6. bis 5.&amp;amp;nbsp;Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n.&amp;amp;nbsp;Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner: &#039;&#039;Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung.&#039;&#039; DLG-Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brotes als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22. Februar 2021. Der Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf [[w:Geest|Geestlandschaften]] Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder „schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter“ durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer,&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S.&amp;amp;nbsp;50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise „Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html Farbausleser für Getreide.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d.&amp;amp;nbsp;h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte – Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als „Bestockung“ bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1500 bis 2400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesät. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;August Schulz: [https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910–1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf Ab und bis wann kann Roggen gesät werden.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ryser: [https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm, auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das „energische Durchwurzeln“ bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, „wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://hyseed.de/anbauvorteile/ Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stängels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12&amp;amp;nbsp;°C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er „alle Monate des Jahreskreislaufs“ miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104–110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als „Weltmeister im Überleben“ bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900&amp;amp;nbsp;m „problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4&amp;amp;nbsp;Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;–&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet – daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30&amp;amp;nbsp;g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2&amp;amp;nbsp;g pro 100&amp;amp;nbsp;g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im [[Weizen]]. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutralisieren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S.&amp;amp;nbsp;W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach [[Hafer]] den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200&amp;amp;nbsp;g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100&amp;amp;nbsp;g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098–1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch die seelischen und geistigen Aspekte einer Krankheit, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, „das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln“ zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und „Nachverdauungseffekt“ (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda – Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. S.&amp;amp;nbsp;109–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, „als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen“ und die „Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut“. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d.&amp;amp;nbsp;h. die Höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300–500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die „Wurzelkräfte“ auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. […] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. […] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den „ganzen Jahreslauf umspannt“, sowie in der intensiven „Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht“ und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt, in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal. Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn „das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern „die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, „die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|mini|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|mini|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem, aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?&#039;&#039; GA 350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;299. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=299&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=296&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;298. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=298&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&lt;br /&gt;
:Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Schöpfung der Welt und des Menschen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;354. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3540-2, S.&amp;amp;nbsp;216. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_354.pdf#page=216&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts geboren, in der Hochphase der Kartoffelernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|350px|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die „Religion“&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anmerkung&amp;quot; name=&amp;quot;Rel&amp;quot; /&amp;gt; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe, wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25&amp;amp;nbsp;°C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5&amp;amp;nbsp;°C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode. Erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800&amp;amp;nbsp;°C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf#page=30&amp;amp;view=fit Landwirtschaft in früheren Zeiten.]&#039;&#039; PDF, S.&amp;amp;nbsp;30. In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer „Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht“ und kann „leicht durchwurzelt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch [[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]], der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften&#039;&#039; (PDF). Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/ Märkte und Marktentwicklung.] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, „spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag „die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger“ sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird „die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, „weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird“. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, „wo er nicht das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/ Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenbrot mit etwas Dinkel.jpg|300px|mini|Roggenvollkornbrot mit Sauerteig und typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4#page=9&amp;amp;view=fit Leitsätze für Brot und Kleingebäck.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das „Walliser Roggenbrot“, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens 10 Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|Verkleistern]], wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenfällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker wie Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039; Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um „den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen“ wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] eine recht niedrige Verdaulichkeit der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden. Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000&amp;amp;nbsp;t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200&amp;amp;nbsp;m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen – Bilder zu Wachstumsschritten&#039;&#039;] (Fotos 1–17). In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[w:Roggen_(Gattung)#Systematik|&#039;&#039;Systematik&#039;&#039;]] im Artikel &#039;&#039;Roggen (Gattung)&#039;&#039; in Wikipedia&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anmerkung&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rel&amp;quot;&amp;gt;Zum Verständnis, in welcher Sinnbedeutung Heinz Grill den Begriff Religion denkt, siehe die folgenden Zitate:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wir haben tatsächlich jetzt einen Punkt in unserer Entwicklung erreicht, an dem wir organisch extrem geschwächt sind und unsere Auswege hieraus darin suchen, daß wir uns entweder passiv oder in rein materieller Form der Religion zuwenden, oder wir suchen einen Ausweg, indem wir uns ganz besonders in Strukturen festsetzen und sichern. Das ist aber gerade das Gegenteil von religiösem Leben. Religiöses Leben und Wachstum der Seele sollten immer ausgehen von Individuation und somit ausgehen von einer innersten Bemühung. Diese innerste Bemühung ist etwas Entscheidendes und etwas Wichtiges. Sie ist die tragende Kraft. Wir werden durch Strukturen keinen Gewinn finden, denn Strukturen haben wir so viele, daß wir sie gar nicht mehr produktiv und wegweisend erleben können. Aber wir haben denkbar wenig innere Individuation, das heißt, innere Wege, die tatsächlich die Beziehung anbahnen zu den geistigen Welten, die letztlich auch mit der Beziehung zur Schöpfung oder zur Natur, zu allem, einhergeht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Über die Einheit von Körper, Seele und Geist.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag 2001, ISBN 978-3-935925-84-6, S.&amp;amp;nbsp;93.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es ist notwendig, daß wir einmal die Religion, das religiöses Leben mehr vom Seinsgedanken aus entwickeln, vom Seinsgedanken aus verstehen lernen und nicht orientiert sind am mentalen In-Besitz-nehmen. In unserer Kultur herrscht ja das Prinzip des Materialismus und des Konsumierens vor. In unserer Kultur haben wir die Zeichen des Erwerbes und all die ganzen Definitionen, die ganzen Machenschaften des Nutzprinzips. Wir fragen uns: »Was ist nützlich, was ist das Beste für uns?«, und wir verhalten uns auch auf diese Weise nehmend. Religion kann man nicht auf diese Weise praktizieren. Es ist denkbar unmöglich, den Christus Gottes zu nehmen. Es scheint zwar möglich zu sein in manchen Bereichen, aber es ist dies der Anfang des vollkommenen Verfalls, wenn man glaubt in Besitz nehmen zu können, was geistiger Natur ist, was nicht-materieller Natur ist, was nicht einmal substantieller Natur ist. Man kann im Bereich des Geistigen nicht nehmen. Man kann das Geistige nicht kaufen wie ein Auto und es dann als Besitzer für sich in Anspruch nehmen.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Über die Einheit von Körper, Seele und Geist.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;94.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S.&amp;amp;nbsp;828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenfeld_2m_hochh.jpg&amp;diff=14074</id>
		<title>Datei:Roggenfeld 2m hochh.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenfeld_2m_hochh.jpg&amp;diff=14074"/>
		<updated>2026-05-27T16:13:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: Goldenes Roggenfeld mit einer Höhe von 2 Metern
Quelle: Eigenes Bild von Equiseto&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Goldenes Roggenfeld mit einer Höhe von 2 Metern&lt;br /&gt;
Quelle: Eigenes Bild von Equiseto&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenbrot_mit_etwas_Dinkel.jpg&amp;diff=14073</id>
		<title>Datei:Roggenbrot mit etwas Dinkel.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenbrot_mit_etwas_Dinkel.jpg&amp;diff=14073"/>
		<updated>2026-05-27T16:11:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Beschreibung */ Roggen-Vollkornbrot mit etwas Dinkel-Vollkornmehl&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Roggen-Vollkornbrot mit etwas Dinkel-Vollkornmehl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fotograf und Quelle ===&lt;br /&gt;
Eigenes Bild von [[: Benutzer: Equiseto]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lizenz ==&lt;br /&gt;
{{Bild-CC-by-sa/4.0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=14072</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=14072"/>
		<updated>2026-05-27T16:00:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Roggen als Nahrungsmittel */  Brotbild ausgewechselt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (&#039;&#039;Poaceae&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.dwds.de/wb/Roggen Roggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;DWDS.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und schießt zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort, wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten, wie [[Weizen]], [[Gerste]] und [[Hafer]], welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minus&amp;amp;shy;grade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr an&amp;amp;shy;passungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geisteswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion (in geistiger Sinnbedeutung) genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S.&amp;amp;nbsp;157–174 (englisch). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im Weizen-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S.&amp;amp;nbsp;75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6. bis 5.&amp;amp;nbsp;Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n.&amp;amp;nbsp;Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner: &#039;&#039;Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung.&#039;&#039; DLG-Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brotes als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22. Februar 2021. Der Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf [[w:Geest|Geestlandschaften]] Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder „schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter“ durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer,&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S.&amp;amp;nbsp;50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise „Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html Farbausleser für Getreide.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d.&amp;amp;nbsp;h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte – Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als „Bestockung“ bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1500 bis 2400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesät. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;August Schulz: [https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910–1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf Ab und bis wann kann Roggen gesät werden.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ryser: [https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm, auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das „energische Durchwurzeln“ bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, „wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://hyseed.de/anbauvorteile/ Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stängels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12&amp;amp;nbsp;°C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er „alle Monate des Jahreskreislaufs“ miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104–110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als „Weltmeister im Überleben“ bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900&amp;amp;nbsp;m „problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4&amp;amp;nbsp;Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;–&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet – daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30&amp;amp;nbsp;g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2&amp;amp;nbsp;g pro 100&amp;amp;nbsp;g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im [[Weizen]]. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutralisieren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S.&amp;amp;nbsp;W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach [[Hafer]] den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200&amp;amp;nbsp;g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100&amp;amp;nbsp;g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098–1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch die seelischen und geistigen Aspekte einer Krankheit, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, „das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln“ zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und „Nachverdauungseffekt“ (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda – Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. S.&amp;amp;nbsp;109–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, „als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen“ und die „Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut“. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d.&amp;amp;nbsp;h. die Höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300–500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die „Wurzelkräfte“ auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. […] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. […] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den „ganzen Jahreslauf umspannt“, sowie in der intensiven „Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht“ und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt, in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal. Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn „das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern „die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, „die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|mini|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|mini|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem, aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?&#039;&#039; GA 350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;299. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=299&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;296. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=296&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;298. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=298&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&lt;br /&gt;
:Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Schöpfung der Welt und des Menschen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;354. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3540-2, S.&amp;amp;nbsp;216. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_354.pdf#page=216&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts geboren, in der Hochphase der Kartoffelernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|350px|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die „Religion“&amp;lt;ref group=&amp;quot;Anmerkung&amp;quot; name=&amp;quot;Rel&amp;quot; /&amp;gt; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe, wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25&amp;amp;nbsp;°C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5&amp;amp;nbsp;°C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode. Erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800&amp;amp;nbsp;°C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf#page=30&amp;amp;view=fit Landwirtschaft in früheren Zeiten.]&#039;&#039; PDF, S.&amp;amp;nbsp;30. In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer „Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht“ und kann „leicht durchwurzelt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch [[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]], der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften&#039;&#039; (PDF). Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/ Märkte und Marktentwicklung.] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, „spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag „die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger“ sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird „die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, „weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird“. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, „wo er nicht das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/ Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenbrot mit etwas Dinkel.jpg|300px|mini|Roggenvollkornbrot mit Sauerteig und typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4#page=9&amp;amp;view=fit Leitsätze für Brot und Kleingebäck.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das „Walliser Roggenbrot“, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens 10 Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|Verkleistern]], wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenfällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker wie Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039; Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um „den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen“ wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] eine recht niedrige Verdaulichkeit der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden. Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000&amp;amp;nbsp;t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200&amp;amp;nbsp;m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen – Bilder zu Wachstumsschritten&#039;&#039;] (Fotos 1–17). In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[w:Roggen_(Gattung)#Systematik|&#039;&#039;Systematik&#039;&#039;]] im Artikel &#039;&#039;Roggen (Gattung)&#039;&#039; in Wikipedia&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references group=&amp;quot;Anmerkung&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rel&amp;quot;&amp;gt;Zum Verständnis, in welcher Sinnbedeutung Heinz Grill den Begriff Religion denkt, siehe die folgenden Zitate:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wir haben tatsächlich jetzt einen Punkt in unserer Entwicklung erreicht, an dem wir organisch extrem geschwächt sind und unsere Auswege hieraus darin suchen, daß wir uns entweder passiv oder in rein materieller Form der Religion zuwenden, oder wir suchen einen Ausweg, indem wir uns ganz besonders in Strukturen festsetzen und sichern. Das ist aber gerade das Gegenteil von religiösem Leben. Religiöses Leben und Wachstum der Seele sollten immer ausgehen von Individuation und somit ausgehen von einer innersten Bemühung. Diese innerste Bemühung ist etwas Entscheidendes und etwas Wichtiges. Sie ist die tragende Kraft. Wir werden durch Strukturen keinen Gewinn finden, denn Strukturen haben wir so viele, daß wir sie gar nicht mehr produktiv und wegweisend erleben können. Aber wir haben denkbar wenig innere Individuation, das heißt, innere Wege, die tatsächlich die Beziehung anbahnen zu den geistigen Welten, die letztlich auch mit der Beziehung zur Schöpfung oder zur Natur, zu allem, einhergeht.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Über die Einheit von Körper, Seele und Geist.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag 2001, ISBN 978-3-935925-84-6, S.&amp;amp;nbsp;93.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es ist notwendig, daß wir einmal die Religion, das religiöses Leben mehr vom Seinsgedanken aus entwickeln, vom Seinsgedanken aus verstehen lernen und nicht orientiert sind am mentalen In-Besitz-nehmen. In unserer Kultur herrscht ja das Prinzip des Materialismus und des Konsumierens vor. In unserer Kultur haben wir die Zeichen des Erwerbes und all die ganzen Definitionen, die ganzen Machenschaften des Nutzprinzips. Wir fragen uns: »Was ist nützlich, was ist das Beste für uns?«, und wir verhalten uns auch auf diese Weise nehmend. Religion kann man nicht auf diese Weise praktizieren. Es ist denkbar unmöglich, den Christus Gottes zu nehmen. Es scheint zwar möglich zu sein in manchen Bereichen, aber es ist dies der Anfang des vollkommenen Verfalls, wenn man glaubt in Besitz nehmen zu können, was geistiger Natur ist, was nicht-materieller Natur ist, was nicht einmal substantieller Natur ist. Man kann im Bereich des Geistigen nicht nehmen. Man kann das Geistige nicht kaufen wie ein Auto und es dann als Besitzer für sich in Anspruch nehmen.“&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;small&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Über die Einheit von Körper, Seele und Geist.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;94.&amp;lt;/small&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S.&amp;amp;nbsp;828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenbrot_mit_etwas_Dinkel.jpg&amp;diff=14071</id>
		<title>Datei:Roggenbrot mit etwas Dinkel.jpg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Datei:Roggenbrot_mit_etwas_Dinkel.jpg&amp;diff=14071"/>
		<updated>2026-05-27T15:58:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: Roggen-Vollkornbrot mit etwas Dinkel-Vollkornmehl
Quelle: Eigenes Bild von Equiseto&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Roggen-Vollkornbrot mit etwas Dinkel-Vollkornmehl&lt;br /&gt;
Quelle: Eigenes Bild von Equiseto&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12885</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12885"/>
		<updated>2026-03-25T17:37:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geistige Sichtweise zum Roggen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (&#039;&#039;Poaceae&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.dwds.de/wb/Roggen Roggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;DWDS.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und schießt zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort, wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten, wie [[Weizen]], [[Gerste]] und [[Hafer]], welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minus&amp;amp;shy;grade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr an&amp;amp;shy;passungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geisteswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 (englisch). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im Weizen-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6. bis 5. Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n.&amp;amp;nbsp;Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner: &#039;&#039;Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung.&#039;&#039; DLG-Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brotes als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22. Februar 2021. Der Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf [[w:Geest|Geestlandschaften]] Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder „schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter“ durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer,&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise „Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html Farbausleser für Getreide.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d.&amp;amp;nbsp;h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte – Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als „Bestockung“ bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1500 bis 2400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesät. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;August Schulz: [https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910–1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf Ab und bis wann kann Roggen gesät werden.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ryser: [https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm, auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das „energische Durchwurzeln“ bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, „wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://hyseed.de/anbauvorteile/ Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stängels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12&amp;amp;nbsp;°C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er „alle Monate des Jahreskreislaufs“ miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104–110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als „Weltmeister im Überleben“ bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900&amp;amp;nbsp;m „problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4&amp;amp;nbsp;Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;–&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet – daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30&amp;amp;nbsp;g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2&amp;amp;nbsp;g pro 100&amp;amp;nbsp;g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im [[Weizen]]. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutralisieren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach [[Hafer]] den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200&amp;amp;nbsp;g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100&amp;amp;nbsp;g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098–1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch die seelischen und geistigen Aspekte einer Krankheit, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, „das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln“ zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und „Nachverdauungseffekt“ (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda – Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. S.&amp;amp;nbsp;109–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, „als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen“ und die „Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut“. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d.&amp;amp;nbsp;h. die Höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300–500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die „Wurzelkräfte“ auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. […] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. […] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den „ganzen Jahreslauf umspannt“, sowie in der intensiven „Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht“ und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt, in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal. Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn „das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern „die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, „die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|mini|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|mini|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem, aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?&#039;&#039; GA 350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;299. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=299&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039;  S.&amp;amp;nbsp;296. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=296&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039;  S.&amp;amp;nbsp;298. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=298&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&lt;br /&gt;
:Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Schöpfung der Welt und des Menschen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;354. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3540-2, S.&amp;amp;nbsp;216. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_354.pdf#page=216&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts geboren, in der Hochphase der Kartoffelernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|rhight|350px|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die „Religion“ und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzend zwei Zitate von Heinz Grill zum Begriff der Religion:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wir haben tatsächlich jetzt einen Punkt in unserer Entwicklung erreicht, an dem wir organisch extrem geschwächt sind und unsere Auswege hieraus darin suchen, daß wir uns entweder passiv oder in rein materieller Form der Religion zuwenden, oder wir suchen einen Ausweg, indem wir uns ganz besonders in Strukturen festsetzen und sichern. Das ist aber gerade das Gegenteil von religiösem Leben. Religiöses Leben und Wachstum der Seele sollten immer ausgehen von Individuation und somit ausgehen von einer innersten Bemühung. Diese innerste Bemühung ist etwas Entscheidendes und etwas Wichtiges. Sie ist die tragende Kraft. Wir werden durch Strukturen keinen Gewinn finden, denn Strukturen haben wir so viele, daß wir sie gar nicht mehr produktiv und wegweisend erleben können. Aber wir haben denkbar wenig innere Individuation, das heißt, innere Wege, die tatsächlich die Beziehung anbahnen zu den geistigen Welten, die letztlich auch mit der Beziehung zur Schöpfung oder zur Natur, zu allem, einhergeht.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Über die Einheit von Körper, Seele und Geist. Öffentliche Vorträge 1997 zu den Themen Angst, Seelsorge, Entwicklung der Individualität und Heilung.&#039;&#039; Lammers-Koll-Verlag 2001, ISBN: 978-3-935925-84-6, S.&amp;amp;nbsp;92-94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es ist notwendig, daß wir einmal die Religion, das religiöses Leben mehr vom Seinsgedanken aus entwickeln, vom Seinsgedanken aus verstehen lernen und nicht orientiert sind am mentalen In-Besitz-nehmen. In unserer Kultur herrscht ja das Prinzip des Materialismus und des Konsumierens vor. In unserer Kultur haben wir die Zeichen des Erwerbes und all die ganzen Definitionen, die ganzen Machenschaften des Nutzprinzips. Wir fragen uns: »Was ist nützlich, was ist das Beste für uns?«, und wir verhalten uns auch auf diese Weise nehmend. Religion kann man nicht auf diese Weise praktizieren. Es ist denkbar unmöglich, den Christus Gottes zu nehmen. Es scheint zwar möglich zu sein in manchen Bereichen, aber es ist dies der Anfang des vollkommenen Verfalls, wenn man glaubt in Besitz nehmen zu können, was geistiger Natur ist, was nicht-materieller Natur ist, was nicht einmal substantieller Natur ist. Man kann im Bereich des Geistigen nicht nehmen. Man kann das Geistige nicht kaufen wie ein Auto und es dann als Besitzer für sich in Anspruch nehmen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe, wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25&amp;amp;nbsp;°C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5&amp;amp;nbsp;°C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode. Erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800&amp;amp;nbsp;°C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf#page=30&amp;amp;view=fit Landwirtschaft in früheren Zeiten.]&#039;&#039; PDF, S. 30. In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer „Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht“ und kann „leicht durchwurzelt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch [[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]], der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften&#039;&#039; (PDF). Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/ Märkte und Marktentwicklung.] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, „spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag „die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger“ sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird „die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, „weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird“. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, „wo er nicht das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/ Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4#page=9&amp;amp;view=fit Leitsätze für Brot und Kleingebäck.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das „Walliser Roggenbrot“, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens 10 Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|Verkleistern]], wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenfällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker wie Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039; Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um „den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen“ wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] eine recht niedrige Verdaulichkeit der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden. Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000&amp;amp;nbsp;t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200&amp;amp;nbsp;m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen – Bilder zu Wachstumsschritten&#039;&#039;] (Fotos 1–17). In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [[w:Roggen_(Gattung)#Systematik|&#039;&#039;Systematik&#039;&#039;]] im Artikel &#039;&#039;Roggen (Gattung)&#039;&#039; in Wikipedia&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12877</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12877"/>
