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	<title>AuroraWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-06-15T21:21:34Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14232</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
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		<updated>2026-05-31T19:05:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche habe uns die Freiheit gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis sei, dass man die Grenze überschreiten kann. Luzifer beweise die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
[[a:Astralleib|Astralleib]] in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
:&#039;&#039; die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14231</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14231"/>
		<updated>2026-05-31T19:04:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche habe uns die Freiheit gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis sei, dass man die Grenze überschreiten kann. Luzifer beweise die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
[[a:Astralleib|Astralleib]] in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&#039;&#039;Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14230</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14230"/>
		<updated>2026-05-31T19:00:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Herkunft der luziferischen Wesenheiten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche habe uns die Freiheit gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis sei, dass man die Grenze überschreiten kann. Luzifer beweise die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
[[a:Astralleib|Astralleib]] in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14229</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14229"/>
		<updated>2026-05-31T18:57:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche habe uns die Freiheit gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis sei, dass man die Grenze überschreiten kann. Luzifer beweise die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14228</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14228"/>
		<updated>2026-05-31T18:46:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche hat uns die Freiheit gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
 &#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14227</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14227"/>
		<updated>2026-05-31T18:33:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche hat uns die Freiheit gebracht. &amp;lt;ref&amp;gt;[ https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt weiter fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14226</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14226"/>
		<updated>2026-05-31T18:33:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche hat uns die Freiheit gebracht. &amp;lt;ref&amp;gt;[ https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Kunstforscher stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14225</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14225"/>
		<updated>2026-05-31T18:29:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geisteswissenschaftler Axel Burkhart appelliert an den Zuschauer in seinem Video: &amp;quot;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&amp;quot;, jeder soll den logischen Menschenverstand einsetzen, dann würde sofort auffallen, dass hier etwas nicht stimmt und eine Verdrehung vorliege. Nach seinen Forschungen wurde ca. 500 Jahre nach Christus von kirchlichen Trägern, dem Lichtträger Luzifer eine dunkle Maske aufgesetzt, um uns einzureden und glauben zu lassen, dieser sei der dunkle Teufel. Burkart sagt, dass Luzifer nicht der Teufel sein kann, denn er hat uns die Fähigkeit der Erkenntnis gegeben und der Unterscheidung von Gut und Böse. Seine Auflehnung gegen das Göttliche hat uns die Freiheit gebracht. &amp;lt;ref&amp;gt;[ https://www.youtube.com/watch?v=4K7Xbsmvl5g&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Rätsel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Geisteswissenschaft TV &#039;&#039;Rästel enthüllt: Luzifer ist nicht der Teufel&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14207</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14207"/>
		<updated>2026-05-31T15:55:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen.&#039;&#039;GA136. 6. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1996, ISBN 3-7274-1361-1&lt;br /&gt;
, S.&amp;amp;nbsp;98. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_136.pdf#page=98&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14206</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
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		<updated>2026-05-31T15:50:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Wie erwirbt man sich Verständnis für die geistige Welt?.&#039;&#039;GA154. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1985, ISBN 3-7274-1540-1, S.&amp;amp;nbsp;96. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_154.pdf#page=96&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14205</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14205"/>
		<updated>2026-05-31T15:49:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Die Welt des Geistes und ihr Heinragen in das physische Dasein.&#039;&#039;GA150. 2. Auflage. Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach Schweiz 1980, ISBN 3-7274-1500-2, S.&amp;amp;nbsp;91. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_150.pdf#page=91&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14204</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
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		<updated>2026-05-31T15:17:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest, dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14203</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
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		<updated>2026-05-31T15:13:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest (YouTube link: https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco ), dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend                     :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14202</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14202"/>
		<updated>2026-05-31T15:12:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest (YouTube link: https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco ), dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039;] In: &#039;&#039;ZDFinfo Dokumentation &#039;&#039;Satan – Luzifer – Belzebub&#039;&#039; Abgerufen am 30. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14201</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14201"/>
		<updated>2026-05-31T15:05:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest (YouTube link: https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco ), dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen in der mittelalterlichen Zeit. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo er erfährt, dass der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakters (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschließend :„...je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen.» (im Video ab Minute 42.55).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14200</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14200"/>
