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	<title>AuroraWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-01T16:03:48Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=12071</id>
		<title>Eiweiß</title>
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		<updated>2026-02-23T18:11:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung zur Atmung und dem Eiweißstoffwechsel&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“ Es wird das Eiweiß nicht eingeatmet, sondern es ist für die Qualität des Eiweißes entscheidend, wie der Mensch Gedanken bildet, wie er ein Zentrum im Gedanken selbst erlebt und wie er sich in jenen drei Dimensionen Höhe, Breite und Tiefe des Raumes erleben kann. In entsprechender Weise wird durch „die Atembewegung und ihre Qualität das Eiweiß im Menschen qualitativ gestaltet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißverdauung ist bei vielen Krankheiten ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Lammers-Koll Verlag, Niefern-Öschelbronn 2001, ISBN 3-935925-67-0, S.&amp;amp;nbsp;242–243.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann eine sogenannte „Eiweißrotation“ so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse, also eine andere Eiweißart zu sich nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das Vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;243–245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<updated>2026-02-19T12:00:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißverdauung ist bei vielen Krankheiten ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das Vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.243-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4076388-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<title>Eiweiß</title>
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		<updated>2026-02-19T11:58:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Rhythmische Eiweißernährung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißverdauung ist bei vielen Krankheiten ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das Vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.243-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweißverwertung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4076388-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=11941</id>
		<title>Eiweiß</title>
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		<updated>2026-02-19T11:53:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Quellenangaben eingesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.244.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.243-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großes Problem bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit. &lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zum Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag für schwächerer Personen ein bis zwei Eier beziehungsweise Ziegenkäse oder Schafskäse zu sich nimmt. &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=11940</id>
		<title>Eiweiß</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=11940"/>
		<updated>2026-02-19T11:38:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung zur Eiweißrotation&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S.&amp;amp;nbsp;100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S.&amp;amp;nbsp;114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S.&amp;amp;nbsp;Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S.&amp;amp;nbsp;36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S.&amp;amp;nbsp;64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S.&amp;amp;nbsp;88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S.&amp;amp;nbsp;30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA&amp;amp;nbsp;350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S.&amp;amp;nbsp;295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20&amp;amp;nbsp;% erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S.&amp;amp;nbsp;76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S.&amp;amp;nbsp;100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40&amp;amp;nbsp;%; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20&amp;amp;nbsp;% bis 25&amp;amp;nbsp;%)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40&amp;amp;nbsp;% im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhythmische Eiweißernährung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung ein großes Problem. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei einer Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zu einem Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag Ziegenkäse oder Schafskäse nimmt. Für schwächerer Personen sind an diesem Tag ein bis zwei Eier zur Stärkung geeignet.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein großes Problem bei vielen Krankheiten ist die Eiweißverdauung. Bei Infekten ist in erster Linie auf eine gute Eiweißverdauung zu achten. Bei Krebserkrankung ist die Eiweißverdauung gestört, wodurch der Körper leichter falsches Gewebe und entartete Zellen zu produzieren beginnt. Gewöhnt sich der Organismus an eine Art Eiweiß, da er diese ausschließlich bekommt, dann führt das im Körper mit der Zeit zu Ablagerungen und bald zu Tendenzen der Degeneration und Trägheit. &lt;br /&gt;
Es kann eine einfache Therapie mit einer rhythmischen Eiweißkost unter Aufsicht eines erfahrenen Arztes oder fachkundigen Therapeuten erfolgen. Bei vegetarischer Kost kann diese Art der Rotation so praktiziert werden, dass man zum Getreide am ersten Tag Milchprodukte, am zweiten Tag Nüsse (keine Erdnüsse), am dritten Tag Leguminosen (Bohnen, Linsen, Erbsen) und am vierten Tag für schwächerer Personen ein bis zwei Eier beziehungsweise Ziegenkäse oder Schafskäse zu sich nimmt. &lt;br /&gt;
Die Idee der Eiweißrotation beruht darauf, dass die verschiedenen Eiweiße die Organe (Leber, Lunge, Herz und Nieren) spezifisch anregen. Dadurch werden die toxischen Wirkungen des Eiweißstoffwechsels vermindert. Die Gesetzmäßigkeit des Ausscheidungsprozesses basiert darauf, dass wenn der Organismus täglich Neues bekommt, dann kann er das vorhergehende gesünder ausscheiden. Durch einen sinnvollen Rhythmus im Wechsel der Eiweiß Arten bleibt das Ausscheidungssystem besser intakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Die Eiweißrotation entlastet und harmonisiert, sie unterstützt vor allem die Bewusstseinsentwicklung. Sie macht den Körper sensibler und sollte daher nicht bedenkenlos ohne weitere therapeutische Unterstützung praktiziert werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Erklärung, Prophylaxe, Therapie der Krebskrankheit aus ganzheitlicher medizinischer und spiritueller Sicht.&#039;&#039; Copyright 2001, Lammers-Koll Verlag e.K. 75223 Niefern-Öschelbronn, ISBN 3-935925-67-0, S.242-245.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S.&amp;amp;nbsp;J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4076388-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Heilsame Ernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pflanzenreich]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11008</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11008"/>
		<updated>2026-01-31T07:10:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: den Teil der mythologischen Überlieferung rausgenommen zur Überarbeitung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet. Sein Wesen der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde verstrickt den Menschen in ein Spinnennetzwerk von Lügen in der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Sicht wird es nach den Forschungen von Heinz Grill für die Menschen in der Zukunft keinen Führer, keinen Lehrer, keinen Meister oder eine besondere Autoritätsperson geben, der sie in einer neuen religiösen Bewegung oder in der Politik anführt. Der Mensch wird von der ahrimanischen Kraft bis in die Tiefe hinein zerstört. Um sich aus dieser Zerstörung wieder aufzurichten, bedarf es einer mutigen freien Entscheidung zur Eigenständigkeit und Bewusstseinserkraftung. Diese eigene individuelle Selbstrealisation wird sich in verschiedenen Beziehungsverhältnissen zeigen, die in den kommenden Jahren besonders gefördert werden.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11007</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11007"/>
		<updated>2026-01-31T06:28:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */ Ergänzung einer Prognose von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet. Sein Wesen der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde verstrickt den Menschen in ein Spinnennetzwerk von Lügen in der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Sicht wird es nach den Forschungen von Heinz Grill für die Menschen in der Zukunft keinen Führer, keinen Lehrer, keinen Meister oder eine besondere Autoritätsperson geben, der sie in einer neuen religiösen Bewegung oder in der Politik anführt. Der Mensch wird von der ahrimanischen Kraft bis in die Tiefe hinein zerstört. Um sich aus dieser Zerstörung wieder aufzurichten, bedarf es einer mutigen freien Entscheidung zur Eigenständigkeit und Bewusstseinserkraftung. Diese eigene individuelle Selbstrealisation wird sich in verschiedenen Beziehungsverhältnissen zeigen, die in den kommenden Jahren besonders gefördert werden.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11006</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-31T06:03:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung zum Wesen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet. Sein Wesen der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde verstrickt den Menschen in ein Spinnennetzwerk von Lügen in der Welt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11005</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11005"/>
		<updated>2026-01-31T05:55:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */ Zitat von Heinz Grill eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Esoterisch und gemäß der anthroposophischen Lehre würde man sagen, dass die Wesenheit der Versuchung zur Weltanhaftung und triebhaften Begierde mit Ahriman benannt wird. So sprechen viele Personen in anthroposophischen Zweigen von der Inkarnation Ahrimans. Die Anhaftung in diese Sphäre, die die dunkle Wesensgestalt gibt und die sie schließlich wie ein Spinnennetzwerk von Lügen immer weiter auf den Menschen wirft, den sie in ihr klebriges Gefesseltsein bringt, ist typisch für die Wesenheit Ahrimans.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/2022-gedanke-geist-vernunft-prognose/])Abgerufen am 29. Januar 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11004</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11004"/>
		<updated>2026-01-31T05:41:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */ eine Ergänzung eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner konnte seiner Zeit bereits feststellen, dass man das ahrimanische Element am stärksten in Amerika findet. Er sah auch die Tendenz in der Entwicklung dieser Kultur, dass die Sehnsucht immer mehr wächst die Geister sichtbar zu machen. Selbst da, wo nach Spiritualität, nach Geistigem gestrebt wird. Nach und nach wird das ahrimanische Element auch den Westen Europas ergreifen und es wird seine Mission erfüllen, sich in die Kultur einzuführen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11003</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-31T05:03:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11002</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11002"/>
		<updated>2026-01-31T05:01:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */  Versuch das Zitat einzurücken&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
 materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie  Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten,  in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11001</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=11001"/>
		<updated>2026-01-31T04:55:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */  genauere Beschreibung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], eine frühe Phase der Entwicklung des Menschen, nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]], das ist die Entwicklungsphase nach der alten Sonne, werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10966</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-29T23:29:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Wesensmerkmale zusammengefasst&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen des Ahriman zeigt sich in verschiedenen Formen. Er wirkt im Menschen auf den Verstand mit schädlicher Überspitzung, sodass dieser sich im mehr materialistisch-technischen Denken fixiert und sich immer mehr in seine Leiblichkeit bindet.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10965</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10965"/>
		<updated>2026-01-29T23:00:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: neue Einordnung der Aussage von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill regt eine wirklichkeitsgemäße und sachliche Auseinandersetzung mit dem Bösen an, denn sie dient dem Menschen, um hoffnungsvolle Perspektiven zu entwickeln. Richtet sich der Geistschüler intensiv auf Ideale aus und studiert er gleichzeitig die Widersachermächte bis in die Tiefe des Keimgrundes ihres untergründigen Weltendaseins, so kann er ein gewisses Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen legen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10964</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10964"/>
		<updated>2026-01-29T22:32:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Einordnung der Wesensmerkmale&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10963</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10963"/>
		<updated>2026-01-29T22:28:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Einordnung der Wesensmerkmale&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S.&amp;amp;nbsp;22–29, hier: S.&amp;amp;nbsp;27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S.&amp;amp;nbsp;7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S.&amp;amp;nbsp;137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S.&amp;amp;nbsp;111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S.&amp;amp;nbsp;194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S.&amp;amp;nbsp;165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S.&amp;amp;nbsp;13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10804</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-22T11:51:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S. 137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S. 165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S. 13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10803</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-22T11:47:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 :„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S. 137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S. 165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S. 13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10802</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10802"/>