		<updated>2026-03-25T07:49:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Weblinks */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (&#039;&#039;Poaceae&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.dwds.de/wb/Roggen Roggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;DWDS.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und schießt zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort, wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten, wie [[Weizen]], [[Gerste]] und [[Hafer]], welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minus&amp;amp;shy;grade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr an&amp;amp;shy;passungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geisteswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 (englisch). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im Weizen-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6. bis 5. Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n.&amp;amp;nbsp;Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner: &#039;&#039;Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung.&#039;&#039; DLG-Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brotes als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22. Februar 2021. Der Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf [[w:Geest|Geestlandschaften]] Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder „schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter“ durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer,&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise „Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html Farbausleser für Getreide.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d.&amp;amp;nbsp;h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte – Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als „Bestockung“ bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1500 bis 2400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesät. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;August Schulz: [https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910–1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf Ab und bis wann kann Roggen gesät werden.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ryser: [https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm, auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das „energische Durchwurzeln“ bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, „wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://hyseed.de/anbauvorteile/ Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stängels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12&amp;amp;nbsp;°C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er „alle Monate des Jahreskreislaufs“ miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104–110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als „Weltmeister im Überleben“ bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900&amp;amp;nbsp;m „problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4&amp;amp;nbsp;Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;–&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet – daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30&amp;amp;nbsp;g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2&amp;amp;nbsp;g pro 100&amp;amp;nbsp;g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im [[Weizen]]. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutralisieren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach [[Hafer]] den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200&amp;amp;nbsp;g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100&amp;amp;nbsp;g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098–1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch die seelischen und geistigen Aspekte einer Krankheit, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, „das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln“ zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und „Nachverdauungseffekt“ (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda – Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. S.&amp;amp;nbsp;109–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, „als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen“ und die „Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut“. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d.&amp;amp;nbsp;h. die Höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300–500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die „Wurzelkräfte“ auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. […] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. […] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den „ganzen Jahreslauf umspannt“, sowie in der intensiven „Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht“ und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt, in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal. Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn „das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern „die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, „die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|mini|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|mini|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem, aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?&#039;&#039; GA 350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;299. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=299&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039;  S.&amp;amp;nbsp;296. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=296&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039;  S.&amp;amp;nbsp;298. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=298&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&lt;br /&gt;
:Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Schöpfung der Welt und des Menschen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;354. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3540-2, S.&amp;amp;nbsp;216. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_354.pdf#page=216&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts geboren, in der Hochphase der Kartoffelernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die „Religion“ und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|center|350px|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe, wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25&amp;amp;nbsp;°C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5&amp;amp;nbsp;°C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode. Erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800&amp;amp;nbsp;°C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf#page=30&amp;amp;view=fit Landwirtschaft in früheren Zeiten.]&#039;&#039; PDF, S. 30. In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer „Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht“ und kann „leicht durchwurzelt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch [[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]], der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften&#039;&#039; (PDF). Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/ Märkte und Marktentwicklung.] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, „spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag „die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger“ sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird „die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, „weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird“. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, „wo er nicht das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/ Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4#page=9&amp;amp;view=fit Leitsätze für Brot und Kleingebäck.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das „Walliser Roggenbrot“, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens 10 Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|Verkleistern]], wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenfällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker wie Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039; Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um „den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen“ wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] eine recht niedrige Verdaulichkeit der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden. Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000&amp;amp;nbsp;t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200&amp;amp;nbsp;m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://de.wikipedia.org/wiki/Roggen_(Gattung) &#039;&#039;Roggen - Systematik.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wikipedia. Roggen (Gattung).&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12864</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12864"/>
		<updated>2026-03-21T06:54:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Roggen als Futtermittel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (&#039;&#039;Poaceae&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.dwds.de/wb/Roggen Roggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;DWDS.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und schießt zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort, wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten, wie [[Weizen]], [[Gerste]] und [[Hafer]], welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minus&amp;amp;shy;grade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr an&amp;amp;shy;passungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geisteswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 (englisch). &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v.&amp;amp;nbsp;Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im Weizen-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6. bis 5. Jh. v.&amp;amp;nbsp;Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n.&amp;amp;nbsp;Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner: &#039;&#039;Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung.&#039;&#039; DLG-Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brotes als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22. Februar 2021. Der Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf [[w:Geest|Geestlandschaften]] Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder „schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter“ durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer,&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise „Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html Farbausleser für Getreide.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;.] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d.&amp;amp;nbsp;h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7.,&amp;amp;nbsp;korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte – Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als „Bestockung“ bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1500 bis 2400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesät. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;August Schulz: [https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910–1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf Ab und bis wann kann Roggen gesät werden.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Ryser: [https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm, auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das „energische Durchwurzeln“ bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, „wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://hyseed.de/anbauvorteile/ Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter)&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stängels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12&amp;amp;nbsp;°C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er „alle Monate des Jahreskreislaufs“ miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;104–110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als „Weltmeister im Überleben“ bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900&amp;amp;nbsp;m „problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4&amp;amp;nbsp;Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;–&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet – daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30&amp;amp;nbsp;g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2&amp;amp;nbsp;g pro 100&amp;amp;nbsp;g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im [[Weizen]]. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutralisieren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Aminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach [[Hafer]] den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200&amp;amp;nbsp;g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100&amp;amp;nbsp;g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098–1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch die seelischen und geistigen Aspekte einer Krankheit, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, „das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln“ zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und „Nachverdauungseffekt“ (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda – Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. S.&amp;amp;nbsp;109–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, „als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen“ und die „Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut“. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d.&amp;amp;nbsp;h. die Höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300–500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die „Wurzelkräfte“ auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„[…] der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. […] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. […] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den „ganzen Jahreslauf umspannt“, sowie in der intensiven „Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht“ und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt, in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal. Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn „das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern „die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, „die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|mini|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|mini|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem, aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?&#039;&#039; GA 350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;299. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=299&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039;  S.&amp;amp;nbsp;296. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=296&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen.&#039;&#039;  S.&amp;amp;nbsp;298. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=298&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&lt;br /&gt;
:Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Schöpfung der Welt und des Menschen.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;354. 3. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3540-2, S.&amp;amp;nbsp;216. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_354.pdf#page=216&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts geboren, in der Hochphase der Kartoffelernährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die „Religion“ und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|center|350px|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe, wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25&amp;amp;nbsp;°C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5&amp;amp;nbsp;°C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode. Erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800&amp;amp;nbsp;°C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850&amp;amp;nbsp;m.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf#page=30&amp;amp;view=fit Landwirtschaft in früheren Zeiten.]&#039;&#039; PDF, S. 30. In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer „Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht“ und kann „leicht durchwurzelt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/ Bodengare.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch [[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]], der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften&#039;&#039; (PDF). Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/ Märkte und Marktentwicklung.] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, „spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag „die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger“ sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird „die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, „weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird“. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, „wo er nicht das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/ Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4#page=9&amp;amp;view=fit Leitsätze für Brot und Kleingebäck.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das „Walliser Roggenbrot“, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens 10 Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|Verkleistern]], wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenfällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9.&amp;amp;nbsp;März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker wie Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039; Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um „den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen“ wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling. Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] eine recht niedrige Verdaulichkeit der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden. Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftsjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000&amp;amp;nbsp;t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200&amp;amp;nbsp;m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|&#039;&#039;Roggenfeld&#039;&#039;, Gemälde von [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12847</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12847"/>