		<updated>2026-05-31T15:00:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest (YouTube link: https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco ), dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus dem 6. Jahrhundert. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Sein Eindruck ist, dass der Teufel sowohl eine menschliche, als auch eine religiöse Schöpfung ist, wodurch der Teufel selbst und die Kirche an Macht gewinnen konnte (im Video ab Minute 17.45). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker in des Museum Condé in Chantilly in Frankreich, wo der gefallene Engel Luzifer der Beweis ist, dass man die Grenze überschreiten kann. Er beweist die Dualität des Menschseins und des menschlichen Charakter (im Video ab Minute 42.10). Der Historiker sagt abschliessend „..je besser wir ihn verstehen lernen, umso mehr hilft er uns die dunkle Seite unserer eigenen Natur zu begreifen (im Video ab Minute 42.55).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14195</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14195"/>
		<updated>2026-05-31T14:20:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest (YouTube link: https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco ), dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels finden kann. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus dem 6. Jahrhundert. Der Forschers stellt fest, das im 1. Jahrtausend die Kirche haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen und gleichzeitig ein praktische Modell für Satan findet (im Video ab Minute 14.10). Sein Eindruck ist, dass der Teufel sowohl eine menschliche, als auch eine religiöse Schöpfung ist, wodurch der Teufel selbst und die Kirche an Macht gewinnen konnte (im Video ab Minute 17.45). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker anhand des Mosaiks von ... zu dem Schluss, dass der gefallene Engel Luzifer die Dualität im menschlichen Charakter darstellt. Der Mensch kann im Guten sein und zum Bösen wechseln, gleichzeitig kann aber auch der Teufel sich zurück zum Menschen in das Gute verwandeln (im Video ab Minute 42.20) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14194</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14194"/>
		<updated>2026-05-31T14:13:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[w:Alastair Sooke|Alastair Sooke]] stellt in der ZDFinfo Dokumentation „Satan – Luzifer – Belzebub“ fest (YouTube link: https://www.youtube.com/watch?v=eByqGJQXgco ), dass er in der Bibel keine Beschreibung des Teufels gefunden hat. Auf der Suche nach dem Ursprung unserer Vorstellung eines Teufels, stößt er auf verschiedene künstlerische Darstellungen aus dem 6. Jahrhundert. Ein Eindruck des Forschers ist, dass die Kirche die haidnische Götter dämonisierte, um Anhänger zu gewinnen (im Video ab Minute 14.20). Sein Eindruck ist, dass der Teufel sowohl eine menschliche, als auch eine religiöse Schöpfung ist, wodurch der Teufel selbst und die Kirche an Macht gewinnen konnte (im Video ab Minute 17.45). Am Ende der Dokumentation kommt der Kunsthistoriker anhand des Mosaiks von ... zu dem Schluss, dass der gefallene Engel Luzifer die Dualität im menschlichen Charakter darstellt. Der Mensch kann im Guten sein und zum Bösen wechseln, gleichzeitig kann aber auch der Teufel sich zurück zum Menschen in das Gute verwandeln (im Video ab Minute 42.20) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14132</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14132"/>
		<updated>2026-05-28T22:09:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[a:Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14131</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14131"/>
		<updated>2026-05-28T22:06:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Herkunft der luziferischen Wesenheiten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[a:Erzengel|Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14130</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14130"/>
		<updated>2026-05-28T22:04:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Herkunft der luziferischen Wesenheiten */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer Erde, ihre [[a:Menschheitsstufe|Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[a:Ich-Entwicklung|Ich-Entwicklung] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen Mensch und Engel und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[a:Astralleib|Astralleib]] selbstsüchtige sinnliche Triebe und Begierden einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die Freiheit des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14129</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14129"/>
		<updated>2026-05-28T21:56:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Bei den Katharern */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[a:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[a:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14128</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14128"/>
		<updated>2026-05-28T21:49:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. [[w:Michaela Glöckler|Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[w:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[w:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14127</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14127"/>
		<updated>2026-05-28T21:42:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Bei den Katharern */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von [[w:Dr. med. Michaela Glöckler|Dr. med. Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer]] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[w:Koran|Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[w:Iblis|Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der Bibel durch die Schlange symbolisiert, die sich in das Paradies schleicht und den Menschen verführt, um vom «Baum der Erkenntnis» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter Drache dargestellt. In der Vision des [[w:Ezechiel|Ezechiel]] auch als geflügelter Stier. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[w:Astralleib|Astralleib]]es entstandenen [[w:Empfindungsseele|Empfindungsseele]] verankert und stachelt hier die sinnlichen Begierden und Triebe an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14126</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14126"/>
		<updated>2026-05-28T21:36:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Bei den Katharern */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von [[w:Dr. med. Michaela Glöckler|Dr. med. Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene Sohn Gottes“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[w:Bogomilen|Bogumilen]] und [[w:Euchiten|Euchiten] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[w:Katharer|Katharer] war Luzifer zusammen mit Jesus Christus die erste [[w:Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der freien Willenskraft zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[w:intrinsisch|intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die Kreuzigung Christi sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das Kruzifix wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14125</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14125"/>