		<updated>2026-01-22T11:45:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 :“Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 :“Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 :„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 :„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S. 137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S. 165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S. 13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10801</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10801"/>
		<updated>2026-01-22T11:43:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um erfolgreich auf der Erde inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis.&#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und &amp;quot;ihres&amp;quot; gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S. 137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S. 165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S. 13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10800</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10800"/>
		<updated>2026-01-22T11:37:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um in erfolgreich auf der Erde zu inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erscheint unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und ihres gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:“Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S. 137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S. 165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S. 13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10799</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10799"/>
		<updated>2026-01-22T11:34:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Erweiterung Wesensmerkmale&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; ist die mittelpersische Wortform des [[a:avestisch|avestischen]] Namens &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;, „zerstörerischer Geist, böser Geist.“  Nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung ist Angra Manyu der Zerstörer, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd) entgegenstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Goethesche [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von hebräisch &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) ist die Gestalt des Ahrimans,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Menschenkunde.&#039;&#039; GA 107. 5. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1988, ISBN 3-7274-1070-1, S.&amp;amp;nbsp;172. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_107.pdf#page=172&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt; ebenso der [[a:Satan|Satan]] der Bibel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]] (1861–1925) entwickelte die Bedeutung des Begriffs in Bezug auf die Entwicklung des Menschen weiter und brachte Ahriman mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit in Verbindung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Hier dann recherchierte Wesensmerkmale von Ahriman anführen.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geisteswissenschaftliche Forschungen erwarten eine Inkarnation Ahrimans in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]]. Dies könnte auf eine einzelne Person bezogen geschehen (Rudolf Steiner) oder in einer Vereinnahmung ganzer Scharen von Menschen eintreten ([[a:Heinz Grill|Heinz Grill]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Angra Mainyu als Gegenteil von Spenta Mainyu ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Text-pal-Ahlmn&#039;-ahreman.png|mini|Das mittelpersische Wort &#039;&#039;ʾhlmn&#039;&#039;&#039;, &#039;&#039;Ahreman&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von [[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]] ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spenta Mainyu ist somit der Geist der Vermehrung und Angra Mainyu der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte Angra Mainyu somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische Angra Mainyu zu mittelpersisch Ahriman (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039;, Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahura mazda representación.gif|mini|Faravahar, symbolosiert die drei Grund&amp;amp;shy;prinzipien des [[w:Zoroastrismus|Zoroastrismus]]:&amp;lt;br&amp;gt;Gutes Denken, gutes Sprechen und gutes Tun]]&lt;br /&gt;
Die [[w:Gathas|Gathas]] umfassen fünf Hymnen aus der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] mündlichen Tradition der [[w:Avesta|Avesta]]. Das älteste erhaltene Textfragment der Gathas stammt aus dem Jahre 1323. Der Begriff Angra Mainyu kommt in den Gathas nur ein einziges Mal vor. In &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2 ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird Angra Mainyu vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht Angra Mainyu, sondern Aka Mainyu („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|&#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039;]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] (Ormuzd).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher Ariemanios und Oromazdes genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen [[w:Diw|Diw]]. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|&#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039;]], Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend, führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von &#039;&#039;Schāhnāme&#039;&#039; über [[w:Gayomarth|Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
[…]&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch.&#039;&#039; [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert: &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch. [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und vielleicht 3–4 Merkmale recherchieren)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ankündigung Rudolf Steiners, 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919, dass vor dem Ablauf des 3. Jahrtausends der nachchristlichen Zeit, Ahriman im Fleische im Westen zu einer wirklichen Inkarnation kommen wird, zeigt sich seine Vorbereitung dafür in der Entwicklung verschiedener Wesensanteilen in der Menschheit. Aus der geisteswissenschaftlichen Sicht, dient die Inkarnation Ahriman, der Menschheitsentwicklung dahingehend, dass “die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muss, zu dieser ahrmanischen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um in erfolgreich auf der Erde zu inkarnieren zu können, lenkt die Wesenheit Ahriman seine Kräfte in der menschlichen Entwicklung so, dass die Menschen zu seinem Vorteil auf sein Wirken eingestimmt sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: “Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen: In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die - ihm zum Vorteil - seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine andere Form der verführerischen Kräfte des Ahriman wirkt in dieser Inkarnation auf die bereits sehr verbreitete Stimmung unter den Menschen, dass es genügt, wenn im öffentlichen Leben dafür gesorgt wird, dass die Menschen wirtschaftlich zufriedengestellt werden. Dies zeigt sich daran, dass die heutige offizielle Wissenschaft gar nichts mehr für eine wirkliche Erkenntnis des Geistes und der Seele bietet. Sie sind nur darauf ausgerichtet, die äussere sichtbare Natur der Sache aufzufassen. Es steht das Nutz- und Gewinnprinzip in der Mitte. Eine Auseinandersetzung mit dem Geistigen und der Seele erschein unsinnig oder unnütze für den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 : “Je mehr es gelingen würde, die Menschen aufzurütteln, daß sie nicht bloß wirtschaften im&lt;br /&gt;
materiellen Sinne, sondern ebenso wie das Wirtschaftsleben auch das selbständige freie Geistesleben, das den wirklichen Geist hat, als ein Glied des sozialen Organismus betrachten, in demselben Maße würden die Menschen die Inkarnation Ahrimans so erwarten, daß sie eine menschheitsgemäße Stellung zu dieser Inkarnation würden einnehmen können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem 11. Vortrag in Dornach am 1. November 1919 charakterisiert Rudolf Steiner weiter, was Ahriman in der Entwicklung des Menschen gefördert haben will. Es sind die Menschen mit den verschiedensten Parteimeinungen und Parteilebensauffassungen, von denen dieser mit seiner gegenwärtigen Intelligenz, eben das Nein und das Ja zugleich beweisen kann. Deshalb können sie aus gleich guten Gründen, dann beides in Anspruch nehmen und ihres gegenüber dem Anderen vertreten. Es ist für den Menschen nicht einzusehen, dass diese Beweisart so weit an der Oberfläche liegt, dass sie für eine tiefere Erkenntnis, was geistiges Leben ist, unbrauchbar ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: “Dann werden sie das Entgegengesetzte beweisen, der eine dieses, der andere jenes, die eine Gruppe dieses, die andere Gruppe jenes; und da man beides beweisen kann, so werden die Menschen übergehen zu Haß und Erbitterung, die wir ja genügend in unserer Zeit finden. Das alles sind wiederum Dinge, die Ahriman fördern will zur Förderung seiner eigenen Erdeninkarnation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. &#039;&#039;GA 191. 3. Gesamtausgabe, Dornach 1989, Alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-1910-5, S. 194ff. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_191.pdf#page=194&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine weitere Beschreibung von Rudolf Steiner, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1986, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im &#039;&#039;Goethe-Wörterbuch&#039;&#039; wird Ahriman mit der ewigen geistigen Finsternis gleichgesetzt. Trotzdem soll er die Farben, die aus der Finsternis entsprungen sind, selbst ausgeströmt haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=GWB&amp;amp;lemid=A01445 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Goethe Wörterbuch.&#039;&#039; Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wesen von Ahriman wird im &#039;&#039;Herders Conversations-Lexikon&#039;&#039; als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. „Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=Herder&amp;amp;lemid=A00890 Ahriman.]&#039;&#039; In: &#039;&#039;Herders Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 1. Auflage, 1854-1857. Abgerufen am 15. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und nur belegbare Aussagen behalten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die Große Schlange, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
→ (Bearbeiten wie besprochen und im Verhältnis zum Kapitel „Wesensmerkmale“ überlegen, was dorthin gehört bzw. hier behalten werden soll.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; Oratio Verlag GmbH, 2003, ISBN 978-3-7214-0589-7,  S. 137 ff. Kap. 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen. Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name Ahriman nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inkarnation Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 teilte [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag mit, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Der innere Aspekt des sozialen Rätsels. Luziferische Vergangenheit und ahrimanische Zukunft.&#039;&#039; GA 193. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1930-X. S. 165. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_193.pdf#page=165&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierzu stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, „ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
→ (Noch eine Hinführung zum folgenden Zitat einfügen. Weil der Autor das Wort „deshalb“ bringt, scheint der Bezug zum vorausgesagten wichtig. Das kann eine Hinführung bringen. Dieser Abschnitt sollte einen anderen Platz finden, denn er passt nicht zur Überschrift „Inkarnation Ahrimans“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/ &#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039; Abgerufen am 28. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben. Eugen Diederichs, Düsseldorf 1960, S. 13 ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10625</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10625"/>
		<updated>2026-01-14T17:06:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ormuzd|Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine Beschreibung von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi|Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht hat. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/&#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/&#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/&#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 2.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10624</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-14T17:02:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ormuzd|Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine Beschreibung von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer|Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz|Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer|Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung|Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit|Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe|Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht hat. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/&#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/&#039;&#039;Die Verkörperung Ahrimans – Teil 1.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Beiträge zu einem Neuen Yogawillen.&#039;&#039;Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10623</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Ahriman in der mythologischen Überlieferung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ormuzd|Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine Beschreibung von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus|Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan|Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana|Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel|Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer|Luzifer]] in die [[a:Unterwelt|Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch|diabolisch]]e und [[a:satan|satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta|Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra|Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus|Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott|Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10622</id>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ormuzd|Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier eine Beschreibung von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