		<updated>2026-03-20T20:22:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Schädlinge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12846</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12846"/>
		<updated>2026-03-20T20:16:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Ökologie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Als Fremdbestäuber hat Roggen sehr lange Staubfäden]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12845</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12845"/>
		<updated>2026-03-20T20:15:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12844</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12844"/>
		<updated>2026-03-20T20:11:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12843</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12843"/>
		<updated>2026-03-20T20:07:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Roggen aus ganzheitlicher Sicht */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12842</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12842"/>
		<updated>2026-03-20T20:05:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geistige Sichtweise zum Roggen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren sind Früchte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12841</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12841"/>
		<updated>2026-03-20T20:03:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12840</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12840"/>
		<updated>2026-03-20T20:01:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12839</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12839"/>
		<updated>2026-03-20T19:59:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Roggen aus ganzheitlicher Sicht */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Maria_Saal_Zollfeld_roem_Municipium_Claudium_Virunum_Roggenfeld_vor_Arndorf_24062017_9806.jpg|mini|Goldenes Roggenfeld]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_DSC_4773.jpg|mini|Reife Roggenähren. Die Körner sitzen locker und gut sichtbar in den Ähren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12838</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12838"/>
		<updated>2026-03-20T19:51:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Ökologie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Erntearbeiten_auf_einem_Roggenfeld_in_Schleswig-Holstein_(Kiel_70.956).jpg|300px|mini|right|Roggenernte zu früheren Zeiten mit vielen Garben auf dem Feld]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12837</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12837"/>
		<updated>2026-03-20T19:41:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Verwendung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ryebread.jpg|300px|mini|right|Roggenbrot mit typisch rotbrauner Kruste]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12836</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12836"/>
		<updated>2026-03-20T19:38:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen, Rogggenstorf oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12835</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12835"/>
		<updated>2026-03-20T19:16:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Anbau */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Olga_Lagoda-Shishkina_Rye_1880.jpg|mini|Gemälde Roggenfeld von Olga Lagoda-Shishkina]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12834</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12834"/>
		<updated>2026-03-20T19:14:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12833</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12833"/>
		<updated>2026-03-20T19:13:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Anbau */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye_garbs.jpg|mini|Roggengarbe wie sie früher zum Trocknen des Getreides aufgestellt wurden.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen_Roggenburg.svg|200px|mini|right|Wappen von Roggenburg mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12832</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12832"/>
		<updated>2026-03-20T19:08:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Ökologie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Secale_cereale_kz01.jpg|300px|mini|right|Junge Roggenpflanzen]]&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen_Roggenburg.svg|200px|mini|right|Wappen von Roggenburg mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12831</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12831"/>
		<updated>2026-03-20T18:55:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Rockenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen_Roggenburg.svg|200px|mini|right|Wappen von Roggenburg mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12830</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12830"/>
		<updated>2026-03-20T18:53:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Bedeutung als nachwachsender Rohstoff */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Roggenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen_Roggenburg.svg|200px|mini|right|Wappen von Roggenburg mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
[[Datei:DEU_Rockenhausen_COA.svg|200px|mini|right|Wappen von Rockenhausen mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12829</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12829"/>
		<updated>2026-03-20T18:51:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Roggen zur Alkoholherstellung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Roggenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen_Roggenburg.svg|200px|mini|right|Wappen von Roggenburg mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12828</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12828"/>
		<updated>2026-03-20T18:51:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Roggen zur Alkoholherstellung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Roggenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen_Roggenburg.svg|300px|mini|right|Wappen von Roggenburg mit 3 goldenen Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12827</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12827"/>
		<updated>2026-03-20T18:48:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Geschichte */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die frühere Bedeutung des Roggen spiegelt sich auch in verschiedenen Ortsnamen wieder wie Roggenburg, Roggenberg, Roggendorf, Roggen, Roggenhausen oder dem Gebiet Roggenboden in der Wildschönau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12826</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12826"/>
		<updated>2026-03-20T18:34:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ivan_Shishkin_-_Рожь_-_Google_Art_Project.jpg|300px|mini|rhigt|Roggenfeld des Malers [[w:Iwan Iwanowitsch Schischkin|Ivan Shishkin]]]]&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12825</id>
		<title>Roggen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Roggen&amp;diff=12825"/>
		<updated>2026-03-20T18:15:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Equiseto: /* Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Bild von Erich Westendarp auf Pixabay hpgruesen-rye-in-barley-field-2366271 1920.jpg|400px|mini|right|Lange Roggenhalme im Gerstenfeld, welches sie weit überragen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Roggen&#039;&#039;&#039; (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) ist eine in den [[w:Gemäßigte Breiten|gemäßigten Breiten]] verbreitete [[Getreide]]art aus der [[w:Familie (Biologie)|Familie]] der [[w:Süßgräser|Süßgräser]] (Poaceae).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name Roggen stammt vom althochdeutschen &#039;&#039;roggo&#039;&#039; bzw. mittelhochdeutschen &#039;&#039;rocke, rogge&#039;&#039; ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dwds.de/wb/Roggen; Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache&#039;&#039;] In: &#039;&#039;dwds.&#039;&#039; Abgerufen am 24. Februar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen nimmt gegenüber den anderen Getreidearten in unseren Breiten fast eine Sonderstellung ein: Er hat die längsten Halme und &amp;quot;schießt&amp;quot; zu Wuchshöhen von über 2 Metern auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=137s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben&#039;&#039; (YouTube-Kanal). Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichzeitig hat er die stärkste Verwurzelung und kann dort wo er wächst, den Boden lockern, durchlüften und die Humusbildung fördern. Als Fremdbefruchter ist er &amp;quot;einzigartig unter den kleinkörnigen Getreidearten&amp;quot;, wie Weizen, Gerste und Hafer, welche Selbstbefruchter sind. Schließlich ist er ein Lichtkeimer, im Gegensatz zu Weizen, Gerste und Hafer, die Dunkelkeimer sind. Er erträgt tiefe Minusgrade und lange Kälteperioden und nimmt von der Aussaat bis zur Ernte am gesamten Jahreslauf teil, während Gerste schon nach 3 Monaten geerntet werden kann. Er gedeiht auf sehr schlechten Böden gut, wo Weizen keine Erträge mehr bringt. Als anspruchsloses und sehr anpassungsfähiges Getreide wird er in seinen Eigenschaften sogar als ein Getreide mit guten Möglichkeiten für die Zukunft wahrgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioökonomie.de des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistigeswissenschaftlicher Sicht wird er als ein Getreide beschrieben, das neben dem Weizen den Menschen am meisten kräftigt und als dessen geistige Eigenschaft die Religion genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:A_crop_of_Rye_(Secale_cereale)_-_geograph.org.uk_-_7505311.jpg|mini|Roggenfeld mit dem typischen leicht bläulichen Farbton durch den Blütenfarbstoff [[w:Anthocyane|Anthocyane.]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rye-yield_(OWID_0959).png|mini|Verbreitung und Ertrag des Roggens weltweit in der heutigen Zeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mutterkorn 090719.jpg|mini|Roggenähre mit [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] (dunkle, längliche, hornartig gebogene  Form), der Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des [[w:Mutterkornpilz|Mutterkornpilz]]es &#039;&#039;Claviceps purpurea&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sklerocja.JPG|mini|Schwarze Körner des Mutterkorn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[w:Hans Joachim Conert|Hans Joachim Conert]] wird &#039;&#039;Secale vavilovii&#039;&#039; als unmittelbarer Vorfahre des Roggens angenommen. Diese Art ist ein Selbstbefruchter. Als sie in Gebiete gebracht wurde, wo auch &#039;&#039;Secale montanum&#039;&#039; vorkommt, kam es zu einer [[w:Introgression|Introgression]] und so könnte der einjährige, zähspindelige, fremdbefruchtende Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) entstanden sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen war im Orient ein [[w:Gras|Wildgras]]. Seine Samen wurden in die [[Weizen]]- und [[Gerste]]nfelder [[w:Samenausbreitung|eingeschleppt]] ([[w:Anemochorie|Wind]], [[w:Zoochorie|Tiere]]) und [[w:Speirochorie|breiteten]] sich allmählich im Saatgut aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Gordon Hillman: &#039;&#039;[https://www.jstor.org/stable/3642748 On the origins of domestic rye: Secale cereale: the finds from Aceramic Can Hasan III in Turkey]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Anatolian Studies&#039;&#039;, Band 28, 1978, S. 157–174 &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fehlen Hinweise auf die Nutzung von Roggen aber fast völlig, bis er in archäologischen Funden in Europa, die aus der Zeit von ca. 1800–1500 v. Chr. stammen, wieder erscheint. Möglicherweise wurde er als Verunreinigung im [[Weizen]]-Saatgut nach Europa eingeschleppt und erst hier gezielt kultiviert (siehe auch [[w:Sekundärgetreide|Sekundärgetreide]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Zohary, Maria Hopf: &#039;&#039;Domestication of plants in the Old World.&#039;&#039; 3. Auflage. University Press, Oxford 2000, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland tauchen Roggenkörner in archäologischen Ausgrabungen erst im 6.–5. Jahrhundert v. Chr. (also in der [[w:Hallstattzeit|Hallstattzeit]]) auf&amp;lt;ref&amp;gt;Udelgard Körber-Grohne: &#039;&#039;Nutzpflanzen in Deutschland: Kulturgeschichte und Biologie.&#039;&#039; Verlag Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0481-0.&amp;lt;/ref&amp;gt; und damit erst 3000–3500 Jahre nach dem Beginn der Ackerbaukultur ([[w:Linearbandkeramische Kultur|Bandkeramik]]). Die Römer kannten Roggen, [[w:Plinius der Ältere|Plinius der Ältere]] bezeichnet ihn aber in seiner um 79 n. Chr. verfassten [[w:Naturalis historia|Naturalis historia]] (Buch 18, Stichwort 40) als minderwertig und magenschädlich, nur geeignet, um in Notzeiten den Hungertod abzuwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil ihm Winterfröste, Krankheiten, Trockenheit und Nährstoffmangel weniger anhaben können als dem anspruchsvollen Weizen, hat sich der Roggen im rauen Klima Mittel- und Nordeuropas durchgesetzt und wurde zum einzigen Brotgetreide der Slawen, Kelten und Germanen. Über 1200 Jahre war der Roggen in Deutschland die wichtigste Brotfrucht und wurde oft schlicht „das Korn“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Miedaner „Roggen: Vom Unkraut zur Volksnahrung“. DLG-Verlag Frankfurt 1997, ISBN=3-7690-0540-6, S.&amp;amp;nbsp;5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lateinische Bezeichnung des Roggens bzw. des Roggenkorns&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/IPZPGDAJHQMCPID3C73KHCTYXBTYOP2A &#039;&#039;Cap. 370. Roggen oder Korn, Siligo.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Digitale Bibliothek. Kultur und Wissen online.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; war &#039;&#039;Siligo&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen nicht nur Kälte und Feuchtigkeit besser widersteht als Weizen, sondern zudem auch kein mühsames Entfernen der Spelze nötig ist („Nacktgetreide“), stellte der Wiener Historiker [[w:Michael Mitterauer|Michael Mitterauer]] die These auf, dass der zunehmende Roggenanbau seit der [[w:Eisenzeit|Eisenzeit]] maßgeblich zum langfristigen Aufstieg des nordalpinen Europa beitrug, insbesondere nachdem in der [[w:Spätantike|Spätantike]] die Importe aus dem Mittelmeerraum zeitweise kollabierten. Da Roggen sich kaum zu Brei verarbeiten lässt, führte dies auch zum Aufstieg des Brot als Grundnahrungsmittel. Die zum Mahlen des Roggens beständig nötige Energie habe, so die These, im Mittelalter den Ausbau von Mühlen vorangetrieben, wovon auch die Entwicklung anderer Gewerbe profitiert habe. Für die schweren, feuchten Böden des nördlichen Europa seien wiederum schwerere Pflüge und kräftigeres Vieh nötig gewesen, die wiederum Verkehr (Zugtiere) und Großgüterwirtschaft befördert hätten. Mitterauer sieht damit im Roggen mittelbar einen wesentlichen Faktor für den „Sonderweg Europas“, der später zu dessen weltweiter Vorherrschaft führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Berthold Seewald: &#039;&#039;[https://www.welt.de/geschichte/article132096283/Kulturgeschichte-Erst-der-Roggen-machte-Europa-zum-Abendland.html Erst der Roggen machte Europa zum Abendland]&#039;&#039;. In: &#039;&#039;Welt&#039;&#039;, 22.02.2021. Artikel bezieht sich v.&amp;amp;nbsp;a. auf: Michael Mitterauer: &#039;&#039;Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderwegs&#039;&#039;. 4. Aufl., Beck, München 2004; sowie: Hansjörg Küster: &#039;&#039;Am Anfang war das Korn. Eine andere Geschichte der Menschheit&#039;&#039;. Beck, München 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch jüngere Forschungsergebnisse betonen, dass Roggen im mittelalterlichen Mitteleuropa eine der wichtigsten Kulturpflanzen war und dass die Ausweitung des Roggenanbaus durch Düngung eine Rolle in gesellschaftlichen Veränderungen gespielt haben könnte. Die weniger risikobehaftete Ernährung kann wachsende soziale Hierarchien und Ungleichheiten im Mittelalter begünstigt haben. Die Praxis der Düngung trug zudem zum Übergang von kleinen Einzelgehöften zu größeren Dorfgemeinschaften und Städten bei, vor allem auf Geestlandschaften Norddeutschlands.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.biorxiv.org/content/10.1101/2024.08.12.607590v1.full &#039;&#039;Stabile Isotopenanalysen ( δ 13 C, δ 15 N, δ 34 S) zeigen unterschiedliche Düngepraktiken von Roggen ( Secale cereale ) in Nordeuropa seit 1500 Jahren.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioRxiv.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland stellte Roggen im 12. und 13. Jahrhundert das Hauptbrotgetreide dar. Bis hin zum Zweiten Weltkrieg war seine Anbaufläche noch größer als die des Weizens.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.iva.de/iva-magazin/schule-wissen/roggen-vom-brotgetreide-zum-multitalent#:~:text=%C2%A9%20agrar%2Dpress-,Roggen%20wird%20in%20Deutschland%20bevorzugt%20auf%20sandigen%20B%C3%B6den%20angebaut%2C%20weil,Wurzelnetz%20anderen%20Getreidearten%20%C3%BCberlegen%20ist. &#039;&#039;Roggen: Vom Brotgetreide zum Multitalient.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Industrieverband Agrar e. V. (iva).&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Pilzkrankheit, die vorwiegend den Roggen befällt, hatte bis in das späte 19. Jahrhundert hinein gravierende Folgen für viele Menschen. Es&lt;br /&gt;
handelt sich um den Pilz [[w:Mutterkorn|Claviceps purpurea]], der in der Roggenähre bis zu vier Zentimeter lange hornartig gebogene schwarze Körner bildet, welche sehr giftig sind. Lange Zeit war die Giftigkeit nicht bekannt und so traten immer wieder &amp;quot;schwere Massenvergiftungen mit epidemischem Charakter&amp;quot; durch mit Mutterkorn verunreinigtes Mehl oder Brot auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Besonders in regenreichen und warmen Sommern wurden die Ähren stark mit Mutterkorn infiziert und sorgten bis ins späte 19. Jahrhundert hinein für grausame Intoxikationen mit zentralnervösen Störungen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen (Ergotismus), die zum Absterben von Gliedmaßen führten und oftmals auch tödlich endeten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PTA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