		<updated>2026-05-28T21:30:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von [[w:Dr. med. Michaela Glöckler|Dr. med. Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[w:Gustave Doré|Gustave Doré]], 1865]]Der [[w:Babylon|babylonische]]/[[w:Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der Bibel in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im Christentum wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der apokalyptischen Literatur auf. In Leben Adams und Evas (Kap. 14–16) ist es der Satan, der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen Adam zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der griechischen Bibelübersetzung durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[w:Helel|Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[w:Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen Kirchenväter – etwa [[w:Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[w:Vulgata|Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen Judentum des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[w:Apokryphen|Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im Evangelium nach Lukasevangelium in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[w:De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[w:Origenes|Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im Christentum aufkommenden [[w:Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[w:Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen Mythos entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines babylonischen Königs. Diesen irdischen Sturz eines heidnischen Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den himmlischen Sturz Satans.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[w:Peter Paul Rubens|Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum Synonym für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Brauchtum und in der Literatur wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem Henker unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[w:Peter Binsfeld|Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem Dämon des Zorns und Luzifer als Dämon des Hochmuts. &#039;&#039;[[w:Superbia|Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als Merkmal Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf (Engel) könne Luzifer nach [[w:Anselm von Canterbury|Anselm von Canterbury]] nur das Gute gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene [[Sohn Gottes]]“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[Bogomilen|Bogumilen]] und [[Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Katharer]] war Luzifer zusammen mit [[Jesus Christus]] die erste [[Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der [[Freier Wille|freien Willenskraft]] zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die [[Kreuzigung Christi]] sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das [[Kruzifix]] wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14123</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14123"/>
		<updated>2026-05-28T21:10:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von [[w:Dr. med. Michaela Glöckler|Dr. med. Michaela Glöckler]] in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen so offenbart, &lt;br /&gt;
:„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» &lt;br /&gt;
Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[w:Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten Venus, verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der griechischen Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[w:Homer|Homer]]s &#039;&#039;[[w:Odyssee|Odyssee]]&#039;&#039; oder [[w:Hesiod|Hesiod]]s &#039;&#039;[[w:Theogonie|Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin Venus in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[Gustave Doré]], 1865]]Der [[Babylon|babylonische]]/[[Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der [[Bibel]] in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im [[Christentum]] wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der [[Apokalypse|apokalyptischen Literatur]] auf. In &#039;&#039;[[Leben Adams und Evas]]&#039;&#039; (Kap. 14–16) ist es der [[Satan]], der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen [[Adam und Eva|Adam]] zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Septuaginta|griechischen Bibelübersetzung]] durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen [[Kirchenvater|Kirchenväter]] – etwa [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen [[Judentum]] des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im [[Evangelium nach Lukas|Lukasevangelium]] {{BBK|Lk|10|18}} in Verbindung: {{&amp;quot;|Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im [[Christentum]] aufkommenden [[Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen [[Mythos]] entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines [[Babylon|babylonischen]] Königs. Diesen irdischen Sturz eines [[heidnisch]]en Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den [[Höllensturz|himmlischen Sturz Satans]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum [[Synonym]] für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Brauchtum]] und in der [[Literatur]] wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem [[Henker]] unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem [[Dämon]] des [[Zorn]]s und Luzifer als Dämon des [[Hochmut]]s. &#039;&#039;[[Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als [[Merkmal]] Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf ([[Engel]]) könne Luzifer nach [[Anselm von Canterbury]] nur [[das Gute]] gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene [[Sohn Gottes]]“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[Bogomilen|Bogumilen]] und [[Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Katharer]] war Luzifer zusammen mit [[Jesus Christus]] die erste [[Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der [[Freier Wille|freien Willenskraft]] zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die [[Kreuzigung Christi]] sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das [[Kruzifix]] wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14122</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14122"/>
		<updated>2026-05-28T21:01:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem lateinischen Namen des Teufels, Erzengels und des Morgensterns – zu anderen Bedeutungen, insbesondere in der Schreibweise „Lu&#039;&#039;&#039;c&#039;&#039;&#039;ifer“, siehe [[w:Lucifer|Lucifer]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[w:Retiro-Park|Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern Venus (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]] Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer wird von Dr. med. Michaela Glöckler in seiner Wirksamkeit am Menschen so beschrieben, dass er sich im Hang des Menschen offenbart, :„sich in Abstraktionen zu verlieren, abzuheben von der Wirklichkeit, sich in schöne Illusionen einzuspinnen und den Rest der Welt zu vergessen. Luzifer wirkt aber auch in jeder illusionären Selbstüberschätzung und – so erschreckend das klingen mag – in dem elementaren Bedürfnis, alles richtig zu machen und sich keine Fehler zuschulden kommen zu lassen und, wo sie doch geschehen, sie nach Möglichkeit zu vertuschen.» Frau Glöckler benennt die primäre Wirkung Luzifers über das bewusste Gedanken- und Gefühlsleben des Menschen. &amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.anthroposophie-lebensnah.de/lebensthemen/das-boese-widersachermaechte/wirksamkeit-von-luzifer-und-ahriman/ &#039;&#039;Wirksamkeit von Luzifer und Ahriman&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Anthroposophie lebensnah – Eine Zeitgenössin kommt zu Wort&#039;&#039; Abgerufen am 28. Mai 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Lucifer (römische Mythologie)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten [[Venus (Planet)|Venus]], verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der [[Altgriechische Sprache|griechischen]] Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[Homer]]s &#039;&#039;[[Odyssee]]&#039;&#039; oder [[Hesiod]]s &#039;&#039;[[Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin [[Venus (Mythologie)|Venus]] in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[Gustave Doré]], 1865]]Der [[Babylon|babylonische]]/[[Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der [[Bibel]] in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im [[Christentum]] wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der [[Apokalypse|apokalyptischen Literatur]] auf. In &#039;&#039;[[Leben Adams und Evas]]&#039;&#039; (Kap. 14–16) ist es der [[Satan]], der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen [[Adam und Eva|Adam]] zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Septuaginta|griechischen Bibelübersetzung]] durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen [[Kirchenvater|Kirchenväter]] – etwa [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen [[Judentum]] des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im [[Evangelium nach Lukas|Lukasevangelium]] {{BBK|Lk|10|18}} in Verbindung: {{&amp;quot;|Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im [[Christentum]] aufkommenden [[Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen [[Mythos]] entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines [[Babylon|babylonischen]] Königs. Diesen irdischen Sturz eines [[heidnisch]]en Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den [[Höllensturz|himmlischen Sturz Satans]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum [[Synonym]] für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Brauchtum]] und in der [[Literatur]] wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem [[Henker]] unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem [[Dämon]] des [[Zorn]]s und Luzifer als Dämon des [[Hochmut]]s. &#039;&#039;[[Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als [[Merkmal]] Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf ([[Engel]]) könne Luzifer nach [[Anselm von Canterbury]] nur [[das Gute]] gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene [[Sohn Gottes]]“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[Bogomilen|Bogumilen]] und [[Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Katharer]] war Luzifer zusammen mit [[Jesus Christus]] die erste [[Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der [[Freier Wille|freien Willenskraft]] zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die [[Kreuzigung Christi]] sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das [[Kruzifix]] wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14121</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=14121"/>
		<updated>2026-05-28T20:50:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: die Verlinkung zu Wikipedia korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem lateinischen Namen des Teufels, Erzengels und des Morgensterns – zu anderen Bedeutungen, insbesondere in der Schreibweise „Lu&#039;&#039;&#039;c&#039;&#039;&#039;ifer“, siehe [[Lucifer]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern [[Venus (Planet)|Venus]] (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[w:Morgenstern|Morgensterns]]s Venus. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu lateinisch ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen Gott rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem Himmel verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem Teufel gleichgesetzt. Nach manchen [[w:Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[w:Bogomilen|Bogomilen]] und [[w:Katharer|Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der Welt führte. In der [[w:Belletristik|Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[w:Hölle|Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Lucifer (römische Mythologie)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten [[Venus (Planet)|Venus]], verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der [[Altgriechische Sprache|griechischen]] Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[Homer]]s &#039;&#039;[[Odyssee]]&#039;&#039; oder [[Hesiod]]s &#039;&#039;[[Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin [[Venus (Mythologie)|Venus]] in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[Gustave Doré]], 1865]]Der [[Babylon|babylonische]]/[[Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der [[Bibel]] in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im [[Christentum]] wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der [[Apokalypse|apokalyptischen Literatur]] auf. In &#039;&#039;[[Leben Adams und Evas]]&#039;&#039; (Kap. 14–16) ist es der [[Satan]], der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen [[Adam und Eva|Adam]] zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Septuaginta|griechischen Bibelübersetzung]] durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen [[Kirchenvater|Kirchenväter]] – etwa [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen [[Judentum]] des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im [[Evangelium nach Lukas|Lukasevangelium]] {{BBK|Lk|10|18}} in Verbindung: {{&amp;quot;|Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im [[Christentum]] aufkommenden [[Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen [[Mythos]] entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines [[Babylon|babylonischen]] Königs. Diesen irdischen Sturz eines [[heidnisch]]en Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den [[Höllensturz|himmlischen Sturz Satans]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum [[Synonym]] für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Brauchtum]] und in der [[Literatur]] wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem [[Henker]] unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem [[Dämon]] des [[Zorn]]s und Luzifer als Dämon des [[Hochmut]]s. &#039;&#039;[[Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als [[Merkmal]] Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf ([[Engel]]) könne Luzifer nach [[Anselm von Canterbury]] nur [[das Gute]] gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene [[Sohn Gottes]]“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[Bogomilen|Bogumilen]] und [[Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Katharer]] war Luzifer zusammen mit [[Jesus Christus]] die erste [[Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der [[Freier Wille|freien Willenskraft]] zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die [[Kreuzigung Christi]] sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das [[Kruzifix]] wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=13933</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=13933"/>
		<updated>2026-05-23T15:12:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem lateinischen Namen des Teufels, Erzengels und des Morgensterns – zu anderen Bedeutungen, insbesondere in der Schreibweise „Lu&#039;&#039;&#039;c&#039;&#039;&#039;ifer“, siehe [[Lucifer]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:AngelCaido.jpg|mini|Brunnen des gefallenen Engels, [[Retiro-Park]] (Madrid, Spain)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lune Venus.jpg|mini|250px|Der Morgenstern [[Venus (Planet)|Venus]] (links unterhalb des Mondes)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039;, auch &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;, ist der lateinische Name des [[Morgenstern]]s ([[Venus (Planet)|Venus]]). Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ oder „Lichtbringer“ (zu {{laS|lux}}, ‚Licht‘ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039;, ‚tragen, bringen‘). Im Christentum gilt &#039;&#039;Luzifer&#039;&#039; als Name eines Engels, der gegen [[Gott]] rebellierte, um sich ihm gleichzumachen, und daraufhin aus dem [[Himmel (Religion)|Himmel]] verbannt wurde. Daraufhin wurde Luzifer zum Gegenspieler Gottes, Urheber des Bösen und mit dem [[Teufel]] gleichgesetzt. Nach manchen [[Häresie|häretischen Bewegungen]] wie den [[Bogomilen]] und [[Katharer]]n habe Luzifer daraufhin sein eigenes Reich gegründet, was zur Schöpfung der [[Welt]] führte. In der [[Belletristik]] taucht Luzifer häufig als Herrscher der [[Hölle]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Römische Mythologie ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Lucifer (römische Mythologie)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Römische Mythologie|römischen Mythologie]] wurde Luzifer als poetische Bezeichnung für den &#039;&#039;Morgenstern,&#039;&#039; also den Planeten [[Venus (Planet)|Venus]], verwendet. Es handelt sich hierbei um die wörtliche Übersetzung der [[Altgriechische Sprache|griechischen]] Ausdrücke {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphóros}} („Lichtträger“, „Lichtbringer“) bzw. {{lang|grc|Έωσφόρος|Eosphóros}} („Bringer der Morgenröte“), die etwa in [[Homer]]s &#039;&#039;[[Odyssee]]&#039;&#039; oder [[Hesiod]]s &#039;&#039;[[Theogonie]]&#039;&#039; auftauchten. Luzifer wird auch mit der Göttin [[Venus (Mythologie)|Venus]] in Verbindung gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Christentum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Paradise Lost 12.jpg|mini|Sturz des Luzifer, Illustration von [[Gustave Doré]], 1865]]Der [[Babylon|babylonische]]/[[Hebräer|hebräische]] Mythos eines aufsteigenden Sterns als Verkörperung eines himmlischen Wesens, das für seinen Versuch, in die höheren Ebenen der Götter aufzusteigen, hinabgestürzt wird, findet sich in der [[Bibel]] in der Form eines Spottliedes vom Hochmut des „Königs von Babel“ (Jes. 14) wieder. Erst im [[Christentum]] wurde dieser als gefallener Engel interpretiert. Der Engelsfallmythos ist allerdings vorchristlichen Ursprungs und taucht in der [[Apokalypse|apokalyptischen Literatur]] auf. In &#039;&#039;[[Leben Adams und Evas]]&#039;&#039; (Kap. 14–16) ist es der [[Satan]], der sich weigert, sich vor dem neu erschaffenen [[Adam und Eva|Adam]] zu verneigen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Gerd Theißen]] |Titel=Erleben und Verhalten der ersten Christen: Eine Psychologie des Urchristentums |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Ort=Gütersloh |Datum=2009 |ISBN=978-3-641-02817-6 |Seiten=251}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Septuaginta|griechischen Bibelübersetzung]] durch jüdische Gelehrte wurde die hebräische Bezeichnung für den Morgenstern &#039;&#039;[[Helel]]&#039;&#039; bereits mit {{lang|grc|Φωσφόρος|Phosphoros}} wiedergegeben. [[Aquila (Bibelübersetzer)|Aquila]] leitet das Wort &#039;&#039;helel&#039;&#039; vom Verb &#039;&#039;yalal&#039;&#039; (lamentieren) ab. Diese Ableitung wurde teilweise als Eigenname eines gefallenen Engels übernommen, der seinen einstigen Glanz, der dem des Morgensternes glich, lamentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yvonne S Bonnetain |Titel=Loki Beweger der Geschichten |Auflage=2 |Verlag=Edition Roter Drache |Datum=Oktober 2015 |ISBN=978-3-939-459-68-2 |Seiten=263}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die christlichen [[Kirchenvater|Kirchenväter]] – etwa [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]] in seiner &#039;&#039;[[Vulgata]]&#039;&#039; – übersetzten dies mit &#039;&#039;Lucifer&#039;&#039;. Die Gleichsetzung des Luzifer mit dem gefallenen Engel erfolgte wohl im palästinischen [[Judentum]] des 1. Jahrhunderts.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JE&amp;quot;&amp;gt;{{JE|https://www.jewishencyclopedia.com/articles/10177-lucifer|Lucifer|Autor=Kaufmann Kohler|Band=8|SeiteVon=204|SeiteBis=204}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Engelsfallmythos unterlag dabei einer Veränderung: Während in den [[Apokryphen]] die Verfehlung Satans nach unten hin (in Bezug auf die Geschehnisse der Erde) erfolgt, richtet sich Luzifers Verfehlung nach oben hin (Luzifer wollte wie Gott sein).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Satan/Teufel brachten die Kirchenväter den gestürzten Lichtbringer Luzifer auf der Grundlage eines Ausspruches Jesu im [[Evangelium nach Lukas|Lukasevangelium]] {{BBK|Lk|10|18}} in Verbindung: {{&amp;quot;|Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Proömium seiner Schrift &#039;&#039;[[De principiis (Origenes)|De principiis]]&#039;&#039; und in einer Homilie über das Buch XII verglich der christliche Gelehrte [[Origenes]] den Morgenstern Eosphoros-Luzifer – wahrscheinlich gestützt auf die Schrift &#039;&#039;Leben Adams und Evas&#039;&#039; – mit dem Teufel bzw. Satan.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Theissen&amp;quot; /&amp;gt; Im Zusammenhang mit der im [[Christentum]] aufkommenden [[Angelologie|Engellehre]] vertrat Origenes die Ansicht, dass der ursprünglich mit [[Phaethon (Mythologie)|Phaeton]] verwechselte Helal-Eosphoros-Luzifer, nachdem er sich Gott gleichzustellen versuchte, als himmlischer Geist in den Abgrund stürzte. Cyprian (um 400), Ambrosius (um 340–397) und einige andere Kirchenväter schlossen sich im Wesentlichen dieser dem hellenistischen [[Mythos]] entlehnten Auffassung an. Die Kirchenväter Hieronymus, Cyrillus von Alexandrien (412–444) und Eusebius (um 260–340) sahen demgegenüber in der Prophezeiung des Jesaja nur das mystifizierte Ende eines [[Babylon|babylonischen]] Königs. Diesen irdischen Sturz eines [[heidnisch]]en Königs von Babylon betrachteten sie als deutlichen Hinweis auf den [[Höllensturz|himmlischen Sturz Satans]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl R. H. Frick]]: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-86539-069-1, S. 193.&amp;lt;/ref&amp;gt;[[Datei:Rubens-Höllensturz.jpg|mini|Höllensturz durch den Erzengel Michael, Gemälde von [[Peter Paul Rubens]], ca. 1620]]Im Mittelalter wurde „Luzifer“ schließlich durch die Kombination von {{B|Jesaja|14|12}} (Sturz des Sohnes der Morgenröte) mit der Stelle im Lukasevangelium (Sturz Satans) auch im allgemeinen kirchlichen Sprachgebrauch zum [[Synonym]] für den Teufel oder den Satan.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei - Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Teil I. Marixverlag, Wiesbaden 2006. S. 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Rüdiger Hauth (Hrsg.): &#039;&#039;Kompaktlexikon Religionen.&#039;&#039; Brockhaus Verlag, Wuppertal 1998, ISBN 3-417-24677-6, S. 216.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Brauchtum]] und in der [[Literatur]] wird gelegentlich auch zwischen Luzifer, dem Höllenfürsten und Satan als seinem [[Henker]] unterschieden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Jeffrey Burton Russell]] |url=https://books.google.de/books?id=DcxXXbl0RVIC&amp;amp;pg=PA47&amp;amp;dq=luzifer+im+fr%C3%BChen+christentum&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwimkNT3jMHsAhUBC-wKHfu0D6cQ6AEwB3oECAEQAg#v=onepage&amp;amp;q=henker&amp;amp;f=false |titel=Biographie des Teufels: das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt |hrsg=Böhlau Verlag Wien |datum=2000 |abruf=2020-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch [[Peter Binsfeld]] unterscheidet zwischen dem Satan als dem [[Dämon]] des [[Zorn]]s und Luzifer als Dämon des [[Hochmut]]s. &#039;&#039;[[Superbia]]&#039;&#039; hält sich in der mittelalterlichen Tradition als [[Merkmal]] Luzifers, die sich in dem Bestreben nach Gottgleichheit äußert. Wie sich jenes Bestreben geäußert hat, wird von mittelalterlichen Theologen unterschiedlich beurteilt. Als ein rationales Geschöpf ([[Engel]]) könne Luzifer nach [[Anselm von Canterbury]] nur [[das Gute]] gewollt haben. Das Streben nach Gottgleichheit sei im Sinne Gottes, und daher keine Sünde. Die Sünde bestehe stattdessen darin, dass Luzifer die Gottgleichheit in „ungeordneter Weise“ (&#039;&#039;inordinate&#039;&#039;), nach eigenem Ermessen erstrebte, indem er sich Gott nicht unterordnen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jörn Müller |Titel=Willensschwäche in Antike und Mittelalter |TitelErg=Eine Problemgeschichte von Sokrates bis Johannes Duns Scotus |Reihe=Ancient and Medieval Philosophy - Series 1 |BandReihe=40 |Verlag=Leuven University Press |Datum=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bei den Katharern ==&lt;br /&gt;