[[File:Leontocefalo dal Mitreo Fagan (Ostia).jpg|thumb|The lion-headed god]]&lt;br /&gt;
Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[a:Ormuzd|Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Wesens Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
[[File:Leontocefalo dal Mitreo Fagan (Ostia).jpg|thumb|The lion-headed god]]&lt;br /&gt;
Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10618</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-13T15:51:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: links zu Anthrowiki&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[a:Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[a:avestisch|avestisch]]) oder [[a:Mephistopheles|Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[a:Bibel|Bibel]] als [[a:Satan|Satan]] bezeichnet, ist nach der [[a:Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[a:Finsternis|Finsternis]], der [[a:Geist der Finsternis|Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[a:Asuras|Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[a:Geister der Persönlichkeit|Geister der Persönlichkeit]], als [[a:Geister der Finsternis|Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[Ormuzd]] ([[a:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[a:Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[a:irdisch|irdisch]]e [[a:Inkarnation Ahrimans|Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[a:Verstandesseele|Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[a:Ätherleib|Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
[[File:Leontocefalo dal Mitreo Fagan (Ostia).jpg|thumb|The lion-headed god]]&lt;br /&gt;
Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10617</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-13T15:46:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Eintrag von AnthroWiki eingesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;  ([[Wikipedia:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] „arger Geist“), auch &#039;&#039;&#039;Angra Manyu&#039;&#039;&#039; (bzw. &#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039;) ([[avestisch]]) oder [[Mephistopheles]] (von {{HeS|מֵפִיץ}} &#039;&#039;mephiz&#039;&#039; „der Verderber“ und {{He|ט֫פֶל}} &#039;&#039;tophel&#039;&#039; „der Lügner“) genannt und in der [[Bibel]] als [[Satan]] bezeichnet, ist nach der [[Urperser|urpersischen]] Überlieferung die Macht der [[Finsternis]], der [[Geist der Finsternis]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Asuras&amp;quot;&amp;gt;In einem noch tieferen Sinn werden allerdings auch die [[Asuras]], die vom rechten Weg abgewichenen [[Geister der Persönlichkeit]], als [[Geister der Finsternis]] bezeichnet. Ihre verdunkelnde Macht überragt die Ahrimans noch bei weitem.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich als Widersacher dem lichten Gott [[Ormuzd]] ([[Ahura Mazdao]]) entgegenstellt. Er trägt den Beinamen &#039;&#039;&#039;Peetiare&#039;&#039;&#039; („Quell des Bösen“), der oft auch alleinstehend gebraucht wird&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. U. Hannemann: &#039;&#039;Das Zend-Avesta&#039;&#039;, S. 154 [https://books.google.at/books?id=t_H_5ej-bE0C&amp;amp;pg=PA154 google]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach [[Rudolf Steiner]] ist noch in der gegenwärtigen [[Germanisch-Angelsächsische Kultur|Kulturepoche]] eine [[irdisch]]e [[Inkarnation Ahrimans]] „im Westen“ zu erwarten. Ahriman hat sich in der [[Verstandesseele]] festgesetzt, die durch unbewusste Umwandlung von Teilen des [[Ätherleib]]s entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
[[File:Leontocefalo dal Mitreo Fagan (Ostia).jpg|thumb|The lion-headed god]]&lt;br /&gt;
Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10616</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-12T11:14:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Ahriman in der mythologischen Überlieferung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
[[File:Leontocefalo dal Mitreo Fagan (Ostia).jpg|thumb|The lion-headed god]]&lt;br /&gt;
Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10615</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10615"/>
		<updated>2026-01-12T11:13:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Einfügen eines Bildes Löwenkopf mit Schlange&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
[[File:Leontocefalo dal Mitreo Fagan (Ostia).jpg|thumb|The lion-headed god]]&lt;br /&gt;
512 × 1,357 pixels, file size: 320 KB, MIME type: image/jpeg&lt;br /&gt;
Bild von Ahriman mit Löwenkopf und Schlange&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10614</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10614"/>
		<updated>2026-01-12T11:11:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Quelle Walther Bühler eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken..“&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit.&#039;&#039; &lt;br /&gt;
Oratio Verlag GmbH, 31.08.2003, ISBN 978-3-7214-0589-7, Kap 10 - Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10613</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-12T10:47:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle spirituelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. {{Lit|Bühler, S. 137ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird von dem Geistforscher Heinz Grill ausgeführt, dass [[Rudolf Steiner]] das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacher-&lt;br /&gt;
kräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10612</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10612"/>
		<updated>2026-01-12T08:45:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erkenntnis über die Wirkung des Ahriman und seine Bedeutung für die individuelle Entwicklung des Menschen ist von großer Bedeutung in der heutigen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[a:Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. {{Lit|Bühler, S. 137ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
des Weiteren stellt der Geistforscher Heinz Grill fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird an der Hochschule von folgendem Gedanken des dort wirkenden spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;([https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/])Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10611</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-12T08:21:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[Luzifer]] in die [[Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Mithra]]religion und im [[Zervanismus]] wird Ahriman als [[Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. {{Lit|Bühler, S. 137ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Rudolf Steiner :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill stellt fest, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10610</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10610"/>
		<updated>2026-01-12T08:16:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Im Avesta */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriften-&lt;br /&gt;
sammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. {{Lit|Bühler, S. 137ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10609</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10609"/>
		<updated>2026-01-12T08:15:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier die Beschreibung von Rudolf Steiner, Begründer der Anthroposophie, über das Wesen Ahriman:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriftensammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. {{Lit|Bühler, S. 137ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10608</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10608"/>
		<updated>2026-01-12T08:13:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Inhalte von Anthrowiki eingesetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriftensammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman in der mythologischen Überlieferung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der späteren persischen Mythologie, wie sie besonders im [[Zurvanismus]] überliefert wurde, sind [[a:Ahura Mazdao]] und Ahriman Zwillinge und Kinder [[a:Zurvan]]s, der unerschaffenen Zeit, auch [[a:Zaruana Akarana]] genannt. Ahriman, der meinte, dass dem Erstgeborenen die Herrschaft zufallen würde, erzwang seine vorzeitige Geburt, doch Zurvan wies sein Opfer zurück (vgl. [[a:Kain und Abel]]) und Ahura Mazdao wurde zum König des Himmels erhoben. Ahriman aber wurde gemeinsam mit [[a:Luzifer]] in die [[a:Unterwelt]] verbannt, wo sie als die &#039;&#039;&#039;Große Schlange&#039;&#039;&#039;, die vereinigte [[a:diabolisch]]e und [[a:satan]]ische Macht, für 9000 Jahre herrschen sollten {{Bibel|Off|20|1-3|LUT}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die griechischen Schriftsteller kannten den bösen Geist ihrer persischen Nachbarn unter dem Namen &#039;&#039;Areimanios&#039;&#039;; in der [[a:Avesta]] kommt noch die vollere Namensform &#039;&#039;Anromainyus&#039;&#039; vor, was den „Angst verursachenden Geist“, nach einer anderen Ableitung den „schlagenden oder todbringenden Geist“, bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der späteren Religionsbücher, wozu aber die Grundlagen schon im Zendavesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[a:Mithra]]religion und im [[a:Zervanismus]] wird Ahriman als [[a:Gott]] verehrt. Ihm werden Tiere [[a:Opfer (Religion)|geopfert]], die der bösen Macht angehören. Auf [[a:Relief (Kunst)|Reliefs]] der Mithra wird Ahriman löwenköpfig mit umwundener Schlange dargestellt, manchmal mit zwei Schlüsseln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Wesen, das in schädlicher Überspitzung des materialistisch-technischen Verstandes den Gegenpol zum rauschhaft schwelgenden, weltflüchtigen [[a:Luzifer]] bildet. Der Mensch müsse in sich mit Christus Hilfe die Mitte zwischen den beiden Wesen und deren Qualitäten halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist ein Geist, der begabt ist mit einer die menschliche Fassungskraft übersteigenden, durchdringenden aber kalten [[a:Intelligenz]], die er jedoch begierig in sich verschließt. Im Gegensatz zu Luzifer erscheint er daher als der Geist der Finsternis und der Widermächte, welcher der Menschenseele den Zugang zur seelisch-geistigen Welt verdunkeln und versperren möchte, um ihr Bewußtsein immer mehr an die physische Leiblichkeit zu ketten und einzuschränken. {{Lit|Bühler, S. 137ff}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer besehen bezeichnet der Name &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039; nicht eine einzelne Wesenheit, sondern eine ganze Reihe von Wesenheiten, die auf der [[a:Alte Sonne|alten Sonne]], nicht ihre volle Entwicklungshöhe erreicht haben, also zurückgeblieben sind. Auf dem [[a:Alter Mond|alten Mond]] werden sie dadurch zu Versuchern der [[a:Angeloi]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist aber nicht als [[a:Das Böse|böse]] im absoluten Sinn zu bezeichnen. Sein Zurückbleiben auf der alten Sonne kann auch als [[a:Opfer]]tat verstanden werden, die einen wertvollen Beitrag für die gesamte [[a:Weltentwicklung]] leistet. So ist Ahrimans Beitrag wesentlich dafür, dass der Mensch die [[a:Freiheit]] erringen kann, die er später einmal durch die Entfaltung überschüssiger [[a:Liebe]] entgelten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10607</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10607"/>
		<updated>2026-01-12T06:57:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Im Avesta */  Ergänzung aus Wikipedia&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &#039;&#039;&#039;Avesta&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Awesta&#039;&#039;&#039; ([[W:Mittelpersische Sprache|mittelpersisch]] [[w:Transliteration|transliteriert]]: ’p(y)st’k, [[w:Transkription (Schreibung)|transkribiert]]: &#039;&#039;abestāg&#039;&#039;) ist die heilige Schrift bzw. Schriftensammlung der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen Religion]]. Es handelt sich bei dem &#039;&#039;avestischen Kanon&#039;&#039; um eine Sammlung verschiedener Texte unterschiedlicher sprachlicher und stilistischer Art, die demgemäß unterschiedlichen Zeitperioden und Orten zugeordnet werden können. Die schriftliche Aufzeichnung der Texte erfolgte etwa ab dem 5. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Erhaltene handschriftliche Quellen sind erst ab dem 13. Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10606</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10606"/>
		<updated>2026-01-12T06:53:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Herders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschrieben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
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	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10605</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2026-01-12T06:51:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Conversations-Lexikon von Werders wird das Wesen von Ahriman als der Schöpfer aller schädlichen Pflanzen und Tiere beschreiben. Er verführte auch die Menschen zum Abfall von Ormuzd, dem Schöpfergott in der Religion der Perser. :„ Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10604</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10604"/>
		<updated>2026-01-12T06:37:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* Wesensmerkmale */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10603</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10603"/>
		<updated>2026-01-12T06:35:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung aus GA 211&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Wenn man menschliche Ausdrücke auf göttliches Wollen anwenden möchte, so möchte man sagen: Ahriman wartete mit Sehnsucht auf den Augenblick, wo er in das menschliche Bewußtsein mit seiner Macht eindringen konnte. Nun wurde er überrascht davon, daß er früher nicht gewußt hat, daß ein göttlicher Entschluß vorlag, ein Wesen auf die Erde zu senden, den Christus, der durch den Tod ging. Dadurch war zwar das Eingreifen des Ahriman möglich, aber seiner eigentlichen Herrschaft war die Spitze abgebrochen. Seit jener Zeit benützt Ahriman jede Gelegenheit, um die Menschen zum bloßen Gebrauche des Intellektes zubringen; Ahriman hat noch heute die Hoffnung nicht aufgegeben, daß es ihm gelingen werde, die Menschen zum bloßen Gebrauch ihres Intellektes zu bringen.&lt;br /&gt;
Was würde das bedeuten? Wenn es Ahriman gelingen könnte, den Menschen die Überzeugung restlos beizubringen, so daß jede andere Überzeugung von der Erde hinschwinden würde, daß der Mensch nur in seinem Leibe leben kann, daß er nicht trennbar ist als geistig-seelisches Wesen von seinem Leibe, so würde die menschliche Seele so ergriffen werden von der Todesidee, daß Ahriman leicht seine Pläne verwirklichen könnte. Darauf hofft Ahriman immer.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Sonnenmysterium und das Mysterium von Tod und Auferstehung. &#039;&#039;GA 211. 2. Auflage (photomechanischer Nachdruck, Gesamtausgabe Dornach 1986, alle Rechte bei der Rudolf Steiner-Nachlaßverwaltung, Dornach/Schweiz, ISBN 3-7274-2110-X, S. 111.&lt;br /&gt;