943&amp;lt;ref&amp;gt;Sven Moeschlin: &#039;&#039;Klinik und Therapie der Vergiftungen.&#039;&#039; 7., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart u.&amp;amp;nbsp;a. 1986, ISBN 3-13-378407-2, S.&amp;amp;nbsp;634–666.&amp;lt;/ref&amp;gt; sollen europaweit&amp;amp;nbsp;– vorwiegend in Frankreich und Spanien&amp;amp;nbsp;– etwa 40.000&amp;amp;nbsp;Menschen einer Mutterkornepidemie zum Opfer gefallen sein. Man bezeichnete die Erkrankung als &#039;&#039;Antoniusfeuer&#039;&#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/ergotalkaloide-vorkommen-toxizitaet-analytik-hoechstgehalte &#039;&#039;Ergotalkaloide – Vorkommen, Toxizität, Analytik, Höchstgehalte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;LCI Lebensmittelchemisches Institut.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; (benannt nach dem [[w:Antonius der Große|heiligen Antonius]], in den die Erkrankten im Gebet ihre Hoffnung auf Heilung setzten&amp;lt;ref&amp;gt;Daniel Carlo Pangerl: &#039;&#039;Antoniusfeuer. Die rätselhafte Plage.&#039;&#039; 2019, S. 50 und 52.&amp;lt;/ref&amp;gt;). Andere Namen für das Mutterkorn waren beispielsweise &amp;quot;Purpurroter Hahnenpilz, Ergot, Krähenkorn, Hahnensporn, Hungerkorn oder Tollkorn&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LCI&amp;quot; /&amp;gt; Heute sind durch landwirtschaftliche Reduzierungsmaßnahmen, routinemäßige Kontrollen und Höchstmengenverordnungen Mutterkorn-Epidemien praktisch ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/mutterkornalkaloide/index.htm#:~:text=Mutterkorn%20ist%20die%20%C3%9Cberwinterungsform%20des,und%20die%20hochgiftigen%20Mutterkornalkaloide%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Mutterkorn und Mutterkornalkaloide in Getreide und Mehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem gibt es hochmoderne [[w:Farbsortierer|Farbsortierer]], welche das auffällig dunkelviolette bis schwarze Mutterkorn zuverlässig aus dem Getreide auslesen können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.iburgshof.de/html/farbausleser.html#:~:text=...-,FARBAUSLESER,bisher%20noch%20nicht%20ausprobiert%20haben &#039;&#039;Farbausleser für Getreide.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;IBURGSHOF Getreideaufarbeitung und Vermarktung.&#039;&#039; Abgerufen am 6. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seiner Bedeutung für die Brotherstellung wurde das zähe Stroh des Roggens in großem Umfang zur Herstellung von [[w:Weller (Baustoff)|Wellerhölzern]] verwendet, die als Bauelemente in traditionellen Fachwerkhäusern eingesetzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mdpi.com/2073-4395/11/12/2451 &#039;&#039;Toward an Investigation of Diversity and Cultivation of Rye (Secale cereale ssp. cereale L.) in Germany: Methodological Insights and First Results from Early Modern Plant Material&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MDPI.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1980er Jahren werden neben den klassischen [[w:Population (Biologie)|Populationssorten]] auch [[w:Pflanzenzüchtung#Hybridzüchtung|Hybridsorten]] gezüchtet, die eine bessere Krankheitsresistenz, höhere Erträge ([[w:Heterosis-Effekt|Heterosis-Effekt]]) und eine geringere [[w:Auswuchs|Auswuchs]]neigung aufweisen. Frühe [[w:Hybride|Hybridsorten]] waren durchweg wegen der geringeren Pollenausschüttung anfälliger für [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]]. Mittlerweile ist diese Eigenschaft sehr stark sortenabhängig, und die Züchter haben die Pollenausschüttung von Hybridsorten stark verbessert, so dass nicht mehr gesagt werden kann, dass Hybridsorten anfälliger gegen Mutterkorn seien als Populationssorten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine moderne Kreuzung aus Weizen und Roggen, die [[w:Triticale|Triticale]], vereint mehrere positive Eigenschaften beider Arten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei: Starr-181031-5811-Secale cereale-home grown berries-Hawea Pl Olinda-Maui (45816612071).jpg|mini|Grau-grüne Roggenkörner]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vegetative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Roggen wird 1 bis 1,5 (auch bis 3) Meter hoch. Jeder Halm trägt 4 bis 5 (bis 8) kahle Knoten. Die Blattscheiden sind bis zum Grund offen, glatt und kahl oder zerstreut behaart. Die Ligula ist ein 0,5 bis 1 Millimeter hoher kahler, kragenförmiger, häutiger Saum. Die Blattspreiten sind 10 bis 30 Zentimeter lang und 5 bis 10 Millimeter breit. Die Blattspreite hat am Grunde 2 schmale, den Halm umgreifende Öhrchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Generative Merkmale ===&lt;br /&gt;
Der Roggen besitzt eine 5 bis 20 Zentimeter lange (ohne [[w:Granne|Grannen]] gemessen), etwa 10 Millimeter breite, vierkantige, zur Blütezeit leicht überhängende [[w:Ähre|Ähre]]. Sie trägt 2 Reihen von einzeln und wechselständig an den Knoten der Ährenspindel sitzenden Ährchen. Die Ährchen sind zweiblütig und mit einem Achsenfortsatz über dem oberen Blütchen. Die Ährchen sind (ohne die Grannen) 10 bis 16 Millimeter lang.Die Hüllspelzen sind einnervig, untereinander gleich und 8 bis 12 Millimeter lang, gekielt, spitz oder in eine 3 Millimeter lange Granne auslaufend. Die Deckspelzen sind 5-nervig, 8 bis 15 Millimeter lang und laufen in eine bis 10 Zentimeter lange, gerade und raue Granne aus. Sie sind auf dem Kiel mit kurzen steifen, kammartig abstehenden Haaren besetzt. Die zweinervigen Vorspelzen sind fast so lang wie die Deckspelzen. Die 3 Staubblätter haben Staubbeutel, die 10 bis 12 Millimeter lang sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Blütenbiologisch handelt es sich um einen windblütigen „Langstaubfädigen Typ“. Der [[w:Pollen|Pollen]] ist relativ groß und schwer. Die Blüten werden durch einen Anstieg des [[w:Turgor|Turgor]]s in den Schwellkörpern geöffnet und danach innerhalb einer halben Stunde durch ein Absinken des Turgors wieder geschlossen. Oft öffnen sich viele Blüten gleichzeitig, d. h. in „Pulsen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot;&amp;gt;Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: &#039;&#039;Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt.&#039;&#039; 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle &amp;amp; Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Die [[w:Tausendkornmasse|Tausendkornmasse]] (Masse von 1000 Körnern) beträgt bei Roggen 28 bis 50 Gramm.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://www.bundessortenamt.de/bsa/media/Files/BSL/bsl_getreide_2021.pdf Informationen zu Roggen.]&#039;&#039; (PDF) In: &#039;&#039;bundessortenamt.de.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggenblüte2.jpg|mini|Roggenblüte - Die Staubfäden sind recht lang]]&lt;br /&gt;
[[Datei: Wurzelbereich des Waldstaudenroggen.jpg|mini|Aus einem Korn können viele Halme wachsen. Dies wird als &amp;quot;Bestockung&amp;quot; bezeichnet.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen wird als einjährige Pflanze kultiviert und wird deshalb wie die anderen Getreide jedes Jahr neu ausgesäht. Prof. August Schulz weist darauf hin, dass Roggen nach der Ernte jedoch wieder austreiben kann und zu Ähren tragenden Halmen heranwächst, wenn man die Stoppeln lange genug auf dem Feld stehen lässt. Daraus erkenne man deutlich, dass Roggen von mehrjährigen Wildformen abstammt und tatsächlich seien alle Wildformen, die als Vorfahren infrage kommen, mehrjährig. Er erwähnt, dass diese Eigenschaft des Roggens in einigen Gebieten Russlands genutzt wird und er dort als mehrjährige Pflanze kultiviert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.zobodat.at/pdf/Jber-Westfaelische-Porv-Verein-Wiss-Kunst_39_1910-1911_0153-0163.pdf &#039;&#039;Die Geschichte des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZOBODAT. Zoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical DatabaseZoologisch-Botanische Datenbank/Zoological-Botanical Database. Jahresbericht des Westfälischen Provinzial-Vereins für Wissenschaft und Kunst aus dem Jahr 1910-1911.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]]. Als Lichtkeimer bezeichnet man Pflanzen, deren Samen zur [[w:Keimung|Keimung]] – zusätzlich zu den üblichen Keimbedingungen Wasser, Wärme und Sauerstoff – auch Licht benötigen. Die Steuerung dieses Vorganges erfolgt über Photorezeptoren des [[w:Phytochrom|Phytochrom]]systems.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: &#039;&#039;Lehrbuch der Botanik für Hochschulen.&#039;&#039; Begründet von Eduard Strasburger, Fritz Noll, Heinrich Schenck, A. F. Wilhelm Schimper. 33. Auflage. Gustav Fischer, Stuttgart/Jena/New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S.&amp;amp;nbsp;404.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/lichtkeimer-und-dunkelkeimer &#039;&#039;Licht- und Dunkelkeimer: Unterschiede &amp;amp; Liste mit Pflanzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist eine [[w:Langtagpflanze|Langtagpflanze]]. Das bedeutet, dass er für seine Vegetationsschritte eine bestimmte Mindesttageslänge benötigt. Die Lichtphase des Tages muss mehr als 13 Stunden betragen, damit er beispielsweise zu keimen beginnt oder damit er blühen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://egz.at/pdfs/6zsgp/ab-und-bis-wann-kann-roggen-ges%C3%A4t-werden.pdf &#039;&#039;ab-und-bis-wann-kann-roggen-gesät-werden.pdf.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarzeitung online.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist ein Intensivwurzler, seine Wurzeln reichen bis 1 Meter tief. Bei einer frei stehenden Pflanze können die Wurzeln alle zusammen genommen eine Gesamtlänge von 622 Kilometern erreichen und das Wurzelwerk eine Oberfläche von 237 Quadratmetern erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.proquest.com/openview/b1a7832035fff2c6cea0d3ea55b47b98/1?pq-origsite=gscholar&amp;amp;cbl=54098#:~:text=Full%20Text,experiment%20to%20tackle%20this%20mystery. &#039;&#039;The mysterious root length.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plant Soil (2006).&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sein „gigantisches Wurzelnetzwerk“ ermöglicht ihm auf sehr effiziente Weise viele Nährstoffe sowie Wasser aus dem Boden aufzunehmen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen – Erkennen und Nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 27. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;quot;energische Durchwurzeln&amp;quot; bewirkt aber gleichzeitig auch eine Verbesserung für den Boden, weil die vielen Wurzeln die Erde auflockern und den Boden regenerieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;103.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiterhin reduziert Roggen die wichtigsten Schädlinge, welche Kartoffeln und Gemüse befallen, da seine Wurzeln Nematoden einfangen, &amp;quot;wenn sie in die Wurzeln eindringen, ohne eine Chance zu entkommen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.camino-verde.org/gruenduenger-blogbeitrag.html &#039;&#039;Gründünger - Pflanzen zur Bodenverbesserung von Markus Weimar.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ostera - the Seedball.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der intensiven Durchwurzelung ist seine Genügsamkeit. Roggen ist das Nährstoff-effizienteste Getreide, d.&amp;amp;nbsp;h. dass er mit wenig zugefügtem Dünger auskommt, um einen ihm entsprechenden guten Ertrag zu liefern. Im Falle von zu hohen Düngergaben kann der Ertrag nicht nur nicht gesteigert werden, sondern er verliert seine Standfestigkeit und geht leicht ins sogenannte Lager (die Halme legen sich bei schlechtem Wetter auf den Boden).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hyseed.de/anbauvorteile/#:~:text=Nahezu%20alle%20Ackerkulturen%20sind%20als,den%20anspruchsvolleren%20Weizen%20genutzt%20wird. &#039;&#039;Anbauvorteile dank Effizienzvorsprung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wie er tief in die Erde mit seinen Wurzeln eindringt, so strebt er gleichzeitig hoch hinaus. Roggenhalme können Höhen von mehr als 2 Metern (bei Waldstaudenroggen sogar bis 3 Meter&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.garten-haus.at/aktuelles/2019/06/was-genau-ist-waldstaudenroggen-.html#:~:text=Unterscheidet%20sich%20der%20Waldstaudenroggen%20optisch,Vitamine%2C%20Mineralstoffe%20und%20Eiwei%C3%9F%20enth%C3%A4lt. &#039;&#039;Was genau ist Waldstaudenroggen?] In: &#039;&#039;Garten + Haus.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039; Abgerufen am 11. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;) erreichen. Werden sie in der aktiven Wachstumsphase, also vor Eintreten der [[w:Milchreife|Milchreife]] durch ungüngstige Witterungseinflüsse niedergedrückt, können sie sich durch einseitiges Wachstum eines Knotens ([[w:Pflanzenbewegung|Gravitropismus]]) schnell wieder aufrichten. Die Halmlänge hat auch eine Bedeutung für die Bildung der Körner, da diese beim Roggen stärker als bei den anderen Getreidearten auch durch die Assimilationstätigkeit des Stengels erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist im Gegensatz zu Weizen und Gerste ein Fremdbestäuber. Er ist für die Befruchtung auf benachbarte Roggenähren und den Wind angewiesen. Indem die männlichen Staubbeutel und die weiblichen Narben zu unterschiedlichen Zeitpunkten reifen ([[w:Dichogamie|Dichogamie]]) und außerdem eine [[w:Selbstinkompatibilität bei Pflanzen|gametophytische Selbstinkompatibilität]] besteht, wird die Selbstbefruchtung effektiv verhindert. Wenn in den Morgenstunden die Temperatur zunimmt und über 12 °C hinausgeht, beginnt die Befruchtung. Durch sehr schnelles Wachstum schieben sich zunächst die [[w:Staubblatt|Staubfäden]] und nach Öffnung der [[w:Staubbeutel|Staubbeutel]] dann auch die fedrigen [[w:Narbe (Botanik)|Narben]] aus der Blüte heraus. Die Pollen werden zur Blütezeit meist zeitgleich entlassen, so dass dichte Pollenschwaden über einem Roggenfeld beobachtet werden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot;&amp;gt;[https://www.proplanta.de/roggen/roggen-biologie_pflanze1180804643.html &#039;&#039;Biologie des Roggens.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;proplant. Vorsprung durch Wissen.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot;&amp;gt;[https://www.landschafftleben.at/lebensmittel/mehl/herstellung/roggen &#039;&#039;Was ist Roggen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt; Deshalb ist es nicht leicht, Roggensorten rein zu erhalten, wenn die Pollenwolke durch den Wind auch von anderen Felder herüberzieht.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Fremdbefruchter ist die Wetterlage während der Befruchtung sehr entscheidend für den Befruchtungserfolg und damit für die Höhe des Ertrages.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsL&amp;quot; /&amp;gt; Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juli.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeit von der Samenkeimung bis zur Fruchtreife beträgt beim Winterroggen etwa 280 bis 320 Tage. Roggen ist damit das einzige Getreide, dessen Entwicklung sich über das ganze Jahr hinweg erstreckt, wodurch er &amp;quot;alle Monate des Jahreskreislaufs&amp;quot; miterlebt. Der Winterroggen wird im August geerntet und im September erfolgt bereits wieder die neue Aussaat.&amp;lt;ref&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;104-110.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Früchte sind [[w:Karyopse|Karyopse]]n, Samen und Fruchtschale sind miteinander verwachsen. Das Roggenkorn ist nicht fest von den [[w:Spelze|Spelzen]] umschlossen, bei alten Sorten ist die Gefahr groß, dass die Körner zur Reifezeit bei leichter Berührung aus den Ähren fallen. [[w:Fruchtreife|Fruchtreife]] ist von Juli bis August.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen verträgt Kälte sehr gut. Er wird sogar als &amp;quot;Weltmeister im Überleben&amp;quot; bezeichnet; beispielsweise überstehen die jungen Pflanzenbüschel der Walliser Landsorten auf Höhenlagen von 1900 m &amp;quot;problemlos eine geschlossene Schneedecke von sieben Monaten&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:PB&amp;quot;&amp;gt;[https://www.provinz.bz.it/wanderausstellung/436.asp &#039;&#039;Roggen, der Überlebenskünstler.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Autonome Provinz Bozen Südtirol. Kulturpflanzen der Alpen.&#039;&#039; Abgerufen am 10. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen kommt im Vergleich mit anderen Getreidearten am besten mit hohem Unkrautdruck zurecht. Aufgrund seiner guten Winterhärte, seinem &amp;quot;zügigen Wachstum auch bei geringen Temperaturen im Frühjahr und durch seine Länge hat Unkraut wenig Chancen&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/#:~:text=Fruchtfolge,Untersaat%20ist%20im%20Roggen%20m%C3%B6glich. &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch bedarf es eines geringeren Einsatzes von [[w:Herbizid|Herbiziden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Bei Schlechtwetterperioden können deshalb die reifen Roggenkörner bereits in der Ähre zu keimen beginnen. Im Falle eines solchen Auswuchses sind sie dann nur noch als Futtergetreide verwendbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pp&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roggen ist eine [[w:Allergie|Allergie]]pflanze: Roggenpollen gelten als die stärksten Allergieauslöser unter den heimischen Gräsern.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Düll&amp;quot; /&amp;gt; Eine einzelne Roggen-Ähre erzeugt etwa 4 Mio. Pollenkörner, die durch den Wind verbreitet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/journal/tiefer-blick-ins-roggengenom#:~:text=Roggen%20verbindet%20eine%20enge%20und,lassen%2C%20wie%20bei%20einem%20Selbstbefruchter. &#039;&#039;Tiefer Blick ins Roggengenom. Im Nischen-Getreide steckt ein großes agronomisches Potenzial.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pflanzenforschung.de Journal.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ökologischen [[w:Zeigerwerte|Zeigerwerte]] nach [[w:Elias Landolt (Botaniker)|Landolt]] [[w:et al.|et al.]] 2010 sind in der Schweiz auf der Skala von 1&amp;amp;nbsp;-&amp;amp;nbsp;5:&amp;lt;br&amp;gt;Lichtzahl L = 5 (sehr hell), &amp;lt;br&amp;gt;Feuchtezahl F = 2+w (frisch aber mäßig wechselnd), &amp;lt;br&amp;gt;Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), &amp;lt;br&amp;gt;Temperaturzahl T = 3 (montan), &amp;lt;br&amp;gt;Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), &amp;lt;br&amp;gt;Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:InfoFlora&amp;quot;&amp;gt;[https://www.infoflora.ch/de/flora/secale-cereale.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;InfoFlora 2026.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht ==&lt;br /&gt;