In manchen gnostischen Systemen wurde der „erstgeborene [[Sohn Gottes]]“ als &#039;&#039;Satanael&#039;&#039; bezeichnet. Bei den [[Bogomilen|Bogumilen]] und [[Euchiten]] hieß der „Erstgeborene“ &#039;&#039;Luzifer-Satanael&#039;&#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Satan und die Satanisten I-III. Satanismus und Freimaurerei – Ihre Geschichte bis zur Gegenwart.&#039;&#039; Marixverlag Wiesbaden 2006. Teil I Seite 167. ISBN 978-3-86539-069-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die [[Katharer]] war Luzifer zusammen mit [[Jesus Christus]] die erste [[Emanation (Philosophie)|Emanation]] des höchsten Gottes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willis Barnstone]], Marvin Meyer: &#039;&#039;The Gnostic Bible: Revised and Expanded Edition.&#039;&#039; Shambhala Publications, 2009, ISBN 978-0-8348-2414-0, S. 753.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Weltbild der Katharer, in dem die ganze irdische Welt als Reich des bösen Luzifers und der Hölle angesehen wurde, kam es zum irdischen Fall der Engel, weil der von Neid erfüllte Luzifer als Lichtengel in einer als statisch angenommenen ursprünglichen Welt durch den Glanz seiner Schönheit die dortigen Himmelsbewohner zum Teil verführte, was der gute Gott dieser himmlischen Sphäre jedoch zuließ. Nach Ansicht der Katharer war die Ursache der Sündhaftigkeit ein Verführungszwang, weil sie die Entstehung der Sünde der ursprünglich guten Geister auf die Verführung des bösen Urwesens durch Ausschaltung der [[Freier Wille|freien Willenskraft]] zurückführten.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl R. H. Frick: &#039;&#039;Licht und Finsternis. Gnostisch-theosophische und freimaurerisch-okkulte Geheimgesellschaften bis zur Wende des 20. Jahrhunderts.&#039;&#039; Band 1. Marix Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-86539-044-7, S. 177–180.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bogumilen, Katharer und andere Glaubensgemeinschaften, die Lehren der von Luzifer erschaffenen Welt folgten, wurden von der katholischen Kirche wiederholt als Teufelsanbeter oder &#039;&#039;Luziferianer&#039;&#039; bezeichnet. Der Grund der Identifizierung Luzifers mit dem Weltenschöpfer unterliegt allerdings nicht der Annahme, dass es sich bei Luzifer um den &#039;&#039;wahren Gott&#039;&#039;, sondern dem Glauben, dass es sich bei der Welt um eine [[intrinsisch]] schlechte Schöpfung handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Maximilian Josef Rudwin |Titel=Des Teufels Schöpferrolle bei Goethe und Hebbel |Sammelwerk=Neophilologus |Datum=1919 |DOI=10.1007/BF01508863 |Seiten=319–322}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach vertraten sie wiederum die Auffassung, dass die katholische Kirche mit dem Glauben an den Schöpfergott die eigentliche Teufelsverehrung lehrte. Die [[Kreuzigung Christi]] sei eigentlich ein Versuch des Teufels gewesen, Jesus zu vernichten. Das [[Kruzifix]] wurde somit als Symbol Luzifers interpretiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Willis Barnstone, Marvin W. Meyer |Titel=The Gnostic Bible |Auflage= |Ort=Boston |Datum=2009 |ISBN=978-0-8348-2414-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{AnthroWiki|Luzifer}}&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=13832</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=13832"/>
		<updated>2026-05-17T20:26:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lüge ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich. Sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus/Luzifer&amp;diff=13831</id>
		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
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		<updated>2026-05-17T20:18:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; kommt aus dem lateinischen &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“. Er wird auch als „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. „Bringer der Morgenröte“ bezeichnet. Der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Rudolf Steiner]] wird er identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, um vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt. In der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DSCI0319.JPG|mini|hochkant|400px|Die drei bisherigen bösen Prinzipien]]&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lüge]] ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich; sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<title>Benutzer:Findus/Luzifer</title>
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		<updated>2026-05-17T20:09:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Die Seite wurde neu angelegt: „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Luzifer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (aus lat. &amp;#039;&amp;#039;lux&amp;#039;&amp;#039; „Licht“ und &amp;#039;&amp;#039;ferre&amp;#039;&amp;#039; „bringen“; {{ELSalt|Φωσφόρος}} &amp;#039;&amp;#039;Phosphoros&amp;#039;&amp;#039; „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. {{lang|grc|Ἑωσφόρος}} &amp;#039;&amp;#039;Eosphoros&amp;#039;&amp;#039; „Bringer der Morgenröte“), im Lateinischen auch der poetische Name des Morgensterns, also der Venus, wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote Teufel, oft auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Diabolos&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Griechische Sprache|gr…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Luzifer&#039;&#039;&#039; (aus [[Latein|lat.]] &#039;&#039;lux&#039;&#039; „Licht“ und &#039;&#039;ferre&#039;&#039; „bringen“; {{ELSalt|Φωσφόρος}} &#039;&#039;[[Phosphor]]os&#039;&#039; „Lichtbringer, Lichtträger“ bzw. {{lang|grc|Ἑωσφόρος}} &#039;&#039;[[Eos]]phoros&#039;&#039; „Bringer der Morgenröte“), im [[Latein]]ischen auch der poetische Name des [[Morgenstern]]s, also der [[Venus]], wörtlich der «Träger des Lichts», der lichtvolle rote [[Teufel]], oft auch als &#039;&#039;&#039;Diabolos&#039;&#039;&#039; ([[Griechische Sprache|griech.]] {{polytonisch|Διάβολος}}, &#039;&#039;Diàbolos&#039;&#039; = &#039;&#039;Durcheinanderwerfer, Verwirrer&#039;&#039;, von {{polytonisch|Διά-βαλλειν}}, &#039;&#039;dia-balläin&#039;&#039; = &#039;&#039;durcheinanderwerfen&#039;&#039;) bezeichnet und nach [[Rudolf Steiner]] identisch mit dem im [[Koran]] genannten &#039;&#039;&#039;[[Iblis]]&#039;&#039;&#039;, wird in der [[Bibel]] durch die [[Schlange]] symbolisiert, die sich in das [[Paradies]] schleicht und den Menschen verführt, vom «[[Baum der Erkenntnis]]» zu essen. Oft wird Luzifer auch als geflügelter [[Drache]] dargestellt; in der [[Vision]] des [[Ezechiel]] auch als geflügelter [[Stier]]. Luzifer hat sich vor allem in der durch Verwandlung des [[Astralleib]]es entstandenen [[Empfindungsseele]] verankert {{GZ||107|247}} und stachelt hier die [[sinnlich]]en [[Begierde]]n und [[Triebe]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft der luziferischen Wesenheiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:DSCI0319.JPG|mini|hochkant|400px|Die drei bisherigen bösen Prinzipien]]&lt;br /&gt;
Die luziferischen Wesenheiten haben auf dem [[Alter Mond|alten Mond]], der früheren Verkörperung unserer [[Erde (Planet)|Erde]], ihre [[Menschheitsstufe]], d.h. ihre [[Ich-Entwicklung]] durchgemacht, dabei aber nicht ihr volles Entwicklungsziel erreicht. Heute stehen sie auf einer Entwicklungsstufe zwischen [[Mensch]] und [[Engel]] und werden zu Verführern des heutigen Menschen, indem sie seinem [[Astralleib]] [[Selbstsucht|selbstsüchtige]] [[sinnlich]]e [[Triebe]] und [[Begierden]] einpflanzen. Sie bereiten aber gerade dadurch auch die [[Freiheit]] des Menschen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Was sind denn die luziferischen Wesen&lt;br /&gt;