([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_211.pdf#page=111&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Goethe Wörterbuch wird Ahriman beschrieben :„als aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10357</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10357"/>
		<updated>2025-12-28T09:09:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: Ergänzung aus einem Artikel von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.|211|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman - Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Freien Hochschule für Spiritualität Lundo lernen die Geistschüler im Umgang mit den Wesensmächte der Widersacherkräfte, sie wirklichkeitsgemäß und fachlich, bis in den tiefsten Keimgrund ihrer untergründigen Wirkungsweise zu studieren. Gleichzeitig richten sie sich konkret zu den Idealen aus, sodass aus dieser Arbeit hoffnungsvolle Perspektiven entwickelt werden können. Mit dieser Arbeit schafften sie ein Gegengewicht zu den Untergangsstimmungen in der Welt. Im Umgang mit dem Wesen des Ahriman wird von folgendem Gedanken des spirituellen Lehrers Heinz Grill ausgegangen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Wer Ahriman kennt, wird ihn deshalb aus Weisheit niemals angreifen, wer ihn aber nicht kennt, konfrontiert ihn und verbindet sich auf unsolide Weise mit ihm. Das geeignete Mittel gegenüber Ahriman ist, ihn zu beobachten und zu erkennen, aber nicht gegen ihn anzukämpfen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-mensch/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10356"/>
		<updated>2025-12-28T08:38:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */ Erweiterung der Aussage von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.|211|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman - Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer allgemeinen Begriffsbestimmung zu Ahriman wird Von Heinz Grill ausgeführt, dass Rudolf Steiner das Wort ­„Ahriman“ in der Anthroposophie neu hervor gebracht habe. Er :&amp;quot;...bezeichnet den Widersacher im Allgemeinen mit der Bindung an die sterblichen Sinne und die physische Wirklichkeit.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10355</id>
		<title>Ahriman</title>
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		<updated>2025-12-28T08:20:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: /* In der Anthroposophie */ Erweiterung der Aussage von Heinz Grill&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.|211|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman - Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Geistforscher Heinz Grill weist hierzu darauf hin, dass es sich nicht mit Gewissheit sagen lässt, :&amp;quot;...ob die Inkarnation Ahrimans eine einzelne Person betreffe oder ob sie ganze Scharen von Menschen vereinnahme. Manche behaupten, dass die künstliche Intelligenz eine unmittelbare Offenbarung Ahrimans sei und andere wieder definieren Personen, die die Physiognomie Ahrimans und das Charakterverhalten mit allen amoralischen Offenbarungen, die es nur gibt, erfüllen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;gt;[https://heinz-grill.de/ahriman-inkarnation-angst/]Abgerufen am 28.Dezember 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10144</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10144"/>
		<updated>2025-12-24T10:04:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.|211|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman - Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Evolutionsbiologische Sicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schutz vor Ahriman&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erlösung Ahrimans&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10143</id>
		<title>Ahriman</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Ahriman&amp;diff=10143"/>
		<updated>2025-12-24T10:00:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Ahrimankopf.gif|mini|330px|Der Kopf Ahrimans nach einer von [[Rudolf Steiner]] geschaffenen Skulptur]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039;&#039; („böser, destruktiver Geist“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.britannica.com/topic/Ahriman &#039;&#039;Angra Mainyu.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Britannica.&#039;&#039; Abgerufen am 12, Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;) ist ein [[w:Avestische Sprache|avestischer]] Begriff, der in der [[w:Zoroastrismus|zoroastrischen]] Theologie die Zerstörung bzw. das Zerstörerische repräsentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den mittelpersischen Texten der zoroastrischen Tradition erscheint der Name erstmals als &#039;&#039;&#039;Ahriman&#039;&#039;&#039;. Als Personifikation des mit Hilfe des weiblichen Dämons [[w:Iranische Mythologie|Dschahi]] (mittelpersisch &#039;&#039;Dschēh&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27.&amp;lt;/ref&amp;gt; erweckten Ahriman findet sich auch die Bezeichnung &#039;&#039;Schwarzer [[w:Diw|Diw]]&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wortbedeutung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Angra&#039;&#039; ist das Gegenteil von &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; (auch &#039;&#039;Sepanta&#039;&#039;), weshalb die Übersetzung von Angra Mainyu stark abhängig von der Übersetzung von &#039;&#039;[[w:Spenta Mainyu|Spenta Mainyu]]&#039;&#039; ist. &#039;&#039;Mainyu&#039;&#039; bedeutet in etwa „Geist, Gedanke, Vorstellung“; &#039;&#039;Spenta&#039;&#039; wird unter anderem als „aufbauend, freigebig, heilig“ übersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Spenta Mainyu&#039;&#039; ist somit der Geist der Vermehrung und &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; der Geist des Widerstands. Diese Ur-Geister (als Vergegenwärtigung der freien Entscheidungskraft des Gewissens und des Gedankens ansehbar) wählen gemäß &#039;&#039;[[w:Yasna|Yasna]]&#039;&#039; (30,3-5) frei zwischen einander entgegengesetzten Prinzipien, so zwischen &#039;&#039;Ascha&#039;&#039; (&#039;&#039;asha-&#039;&#039;) und &#039;&#039;Drudsch&#039;&#039; (&#039;&#039;druj-&#039;&#039;), Ordnung und Nicht-Ordnung, Leben und Nicht-Leben. Ursprünglich stand Angra Mainyu dem Spenta Mainyu gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 26 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Antonym könnte &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; somit als „zerstörerischer Geist“ übersetzt werden. Dies ist auch häufig der Fall, denn die Idee des Zerstörerischen steht stellvertretend für einen Aspekt der Kernphilosophie des Zoroastrismus: die Verwicklung des Universums in einen Kampf zwischen &#039;&#039;ascha&#039;&#039; („Wahrheit, Ordnung, Sein, Existenz“) und &#039;&#039;drudsch&#039;&#039; („Lüge, Chaos, Zerstörung des Seins“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachentwicklungsbedingt wandelte sich das avestische &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; zu mittelpersisch &#039;&#039;Ahriman&#039;&#039; (mittelpersisch &#039;&#039;ʾhlmn&#039; Ahreman&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wesensmerkmale ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman setzt jeder Schöpfung eine negative Gegenschöpfung entgegen. Er ist die Verkörperung alles [[a:Böse|Böse]]n und Erreger der 9999 [[a:Krankheit|Krankheit]]en. Sein Wohnort ist die [[a:Unterwelt|Unterwelt]], aus der er [[a:Finsternis|Finsternis]], [[a:Tod|Tod]] und Unheil in die Welt bringt. Durch Ahrimans Wirken verdunkelt sich dem [[a:Mensch|Mensch]]en der Einblick in die [[a:Geistige Welt|geistige Welt]], so dass er nur mehr die materielle Außenwelt sieht. Die [[a:Materie|Materie]] ist das Reich Ahrimans. Er bringt die [[a:Todeskräfte|Todeskräfte]] in die Welt. [[a:Ahriman|Ahriman]] verführt den Menschen zu [[a:Irrtum|Irrtum]] und [[a:Lüge|Lüge]], die zum Keim für [[a:Krankheit|Krankheit]]sursachen in späteren [[a:Inkarnation|Inkarnation]]en werden - und er ist der Herr des [[a:Intellekt|Intellekt]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Er ist ein Wissender, ein Weiser des Todes. Er ist daher auch der Herr des Intellektes.|211|111}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman - Es sind aus der Finsterniß, mit der weißen Farbe der Kälte, alle Farben des Lichts und des Feuers entsprungen, und selbst der böse Ariman, die ewige geistige Finsterniß, soll die Farben ausgeströmt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Goethe Wörterbuch, WA N51,393,8 Fl Nachtr [Kanne], abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman, das böse Wesen in der Religion der Perser, der Gegner des guten, Ormuzd, dem er mit seinen dienenden Geistern, den Dews, feindselig entgegenwirkt; er schuf alle schädlichen Pflanzen und Thiere und verführte auch die Menschen zum Abfalle von Ormuzd. Am Ende der Zeit aber wird er sammt den Dews besiegt und mit Ormudzd versöhnt und verschwindet mit demselben im allgemeinen Weltuntergange, wo nur das Urwesen, aus dem alles hervorgegangen, Zeruane Akarene, übrig bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Herders Konversations-Lexikon (1. Auflage, 1854-1857), abgerufen am 11.12.25 über https://woerterbuchnetz.de/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Avesta ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Gathas ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den [[w:Gathas|Gathas]], dem ältesten Teil des [[w:Avesta|Avesta]], kommt der Begriff &#039;&#039;Angra Mainyu&#039;&#039; nur ein einziges Mal vor. An dieser Stelle, in &#039;&#039;Yasna&#039;&#039; 45.2, ist der Begriff, wie die meisten anderen Begriffe der Gathas auch, nur ein reguläres Adjektiv-Nomen-Paar. Hier wird „angra mainyu“ vom „Freigiebigen der beiden“ (Spenta Mainyu) als Widersacher in allen Belangen deklariert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein ähnlicher Ausdruck erscheint auch an anderer Stelle in den Gathas, aber dort ist nicht &#039;&#039;angra mainyu&#039;&#039;, sondern &#039;&#039;aka mainyu&#039;&#039; („böser Geist“) der Widersacher Spenta Mainyus. An weiteren Stellen wird vom &#039;&#039;akem manah&#039;&#039; „böses Denken“ und vom &#039;&#039;daebaaman&#039;&#039; „Betrüger“ gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im jüngeren Avesta ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst im jüngeren Avesta ist Angra Mainyu eindeutig Stellvertreter des Zerstörerischen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den älteren Texten des jüngeren Avesta noch Angra Mainyu und Spenta Mainyu sich bekriegen, wandelt sich die Situation schlagartig in der [[w:Avesta#Der_Vendidâd|Vendidâd]]. In diesen sehr späten Texten der &#039;&#039;Vendidâd&#039;&#039; 1 (4. Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. wird allgemein angenommen) wird der Kampf nicht mehr von Angra Mainyu und Spenta Mainyu ausgetragen, sondern von Angra Mainyu und lichten Gott Ormuzd ([[w:Ahura Mazdao|Ahura Mazdao]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Antonio Panaino: &#039;&#039;Religionen im antiken Iran.&#039;&#039; In: Wilfried Seipel (Hrsg.): &#039;&#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran.&#039;&#039; Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 22–29, hier: S. 27 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies belegt ein Zitat des [[a:Aristoteles|Aristoteles]] bei [[w:Diogenes Laertios|Diogenes Laertios]] (1.6), in dem die Widersacher &#039;&#039;Ariemanios&#039;&#039; und &#039;&#039;Oromazdes&#039;&#039; genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Tradition ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Zurvanismus ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Islamic demon (div) capturing an angel or a peri.jpg|mini|Diw, Dämon aus der Hölle, entführt eine [[w:Peri (Mythologie)|Peri]] oder einen Engel. Persische Zeichnung aus dem 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Der [[w:Zurvanismus|Zurvanismus]], eine ausgestorbene Form des Zoroastrismus, basierte auf einer Zwillingsbrüder-Doktrin, nach der Ahura Mazdao und Angra Mainyu tatsächliche Zwillingssöhne des „Vaters“ [[w:Zurvan|Zurvan]] („Zeit“) waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Zurvanismus spätestens im 10. Jahrhundert ausstarb, waren die anti-zurvanistischen Polemiken die ersten, die den Westen erreichten, und prägten somit maßgeblich das Verständnis des Zoroastrismus. Dieser Zustand setzte sich fort, und obwohl akademisch längst überholt, prägt er bis heute das Allgemeinbild des Zoroastrismus, unter anderem die fixe Idee, dass der Zoroastrismus zwei Götter habe oder dass Ahura Mazdao und Angra Mainyu direkte Widersacher seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Gebot des Ahriman sind alle anderen [[w:Daeva|bösen Geister]] untertan und die „schlechten Geschöpfe“ –&amp;amp;nbsp;Giftschlangen, Raubtiere, Ratten, Mäuse, Ungeziefer&amp;amp;nbsp;– wurden von ihm geschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== In den Religionsbüchern des 9./10. Jh. ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Angaben der mittelpersischen Religionsbücher des 9./10. Jh., wozu aber die Grundlagen schon im Avesta und in den Berichten der Griechen gegeben sind, verläuft die Weltgeschichte in vier Zyklen von je 3000 Jahren. Mit dem dritten Zyklus beginnt der Kampf zwischen Ahriman und den Geschöpfen des guten Geistes, der 6000 Jahre andauert. Dann wird Ahriman vernichtet und eine neue unvergängliche und glanzvolle Welt geschaffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Islamisch-persische Periode ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der persischen Literatur der [[w:Islam|islamischen Epoche]] fungiert Ahriman als Personifikation des (absoluten) Bösen. Seine Existenz wird jedoch seitens der Muslime abgesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irfan Asghar: &#039;&#039;The Notion of Evil in the Qur&#039;an and Islamic Mystical Thought.&#039;&#039; Dissertation, The University of Western Ontario (Canada), 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Böse könne nicht ohne das Gute existieren und erfülle deshalb immer einen höheren Zweck. Wenn es Ahriman gebe, so müsse er noch immer einem höheren Prinzip, was für die Muslime Allah ist, unterstehen, der schlussendlich Gut und Böse erschaffen habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Rustom, Mohammed. &amp;quot;Devil’s advocate: ʿAyn al-Quḍāt’s defence of Iblis in context.&amp;quot; Studia Islamica 115.1 (2020): 65-100&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Muslime halten zwar die Existenz der bösen Geister ([[w:Diw|Diw]]) für möglich, doch seien sie ebenfalls von Allah erschaffen und vor der Erschaffung der Welt der Menschen verbannt worden, damit sie ihnen kein Übel tun.&amp;lt;ref&amp;gt;Abedinifard, Mostafa; Azadibougar, Omid; Vafa, Amirhossein, eds. (2021). &#039;&#039;Persian Literature as World Literature&#039;&#039;. Literatures as World Literature. USA: Bloomsbury Publishing. S. 40–43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In der Anthroposophie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Ahriman Mysteriendrama.jpg|mini|Ahriman in einer Inszenierung von [[Rudolf Steiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Pforte der Einweihung|Die Pforte der Einweihung]]“ am Goetheanum in Dornach]]&lt;br /&gt;