===  Viele Ballaststoffe senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel ===&lt;br /&gt;
Ballaststoffe sind pflanzliche Fasern, die vom Menschen nicht verdaut werden können. Deshalb wurden sie früher als wertloser Ballast betrachtet - daher der Name Ballaststoffe. Heute weiß man, dass diese unverdaulichen Pflanzenfasern unverzichtbare Stoffe für die Darmgesundheit und auch für einen gesunden Blutzucker- und Insulinspiegel sind. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten mindestens 30 g pro Tag in Form von Vollkornprodukten, Gemüse oder Nüssen gegessen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/warum-sind-ballaststoffe-wichtig-der-ernaehrung &#039;&#039;Warum sind Ballaststoffe wichtig in der Ernährung?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen enthält von allen Getreidearten die meisten Ballaststoffe, etwa 13,2 g pro 100 g. (Zum Vergleich: Weizen enthält 10,4 g auf 100 g).&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.consumer.bz.it/de/roggenbrot-ist-das-brot-des-jahres-2026 &#039;&#039;Roggenbrot ist das Brot des Jahres 2026.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale Südtirol.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ballaststoffe binden viel Wasser und quellen sehr stark auf. Indem sich die Masse das Stuhls erhöht, wird er schneller im Darm befördert und Verstopfung entgegengewirkt. Sie verzögern außerdem die Verdauung der Kohlenhydrate, der Blutzuckerspiegel steigt also langsamer an und es muss weniger Insulin ausgeschüttet werden. Ballaststoffe binden Gallensäure im Darm und scheiden sie mit aus. Die Leber muss nun Gallensäure neu bilden und verbraucht dafür vorhandenes Cholesterin.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.herz-kreislauf.at/herzblog/xundheits-tipps/tipp/ballaststoffe-natuerliche-cholesterinsenker#:~:text=Da%20Ballaststoffe%20im%20Darm%20quellen,Ballaststoffe%20den%20Cholesterinspiegel%20zu%20verbessern. &#039;&#039;Ballaststoffe – natürliche Cholesterinsenker.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;herzkreislauf zentrum GROSS GERUNGS.&#039;&#039; Abgerufen am 3. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der hohe Gehalt an Phytase macht die Mineralien besser verfügbar ===&lt;br /&gt;
In Roggen ist etwa fünf Mal so viel [[w:Phytasen|Phytase]] enthalten wie im Weizen. Phytase hat die Aufgabe, den Antinährstoff Phytin, welcher die Mineralien an sich bindet, zu neutraliseren. Dadurch werden die gebundenen Mineralien frei und können nun von der Verdauung aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZS&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben je 100 g essbarem Anteil:&amp;lt;ref&amp;gt;S. W. Souci, W. Fachmann, H. Kraut: &#039;&#039;Lebensmitteltabelle für die Praxis.&#039;&#039; Hrsg.: Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (DFA), Garching. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S.&amp;amp;nbsp;234.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;float:left; margin-right:5px; color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Mineralstoffe !! pro 100 g !! Tagesbedarf&amp;lt;ref name=&amp;quot;:VZ&amp;quot;&amp;gt;[https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mindestmengen-so-viel-von-vitaminen-oder-mineralstoffen-muss-drin-sein-39095 &#039;&#039;Mindestmengen: So viel von Vitaminen oder Mineralstoffen muss drin sein!&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Verbraucherzentrale.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kalium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 510 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|2000 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Magnesium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 90 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|375 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Calcium ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 35 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|800 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Mangan ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;| 2 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Eisen ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,8 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|14 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kupfer ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,39 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zink ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 2,9 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|10 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phosphor ||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 335 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|700 mg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Selen||style=&amp;quot;text-align:right;&amp;quot;| 0,002 mg ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,055 mg&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;clear:both;&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist Roggen eine sehr gute Quelle für Kalium, Eisen, Zink und Magnesium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hoher Gehalt der essentiellen Amminosäure Lysin ===&lt;br /&gt;
Für die vegetarische Ernährung ist der Lysin-Gehalt des Roggens erwähnenswert, denn er enthält nach Hafer den höchsten Gehalt unter den Getreiden. Mit 200g reinem Roggenvollkornbrot wäre der Tagesbedarf an Lysin schon beinahe gedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angaben in der Tabelle beziehen sich auf 100 g essbaren Mehlanteil des Roggens. Die Spalte ganz rechts zeigt den mittleren Tagesbedarf des Menschen:&amp;lt;ref&amp;gt;Barbora Držíková: [https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/521/file/drzikova.pdf &#039;&#039;Haferprodukte mit modifiziertem Gehalt an β-Glucanen und resistenter Stärke und ihre Effekte auf den Gastrointestinaltrakt unter In-vitro- und In-vivo-Bedingungen.&#039;&#039;] Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades &#039;&#039;doctor rerum naturalium,&#039;&#039; 30. Mai 2005. In: &#039;&#039;publishup.uni-potsdam.de.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:11px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;color:green; background-color:#ffffcc;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Essentielle Aminosäuren !! pro 100 g !! Tagesbedarf&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Valin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,53 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Leucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,67 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Isoleucin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,39 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,56 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Methionin + Cystein ||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,33 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Threonin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,36 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,50 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Phenylalanin + Tyrosin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,70 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|1,10 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Tryptophan||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,11 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,20 g&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Lysin||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,40 g||style=&amp;quot;text-align:right&amp;quot;|0,80 g&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggenpollen als Heilmittel ===&lt;br /&gt;
Trockenextrakte aus unter anderem den Roggen[[w:Pollen|pollen]] (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;) werden eingesetzt in der Behandlung von Harnentleerungsbeschwerden ([[w:Miktion|Miktion]]sbeschwerden) bei [[w:Prostatavergrößerung|gutartiger Prostatavergrößerung]] und der Behandlung der chronischen nichtbakteriellen [[w:Prostatitis|Prostataentzündung]]. Wie auch andere pflanzliche Prostatamittel lindern Roggenpollen nur die Beschwerden, ohne die Vergrößerung der [[w:Prostata|Prostata]] selbst zu beheben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot;&amp;gt;Ingrid und Peter Schönfelder: &#039;&#039;Das neue Buch der Heilpflanzen&#039;&#039; Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Wirkstoffe sind in den Roggenpollen [[w:Sterole|Sterole]], [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] und [[w:Fettsäuren|Fettsäuren]] enthalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BH&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An einem acetonischen Trockenextrakt von Gräserpollen aus Roggen, [[w:Mais|Mais]] und [[w:Wiesen-Lieschgras|Wiesen-Lieschgras]] wurden &#039;&#039;[[w:In vitro|in vitro]]&#039;&#039; anti[[w:Zellproliferation|proliferative]] und entzündungshemmende Wirkungen gemessen, ferner wurden anti[[w:Blutandrang|kongestive]] und krampflösende Effekte festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm_AT/Dokumenten/Gebrauchsinformation/GI_Pollstimol_AT_H_1290_001_II_003_finale_GI_ua.pdf &#039;&#039;Informationen für Patienten Pollstimol Kapseln&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Gebrauchsinformation. Dermapharm GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Roggen aus ganzheitlicher Sicht ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-48-2013-gje.jpg|mini|Reifendes Roggenfeld im Sonnenlicht]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Landkreis Rastatt-Roggen-18-Schiftung-2013-gje.jpg|mini|Reifende geneigte Roggenähren]]&lt;br /&gt;
Aus der ganzheitlichen Heilkunde nach [[w:Hildegard von Bingen|Hildegard von Bingen]] (1098 bis 1179) entstanden die Grundlagen für verschiedene alternative Heilverfahren. Neben den körperlichen Beschwerden betrachtete sie auch deren seelische und geistige Aspekte, wie es auch in den traditionellen asiatischen Heilweisen erfolgt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pta-forum.de/traditionelle-westliche-medizin-132481/seite/2/?cHash=c2dac71a5bf2d69626591fc35aa5b81b &#039;&#039;Hildegard von Bingen. Traditionelle westliche Medizin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pta Forum.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Hildegards starker Glaube an Gott ist auch das zentrale Thema ihrer Heilkunde. Sie war fest davon überzeugt, dass eine Heilung ohne Gottes Willen und Mithilfe nicht möglich ist. Erst die bedingungslose Zuwendung des Patienten zu den Dingen, das bewusste Sehen, Riechen, Schmecken, Tasten und Hören machen es nach ihrer Ansicht möglich, die Schöpfung zu erkennen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:pta&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den Roggen schrieb sie, dass er warm, aber doch kälter als Weizen sei und viele Kräfte habe. Brot aus Roggen sei für gesunde Menschen gut und mache sie stark. Es sei auch gut für Menschen mit Übergewicht, denn es vermindere dieses und mache sie aber trotzdem stark. Für Menschen mit einer geschwächten Verdauung sei es jedoch nicht günstig, da es in Ihnen größte Aufruhr erzeugen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://huberts-futter.de/roggen/#:~:text=Hildegard%20von%20Bingen,es%20in%20ihnen%20gr%C3%B6%C3%9Ften%20Aufruhr.%20%E2%80%A6 &#039;&#039;Roggen. Hildegard von Bingen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Naturheilkunde Renate Keim.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php/blog/19-ernaehrung-bei-hildegard-von-bingen/39-ernaehrungslehre-hildegards-der-roggen &#039;&#039;Ernährungslehre Hildegards: Der Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Welterbe Klostermedizin.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch bei Furunkeln jeglicher Art empfahl sie Roggenbrot, &amp;quot;das am Feuer erwärmt worden ist oder warm aus dem Ofen kommt und gebrochen wird auf die Furunkeln&amp;quot; zu legen, denn dies lasse sie verschwinden.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.logo-buch.de/logo-aktiv/wissensbibliothek/christliches-lexikon/roggen#:~:text=Roggen%20bei%20Hildegard%20von%20Bingen,%E2%80%9C &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Wissensbibliothek - Christliches Lexikon - Heilpflanzen.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[w:Ayurveda|Ayurveda]] werden die Nahrungsmittel nach Geschmack (Rasa), unmittelbarer Wirkung (Virya) und &amp;quot;Nachverdauungseffekt&amp;quot; (Vipaka) eingeteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;Petra und Joachim Skibbe: &#039;&#039;Ayurveda - Die Kunst des Kochens, vollwertig &amp;amp; indidviduell.&#039;&#039; 4. Auflage 2004, pala-verlag Darmstadt, ISBN 3-89566-139-2, S.&amp;amp;nbsp;24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Roggen hat einen adstringierenden, heißen und scharfen Geschmack. Dadurch kann er sehr gut überschüssiges [[w:Kapha|Kapha]] reduzieren, jedoch [[w:Vata|Vata]] leicht verschlimmern, wenn er nicht sorgfältig konsumiert wird. Durch seine zusammenziehende Wirkung löst sich überschüssiger Schleim, werden Schweregefühle bei Menschen mit einem dominierenden Kapha gelindert und Müdigkeitsgefühle bekämpft. Die wärmende Wirkung fördert Verdauung und Stoffwechsel und die scharfe Komponente kann dazu beitragen, dass sich körperliche Stauungen und Blockaden lösen. Somit ist er ideal für Menschen mit träger Verdauung, mit Neigung zu Gewichtszunahme und  Wassereinlagerungen. Bei schwachem [[w:Agni|Agni]] (Verdauungsfeuer) kann Roggen wegen seiner vielen Ballaststoffe schwerer verdaulich sein. Für diesen Fall werden Gewürze wie Ingwer oder Kreuzkümmel, Einweichen der Roggenkörner oder Sauerteigfermentation empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:AA&amp;quot;&amp;gt;[https://ask-ayurveda.com/hi/wiki/article/833-rye-in-ayurveda &#039;&#039;Roggen im Ayurveda&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ask Ayurvdea.&#039;&#039; Abgerufen am 7. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldstaudenroggen.jpg|mini|Hoch aufstrebender Waldstaudenroggen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:2008.06.18_14.32.55_CIMG0047_-_Flickr_-_andrey_zharkikh.jpg|mini|Roggen an den Hängen des [[w:Red Butte Creek (Salt Lake County, Utah)|Red Butte]] in der Nähe von Salt Lake City, Utah, in einer Höhe von 1.500 bis 2.400 m über dem Meeresspiegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch aus [[a:Anthroposophie|anthroposophischer]] Sicht erfolgen neben den Forschungen zu den Inhaltsstoffen einer Pflanze weitere sehr differenzierte Betrachtungen zur gesamten Pflanze. So weist [[a:Udo Renzenbrink|Dr. Udo Renzenbrink]] auf die [[a:Signaturenlehre|Signaturenlehre]] hin, nach der [[a:Paracelsus|Paracelsus]] noch heilte und in welcher vom gesamten Erscheinungsbild einer Pflanze auf die Wirkungen im Menschen geschlossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot;&amp;gt;Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide&#039;&#039;. 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9, S.&amp;amp;nbsp;109-112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als besondere Merkmale nennt er die starke Wurzelbildung beim Roggen, &amp;quot;als Auseinandersetzung mit dem Mineralischen&amp;quot; und die &amp;quot;Formkraft, die sich in der Pflanzengestalt und ihrer Standfestigkeit kundtut&amp;quot;. Diese drücke sich in seinen statischen Verhältnissen aus, d. h. die höhe der Pflanze im Verhältnis zum Durchmesser des Halm entspricht einem 300 - 500 Meter hohen Turm mit einem Meter Durchmesser. Zusätzlich trägt aber der Roggen noch eine mächtige Ähre, die sich im Wind wiegt und Regen und Sturm standhält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR&amp;quot; /&amp;gt; Laut den anthroposophischen Erkenntnissen wirken die &amp;quot;Wurzelkräfte&amp;quot; auf den Bereich des Kopfes mit dem Nerven-Sinnessystem.&lt;br /&gt;
:„... der Roggen verbindet diesen Effekt mit der Anregung von Formkräften. [...] Die Mineralisierung setzt sich bis hinein in das Knochensystem und die Gelenke fort. Kieselprozesse ergreifen das Bindegewebe. So kann ein Getreide, das wie der Roggen uns durch seine Standfestigkeit beeindruckt, dem Menschen Aufrichtekraft vermitteln. Wie not tut das heute besonders den Jugendlichen. [...] Und braucht der Mensch, der in unsere Zeit hereinwächst, nicht gerade «Rückgrat», um sich bei der drohenden Vermassung behaupten zu können?“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weiteren Aspekt beschreibt Udo Renzenbrink die starke Beziehung des Roggens zum Licht. Diese drückt sich in seiner langen Vegetationszeit aus, welche den &amp;quot;ganzen Jahreslauf umspannt&amp;quot;, sowie in der intensiven &amp;quot;Rötung der Keimspitzen bei der ersten Berührung mit dem Licht.&amp;quot; und darin, dass er Höhenlagen bevorzugt,  in welchen die Lichtintensität höher ist als im Tal.  Durch das Licht entsteht das Kohlenhydrat in der Pflanze, denn &amp;quot;das Licht lässt aus Wasser und Luftkohlensäure die Stärke entstehen&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Stärke ist der wesentliche Nährstoff, der in den Getreidekörner gespeichert wird. Kohlenhydrat sei aber nicht gleich Kohlenhydrat, da die Verbindung zum Licht entscheidend sei. Die Kohlenhydrate des Roggens wirkten dementsprechend im Menschen. Allgemeinwissenschaftlich sei anerkannt, dass sich der Gehirn- und Nervenstoffwechsel auf den Umsatz von Kohlenhydraten stützt. Dabei sei aber nicht der reine Zucker bedeutend, sondern &amp;quot;die komplexe Verbindung mit sogenannten Begleitstoffen, wie sie sich im vollen Korn befinden&amp;quot;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt; Die Kohlenhydrate dienen auch der Bewegung im ganzen Organismus. Da sie sowohl auf das Nerven-Sinnessystem als auch auf die Bewegung wirken, resümiert Udo Renzenbrink:&lt;br /&gt;
:„Der Roggen ernährt den Menschen an Haupt und Gliedern. Er ist für den Geistesarbeiter und den körperlich Arbeitenden gleichermassen ein wesentliches Grundnahrungsmittel.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Schließlich erwähnt er den hohen Kaliumgehalt des Roggen, der eine sehr günstige Wirkung auf die Leber ausübe. Dabei müsse der Roggen aber in einer Weise zubereitet werden, &amp;quot;die auch einer geschwächten Leber die Verdauung ermöglicht.&amp;quot;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:UR2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geistige Sichtweise zum Roggen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Felisin auf Pixabay felisin-cereal-1461150 1920.jpg|300px|mini|right|Die Körner in den Roggenähren gehören zu den Früchten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bild von Alexey Hulsov auf Pixabay Kartoffel.jpg|300px|mini|right|[[Kartoffel|Kartoffeln]] sind Knollen bzw. verdickte Stängel]]&lt;br /&gt;