für Kräfte? Es sind solche, die zu Wesenheiten gehören, die während&lt;br /&gt;
der vorhergehenden Erdenverkörperung, in der alten Mondenzeit, in&lt;br /&gt;
ihrer Entwickelung zurückgeblieben sind, also nicht eingetreten sind&lt;br /&gt;
in die volle Verhärtung des Erdendaseins, in die der Mensch eingetreten&lt;br /&gt;
ist, sondern die stehengeblieben sind auf einer Stufe, die vor der&lt;br /&gt;
Vermaterialisierung des Menschen liegt. Dadurch sind sie mit ihren&lt;br /&gt;
Kräften geistiger geblieben, als der Mensch ist. Sie haben es in ihrer&lt;br /&gt;
Entwickelung nur bringen können bis zu einer Stufe, die geistiger ist&lt;br /&gt;
als die Stufe, in der der Mensch seine irdischen Verkörperungen durchmacht.&lt;br /&gt;
Indem diese nun mit ihren Kräften die menschliche Natur&lt;br /&gt;
durchsetzt haben, haben sie bewirkt, daß diese menschliche Natur&lt;br /&gt;
Geistigeres in sich hat, als sie eigentlich haben sollte. Wenn diese luziferischen&lt;br /&gt;
Kräfte nicht dagewesen wären, würde der Mensch in seinem&lt;br /&gt;
Astralleibe in den gegenüber den bewußten Ich-Kräften untergeordneten,&lt;br /&gt;
unbewußten Kräften persönlich Durchgeistigtes haben, wie die&lt;br /&gt;
luziferischen Kräfte es sind, aber nicht solche Kräfte, die er jetzt hat.&lt;br /&gt;
In seiner niederen Natur ist der Mensch geistiger geworden durch den&lt;br /&gt;
luziferischen Einfluß, als er sonst gewesen wäre. Der Mensch hätte alles&lt;br /&gt;
dasjenige, was er auf der Erde hätte bekommen sollen, von den nur&lt;br /&gt;
fortschreitenden Mächten erhalten, aber er wäre nicht so geistig, wie&lt;br /&gt;
er heute ist. Er wäre ohne den luziferischen Einschlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch etwas anderes würde der Mensch nicht haben. Ohne diesen&lt;br /&gt;
Einfluß hätte der Mensch nicht die Freiheit haben können, denn&lt;br /&gt;
er würde, wenn dieser luziferische Einfluß nicht gekommen wäre, alle&lt;br /&gt;
seine Handlungen so ausführen, daß er, wenn er dieses oder jenes zu&lt;br /&gt;
tun hätte, nur hätte hinschauen können auf die Motive, die ihm in&lt;br /&gt;
der Gestalt von aus der geistigen Welt zufließenden Ideen zugekommen&lt;br /&gt;
wären. Was immer der Mensch auf der Erde vollbringen würde, er&lt;br /&gt;
würde es so vollbringen, daß er sehen würde auf die Idee, die dem zugrunde&lt;br /&gt;
liegt wie ein Bild, das ihm zeigt, was zu geschehen hat, ohne daß&lt;br /&gt;
er sich diese Idee zu bilden hätte. Es würde wie eine Eingebung sein&lt;br /&gt;
aus den höheren Welten, und diese würde so auf ihn wirken, daß er&lt;br /&gt;
ihr unmöglich widerstehen konnte. Er würde wie selbstverständlich&lt;br /&gt;
dem Willen der Götter folgen.|150|90f}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An anderer Stelle charakterisiert Rudolf Steiner Luzifer als zurückgebliebenen [[Erzengel]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Luzifer ist ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Erzengel, Ahriman ein Wesen, das wir bezeichnen können als einen auf einer früheren Stufe zurückgebliebenen Geist der Persönlichkeit.|154|96}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Luzifer und die Selbstständigkeit des Menschen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Lüge]] ist für die regelrechten Wesen der [[Dritte Hierarchie|dritten Hierarchie]] unmöglich; sie müssen ihr wahres Wesen offenbaren und haben im Rückblick auf diese Offenbarung ihr waches Selbstbewusstsein. Jede Lüge, jede Täuschung in der Selbstoffenbarung würde ihr Bewusstsein auslöschen. Die Wesenheiten der dritten Hierarchie haben aber auch kein eigenständiges Innenleben wie der Mensch. Wenden sie willentlich ihren Blick von der Selbstoffenbarung ab, so erfüllt sich durch die bedingungslose Hingabe an die höheren Hierarchien ihr Bewusstsein mit den Inhalten der höheren geistigen Welten. Geist-Erfüllung ist ihr Innenleben. Anders ist das bei den luziferischen Wesenheiten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Angeloi haben kein Eigenleben, ihr Eigenleben ist Offenbarung, ist da für alle Welt, und sobald sie nicht sich selber offenbaren, ist in ihrem Innern das in sie hineinleuchtende Leben der höheren Hierarchien. Das, was eine Anzahl von ihnen bewog, ihre Natur zu verleugnen, war Kraftgefühl, Selbständigkeitsgefühl, Freiheitsgefühl. In einer gewissen Zeit kam über eine Anzahl von Wesenheiten der dritten Hierarchie der Trieb, der Drang, nicht bloß abhängig zu sein von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, sondern in sich selbst Eigenleben zu entwickeln. Damit war für die gesamte Evolution des Planetensystems, dem wir zunächst angehören, außerordentlich viel getan. Denn nichts Geringeres haben diese Wesenheiten, die wir da nennen können die Rebellen der dritten Hierarchie, angerichtet, als daß sie vorbereitet haben die eigene Selbständigkeit des Menschen, die Möglichkeit, daß der Mensch nun für sich selbständiges Leben entwickelt, das sich nicht unmittelbar nach außen offenbart, sondern das von der äußeren Offenbarung unabhängiges Innenleben sein kann [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sehen Sie, darum handelt es sich, daß Sie verstehen, daß die Geister der dritten Hierarchie, welche diesen Trieb erlangt hatten, das, was sie dann taten, nicht etwa getan haben, um zu lügen, sondern um der Entwicklung eines eigenen Lebens willen, aber mit dieser Entwicklung eines Eigenlebens mußten sie die Konsequenz auf sich nehmen, Geister der Unwahrheit, Geister der Verleugnung der eigenen Wesenheiten, Geister der Lüge mit anderen Worten, zu werden [...]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle die geistigen Wesenheiten nun, welche in dieser Art wie eine zweite Kategorie neben den Geistern der dritten Hierarchie durch die Verleugnung ihrer inneren Natur entstanden sind, nennen wir im Okkultismus die luziferischen Geister. Der Begriff der luziferischen Geister besteht im Wesentlichen darin, daß diese Geister ein selbständiges inneres Leben entwickeln wollen. Es fragt sich jetzt nur, was haben sie tun müssen, diese Geister, um zu ihrem Ziel zu gelangen? Was sie als Konsequenz entwickeln mussten, das haben wir eben gesehen. Was sie tun mussten, um zu ihrem Ziel zu kommen, selbständiges inneres Leben zu entwickeln, das wird sich uns durch eine andere Betrachtung ergeben. Was wollten sie denn überwinden, diese Geister? Sie wollten überwinden die Geist-Erfüllung mit der Substanz der höheren Hierarchien. Sie wollten nicht nur mit diesen Wesenheiten der höheren Hierarchien erfüllt sein, sondern mit ihrem eigenen Wesen. Das konnten sie nicht anders machen, als indem sie, statt sich zu erfüllen mit dem Geist der höheren Hierarchien und gleichsam sich den freien Ausblick nach den höheren Hierarchien offenzulassen, sich abschnürten, abspalteten von den Wesenheiten der höheren Hierarchien, um sich auf diese Weise Eigensubstanz aus der Substanz der höheren Hierarchien zu verschaffen.|136|98ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:GA_136_100.gif|center|400px|Zeichnung aus GA 136, S. 100]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Benutzer:Findus&amp;diff=13829</id>
		<title>Benutzer:Findus</title>
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		<updated>2026-05-17T20:01:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Werkstatt neue Artikel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Werkstatt neue Artikel ==&lt;br /&gt;
* [[Benutzer:Findus/Luzifer|Luzifer]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Benutzerseite]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=12071</id>
		<title>Eiweiß</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=12071"/>