Die [[a:Anthroposophie|Anthroposophie]] sieht in Ahriman ein Geistwesen, das dem Menschen strukturierende, materialisierende Kräfte verleiht, als Gegenpol zu den auflösenden, bewegenden Kräften [[a:Luzifer|Luzifers]]. Ahriman sei von einer durchdringenden, kalten Intelligenz, die er jedoch begierig in sich verschließe. Im Gegensatz zu Luzifer erscheine er daher als „Fürst der Finsternis“, welcher der Menschenseele den Zugang zur geistigen Welt verunmöglichen wolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Walther Bühler: &#039;&#039;Anthroposophie als Forderung unserer Zeit. Eine Einführung auf der Grundlage einer spirituellen Naturanschauung.&#039;&#039; Novalis-Verlag, Schaffhausen 1987, ISBN 3-7214-0589-7, Kapitel 10: &#039;&#039;Das Rätsel des Bösen: Luzifer und Ahriman.&#039;&#039;, S. 137 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 sprach [[Rudolf Steiner]] in einem Vortrag davon, dass sich Ahriman im dritten Jahrtausend nach der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in einem Menschen inkarnieren müsse.&amp;lt;ref&amp;gt;&#039;&#039;11. Vortrag vom 1. November 1919.&#039;&#039; In: Rudolf Steiner: &#039;&#039;Soziales Verständnis aus geisteswissenschaftlicher Erkenntnis. Fünfzehn Vorträge, gehalten in Dornach zwischen dem 3. Oktober und 15. November 1919.&#039;&#039; 3. Auflage, photomechanischer Nachdruck. Rudolf-Steiner-Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-1910-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman im Schāhnāme ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Shah Namah, the Persian Epic of the Kings Wellcome L0035183.jpg|mini|[[w:Faramarz|Faramarz]] tötet einen ahrimanischen Div. Persische Miniaturmalerei aus &#039;&#039;Schahname&#039;&#039;]]&lt;br /&gt;
Im [[w:Schāhnāme|Schāhnāme]], dem Lebenswerk des persischen Dichters [[w:Firdausi|Abū ʾl-Qāsim Firdausī]] (940/41–1020) und gleichzeitig dem Nationalepos der persischsprachigen Welt, bildet Ahriman den Gegenspieler und Feind der Könige und Helden. Er gebietet über eine Schar dienstbarer Geister, Dewen oder [[w:Diw|Diws]] genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zentralen Bedeutung Ahrimans als dem Repräsentanten des Bösen entsprechend führt Firdausi ihn bereits in der ersten Sage von Schahname über [[w:Gayomarth]] ein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Kein Feind lebt’ ihm auf der Erdenflur&lt;br /&gt;
Als heimlich ein arger Ahriman nur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi’s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Firdausi spricht ohne Umschweife den Grundkonflikt der iranischen Mythologie zwischen Gut und Böse an, vertreten durch den Schah und Ahriman. Ahrimans Sohn will den Sohn des Schahs, [[w:Sijamak (Mythologie)|Sijamak]], töten, um sich so der Herrschaft über die Welt zu bemächtigen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Schwarz war die Welt vor des Dewsohns Blick&lt;br /&gt;
Über des Schahs und Sijamak&#039;s Glück.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Des Schahsohns Leib warf er auf den Grund,&lt;br /&gt;
Und macht ihm mit Klauen die Weichen wund.&lt;br /&gt;
Vom grimmigen Feind war des Lebens beraubt&lt;br /&gt;
Sijamek, und das Volk ohne Haupt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n60/mode/2up S. 4 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende gelingt es [[w:Huschang Schah|Huschang]], dem Sohn von Sijamak, den Vater zu rächen, den Sohn Ahrimans zu töten und sich Herrschaft und Thron in Iran zu sichern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:31px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Die Hand schwang wie ein Löw Hoscheng,&lt;br /&gt;
Die Welt macht&#039; er dem Dewen eng.&lt;br /&gt;
Er zog ihm von Kopf zu Fuß in den Riem,&lt;br /&gt;
Abschnitt er das Haupt ohn&#039; gleichen ihm;&lt;br /&gt;
Warf ihn zu Boden und trat in kraus,&lt;br /&gt;
Sein Fell war zerrissen, mit ihm war&#039;s aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich Rückert (Übersetzer): &#039;&#039;Firdosi&#039;s Königsbuch (Schahname). Sage I–XIII.&#039;&#039; Georg Reimer, Berlin 1890, [https://archive.org/stream/firdosisknigsbu00bayegoog#page/n62/mode/2up S. 7.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dieser Niederlage Ahrimans verschwindet das Böse allerdings nicht aus der Welt. Auch in den folgenden Sagen wird Ahriman seine niederträchtigen Pläne umzusetzen versuchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gargoyle Wasserspeier Teufel Dämon.jpg|mini| Ahriman   - erläutert vom [https://www.yoga-vidya.de/yoga/ Yoga] Standpunkt aus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahriman aus yogischer Sicht == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist das, was in der [[y:Bibel|Bibel]] als [[y:Satan|Satan]] bezeichnet wird. In der Parsi-Mythologie, dem Zoroastrismus, ist es der [[y:Geist|Geist]] der Finsternis, der sich als Widersacher dem Licht-Gott Ahura Mazda entgegenstellt. Ahriman und Ahura Mazda sind eines der großen Gegensatzpaare, das Schlechte gegen das Gute. Dieser Dualismus zwischen gut und schlecht hat sich vom Parsismus, vom Zoroastrismus weiter ausgebreitet, wurde dann im [[y:Judentum|Judentum]] stark, später auch im [[y:Christentum|Christentum]] und im Islam. Dieser Dualismus von gut gegen böse hat viel Schlimmes bewirkt in dieser Welt. Es führte zu dem Glauben, dass die ganze Welt ein Kampf des Guten gegen das Böse ist und dass das Gute gegen das Böse, gegen die Manifestation von Ahriman, kämpfen und es vernichten muss. Aus dem Wunsch, den Ahriman zu vernichten ist soviel Schlimmes getan worden. Kein Mensch würde sagen, dass er des [[y:Teufel|Teufel]]s ist, er das Böse will und grundlegend böse ist. Auch die Evolutionsbiologie sagt, jeder Mensch hat grundsätzlich gute Anliegen. Damit jemand Schlimmes tut, muss er selbst Schlimmes erlebt haben. In diesem Sinne hat die Vorstellung von dem ewig guten Ahura Mazda und dem ewig schlechten Ahriman viel [[y:Leid|Leid]] über die [[y:Menschheit|Menscheit]] gebracht. Glücklicherweise gibt es heute große Strömungen in allen Weltreligionen und insbesondere auch in der liberalen Philosophie und der Aufklärung, dass es Böse an sich gar nicht gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===  Vermeintlicher Kampf zwischen Gut und Böse ===  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Krishna Arjuna Bhagavad Gita.jpg|mini| In der [[Bhagavad Gita]] wird der Kampf zwischen Gut und Böse auf einem Schlachtfeld ausgetragen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber kein Mensch empfindet sich selbst als jemand, der dem Bösen dient. Jeder denkt, er dient dem Guten und will andere bekämpfen, die eben das [[y:Böse|Böse]] sind. Und im Namen der Bekämpfung des Bösen ist dann so viel Schlimmes getan worden. Die Christen haben im Namen der Bekämpfung des Bösen ganze Religionen und Völker ausgerottet. Sie haben die Inquisition entwickelt und haben die Religionskriege überhaupt erst entwickelt. Auch hat das Böse in sich selbst zu bekämpfen dazu geführt, dass sich [[y:Generation|Generation]]en von Aspiranten selbst bekämpft haben. Letztlich führt das Böse in sich zu bekämpfen, nicht wirklich zum Guten. Denn Kampf selbst führt eben nicht zum Aufhören des Kampfes. &lt;br /&gt;
Man kann es der modernen Psychoanalyse, der modernen [[y:Psychotherapie|Psychotherapie]] und Psychologie und vielleicht auch der Evolutionsbiologie verdanken, erkannt zu haben, dass es eben nicht &#039;&#039;&#039;DAS Böse&#039;&#039;&#039; gibt. Sondern alles was man als Böse bezeichnen kann, hat ursprünglich eine gute Seite. Eifersucht beispielsweise ist nicht notwendigerweise böse, sondern wirkt stabilisierend in der Beziehung. Aggression ist nicht notwendigerweise böse, sondern der Mensch muss sich auch manchmal zur Wehr setzen und sich verteidigen. Auch [[y:Hass|Hass]] ist nicht nur böse, sondern war evolutionsbiologisch sinnvoll in manchen Kontexten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evolutionsbiologische Sicht ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Evolutionsbiologie hat eben gezeigt, dass alles menschliche [[y:Verhalten|Verhalten]] in irgendeinem Kontext sinnvoll ist und dass es nicht DAS Böse gibt. Und dass es nicht Ahriman und Ahrimanische Wesen gibt, die mit irgendwelchen guten Wesen um die [[y:Seele|Seele]] des Menschen ringen und um die Herrschaft auf diesem Planeten. So sind die älteren Legenden zum Beispiel auch um die Asuras in Indien ja nicht geprägt davon, dass da etwas ewig Böses ist, dass gegen die Guten, die Davas kämpft, wie es in moderner Interpretation oft gedeutet wird. Sondern die [[y:Asura|Asura]]s sind zum Teil andere Herrscher Geschlechte. Solche, die spirituelle Praktiken gemacht haben, aber dann Versuchungen zum [[y:Opfer|Opfer]] gefallen und vorübergehend auf Abwege gekommen sind. Vorübergehend der Gier nach Macht und Reichtum zugeneigt waren, bis sie schließlich auch wieder zur Gottverwirklichung kommen. &lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen, Asuras sind nicht böse an sich, sondern solche, die auf Abwege gekommen sind, um dann wieder zurück auf den spirituellen Weg zu kommen. In den indischen Schriften werden die Asuras auch meistens beschrieben als solche, die auch die Gottverwirklichung erreichen. So sollte man vorsichtig sein mit dem Begriff „das Böse“ an sich und „Kampf zwischen Gut und Böse“ oder auch den „Kampf zwischen [[y:Ahriman|Ahriman]] und Ahura Mazda“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klare Ethik aus yogischer Sicht ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich kann man das Ganze auch anders begreifen und der Zoroastrismus war ja eben nicht gekennzeichnet durch Religionskriege. Man könnte schon sagen, in bestimmten Kontexten sind bestimmte Vorgehensweisen nicht gut und andere sind gut. Daher gibt es auch im [[y:Yoga|Yoga]] eine klare Ethik, wie es sie in den fünf Yamas oder auch in den Sattwa Regeln, gibt. [[y:Ahimsa|Ahimsa]], bedeutet nicht verletzen. [[y:Satya|Satya]], Wahrhaftigkeit, [[y:Astea|Astea]] nicht stehlen, [[y:Bramacharya|Bramacharya]] ist die Vermeidung sexuellen Fehlverhaltens und auch Aparigraha, Unbestechlichkeit zählen dazu. All dies sind wichtige ethische Prinzipien. Zusammen gefasst könnte man die inneren Kräfte, die einen davon abhalten, die Ethik zu beachten als Ahriman beschreiben. Dennoch sind sie nicht grundsätzlich etwas Schlechtes, sondern sind evolutionsbiologisch sinnvoll. Es sind Anteile in uns, die in anderen Zusammenhängen vielleicht sogar gut wären. Entscheidet man sich für Ethik, dann gibt es diese Gegenkräfte. Die es eigentlich gut meinen, jedoch eher Versuchungen darstellen, jedoch nicht Anfechtungen des Bösen. Letztlich steht hinter allem eine einzige göttliche [[y:Wirklichkeit|Wirklichkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ahrimanische Kultur im Westen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Inkarnation Ahrimans}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Justen - Die bevorstehende Inkarnation Ahrimans.jpg|mini|[[Josef F. Justen]]: &#039;&#039;Die bevorstehende Inkarnation Ahrimans 2030 ???&#039;&#039;, BoD, Norderstedt 2025, ISBN 978-3-7693-5013-5]]&lt;br /&gt;
In der Vergangenheit spielte [[a:Luzifer|Luzifer]] eine wichtige, der weisen Weltenlenkung entsprechende und heute immer noch nachwirkende Rolle bei der Entwicklung der [[a:Kultur|Kultur]]. Eine ebenso wichtige Aufgabe kommt jetzt und in der weiteren Zukunft Ahriman zu. Dieses ahrimanische Element in die Kultur einzuführen, ist die Aufgabe des [[a:Westliche Welt|Westlichen Welt]], namentlich [[a:Amerika|Amerikas]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und im Westen finden wir nach der weisen Weltenlenkung überall die Seelen eingetaucht in das ahrimanische Element. Am stärksten finden wir das in Amerika. In Amerika besteht die Tendenz, eine Kultur zu entwickeln, die ganz untertaucht in das materialistische, das ahrimanische Element, die ganz durchsetzt wird - selbst da, wo nach Spiritualismus gestrebt wird - von rein materiellen Anschauungen. Selbst da, wo man nach Geistigem strebt, will man dort die Geister handgreiflich nach spiritistischer Art vor sich haben. Das wird immer stärker werden, und die Sehnsucht nach dem Handgreiflichen wird immer größer werden. Sie wird auch den Westen Europas nach und nach ergreifen. Da wird die Mission erfüllt werden, das ahrimanische Element einzuführen in die Kultur.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister. &#039;&#039;GA 159. 2. durchgesehene Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1980, ISBN 3-7274-1590-8, S. 236. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_159.pdf#page=236&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schutz vor Ahriman ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:20px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Auf welche Weise kann man sich vor Ahriman schützen? Indem man zufrieden ist mit dem, was einem beschieden ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Erfreue dich dessen, was dir gewährt ist;&lt;br /&gt;
entbehre gern, was dir nicht beschert ist!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kann Ahriman nicht an uns heran. Man soll nicht&lt;br /&gt;
wunschlos sein, kein Asket, der die Welt flieht, aber auch nicht&lt;br /&gt;
voller Freude [nur], sondern die Waage halten zwischen beiden;&lt;br /&gt;
das gibt die rechte Stimmung für den Esoteriker.“ {{Lit|{{G|266c|177}}}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Schwert gegen Ahriman}}In [[a:Rudolf Steiner|RudolfSteiner]]s Mysteriendrama „[[a:Die Prüfung der Seele|Die Prüfung der Seele]]“ spricht [[a:Maria (Mysteriendrama)|Maria]] ganz klar aus, dass es nur ein Gebiet im [[a:Geisterland|Geisterland]] gibt, in dem das &#039;&#039;&#039;Schwert gegen Ahriman&#039;&#039;&#039; geschmiedet werden kann. Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen sich aus [[a:Verstand|Verstand]]eskräften [[a:Wissen|Wissen]] bilden und zur Geistesweisheit umgestalten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;lt;poem&amp;gt;Es gibt nur Ein Gebiet im Geisterland,&lt;br /&gt;
In dem das Schwert geschmiedet werden kann,&lt;br /&gt;
Vor dessen Anblick du verschwinden mußt.&lt;br /&gt;
Es ist das Reich, in dem die Menschenseelen&lt;br /&gt;
Sich aus Verstandeskräften Wissen bilden&lt;br /&gt;
Und dann zur Geistesweisheit umgestalten.&lt;br /&gt;
Und kann ich mir in diesem Augenblicke richtig&lt;br /&gt;
Das Wahrheitswort zum Schwerte schmieden,&lt;br /&gt;