Einige geisteswissenschaftliche Hinweise zum Roggen finden sich bei [[Rudolf Steiner]], dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft, bekannt als Demeter. Er erwähnte den Roggen im Vergleich mit der [[Kartoffel]] und zwar speziell hinsichtlich der Verdauung der Kohlenhydrate. Je nachdem aus welchem Teil der Pflanze die Kohlenhydrate stammen, würde ihre Verdauung im Körper ganz unterschiedlich ablaufen mit entsprechend unterschiedlichen Wirkungen auf den gesamten Menschen.&lt;br /&gt;
:„Es sind eben einfach die Bestandteile in der Kartoffel ganz anders drinnen als im Roggen und Weizen, und man muß wissen, daß, wenn man eine Blüte oder eine Frucht ißt, diese in den Gedärmen verarbeitet wird, während, wenn man eine Wurzel ißt, diese im Kopf verarbeitet wird.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;91-92.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot;&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/350.pdf &#039;&#039;Die Bedeutung von Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Salzen für die Ernährung - Wirkung der Kartoffelnahrung - Gegner der Anthroposophie.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 350 pdf. S.&amp;amp;nbsp;296-299.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rein biologisch bestehe ein deutlicher Unterschied zwischen Kartoffel und Roggen, da die Roggenkörner Früchte sind, während die Kartoffeln Knollen bilden und ähnlich den Wurzeln in der Erde wachsen.&lt;br /&gt;
:„Nun wird die Kartoffel also gegessen, kommt in den Magen, in die Gedärme. Da kann sie nicht gleich verarbeitet werden, sondern sie geht jetzt durch das Blut unverarbeitet herauf. Statt daß nun, wenn sie hier in ihre Schichte des Gehirns kommt, sie da schon so fein kommen würde wie Roggen und Weizen und gleich hinuntergeschickt werden würde in den Körper, muß erst hier im Gehirn die Verarbeitung geschehen. So daß also, wenn wir richtiges Roggen- oder Weizenbrot essen, wir das im Magen und in den Gedärmen ordentlich verdauen und wir unserem Kopf nicht mehr zumuten, daß der nun erst die Verdauung besorgen soll, sondern der kann schon die Verbreitung im Körper bewirken. Wenn wir dagegen Kartoffelbrot oder Kartoffeln überhaupt genießen, dann stellt sich das heraus, daß der Kopf erst zu der Verdauung der Kartoffel dienen muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Naturgrundlagen der Ernährung.&#039;&#039; 3. Auflage. Verlag freies Geistesleben, Stuttgart 1989, ISBN 3-7725-0076-5, S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
R. Steiner weist darauf hin, dass die gesamte menschliche Entwicklung, und dies schon beim Embryo vom Kopf ausgeht. Ebenso trifft das auf die Kohlenhydrate zu, ihre Kraft verteilt sich nicht von der Verdauung ausgehend in den Körper sondern muss zuerst in den Kopf gehen und von diesem aus müssen die Kräfte dann in den gesamten Körper übergehen und diesen durchdringen.&lt;br /&gt;
:„Aber der [[a:Astralleib|astralische Leib]] [Anm.: auch Seelenleib genannt, der das Bewusstsein, aber auch das Unbewusste umfasst und alle Vorgänge und Steuerungsmöglichkeiten, die mit dem menschlichen Nervensystem und Gehirn verbunden sind], der ja zum Beispiel auch in der Sprache wirkt, der braucht die Kohlehydrate nicht bloß im Kopfe oben, nicht bloß da, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Der astralische Leib muß die Beine bewegen, der astralische Leib muß die Hände bewegen, er braucht die Kohlehydrate im ganzen Körper. Wenn ich ihm Roggen oder Weizen als Kohlehydrate gebe, da gehen die Kräfte in den ganzen Körper. Wenn ich ihm bloß Kartoffeln gebe, bleiben die Kräfte da oben im Kopf sitzen und der Mensch wird ausgemergelt, schwach, und sein astralischer Leib kann nicht ordentlich arbeiten. So daß gerade das, was im Menschen geistig ist, matt und immer schläfriger wird, wenn er nicht in der Lage ist, Kohlehydrate, die ihn durchdringen, in sich hineinzubringen. Das ist eben bei der reinen Kartoffelnahrung nicht möglich, weil sie im Kopfe so viel zu tun macht, daß der Körper nichts mehr übrig behält.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS2&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:RS&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein solches Nahrungsmittel wie die Kartoffel unterscheidet sich dadurch ganz beträchtlich von gesundem Brot zum Beispiel. Wenn man gesundes Brot ißt, dann verdaut man alles dasjenige, was stofflich ist vom Korn, vom Roggen, vom Weizen, auf gesunde Weise im Verdauungskanal. Und die Folge davon ist, daß in den Kopf hinein nur das Geistige vom Korn, Roggen, Weizen und so weiter kommt, was da hineingehört.&amp;lt;br&amp;gt;Diese Dinge kann man durch keine bloße Naturwissenschaft wissen, sondern diese Dinge kann man nur wissen, wenn man die Dinge wirklich auf ihren geistigen Gehalt untersucht hat.“&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bdn-steiner.ru/cat/ga/354.pdf &#039;&#039;Was will Anthroposophie? - Vom Bielakometen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;GA 354. Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Ernährungsfragen.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. wurde die Kartoffel zum Grundnahrungsmittel&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutscheskartoffelmuseum.de/index.php/geschichtliches/die-kartoffel-in-europa &#039;&#039;Die Kartoffel in Europa.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsches Kartoffelmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 14. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; und hatte Getreide wie Roggen und Weizen stark verdrängt. Rudolf Steiner wurde Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jhr. geboren, in der Hochphase der Kartoffelenährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|&amp;lt;center&amp;gt;Religion&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Lichtkraft&amp;lt;br&amp;gt;freundschaftliche Güte&amp;lt;br&amp;gt;Achtsamkeit&amp;lt;br&amp;gt;Festigkeit&amp;lt;br&amp;gt;körperliche Kraft&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Mineralien, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Kalium,&amp;lt;/center&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Aussagen direkt zur Pflanze des Roggens finden sich bei [[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]. Dabei differenziert er zwischen den verschiedenen Ebenen, d.&amp;amp;nbsp;h. den geistigen, seelischen und physischen Eigenschaften. Als geistige Eigenschaft benennt er die &amp;quot;Religion&amp;quot; und weist darauf hin, dass diese Eigenschaft sehr wenig mit den Inhaltsstoffen zu tun hat, sondern als lebendige geistige Dimension über dem Roggen strahlt. Sie steht mit den materiellen Stoffen in Beziehung, aber kommt nicht aus diesen. Auf seelischer Ebene nennt er die Lichtkraft, freundschaftliche Güte, Achtsamkeit, Festigkeit und körperliche Kraft. Auf der materiellen Ebene betont er die Mineralien, insbesondere das Kalium, sowie die Kohlenhydrate, die Eiweiße und Fette.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;188.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Erfahrung, dass Texte oder Begriffe oft passiv übernommen oder unterschiedlich interpretiert werden, schlägt Heinz Grill vor, wie man sich ihnen annähern kann, um sie konkret und im Sinne, wie sie vom Autor gedacht sind, zu erfassen. Das Wort Religion ist allgemein geläufig und wird vielfach mit Konfession vermischt, was nicht dem Verständnis von Heinz Grill entsprechen würde. Er schreibt:&lt;br /&gt;
:„Wer aber die niedergeschriebenen Gedanken und Erfahrungen eines Menschen begreifen möchte, muss sich innerlich rege beteiligen und sich zu den Höhen oder anderes ausgedrückt zu den Gedanken, von denen der Autor spricht, emporschwingen. Nicht das intellektuelle, an den Begriffen klebende Denken wird angestrengt, sondern vor allem die inneren Gemütskräfte und die gedankliche Erkenntnisforschung müssen in einem sensitiven Sinn zu der Wahrheit aktiv am Lesen beteiligt sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Übungen für die Seele. Die Entwicklung eines reichhaltigen Gefühlslebens und das Erlangen erster übersinnlicher Erkenntnisse.&#039;&#039; 2. erweiterte Auflage 2019. Synergia-Verlag, Basel, Zürich, Roßdorf, ISBN 9-783906-873336. S.&amp;amp;nbsp;80.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:„Das Lesen aber erfordert zudem auch eine wirkliche Offenheit für eine neue, unbekannte und immer erst einmal außenstehende Wirklichkeit. [...] Viele Suchende verstehen die Gedanken anspruchsvoller Schriften nicht, da sie zu schnell in eigene emotionale oder intellektuelle Bewertungen zurückfallen. [...] Die Offenheit für die Gedanken, die gleichzeitig eine nicht passive, sondern eine aktive, entschiedene Aufmerksamkeit auf die Worte darstellt, ist notwendig und führt zu jenem sich weitenden Gedanken- und Empfindungssinn, der wie ein Licht im freien Raum aufsteigend das Innenleben erhellt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:HG3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Siehe: [[w:Roggen (Gattung)|Roggen (Gattung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anbau ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen IMG 8059.jpg|mini|Roggenähre]]&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wird fast ausschließlich Winterroggen angebaut. Er ist die winterhärteste Getreidesorte und übersteht winterliche Temperaturen bis zu −25 °C. Roggen kann aufgrund seiner intensiven und tiefen Wurzelbildung die Winterfeuchtigkeit besser nutzen als Weizen und auch eine Frühjahrstrockenheit übersteht er besser. Gegenüber dem Sommerroggen hat er einen viel höheren Kornertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/winterroggen.html &#039;&#039;Winterroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sommerroggen wird nur in Lagen mit Spätfrostgefahr oder extremer Kälte und auf exponierten Berglagen angebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.getreide.org/sommerroggen.html &#039;&#039;Sommerroggen.&#039;&#039;] In &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:Pfv&amp;quot;&amp;gt;[https://www.pflanzen-vielfalt.net/ackerpflanzen-a-z/roggen/ &#039;&#039;Roggen - erkennen und nutzen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pflanzen-vielfalt.net.&#039;&#039; Abgerufen am 25. Februar 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Winterroggen wird in Deutschland zwischen Mitte September und Mitte Oktober ausgesät, er benötigt zur Überwindung der Schosshemmung, wie alle Wintergetreidearten, eine [[w:Vernalisation|Vernalisation]]. Das bedeutet, dass die keimenden Roggenkörner, um von der vegetativen Wachstumsphase in die generative (fruchtbildende) Phase gelangen zu können, einen Kältereiz benötigen. Bei Temperaturen von 0 bis +5 °C wird die erfolgreiche Vernalisation nach 30 bis 50 Tagen erreicht. Deshalb beginnen die ausgesäten Körner noch vor Wintereinbruch zu keimen und zu sprießen und verharren dann aber ohne weiteres oberirdisches Wachstum bis nach der winterlichen Kälteperiode und erst danach beginnt die weitere Entwicklung. Bis zur Reife benötigt Roggen eine Wärmesumme von ungefähr 1800 °C. (Wärmesumme = Anzahl der Wachstumstage × Temperaturtagesmittel). Nach der Abreife auf dem Halm hat der Roggen nur eine sehr kurze [[w:Keimruhe|Keimruhe]]. Die Ernte erfolgt in Deutschland ab Mitte Juli bis Ende August. Bei einer regnerischen Erntezeit besteht die Gefahr, dass die Körner schon in der Ähre zu keimen beginnen und die Ernte nur noch als Futtergetreide verwendet werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roggen ist besser an kühles und trockenes Klima angepasst als der ertragsstarke [[Weizen]] und ist deshalb das Getreide der Regionen mit verbreiteten [[w:Sandboden|Sandböden]].&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12.&amp;amp;nbsp;Auflage. Langensalza Verlag 1938, S.&amp;amp;nbsp;9-14&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Alpen liegt die Höchstgrenze für den Roggenanbau zwischen 1400 und 1850 m.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.heimatmuseum-holzgerlingen.de/museum-wAssets/docs/Landwirtschaft-in-fr-uuml-heren-Zeiten.pdf &#039;&#039;Landwirtschaft in früheren Zeiten.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge aus dem Heimatmuseum der Stadt Holzgerlingen.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gedeiht am besten auf frischen bis mäßig frischen, meist basenarmen, neutralen bis wenig sauren, sandigen Lehmböden oder auf lehmigem Sand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt; Er kann auch auf Moorböden angebaut werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Roggen ein [[w:Lichtkeimer|Lichtkeimer]] ist, wie weiter oben ausgeführt, stellt er besondere Anforderungen an Aussaat, [[w:Saatbett|Saatbett]] und Säzeitpunkt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bioaktuell.ch/aktuell/meldung/saatgut-stickstoff-und-striegel-ein-paar-tipps-zur-roggensaat#:~:text=Die%20ideale%20Zeit%20f%C3%BCr%20die,zwischen%20einem%20und%20drei%20Zentimeter. &#039;&#039;Saatgut, Stickstoff und Striegel: Ein paar Tipps zur Roggensaat.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;BIO Aktuell.ch.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/bio-anbausteckbriefe/getreide/roggen/ &#039;&#039;Roggen ökologisch anbauen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Ökolandbau.de.&#039;&#039; Abgerufen am 17. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fruchtfolge ===&lt;br /&gt;
Roggen ist eine selbstverträgliche (d.&amp;amp;nbsp;h. er kann über Jahre hinweg ohne Fruchtwechsel auf dem selben Feld angebaut werden), anspruchslose, abtragende (als letztes Glied in der Fruchtfolge), krankheitsresistente Frucht. Roggen hinterlässt einen garen, gut durchlüfteten Boden. Der Begriff Bodengare bedeutet den für Pflanzen günstigsten Bodenzustand oder Idealzustand. Ein garer &amp;quot;Boden ist humusreich, von krümeliger Struktur und ausreichend feucht&amp;quot; und kann &amp;quot;leicht durchwurzelt werden&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://garten-theim.de/gartengestaltung-leipzig/gartenlexikon-leipzig/135-gartengestaltung-gartenplanung-pflanzplanung-bodengare#:~:text=Hinter%20dem%20Begriff%20%E2%80%9EBodengare%E2%80%9C%20verbirgt,und%20kann%20leicht%20durchwurzelt%20werden. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Garten Theim.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gute Vorfrüchte sind: Alle Kleearten, Hülsenfrüchte, Hackfrüchte.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Neye: &#039;&#039;Die Pflanzenbaulehre. Ein Lehrbuch für angehende und fortgeschrittene Bauern und Landwirte.&#039;&#039; 12. Auflage. Langensalza, 1938, S.&amp;amp;nbsp;9–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe dazu auch den Dauerversuch &amp;quot;[[w:Ewiger Roggenanbau|Ewiger Roggenanbau]]&amp;quot;, der 1878 in Halle an der Saale begonnen wurde und bis heute fortgeführt wird. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Düngerarten auf den Roggen zu erforschen. Eine differenzierte Beschreibung der Ergebnisse findet sich in einem Artikel in Pflanzenbauwissenschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00020658/PBW-4-1-1.PDF &#039;&#039;Auswirkungen unterschiedlicher Düngung&lt;br /&gt;
auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens&lt;br /&gt;
bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel&lt;br /&gt;
– Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“.] In: &#039;&#039;Pflanzenbauwissenschaften. Pdf.&#039;&#039; Abgerufen am 18. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädlinge ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Roggen mit Mutterkorn.jpg|mini|Roggen mit [[Mutterkorn]] verunreinigt]]&lt;br /&gt;