		<updated>2026-02-23T18:11:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung zur Atmung und dem Eiweißstoffwechsel&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“ Es wird das Eiweiß nicht eingeatmet, sondern es ist für die Qualität des Eiweißes entscheidend, wie der Mensch Gedanken bildet, wie er ein Zentrum im Gedanken selbst erlebt und wie er sich in jenen drei Dimensionen Höhe, Breite und Tiefe des Raumes erleben kann. In entsprechender Weise wird durch „die Atembewegung und ihre Qualität das Eiweiß im Menschen qualitativ gestaltet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißverdauung ist bei vielen Krankheiten ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Lammers-Koll Verlag, Niefern-Öschelbronn 2001, ISBN 3-935925-67-0, S.&amp;amp;nbsp;242–243.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann eine sogenannte „Eiweißrotation“ so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse, also eine andere Eiweißart zu sich nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das Vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;243–245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<updated>2026-02-19T12:00:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißverdauung ist bei vielen Krankheiten ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das Vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.243-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4076388-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<title>Eiweiß</title>
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		<updated>2026-02-19T11:58:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Rhythmische Eiweißernährung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißverdauung ist bei vielen Krankheiten ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das Vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.243-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweißverwertung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4076388-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=11941</id>
		<title>Eiweiß</title>
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		<updated>2026-02-19T11:53:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Quellenangaben eingesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.243-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großes Problem bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit. &lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zum Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag für schwächerer Personen ein bis zwei Eier beziehungsweise Ziegenkäse oder Schafskäse zu sich nimmt. &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=11940</id>
		<title>Eiweiß</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=11940"/>
		<updated>2026-02-19T11:38:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung zur Eiweißrotation&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großes Problem bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit. &lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zum Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag für schwächerer Personen ein bis zwei Eier beziehungsweise Ziegenkäse oder Schafskäse zu sich nimmt. &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4076388-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11008</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11008"/>
		<updated>2026-01-31T07:10:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: den Teil der mythologischen Überlieferung rausgenommen zur Überarbeitung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet. Sein Wesen der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde verstrickt den Menschen in ein Spinnennetzwerk von Lügen in der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Sicht wird es nach den Forschungen von Heinz Grill für die Menschen in der Zukunft keinen Führer, keinen Lehrer, keinen Meister oder eine besondere Autoritätsperson geben, der sie in einer neuen religiösen Bewegung oder in der Politik anführt. Der Mensch wird von der ahrimanischen Kraft bis in die Tiefe hinein zerstört. Um sich aus dieser Zerstörung wieder aufzurichten, bedarf es einer mutigen freien Entscheidung zur Eigenständigkeit und Bewusstseinserkraftung. Diese eigene individuelle Selbstrealisation wird sich in verschiedenen Beziehungsverhältnissen zeigen, die in den kommenden Jahren besonders gefördert werden.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11007</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11007"/>
		<updated>2026-01-31T06:28:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */ Ergänzung einer Prognose von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet. Sein Wesen der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde verstrickt den Menschen in ein Spinnennetzwerk von Lügen in der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Sicht wird es nach den Forschungen von Heinz Grill für die Menschen in der Zukunft keinen Führer, keinen Lehrer, keinen Meister oder eine besondere Autoritätsperson geben, der sie in einer neuen religiösen Bewegung oder in der Politik anführt. Der Mensch wird von der ahrimanischen Kraft bis in die Tiefe hinein zerstört. Um sich aus dieser Zerstörung wieder aufzurichten, bedarf es einer mutigen freien Entscheidung zur Eigenständigkeit und Bewusstseinserkraftung. Diese eigene individuelle Selbstrealisation wird sich in verschiedenen Beziehungsverhältnissen zeigen, die in den kommenden Jahren besonders gefördert werden.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11006</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-31T06:03:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung zum Wesen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet. Sein Wesen der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde verstrickt den Menschen in ein Spinnennetzwerk von Lügen in der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11005</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11005"/>
		<updated>2026-01-31T05:55:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */ Zitat von Heinz Grill eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11004</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11004"/>
		<updated>2026-01-31T05:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */ eine Ergänzung eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11003</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-31T05:03:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11002</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11002"/>
		<updated>2026-01-31T05:01:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */  Versuch das Zitat einzurücken&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
 materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11001</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11001"/>
		<updated>2026-01-31T04:55:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */  genauere Beschreibung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10966</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-29T23:29:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Wesensmerkmale zusammengefasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10965</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10965"/>
		<updated>2026-01-29T23:00:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: neue Einordnung der Aussage von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10964</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10964"/>
		<updated>2026-01-29T22:32:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Einordnung der Wesensmerkmale&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>Findus</name></author>
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