So wirst du diesen Ort verlassen müssen.&lt;br /&gt;
                                         {{GZ||14|265}} &amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Erlösung Ahrimans ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Luzifer|Luzifer]] kann durch die vom [[a:Egoismus|Egoismus]] befreite Liebe erlöst werden. Ahriman hingegen kann erlöst werden, wenn er sein [[a:Wesen|Wesen]] im Spiegel des [[a:mensch|mensch]]lichen [[a:Denken|Denken]]s wiederfindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Luzifer geschieht durch die Liebe, durch die höhere Liebe, welche frei von Egoismus ist. Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
und weiter&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{GZ|Die Erlösung des Ahriman&lt;br /&gt;
geschieht durch das Denken. - Als Mittel gegen zu starke&lt;br /&gt;
ahrimanische Angriffe ist das Durchdenken des ersten Kapitels&lt;br /&gt;
des Johannes-Evangeliums sehr zu empfehlen: «Im Anfang war&lt;br /&gt;
das Wort...» und das achte Kapitel.|266c|167|168}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[a:Rudolf Steiner|Rudolf Steiner]]s viertem [[a:Mysteriendrama|Mysteriendrama]] «[[a:Der Seelen Erwachen|Der Seelen Erwachen]]» weist [[a:Benedictus|Benedictus]] den Weg zur Erlösung Ahrimans:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;center&amp;gt;&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;notiz&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er strebt das Menschendenken zu verwirren,&lt;br /&gt;
Weil er in ihm die Quellen seiner Leiden&lt;br /&gt;
Durch einen altvererbten Irrtum sucht.&lt;br /&gt;
Er weiß noch nicht, daß ihm Erlösung nur&lt;br /&gt;
In Zukunft werden kann, wenn er sein Wesen&lt;br /&gt;
Im Spiegel dieses Denkens wiederfindet. &lt;br /&gt;
                                    {{GZ||14|542f}}&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/center&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Ulrich Hannemann (Hrsg.): &#039;&#039;Das Zend-Avesta.&#039;&#039; Band 1: &#039;&#039;Allgemeiner Teil.&#039;&#039; Überarbeitete Neuauflage der Ausgabe von 1776. Weißensee-Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89998-199-5.&lt;br /&gt;
* Firdausi: &#039;&#039;Geschichten aus dem Schahnameh&#039;&#039; (= &#039;&#039;Diederichs Taschenausgaben.&#039;&#039; 21.) Ausgewählt und übertragen von Uta von Witzleben]. Eugen Diederichs, Düsseldorf u. a. 1960, S. 13 ff. (zu Ahriman).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Wikipedia|Ahriman}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118898418|VIAF=13105906}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Button &#039;zurück nach oben&#039;}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Findus</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=10142</id>
		<title>Eiweiß</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.aurorawiki.de/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;diff=10142"/>
		<updated>2025-12-24T09:44:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Findus: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Chicken egg01 monovular.jpg|mini|330px|Das Eiklar eines frischen Hühnereis, das etwa zu 11&amp;amp;nbsp;% aus Eiweißen besteht, differenziert sich sichtbar vom Eigelb]]&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Eiweiße&#039;&#039;&#039; oder &#039;&#039;&#039;Proteine&#039;&#039;&#039; (von griechisch πρωτεῖος &#039;&#039;proteios&#039;&#039; „grundlegend“; abgeleitet von πρῶτος &#039;&#039;protos&#039;&#039; „Erster“) sind biochemisch gesehen aus [[w:Aminosäuren|Aminosäuren]] aufgebaute, biologisch aktive kettenförmige Makromoleküle von überragender funktioneller und struktureller Bedeutung für alle irdischen Lebewesen. Sie sind Bestandteil der meisten [[w:Enzym|Enzyme]] oder bilden als [[w:Strukturprotein|Strukturproteine]] (auch &#039;&#039;Skleroproteine&#039;&#039;, &#039;&#039;Faserproteine&#039;&#039; oder &#039;&#039;Gerüstproteine&#039;&#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Lehmann: &#039;&#039;Paläontologisches Wörterbuch.&#039;&#039; 4. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1996, S. 100.&amp;lt;/ref&amp;gt; eine wesentliche Gerüstsubstanz von Zellen und Geweben der Lebewesen. Die Gesamtheit aller zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem Lebewesen bzw. in einem Gewebe, einer Zelle oder einem [[w:Zellkompartiment|Zellkompartiment]] vorhandenen Proteine bilden ein sogenanntes [[w:Proteom|Proteom]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurzkettige Verbindungen, wie sie beispielsweise beim primären Eiweißabbau durch die Peptidase (kurz für &#039;&#039;Peptidbindungshydrolase&#039;&#039;) [[w:Pepsin|Pepsin]] entstehen, werden als [[w:Peptid|Peptide]] bezeichnet. [[w:Neuropeptide|Neuropeptide]], von denen bisher mehr als 100 bekannt sind, wirken in Nervengeweben als Botenstoffe. Zu ihnen zählen beispielsweise die [[w:Endorphine|Endorphine]] und [[w:Enkephaline|Enkephaline]], die als körpereigene [[w:Opioide|Opioide]] wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Proteinkomplex|Proteinkomplexe]] entstehen, wenn sich mehrere Proteine zu einer strukturellen bzw. funktionellen Einheit zusammenlagern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das lebenswichtige Eiweiß ist sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für die individuelle Entwicklung des Menschen von großer Bedeutung. Damit das Eiweiß diese wichtigen Funktionen ausüben kann, bedarf es aus geistiger Sicht nicht nur der Vielfalt unterschiedlicher Eiweißquellen in der Ernährung, sondern auch einer inhaltlich mentalen Aktivität des Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aminosäuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eiweiß erbaut sich aus Aminosäuren. Diese enthalten die chemischen Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und teilweise auch Schwefel und in einem einzigen Fall ([[w:Selenocystein|Selenocystein]]) auch [[w:Selen|Selen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Geistforscher [[Rudolf Steiner]] (1861–1925) sind diese chemischen Elemente nicht nur physische Stoffe mit physischen Aufgaben. Er zeigt auf, dass Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Wasserstoff auch eine metaphysische Bedeutung für den Menschen haben, von dem er sagt, dass er ein beseeltes und durchgeistigtes Wesen sei:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Sie werden sehen, daß in ebensolcher Weise, wie die physische Organisation mit dem Kohlenstoff, die ätherische Organisation mit dem Sauerstoff, die astralische Organisation mit dem Stickstoff, so die Ich-Organisation mit dem Wasserstoff zusammenhängt. Sie werden die ganzen Wärmedifferenzierungen eingliedern können – ich kann das hier nur andeuten – in dasjenige, was der Wasserstoff als seine besondere Funktion, natürlich immer in Verbindung mit anderen Substanzen, im menschlichen Organismus ausübt. Und so kommen wir dazu, indem wir aus dem Sinnlichen ins Übersinnliche sogleich heraufsteigen, aber dieses Übersinnliche dadurch packen, daß wir seine physischen Repräsentanten ins Auge fassen, den ganzen Menschen gewissermaßen als eine sehr komplizierte Zelle, die beseelt und durchgeistigt ist, auffassen zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft. Zur Therapie und Hygiene.&#039;&#039; GA 314. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1989, ISBN 3-7274-3141-5, S. 114–115. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_314.pdf#page=114&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Proteinstruktur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Main protein structure levels de.png|mini|Die vier hauptsächlichen Strukturebenen der Proteine bzw. Proteinkomplexe]]&lt;br /&gt;
Die dreidimensionale räumliche Proteinstruktur wird zumeist durch [[a:Kristallstrukturanalyse|Kristallstrukturanalyse]] oder [[w:NMR-Spektroskopie|NMR-Spektroskopie]] ermittelt. Wie der Prozess der Proteinfaltung genau abläuft, durch den das Protein meist innerhalb von Sekundenbruchteilen seine energetisch stabilste native Konformation annimmt, ist noch unklar. Die Anzahl der möglichen Konformationen wächst exponentiell mit der Länge der Aminosäurekette. Selbst wenn man für jeden Aminosäurebaustein nur zwei verschiedene Zustände annimmt, ergäben sich bei einer Kettenlänge von &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; Aminosäuren &amp;lt;math&amp;gt;2^n&amp;lt;/math&amp;gt; Faltungsmöglichkeiten. Auch wenn man annimmt, dass eine Konformationsänderung nur &amp;lt;math&amp;gt;10^{-13}s&amp;lt;/math&amp;gt; benötigt, würde ein aus 150 aneinandergereihten Aminosäuren bestehendes Protein &amp;lt;math&amp;gt;2^{150} \cdot 10^{-13}s = 1,4\cdot 10^{32}s&amp;lt;/math&amp;gt;, also mehr als &amp;lt;math&amp;gt;4 \cdot 10^{24}&amp;lt;/math&amp;gt; Jahre benötigen, um alle Kombinationsmöglichkeiten durchzuspielen und so die stabilste Konformation zu finden. Auf dieses heute als Levinthal-Paradoxon bekannte Phänomen hat erstmals 1969 der US-amerikanische Molekularbiologe [[wen:Cyrus Levinthal|Cyrus Levinthal]] (1922–1990) hingewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Cyrus Levinthal: [https://web.archive.org/web/20090902211239/http://www.biochem.wisc.edu/courses/biochem704/Reading/Levinthal1968.pdf &#039;&#039;Are there pathways for protein folding?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Journal de Chimie Physique et de Physico-Chimie Biologique&#039;&#039; 65: 44–45 (Zusammenfassung). Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. T. P. DeBrunner, E. Munck: [https://web.archive.org/web/20110523080407/http://www-miller.ch.cam.ac.uk/levinthal/levinthal.html &#039;&#039;Levinthal&#039;s Paradox. How to Fold Graciously.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Mossbauer Spectroscopy in Biological Systems: Proceedings of a meeting held at Allerton House,&#039;&#039; Monticello, Illinois: 22–24. Archivlink, abgerufen am 30. November 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine bzw. Proteinkomplexe können aus einer oder mehreren funktionell und strukturell unterschiedlichen [[w:Proteindomäne|Proteindomänen]] bestehen. Dabei gibt es vier hierarchisch geordnete Strukturebenen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die [[w:Primärstruktur|Primärstruktur]] wird durch die Aminosäuresequenz bestimmt, d. h. durch die Abfolge der Aminosäuren, die über [[w:Peptid|Peptidbindungen]] (&amp;amp;#8209;CO&amp;amp;#8209;NH&amp;amp;#8209;) miteinander verbunden sind.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Sekundärstruktur|Sekundärstruktur]] bestimmt die räumlichen Gestalt lokaler Proteinbereiche und wird durch die Wasserstoffbrücken zwischen den CO&amp;amp;#8209; und NH&amp;amp;#8209;Gruppen des Peptidgerüsts bestimmt. Dabei werden folgende Sekundärstrukturelemente unterschieden: [[w:α-Helix|α-Helix]], [[w:π-Helix|π-Helix]], [[w:3-10-Helix|3&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;-Helix]], [[w:Kollagen#Kollagenmolekül|linksgängige α-Kette der Kollagene]], [[w:β-Faltblatt|β-Faltblatt]], [[w:β-Schleife|β-Schleife]], [[w:β-Helix|β-Helix]] und [[w:Random Coil|Random Coil]] (Bereiche ohne definierter Sekundärstruktur).&lt;br /&gt;
* Die [[w:Tertiärstruktur|Tertiärstruktur]] bestimmt den räumlichen Aufbau einer ganzen Proteineinheit.&lt;br /&gt;
* Die [[w:Quartärstruktur|Quartärstruktur]] beschreibt die räumliche Struktur eines ganzen Proteinkomplexes mit allen seinen Untereinheiten.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sekundär-, Tertiär- und Quartärstruktur von Proteinen wird meist durch das 1980/81 von [[w:Jane Richardson|Jane Richardson]] etablierte [[w:Bändermodell|Bändermodell]] veranschaulicht.&amp;lt;ref&amp;gt;J. S. Richardson: [https://web.archive.org/web/20140201235623/http://csb.stanford.edu/class/public/readings/Introduction_Lecture1/Richardson_NAT_00_Ribbon_drawing_history.pdf &#039;&#039;Early ribbon drawings of proteins.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Nature structural biology.&#039;&#039; Band 7, Nummer 8, August 2000, S.&amp;amp;nbsp;624–625 (PDF).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Globuläre Proteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Azukibohnen.jpeg|mini|Azukibohnen gehören zur Eiweißquelle der Leguminosen ([[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]])]]&lt;br /&gt;
[[w:Globuläre Proteine|Globuläre Proteine]] haben eine annähernd sphärische (kugelförmige) Tertiär- bzw. Quartärstruktur. Durch ihre nach außen gerichteten polaren Seitenketten sind die zu dieser Gruppe gehörenden Albumine relativ gut wasserlöslich. Die ebenfalls zu den globulären Proteinen zählenden [[w:Globuline|Globuline]] sind hingegen wegen ihres höheren [[w:Molekulargewicht|Molekulargewichts]] in reinem Wasser nicht löslich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[w:Albumine|Albumin]] ist ein Eiweißstoff, der im Eiweiß der Vogeleier und in fast allen Säften des tierischen und pflanzlichen Körpers vorkommt. Im reinen Zustand ist er eine blass bernsteinfarbene, leicht zu einem weißlichen Pulver zerreibliche Substanz. Albumin ist in Wasser, aber nicht in Alkohol oder Äther, eine lösliche Masse ohne Geruch und Geschmack. Wird Albumin in einer wässerigen verdünnten Lösung erhitzt, so gerinnt es und scheidet sich in Form von feinen Flocken aus. Bei einer starken, konzentrierten Auflösung schließt das Albumin das Wasser in seine Poren ein und bildet mit ihm eine feste Masse (z.&amp;amp;nbsp;B. bei hartgekochten Eiern).&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/nid/20000893803 &#039;&#039;Albumin.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Brockhaus&#039; Kleines Konversations-Lexikon.&#039;&#039; 5.&amp;amp;nbsp;Auflage, Band 1. Leipzig 1911, S. 36. In: &#039;&#039;zeno.org.&#039;&#039; Abgerufen am 26. November 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißstoffe mit dem Namen [[w:Globine|Globine]] dienen dazu, Sauerstoff zu binden und zu transportieren. Sie benötigen stets einen zu den [[w:Häme (Stoffgruppe)|Hämen]] zählenden [[w:Cofaktor (Biochemie)|Cofaktor]], um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Zu den Globinen zählen etwa die in allen Wirbeltieren und auch im Menschen vorhandenen [[w:Hämoglobin|Hämoglobine]] und [[w:Myoglobin|Myoglobine]], aber auch die [[w:Leghämoglobin|Leghämoglobine]], die in den stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der [[w:Hülsenfrüchtler|Hülsenfrüchtler]] (&#039;&#039;Leguminosen&#039;&#039;) vorkommen und von denen die Myoglobine und Hämoglobine entwicklungsgeschichtlich abstammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Glykoproteine ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in der Natur weit verbreiteten [[w:Glykoproteine|Glykoproteine]] enthalten eine oder mehrere Kohlenhydratgruppen, die zumeist [[a:Kovalente Bindung|kovalent]] an [[w:Asparagin|Asparagin]]-, [[w:Serin|Serin]]-, [[w:Threonin|Threonin]]- oder [[w:Hydroxylysin|Hydroxylysin]]-Reste gebunden sind und die strukturelle Stabilität der Proteine erhöhen und die Proteinfaltung unterstützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schwefel ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Disulfide Bridges (SCHEMATIC) V.1.svg|mini|310px|Biochemische Darstellung der [[w:Intrachenar|intrachenaren]] Disulfidbrücken innerhalb einer Peptidkette eines Proteins&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Dieter Jakubke, Hans Jeschkeit: &#039;&#039;Aminosäuren, Peptide, Proteine.