Von allen Getreidearten wird Roggen am meisten von dem stark giftigen Mutterkornpilz &#039;&#039;[[w:Claviceps purpurea|Claviceps purpurea]]&#039;&#039; befallen. Nach der Infektion der Blüten entsteht an Stelle eines Getreidekorns in der Roggenähre die als [[w:Mutterkorn|Mutterkorn]] bezeichnete längliche, hornähnliche und bis zu vier (bis sechs) Zentimeter lange Dauerform ([[w:Sklerotium|Sklerotium]]) des Mutterkornpilzes. Das Gift des Mutterkorn führt zu Störungen des zentralen Nervensystems sowie zu schmerzhaften Muskelkrämpfen und Gefäßkontraktionen ([[w:Ergotismus|Ergotismus]]), bis hin zum Absterben von Gliedmaßen und tödlichem Ausgang.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.diepta.de/news/traditionelles-brotgetreide &#039;&#039;TRADITIONELLES BROTGETREIDE&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Die PTA in der Apotheke.&#039;&#039; Abgerufen am 1. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolge von kontrollierten Grenzwerten für das Mutterkorngift, zuverlässige Reinigungsgeräte und vorbeugende landwirtschaftliche Maßnahmen besteht jedoch im Vergleich zum Mittelalter heute keine Gefahr mehr für Vergiftungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BLGL&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:GV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schädlich können auch Nematoden (z.&amp;amp;nbsp;B. das [[w:Stängelälchen|Stängelälchen]] &#039;&#039;Ditylenchus dipsaci&#039;&#039;) sein. Sie rufen die Stockkrankheit hervor. Dabei bilden sich keine Halme oder Ähren. [[w:Fritfliege|Fritfliege]] (&#039;&#039;Oscinella frit&#039;&#039;) und [[w:Gelbe Weizen-Halmfliege|Gelbe Weizen-Halmfliege]] (&#039;&#039;Chlorops pumilionis&#039;&#039;) sind weitere Schädlinge. Oft treten auch Schneeschimmel (&#039;&#039;Griphosphaeria nivalis&#039;&#039;) und Getreide-Mehltau (&#039;&#039;Erysiphe graminis&#039;&#039;) auf. Wirtschaftlich bedeutende Schäden werden durch [[w:Gelbrost|Gelbrost]] (&#039;&#039;Puccinia striiformis&#039;&#039;), Braunrost (&#039;&#039;Puccinia triticina&#039;&#039;) und [[w:Schwarzrost|Schwarzrost]] (&#039;&#039;Puccinia graminis&#039;&#039;) hervorgerufen. Der [[w:Roggenstängelbrand|Roggenstängelbrand]] (&#039;&#039;Urocystis occulta&#039;&#039;) erzeugt Längsstreifen auf Halmen, Blättern und Spelzen. Seltener kommt die Halmbruchkrankheit vor, hervorgerufen durch &#039;&#039;Cyclosporella herpotrichoides&#039;&#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Züchtung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:KWS Binntto, Hybridroggensorte.jpg|mini|Bei Hybridsorten sind die Halme verkürzt, um die Standfestigkeit zu verbessern.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gezüchtet werden [[w:Hybridsorte|Hybridsorte]]n und Populationssorten (samenfeste Sorten, die nachgebaut werden können), wobei Hybridroggen europaweit teilweise einen sehr hohen Anbauanteil hat. In Deutschland liegt er bei 70&amp;amp;nbsp;%, in Dänemark bei 80&amp;amp;nbsp;% und in Großbritannien bei 93&amp;amp;nbsp;%, während er in vielen Ländern Ost-Europas auf viel niedrigerem Niveau liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märke &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Markergestützte Selektion, Zellkulturtechniken und [[w:Genom|genomische]] Selektion werden als moderne Züchtungsmethoden eingesetzt und ausgebaut. [[w:Marker (Genetik)|Genetische Marker]] ermöglichen beispielsweise Ausprägungen von Merkmalen der Sorte aus der DNA abzulesen. Diese Analysemethode ist zum einen unabhängig von äußeren Einflüssen, wie dem Wetter, und zum anderen lässt sich so der Zuchtwert einer Sorte bereits frühzeitig bestimmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:APP&amp;quot;&amp;gt;Wulf Diepenbrock, Frank Ellmer, Jens Léon: &#039;&#039;Ackerbau, Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.&#039;&#039; 2. Auflage 2009. UTB Ulmer Verlag, Stuttgart, ISBN 978-3-8252-2629-9&amp;lt;/ref&amp;gt; Züchtungsfortschritte konzentrieren sich auf Krankheiten, Stresstoleranz und vor allem auf Qualität und Ertrag.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT.&#039;&#039; Mai 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein besonderes Augenmerk liegt in der Züchtung von Hybridsorten, da diese durch den [[w:Heterosis-Effekt|Heterosiseffekt]] eine bessere Ausprägung gewünschter Merkmale, zum Beispiel hohe Erträge, zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;KWS Lochow GmbH: &#039;&#039;BLICKPUNKT. Sonderausgabe Roggen.&#039;&#039; April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Hybridsorten wurde besonders daran gearbeitet kurzstrohige Roggensorten zu erhalten. Im Jahr 2021 wuchs erstmals weltweit an 15 Standorten in Europa und an 2 Standorten in Kanada kurzstrohiger Hybridroggen. Dieser hielt Starkregen stand, ohne sich umzulegen sowie Dürreperioden im Folgejahr mit einer deutlich besseren Ertragsleistung als im Vorjahr. Obwohl diese neuen Sorten (Halbzwerge genannt), noch nicht die Spitzenerträge normalstrohiger Sorten erreicht hatten, &amp;quot;spricht die nachgewiesene Kernfunktionalität der Halbzwerge nach Starkregen und Dürre für eine Intensivierung ihrer züchterischen Bearbeitung&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://biooekonomie.de/foerderung/foerderbeispiele/roggen-das-getreide-der-zukunft &#039;&#039;Roggen – das Getreide der Zukunft?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bioökonomie.de.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gut entwickelte Hybridsorten zeichnen sich durch eine höhere Ertragsleistung aus, da dies ein wesentliches Züchtungsziel ist. Es wird jedoch auch festgestellt, dass bei höherem Ertrag &amp;quot;die Inhaltsstoffe in der Regel niedriger&amp;quot; sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:LsLV&amp;quot; /&amp;gt; Als weitere Nachteile von Hybridsorten wird &amp;quot;die genetische Verarmung und die grosse Abhängigkeit von den Saatgutfirmen&amp;quot; genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://orgprints.dk/id/eprint/28473/1/Artikel_Dierauer_20.pdf &#039;&#039;Roggen: Hybriden ertragsstark.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;bioaktuell 09/2005.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Denn der Landwirt kann das Hybridsaatgut nicht selbst weiter vermehren, &amp;quot;weil durch die Kreuzung zweier unterschiedlicher Inzuchtlinien nur noch ein genetisches Durcheinander weitergegeben wird&amp;quot;. Die Nachkommen der Hybriden haben dadurch unterschiedlichste Eigenschaften und außerdem eine verminderte Leistung, sodass das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.plantura.garden/gruenes-leben/wissen/hybridsaatgut &#039;&#039;Hybridsaatgut: Fluch oder Segen?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Plantura Magazin.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hybridsaatgut ist viel teurer als Saatgut von samenfesten Sorten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rhs.org.uk/vegetables/f1-hybrids#:~:text=F1%20hybrid%20seed%20is,quality%20plants%20called%20&#039;selfs&#039;. &#039;&#039;F1 - Hybriden.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;RHS.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Erträge des Roggens wurde festgestellt, dass die Werte oft nicht aussagekräftig sind, weil er wegen seiner Genügsamkeit traditionell auf schlechteren Standorten angebaut wird, &amp;quot;wo er nicht  das volle Ertragspotenzial ausschöpfen kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:KWS&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kws.com/de/de/produkte/roggen/ertragsvergleich/#:~:text=Das%20Ergebnis&amp;amp;text=In%20allen%20elf%20Jahren%20war%20Hybridroggen%20die%20ertragsst%C3%A4rkste%20Getreideart.&amp;amp;text=Die%20Ertrags%C3%BCberlegenheit%20gilt%20f%C3%BCr%20alle%203%20Gro%C3%9Fregionen%20Deutschlands.&amp;amp;text=Hybridroggen%20erreichte%20%C3%98%205%20%25%20Mehrertrag%20zu%20Triticale. &#039;&#039;Hybridroggen bietet Potenzial. Eine Analyse der Landessortenversuche bestätigt die außergewöhnliche Ertragsstabilität von Hybridroggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;KWS SAAT.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung ==&lt;br /&gt;
=== Roggen als Nahrungsmittel ===&lt;br /&gt;
Roggen wird vor allem für die [[w:Brot|Brot]]herstellung angebaut. Er wird in Deutschland im Norden, in den Mittelgebirgesregionen und in den Alpenregionen, sowie in [[w:Mitteleuropa|Mittel-]] und [[w:Osteuropa|Osteuropa]] als Brotgetreide für [[w:Roggenbrot|Roggenbrot]], Roggen-[[w:Mischbrot|Mischbrot]] oder Roggen-[[w:Vollkornbrot|Vollkornbrot]] verwendet. Roggen galt ehemals als Hauptbrotfrucht. Die westfälische Brotsorte [[w:Pumpernickel|Pumpernickel]] (Schwarzbrot) wird aus Roggenschrot hergestellt und mehr gedämpft als gebacken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Staaten haben Mindestanteile festgelegt. Das Lebensmittelbuch in Deutschland verlangt zum Beispiel mindestens 90 Prozent Roggenmehl. Brote mit geringerem Roggenanteil werden als [[w:Mischbrot|Mischbrot]] bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:BBA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittel-Kennzeichnung/LeitsaetzeBrot.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4 &#039;&#039;Leitsätze für Brot und Kleingebäck.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Bekanntmachung Bundesanzeiger vom 1. April 2021, S.&amp;amp;nbsp;9.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Schweiz verlangt das Pflichtenheft für das &amp;quot;Walliser Roggenbrot&amp;quot;, dass es ausschließlich aus Vollkornmehl besteht und einen Mindestanteil von 90 Prozent Roggenmehl und höchstens zehn Prozent Weizen enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aop-igp.ch/fileadmin/Dokumente/Pflichtenhefter/Walliser_Roggenbrot_Pflichtenheft.pdf &#039;&#039;Pflichtenheft Walliser Roggenbrot.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Schweizerische Eidgenossenschaft. Bundesamt für Landwirtschaft BLW.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Backeigenschaften ====&lt;br /&gt;
Die Backeigenschaften des Roggenmehls unterscheiden sich grundsätzlich von denen des Weizenmehls. Dies liegt hauptsächlich daran, dass im Roggenteig das [[w:Gluten|Gluten]] (Klebereiweiß) durch die Anwesenheit von [[w:Pentosane|Pentosane]]n (Schleimstoffe) kein Klebergerüst zur Gashaltung aufbauen kann. Diese Schleimstoffe haben beim Roggen etwa die gleiche Funktion wie der Kleber beim Weizen. Sie sind wichtig für das Wasserbindungs- und Wasserhaltungsvermögen der Mehle und damit für die Volumenbildung des Teiges während der [[w:Teigführung|Teigführung]] und des Backvorgangs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;reiner&amp;quot;&amp;gt;Ludwig Reiner u. a.: &#039;&#039;Winterroggen aktuell.&#039;&#039; DLG Verlag, 1979, ISBN 3-7690-0346-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Wasser dient auch der Stärke im Teig zum [[w:Stärke|verkleistern]] wodurch die Gärgase im Teig gehalten werden und das Brot nicht zusammenn fällt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot;&amp;gt;[https://de.scribd.com/document/758383324/LF-10-LS-1-AB-6 &#039;&#039;Technologische Eigenschaften der Inhaltsstoffe von Roggenmehl.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SCRIBD globale Bibliothek.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verkleistern bedeutet also, dass die Stärkekörner Wasser aufnehmen, dabei aufquellen und durch Wärmeeinwirkung schließlich aufplatzen und eine netzartige Strukur bilden, die das Wasser hält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://brotschafterin.com/staerkemehle/ &#039;&#039;Stärkemehle.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brot meine Botschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 9. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit die Schleimstoffe nicht vorzeitig durch Enzyme (wie beispielsweise [[w:Amylase|Amylasen]]) abgebaut werden und dann kein Wasser mehr binden können, ist die Versäuerung des Teiges durch Sauerteig notwendig, da die Säuren diese Enzyme abbauen. Für Brot aus reinem Roggenmehl ist also Sauerteig unerlässlich. Roggenbrote sind dichter und enthalten kleinere Poren, daher sind sie nicht so locker als Weizenbrote. Durch das hohe Wasserhaltevermögen sind Roggenbrote saftiger und bleiben länger frisch. Außerdem sind sie aromatischer.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:SgB&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen zur Alkoholherstellung === &lt;br /&gt;
Seit langem wird Roggen auch zur Herstellung von [[w:Alkoholisches Getränk|Alkohol]] verwendet. Bis zum 15. Jahrhundert soll [[w:Bierbrauen|Bier]] generell auch aus Roggenmalz gebraut worden sein. Eine Beschränkung auf eine Region ist nicht eindeutig nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Maurizio: &#039;&#039;Die Geschichte der gegorenen Getränke.&#039;&#039;  Verlag Dr. Martin Sändig oHG, Wiesbaden 1970, Seite&amp;amp;nbsp;105.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die besseren [[w:Wodka|Wodka]]-Sorten werden aus ihm hergestellt. Auch der [[w:Kornbrand|Korn]], der in Norddeutschland häufig getrunken wird, wird meist aus Roggen hergestellt. Aus dem Roggen wird zunächst eine [[w:Maische|Maische]] hergestellt, anschließend wird sie [[w:Vergärung|vergoren]] und dann in [[w:Brennerei|Brennerei]]en [[w:Destillation|destilliert]], d.&amp;amp;nbsp;h. [[w:Brennen (Spirituose)|gebrannt]]. Um &amp;quot;den wertvollen Roggen zum Brotbacken aufzusparen&amp;quot; wurde die Bierherstellung verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.muehle-fraubrunnen.ch/fileadmin/user_upload/PDF-Downloads/Brot-News-Beitraege/2010-11-01_Roggen.pdf &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;MÜHLEFRAUBRUNNEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Später wurde Roggenbier wieder erlaubt. Auch der [[w:Rye Whiskey|Rye Whiskey]] wird aus Roggen gebrannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roggen als Futtermittel ===&lt;br /&gt;
Sowohl das Korn als auch die ganze, grün geerntete Roggenpflanze ([[w:Grünroggen|Grünroggen]]) kann frisch oder siliert ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]]) als Futtermittel dienen. Grünroggen ist das erste [[w:Grünfutter|Grünfutter]] in Rinderhaltungsbetrieben im Frühling.&lt;br /&gt;
Der Futterwert von Roggenkorn liegt in der Regel zwischen Weizen/Triticale und Gerste. Begrenzend für seine Eignung als Futtermittel ist sein hoher Anteil an schwer verdaulichen Nicht-Stärke-[[w:Polysaccharide|Polysaccharide]]n. Zudem weist Roggen eine recht niedrige Verdaulichkeit im [[w:Dünndarm|Dünndarm]] der [[w:Essentielle Aminosäure|essentiellen Aminosäuren]] [[w:Threonin|Threonin]], [[w:Tryptophan|Tryptophan]], [[w:Lysin|Lysin]] und [[w:Methionin|Methionin]] auf. Roggenrationen sollten daher mit Aminosäuren ergänzt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dlg.org/fileadmin/downloads/Landwirtschaft/Tierhaltung/Futtermittel/Fachinfos/Allgemein/Roggen_Fuetterung.pdf &#039;&#039;Zum Einsatz von Roggen in der Fütterung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG.&#039;&#039; Abgerufen am 20. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung als nachwachsender Rohstoff ===&lt;br /&gt;
Roggenkorn und -pflanze sind [[w:Nachwachsender Rohstoff|nachwachsende Rohstoffe]], die in verschiedenen Einsatzgebieten, wie der Herstellung von [[w:Bioethanol|Bioethanol]], [[w:Biogas|Biogas]], [[w:Dämmstoff|Dämmstoff]] und anderen Werkstoffen, sowie anderen Bereichen verwendet werden.&lt;br /&gt;
Roggen ähnelt in seinen Eigenschaften anderen Getreidearten, so dass oft der geringere Preis für Roggen ein wichtiges Verwendungskriterium ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2004/05 wird Roggen auch als Energieträger angebaut. Im Getreidewirtschaftjahr 2006/07 wurden in Deutschland ca. 500.000 t zu Bioethanol verarbeitet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer stark boomender Bereich ist die Verwendung als [[w:Substrat (Biogasanlage)|Biogassubstrat]]. Hauptsächlich wird Roggen hier als ganze Pflanze in silierter Form ([[w:Ganzpflanzensilage|Ganzpflanzensilage]] (GPS)) eingesetzt. Aber auch als geschrotete Körnern wird er in den [[w:Fermenter|Fermenter]]n der [[w:Biogasanlage|Biogasanlage]]n verwendet. Vorteile sind vor allem der kostengünstige Anbau, die hohen Trockenmasseerträge pro Hektar und die hohe Ertragssicherheit. Die [[w:Methan|Methan]]ausbeute bei Einsatz von Roggenkörnern als Biogassubstrat liegt, je nach Ertragsniveau, bei 1.400 bis knapp 2.200 m³ je Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL): &#039;&#039;Faustzahlen Biogas.&#039;&#039; 2. Auflage. 2009, ISBN 978-3-941583-28-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Bedeutung und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Auf die Anbaufläche bezogen spielt Roggen neben Weizen, Mais und Reis eher eine Nebenrolle. Mit gut 2 Mio. ha europaweit nimmt Roggen in der Anbaustatistik gerade mal knapp 3 % ein. Zu den größten Roggenproduzenten zählen Deutschland, Polen und Russland.&amp;lt;ref&amp;gt;[&lt;br /&gt;
https://hyseed.de/maerkte-marktentwicklung/#:~:text=M%C3%A4rke%20&amp;amp;%20Marktentwicklung,Tendenz%20ist%20jedoch%20europaweit%20steigend. &#039;&#039;Märkte &amp;amp; Marktentwicklung.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;SEED HYBRIDROGGEN.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in der Schweiz spielt der Roggen nur eine kleine Rolle. In den Bergregionen [[w:Kanton Wallis|Wallis]], [[w:Tessin|Tessin]], [[w:Graubünden|Graubünden]] wurde er früher bis in hohe Lagen häufig angebaut. Im Kanton Wallis ist der Roggenanbau als immaterielles Kulturerbe anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://agenda.culturevalais.ch/de/institution/show/1028 &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt. Natur- und Kulturerbe erhalten und fördern.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Kultur Wallis.&#039;&#039; Abgerufen am 19- März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.erschmatt.ch/roggenmuseum/ &#039;&#039;Roggenmuseum Wallis - Am Anfang war das Korn.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Erlebniswelt Roggen Erschmatt - Roggenmuseum.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Roggenbrot hat hier eine [[w:Geschützte Ursprungsbezeichnung|AOC-Anerkennung]] und wird seither vermehrt verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agrarforschungschweiz.ch/wp-content/uploads/2019/12/2013_0708_1897.pdf &#039;&#039;Backqualität von Roggen in der Schweiz.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Agrarforschung Schweiz.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.admin.ch/cp/d/4018c002_1@presse1.admin.ch.html &#039;&#039;AOC-Eintrag für «Walliser Roggenbrot».&#039;&#039;] In: &#039;&#039;CONFOEDERATIO HELVETICA Die Bundesbehörden der schweizerischen Eidgenossenschaft.&#039;&#039; Abgerufen am 19. März 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Udo Renzenbrink: &#039;&#039;Die sieben Getreide.&#039;&#039; 2. Auflage. Rudolf Geering Verlag, Dornach 1983, ISBN 3-7235-0303-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Secale cereale|Roggen (&#039;&#039;Secale cereale&#039;&#039;)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.oekomodellregion-goslar.de/bio-betriebe/harzbrot/die-geschichte/ &#039;&#039;Roggen - Bilder Wachstumsschritte.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ÖKO-MODELLREGION LANDKREIS GOSLAR.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=BkgoiP3V_FE&amp;amp;t=153s &#039;&#039;Roggen – die dunkle Kraft.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Land schafft Leben.&#039;&#039; [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://terrabc.org/pflanzen/ackerbau/getreide/waldstaudenroggen-der-tausendsassa/#:~:text=Die%20Herausforderungen,gerne%20direkt%20bei%20Dani%20B%C3%B6hler. &#039;&#039;Waldstaudenroggen – der Tausendsassa&#039;&#039;] In: &#039;&#039;terrabc.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.getreide.org/roggen.html &#039;&#039;Roggen.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Getreide.org.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.klimabauern.ch/ideenkatalog-eintrag/30-klimafreundliche-fruchtfolge &#039;&#039;Waldstaudenroggen. 30 Klimafreundliche Fruchtfolge.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
*[https://www.magdochjeder.de/blog/bodengare/#:~:text=Was%20ist%20Bodengare?,und%20letztlich%20die%20Pflanzengesundheit%20f%C3%B6rdert. &#039;&#039;Bodengare.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Landwirt schafft Leben GmbH.&#039;&#039;&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conert1997&amp;quot;&amp;gt;Hans Joachim Conert: &#039;&#039;Familie Poaceae.&#039;&#039; In Gustav Hegi: &#039;&#039;Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&#039;&#039; 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 828–830. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1997, ISBN 3-489-52020-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Roggen}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178338-4}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Equiseto</name></author>
	</entry>
</feed>