&#039;&#039; Verlag Chemie, Weinheim 1982, ISBN 978-3-527-25892-5, S.&amp;amp;nbsp;101.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Biochemisch gesehen wird der übergeordnete räumliche Aufbau der Proteine, ihre Tertiärstruktur und bei Proteinkomplexen aus mehreren Proteinen auch ihre Quartärstruktur, wesentlich durch [[w:Disulfidbrücke|Disulfidbrücken]] stabilisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Rudolf Steiner]], der Begründer der Anthroposophie, weist auf die geistige Bedeutung des Schwefels hin. Danach ist der Schwefel ein Vermittler zwischen den geistigen Gestaltungs&amp;amp;shy;kräften und dem Physischen. Diese Erkenntnis hält er für notwendig, wenn man die vollständige Bedeutung des Eiweißes kennenlernen wolle:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Und man kann schon sagen, wer eigentlich in der materiellen Welt die Spuren verfolgen will, die der Geist zieht, der muß die Tätigkeit des Schwefels verfolgen. Wenn auch diese Tätigkeit nicht so offen liegt, wie diejenige anderer Stoffe, so ist sie darum doch gewiß von der allergrößten Bedeutung, weil auf dem Wege des Schwefels der Geist in das Physische der Natur hereinwirkt, Schwefel ist geradezu der Träger des Geistigen. Er hat seinen alten Namen Sulfur, der ja verwandt ist mit dem Namen Phosphor; er hat seinen alten Namen, weil man in älteren Zeiten in dem Licht, in dem sich ausbreitenden Licht, dem sonnenhaften Lichte sah auch das sich ausbreitende Geistige. Und man nannte deshalb diese Stoffe, die mit dem Hereinwirken des Lichts in die Materie zu tun haben, wie Schwefel und Phosphor, die Lichtträger.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Landwirtschaftlicher Kurs.&#039;&#039; GA 327. 8.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1999, ISBN 3-7274-3270-5, S. 64. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_327.pdf#page=64&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Funktionen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine können im Organismus folgende, sehr spezielle Funktionen haben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Schutz, Verteidigung gegen Mikroorganismen&lt;br /&gt;
** Antikörper (extern und intern) dienen zur Abwehr von Infektionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Beutefang&lt;br /&gt;
** [[w:Toxin|Toxin]]e führen zur Lähmung von Beutetieren, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Schlangen, bei Skorpionen und (durch [[w:Conotoxine|Conotoxine]]) bei [[w:Kegelschnecken|Kegelschnecken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Körperstruktur, Bewegung&lt;br /&gt;
** [[w:Kollagen|Kollag]]e, die bis zu &amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; des gesamten Körperproteins ausmachen können, sind Strukturproteine der Haut, des Bindegewebes und der Knochen. Als [[w:Strukturprotein|Strukturprotein]]e bestimmen sie den Aufbau der Zelle und damit letztlich die Beschaffenheit der Gewebe und des gesamten Körperbaus.&lt;br /&gt;
** In den Muskeln verändern [[w:Myosin|Myosin]]e und [[w:Aktin|Aktin]]e ihre Form und sorgen dadurch für Muskelkontraktion und damit für Bewegung.&lt;br /&gt;
** [[w:Keratin|Keratin]]strukturen wie Haare/Wolle, Hörner, Nägel/Klauen, Schnäbel, Schuppen und Federn&lt;br /&gt;
** [[w:Spinnennetz#Spinnenseide|Seidenfäden]] bei Spinnen und Insekten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Stoffumsatz (hier Proteinmetabolismus),&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa H. N. Munro, J. B. Allison (Hrsg.): &#039;&#039;Mammalian protein metabolism.&#039;&#039; Academic Press, New York 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Transport, Signalfunktion&lt;br /&gt;
** [[w:Enzym|Enzyme]] übernehmen [[w:Biokatalysator|Biokatalysefunktionen]], d.&amp;amp;nbsp;h., sie ermöglichen und kontrollieren sehr spezifische (bio)chemische Reaktionen in Lebewesen.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Ionenkanal|Ionenkanäle]] regulieren Proteine die Ionenkonzentration in der Zelle, und damit deren [[w:Osmose|osmotische]] [[w:Homöostase|Homöostase]] sowie die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Transportprotein|Transportproteine]] übernehmen sie den Transport körperwichtiger Substanzen wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[w:Hämoglobin|Hämoglobin]], das im Blut für den Sauerstofftransport zuständig ist, oder [[w:Transferrin|Transferrin]], das Eisen im Blut transportiert.&lt;br /&gt;
** In Zellmembranen befinden sich [[w:Membranrezeptor|Membranrezeptoren]]; meist Komplexe aus mehreren Proteinen (auch &#039;&#039;Multiproteinkomplexe&#039;&#039; genannt), die Substanzen außerhalb der Zelle erkennen und binden. Dadurch ergibt sich eine Konformationsänderung, die dann als Transmembransignal im Innern der Zelle erkannt wird.&lt;br /&gt;
** [[w:Adapterprotein|Adapterproteine]] verbinden vorübergehend mehrere andere Proteine, wodurch eine [[w:Signaltransduktion|Signaltransduktion]] entstehen kann&lt;br /&gt;
** Manche (meist kleinere Proteine) steuern als Hormone Vorgänge im Körper.&lt;br /&gt;
** Als [[w:Hämostase|Blutgerinnungsfaktoren]] verhindern die Proteine einerseits einen zu starken Blutverlust bei einer Verletzung eines Blutgefäßes und andererseits eine zu starke Gerinnungsreaktion mit Blockierung des Gefäßes.&lt;br /&gt;
** [[w:Grün fluoreszierendes Protein|Auto-fluoreszierende Proteine]] in Quallen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reservestoff&lt;br /&gt;
** Als Reservestoff kann der Körper Proteine im Hungerzustand als Energielieferanten verwenden. Dabei können die in Leber, Milz und Muskeln gespeicherten Proteine nach [[w:Proteolyse|Proteolyse]] und Abbau der entstehenden Aminosäuren zu [[w:Pyruvat|Pyruvat]] entweder zur [[w:Glukoneogenese|Glukoneogenese]] oder direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mutationen in einem bestimmten [[w:Gen|Gen]] können potentiell Veränderungen im Aufbau des entsprechenden Proteins verursachen, woraus sich folgende mögliche Auswirkungen auf die Funktion ergeben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt einen Verlust in der Proteinfunktion; solche Fehler mit teils vollständigem Wegfall der Proteinaktivität liegen vielen erblichen Krankheiten zugrunde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt bei einem Enzym die Erhöhung der Enzymaktivität. Dies kann vorteilhafte Wirkung haben oder ebenfalls zu einer Erbkrankheit führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Trotz der Mutation bleibt die Funktion des Proteins erhalten. Dies wird als &#039;&#039;stille&#039;&#039; Mutation bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mutation bewirkt eine funktionelle Veränderung, die vorteilhaft für die Zelle, das Organ oder den Organismus ist. Ein Beispiel wäre ein Transmembranprotein, das vor der Mutation nur in der Lage ist, den stoffwechselbaren [[w:Metabolit|Metaboliten]]&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;A&#039;&#039; aufzunehmen, während nach der Mutation auch der Metabolit&amp;amp;nbsp;&#039;&#039;B&#039;&#039; regulierbar aufgenommen werden kann und sich dadurch z.&amp;amp;nbsp;B. die Nahrungsmittelvielfalt erhöht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seelische und geistige Bedeutung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[a:Heinz Grill|Heinz Grill]] (*1960), Geistforscher und anthroposophischer Heilpraktiker, spricht vom Eiweiß als einem „Urstoff des Lebens“ und drückt aus, dass die Auswahl des Eiweißsubstanz, die der Mensch zu sich nimmt, von Bedeutung ist:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Gerade mit dem Eiweiß, dem Protein, dem Urstoff des Lebens, sollte sehr achtsam umgegangen werden. Es besitzt je nach Qualität, Ursprung und Art für die Bewusstseinsentwicklung eine entscheidende Bedeutung. […] Der eiweißartige Urstoff des Lebens beeinflusst entsprechend der Auswahl die spirituelle Entwicklung des Menschen. So kann, je nachdem, was der Mensch an Eiweißsubstanz zu sich nimmt, sehr bald ein dumpferer Ton die Gedanken prägen oder ein leichterer, idealistischer Klang die Seele durchfluten.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen. Die geistige Bedeutung der Nahrung.&#039;&#039; 9. Auflage. Stephan Wunderlich Verlag, Sigmaringen 2022, ISBN 978-3-9815855-2-0, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren erscheint aus geistiger Sicht „das individuelle Eiweiß als die Trägersubstanz für das sogenannte menschliche Ich, das ist jener Faktor, der mit der Eigenständigkeit und Eigenkraft des Menschen im Geiste korrespondiert. Da dieses eigenbegabte Ich niemals bei zwei Personen das gleiche sein kann, besitzt jedes Individuum tatsächlich eine spezifische Eiweißformulation.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Der freie Atem und der Lichtseelenprozess.“ 2.&amp;amp;nbsp;Auflage. Heinrich Schwab Verlag 2019, ISBN 978-3-7964-0277-7, S. 30–31.&#039;&#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinz Grill spricht in diesem Zusammenhang von einer individuellen Kernsubstanz, die nicht nur von der Nahrung abhängig ist, sondern auch von den verschiedenen Aktivitäten, die der Mensch täglich leistet. Ein hoher Eiweißbedarf ist meist mehr auf die mentale Aktivität zurückzuführen als auf die körperliche. Auf die innersten Stoffwechselprozesse wirken die Atmung und in welcher Verbindung der Mensch mit seiner Umgebung steht. „Aus diesem Grunde ist die Frage der menschlichen Eiweißbildung nicht nur eine Ernährungsfrage, sondern eine Frage der Aktivität, der Beziehung und schließlich des werdenden individuellen Bewusstseins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Steiner weist darauf hin, dass das Eiweiß von allem Anfang an da sein muss. Es ist bereits im Ei vorhanden, bevor das menschliche Wesen im Mutterleib entsteht. Es ist die Mutter, die das Eiweiß in der Gebärmutter bildet. Dieses Ei wird befruchtet und wird dadurch fähig, „zum Menschen gestaltet zu werden“. Um lebensfähig zu sein, braucht der Mensch fortwährend Eiweiß in seiner Nahrung. „Geradeso wie das Eiweiß zum Entstehen notwendig ist, so ist das Eiweiß auch notwendig, daß der Mensch überhaupt lebt. So daß wir sagen könnten: Derjenige, der Eiweiß überhaupt nicht verdauen kann, bei dem würde der Tod eintreten.“&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner: &#039;&#039;Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?.&#039;&#039; GA 350. 3.&amp;amp;nbsp;Auflage. Rudolf Steiner Verlag, Dornach 1991, ISBN 3-7274-3500-3, S. 295. ([https://odysseetheater.org/GA/Buecher/GA_350.pdf#page=295&amp;amp;view=Fit Online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eiweiß in der Nahrung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißbedarf ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proteine erfüllen im menschlichen Körper zahlreiche Aufgaben und sind für alle Organfunktionen von Bedeutung, insbesondere bei der Heilung von Wunden und Krankheiten. Zum Aufbau, zum Erhalt und zur Erneuerung der Körperzellen brauchen Menschen eine Nahrung, die Protein enthält. Bezogen auf das Körpergewicht (KG) ist der Bedarf in den Wachstumsphasen zu Lebensbeginn am höchsten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ersten Lebensmonat sollte der Säugling täglich eine Proteinmenge von etwa 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht (g/kg KG) aufnehmen, gegen Ende des ersten Lebensjahrs genügen etwa 1,3&amp;amp;nbsp;g/kg KG. Ab dem zweiten Lebensjahr empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für die tägliche Aufnahme von Protein mit der Nahrung lebensaltersabhängige Referenzwerte zwischen 1,0 und 0,8&amp;amp;nbsp;g/kg. Bei Kleinkindern (1,0) ist der Bedarf höher als bei älteren Kindern und Jugendlichen (0,9), bei jüngeren Erwachsene (0,8) niedriger als bei über 65 Jahre alten (geschätzt 1,0) – jeweils bezogen auf das Normalgewicht, nicht das tatsächliche Körpergewicht. Übergewichtige brauchen nicht mehr als normalgewichtige Menschen. Dagegen ist bei schwangeren Frauen der Bedarf um circa 20 % erhöht (1,0), bei stillenden liegt er noch höher (1,2).&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt;Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): [https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/protein/ &#039;&#039;Referenzwerte Protein.&#039;&#039;] Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch eine Übersichtsarbeit von 2010, die auch in einem Bericht einer Expertenkommission der [[w:Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen|Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen]] (2013) Beachtung fand, welche den Tagesproteinbedarf für durchschnittliche Erwachsene mit 0,91–1,2 g/kg KG deutlich höher einschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;PMID19841581&amp;quot;&amp;gt;R. Elango, M. A. Humayun, R. O. Ball, P. B. Pencharz: &#039;&#039;Evidence that protein requirements have been significantly underestimated.&#039;&#039; In: &#039;&#039;Current opinion in clinical nutrition and metabolic care.&#039;&#039; Band 13, Nummer 1, Januar 2010, S.&amp;amp;nbsp;52–57. ([https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19841581/ PMID 19841581] Review).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei körperlicher Aktivität steigt der Bedarf an Protein laut DGE nicht an. Eine Nierenschädigung aufgrund erhöhten Eiweißkonsums wurde mehrmals in Langzeitstudien widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://examine.com/nutrition/can-eating-too-much-protein-be-bad-for-you/ &#039;&#039;Can eating too much protein be bad for you?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;examine.com.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025 (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mit der Nahrung aufgenommene Protein wird in Magen und Darm verdaut, in kleinere Bestandteile zerlegt und in Bausteine aufgespalten. Zellen der Darmschleimhaut resorbieren diese und geben die einzelnen Aminosäuren in die ([[w:Pfortader|portale]]) Blutbahn ab, die zur Leber führt. Der menschliche Organismus kann einige der Aminosäuren nicht selber herstellen, braucht sie aber als Baustein seiner eigenen Proteine. Mit der Nahrung zugeführtes Protein muss also hinreichen, den Bedarf für jede dieser &#039;&#039;unentbehrlichen&#039;&#039; (essenziellen) Aminosäuren abzudecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Anthroposoph, Chemiker und Begründer des Unternehmens [[a:Wala Heilmittel|Wala Heilmittel]], [[a:Rudolf Hauschka|Rudolf Hauschka]] schreibt in seinem Buch &#039;&#039;Ernährungslehre&#039;&#039;, dass der Säugling mit der Muttermilch als erste Nahrung das mütterliche Eiweiß zu sich nimmt. Er benennt Eiweiß als „die Urnahrung“, die bereits „für die gesamte Menschheit, als sie noch in Urzuständen die [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre der Erde]] atmete“ existent war.&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hauschka: &#039;&#039;Ernährungslehre.&#039;&#039; 10. Auflage. Verlag Vittorio Klostermann, ISBN 978-3-465-03021-81999, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der anthroposophische Arzt [[Otto Wolff (Mediziner)|Otto Wolff]] macht darauf aufmerksam, dass zum Beispiel das Ei die typische Form des Lebens ist, ein in sich selbst vollständiger Organismus, da sich aus dem Eidotter das spätere Hühnchen entwickelt. Daraus schließt er, dass es sich deswegen um beseeltes Leben handelt. In früheren Zeiten wurde Kranken rohes Eigelb mit etwas Honig und Rotwein für die Genesung gebracht. Bei einem hartgekochten Ei geht die große Vitalität im Ei verloren. Otto Wolf sieht den übermäßigen Genuss von Eiern in der Pubertät als problematisch, „da die Zufuhr von dieser Art «beseelter» Vitalität sich nun auf die Sexualität erstrecken kann, mit der der Pubertierende ohnehin noch nicht fertig wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Wolf: &#039;&#039;Was essen wir eigentlich?&#039;&#039; 3., aktualisierte und ergänzte Auflage. Verlag Freies Geistleben, 2012, ISBN 978-3-7725-2612-1, S. 100–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißmangel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sesam.jpeg|mini|Sesam gehört wie Sonnenblumenkerne oder Leinsamen zur Eiweißart der Ölsamen]]&lt;br /&gt;
Ein Mangel an Eiweiß kann eine Reihe von Symptomen hervorrufen. Andauernder Eiweißmangel führt zu [[w:Marasmus|Marasmus]], [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] oder zu beidem und letzten Endes zum Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eiweißmangelkrankheit [[w:Kwashiorkor|Kwashiorkor]] tritt vorwiegend in sogenannten Entwicklungsländern auf und betrifft meist unterernährte Kinder, deren fortgeschrittenes Leiden an einem [[w:Aszites|Hungerbauch]] zu erkennen ist, hervorgerufen durch Einlagerung von Wasser. Wegen der fehlenden Bluteiweiße wie [[w:Albumin|Albumin]] kommt es auch in anderen Körperregionen zu [[w:Ödem|Ödemen]] (Hungerödemen). Weitere Symptome sind u.&amp;amp;nbsp;a.:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* verminderte Haarpigmentierung&lt;br /&gt;
* Wachstumsverzögerung&lt;br /&gt;
* Lebervergrößerung&lt;br /&gt;
* Muskelschwäche&lt;br /&gt;
* [[w:Apathie|Apathie]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein &#039;&#039;Eiweißmangelödem&#039;&#039; oder &#039;&#039;kolloidosmotisches Ödem&#039;&#039; entsteht durch eine [[w:Hypoproteinämie|Hypoproteinämie]], die durch einen Eiweißmangel hervorgerufen wird und einen verminderten [[w:Kolloidosmotischer Druck|kolloidosmotischen Druck]] verursacht. Es tritt beispielsweise bei einer Mangelernährung, bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen oder einem [[w:Nephrotisches Syndrom|nephrotischen Syndrom]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pschyrembel.de/Eiwei%C3%9Fmangel%C3%B6dem/B11SP &#039;&#039;Eiweißmangelödem.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Pschyrembel.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Absinken des kolloidosmotischen Drucks wird Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gedrückt, wodurch sich ein Ödem bildet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/oedeme/ursachen-risikofaktoren-von-oedemen.html &#039;&#039;Zu geringe Eiweißkonzentration im Blut.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten.&#039;&#039; Abgerufen am 4.&amp;amp;nbsp;Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Proteinmangels, da die Fähigkeit des Körpers, Eiweiß effektiv zu verwerten, abnimmt. Somit besteht ein höherer Eiweißbedarf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei herzkranken Patienten kann Proteinmangel die [[w:Herzmuskel|Herzmuskelfunktion]] beeinträchtigen und die Erholungsphase nach Herzoperationen verlangsamen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://herzstiftung.de/ihre-herzgesundheit/gesund-bleiben/ernaehrung/eiweiss &#039;&#039;Eiweiß und Herzgesundheit.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Deutsche Herzstiftung.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Eiweißmangel kommt es in den Industrieländern allerdings sehr selten und nur bei extrem proteinarmen Ernährungsformen. Die durchschnittliche deutsche Mischkost enthält mit 100 Gramm Eiweiß pro Tag mehr als genug Protein. Obgleich in der Werbung Eiweißpulver als für Breitensportler empfehlenswert angepriesen werden, deckt „unsere übliche Ernährung […] auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab“, wie es dazu in einem Bericht des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württembergs heißt.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Cornelia Pfaff: [https://www.wissenschaft.de/umwelt-natur/sporternaehrung-was-ist-dran-an-eiweisspulver-l-carnitin-und-co/ &#039;&#039;Sporternährung: Was ist dran an Eiweißpulver, L-Carnitin und Co?&#039;&#039;] In: &#039;&#039;wissenschaft.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Geisteswissenschaft wurde erforscht, dass durch die Eiweißaufnahme von den inneren Organen eine spezifische Strahlkraft auf den ganzen Organismus ausgeht. Diese Strahlkraft bringt ein bestimmtes Wohlbefinden, eine Kraft zur Sinneswahrnehmung und auch eine Kraft zum Denken hervor. Ist der Organismus mit zu viel Eiweiß überladen und belastet, leidet die Offenheit zur höheren Geisteswelt. Wird die Qualität und die Menge an Eiweiß, die man zu sich nimmt, sorgfältig ausgewählt, so wird auch diese Offenheit entsprechend günstig beeinflusst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S. 89.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ein Eiweißmangel führt zu einem Vitalitätsverlust und vor allem auch zu einer inneren Leere und psychischen Schwäche. Das Gedankenleben des Menschen will sich frei entfalten und es will hierfür den richtigen Urtonus im Körper besitzen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einem zu großen Konsum von Leguminosen, besteht aus der geisteswissenschaftlichen Sicht von Heinz Grill, die Gefahr, dass sich der Mensch gegen die Bewusstseinsweite des Lebens verschließt und sich dadurch mehr an die Körperlichkeit und das irdische Leben bindet. Deshalb rät [[Rudolf Steiner]], wie in seiner Geisteswissenschaft ausführlich erläutert, dem okzidentalen Menschen mehr zum angemessenen Konsum von Milch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißquellen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:TischEiKäseBrot.jpeg|mini|Essen mit Ei und Käse als Eiweißquelle]]&lt;br /&gt;
Sehr proteinhaltige Nahrungsmittel (in alphabetischer Reihenfolge) sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:15px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eier&lt;br /&gt;
* Fisch&lt;br /&gt;
* Fleisch&lt;br /&gt;
* Hülsenfrüchte (Soja, Lupinen ca. 40 %; Bohnen, Linsen, Erbsen, Kichererbsen ca. 20 % bis 25 %)&lt;br /&gt;
* Milchprodukte (Käse und Quark)&lt;br /&gt;
* Nüsse&lt;br /&gt;
* Raps (ca. 40 % im Samen; das aus Raps gewonnene Speiseöl einhält kein Protein)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Proteinquelle ist die [[w:Quinoa|Quinoa]]-Pflanze, welche neben ihrem hohen Eiweiß-Gehalt (etwa 14&amp;amp;nbsp;g auf 100&amp;amp;nbsp;g) alle 9 essentiellen Aminosäuren enthält.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://veganes-eiweiss.de/vegane-protein-quellen-lebensmittel/ &#039;&#039;Vegane Protein-Quellen in Lebensmitteln.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;veganes-eiweiss.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Bedeutung von Quinoa als Nahrungsquelle bewusst, erklärte der ehemalige UN-Generalsekretär [[w:Ban Ki-moon|Ban Ki-moon]] das Jahr 2013 zum „Jahr der Quinoa“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Unterscheidung von tierischem und pflanzlichem Eiweiß ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Flumserberg (Schweiz), Liegende Kuh -- 2011 -- 1526.jpg|mini|280px|Der Milchkreislauf der Kuh findet getrennt von ihrem Blutkreislauf statt&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Milk 001.JPG|mini|280px|Aus geistiger Sicht steht deshalb die [[Milch]] dem Pflanzlichen näher und ist keine tierische Substanz&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das pflanzliche Eiweiß unterscheidet sich in der Struktur (Aminosäureprofil) zum tierischen Eiweiß. In der Regel enthalten die tierischen Proteine etwas mehr essenzielle Aminosäuren als die pflanzlichen Proteine. Sie werden als mehr essenziell bezeichnet, da der Körper diese nicht eigenständig herstellen kann. Beim tierischen Eiweiß besteht jedoch ein höheres Risiko für hohen Blutdruck und Diabetes. Die pflanzlichen Proteine können vom Körper selbst hergestellt werden. Sie sind nicht schädlich und senken das Risiko genau dieser Krankheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfitzenmeier.de/news-blog/archiv/tierisches-und-pflanzliches-protein/ &#039;&#039;Der Unterschied zwischen tierischem und pflanzlichen Protein.&#039;&#039;] In: &#039;&#039;pfitzenmeier.de.&#039;&#039; Abgerufen am 4. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus geistiger Forschung zeigt sich das tierische Eiweiß in seiner Wirkung auf den Menschen schwerer als das pflanzliche Eiweiß, da es ihn an die Körperlichkeit bindet. Auch wenn der Verzehr von Fisch und Geflügel von der Verdauung leichter zu bewältigen ist, beschweren sie dennoch das Gedankenleben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Das Getreideeiweiß ist sicher das leichteste und beschwingteste und gibt dem Menschen die größtmöglichen Freiheiten. Aber allein diese Eiweißquelle wäre sicher für die meisten Menschen zu wenig.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Ergänzung werden Leguminosen, wie Linsen, Erbsen, Kichererbsen und viele Sorten von Bohnen als wertvolle Pflanzen benannt. Sie sind sehr proteinreich und haben die Besonderheit, dass sie über die Wurzel Stickstoff aus der Erde aufnehmen und große Mengen an Eiweiß bilden können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Milch]] nimmt aus geistiger Forschung eine Mittenstellung zwischen Tier und Pflanze ein, da sie nicht in den Organen mit Durchblutung, sondern in den extra dafür vorgesehenen Lymphwegen gebildet wird. Somit steht sie dem Pflanzlichen näher und ist keine tierischen Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;Heinz Grill: &#039;&#039;Ernährung und die gebende Kraft des Menschen.&#039;&#039; S.&amp;amp;nbsp;81.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eiweißverwertung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher ging man davon aus, dass der menschliche Körper pro Mahlzeit höchstens 20 – 25 Gramm Protein effektiv verwerten kann und dass die überschüssigen Aminosäuren verbrannt werden. Diese Annahme stützte sich auf Dosis-Wirkungs-Studien mit einer geringen Proteinzufuhr von weniger als 45 Gramm und einer kurzen Nachbeobachtungszeit von weniger als 6 Stunden. Jedoch belegt eine neue Studie, dass die [[w:Anabolismus|anabole Reaktion]] nach der Proteinzufuhr pro Mahlzeit nicht nach oben begrenzt ist. Je mehr Protein allerdings während einer Mahlzeit zugeführt wird, desto länger dauert die Proteinaufnahme und desto länger ist demzufolge der Aminosäurespiegel im Blut erhöht. Dabei kommt es jedoch nicht zu einer Verbrennung überschüssigen Proteins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entscheidend ist demnach einzig und allein die Gesamtmenge an Proteinen und nicht die Proteinmenge pro Mahlzeit. Die Proteine werden unabhängig von der zugeführten Menge stets effektiv verwertet.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Trommelen, G. A. A. van Lieshout, J. Nyakayiru, A. M. Holwerda, J. S. J. Smeets, F. K. Hendriks, J. M. X. van Kranenburg, A. H. Zorenc, J. M. Senden, J. P. B. Goessens, A. P. Gijsen, L. J. C. van Loon: &#039;&#039;The anabolic response to protein ingestion during recovery from exercise has no upper limit in magnitude and duration in vivo in humans.&#039;&#039; Cell Rep Med. 2023 Dec 19; 4(12): 101324. ([https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10772463/ Volltext])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Ernährung aus ganzheitlicher Sicht]]&lt;br /&gt;
* [[a:Eiweißatmosphäre|Eiweißatmosphäre]] – Artikel in AnthroWiki&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Gregory J. Gatto jr., Lubert Stryer: &#039;&#039;Stryer Biochemie.&#039;&#039; 8. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2018, ISBN 978-3-662-54619-2. ([https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-54620-8 Online Übersicht])&lt;br /&gt;
* Friedrich Lottspeich, Joachim W. Engels (Hrsg.): &#039;&#039;Bioanalytik.&#039;&#039; 3. Auflage. Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8274-2942-1.&lt;br /&gt;
* Hubert Rehm, Thomas Letzel: &#039;&#039;Der Experimentator: Proteinbiochemie / Proteomics.&#039;&#039; 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-2312-2.&lt;br /&gt;
* E. Buxbaum: &#039;&#039;Fundamentals of Protein Structure and Function.&#039;&#039; Springer, New York 2007, ISBN 978-0-387-26352-6 (englisch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Artikel [[w:Protein|Protein]] in Wikipedia mit weiteren Informationen zum Thema&lt;br /&gt;
* [https://www-archiv.fdm.uni-hamburg.de/b-online/d17/17d.htm &#039;&#039;Peptide, Polypeptide (Proteine).&#039;&#039;] In: &#039;&#039;Botanik online&#039;&#039; (Uni Hamburg)&lt;br /&gt;
* [https://www.wwpdb.org/ Worldwide Protein Databank (PDB)]  – Aminosäurensequenzen, 3D-Strukturen etc.&lt;br /&gt;
* [https://www.proteinatlas.org/ &#039;&#039;The Human Protein Atlas.&#039;&#039;] – der Atlas enthält über 1 Million von Pathologen zertifizierte Abbildungen und gibt Auskunft über die Lokalisation und Expression von Proteinen in humanem Normal- und Tumorgewebe&lt;br /&gt;
* [https://proteopedia.org/wiki/index.php/Main_Page Proteopedia] – Proteopedia ist eine interaktive 3D-Enzyklopädie über Proteine und andere Biomoleküle im Wikipedia-Format (englisch)&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;margin-left:30px&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel [https://de.wikipedia.org/wiki/Protein Protein] aus [https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite Wikipedia] sowie [https://anthrowiki.at/Eiwei%C3%9F Eiweiß] aus [https://anthrowiki.at/Hauptseite AnthroWiki] und steht unter der Lizenz [https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/ Creative-Commons Namensnennung-ShareAlike 4.0 International.] Es ist jeweils eine Liste der Autoren in [https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Protein&amp;amp;action=history Wikipedia] und [https://anthrowiki.at/index.php?title=Eiwei%C3%9F&amp;amp;action=history AnthroWiki] einsehbar.&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Mensch]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>Findus</name></author>
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